BasisBibel NT+Ps (BB)
92

Voller Saft und Kraft

921EIN PSALM92,1 Psalmen: Lieder oder Gebete von Menschen, die sich mit ihrer Klage und ihrem Lob an Gott wenden., EIN LIED.

FÜR DIE FEIER AM SABBAT92,1 Sabbat: Siebter Tag in der Woche, der von Gott gesegnet ist und als arbeitsfreier Tag gefeiert wird, vgl. 1. Mose/Genesis 2,2. .

2Schön ist es, dem Herrn zu danken

und deinen Namen92,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel., Höchster92,2 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20., zu preisen.

3Gerne verkünde ich am Morgen deine Güte

und erzähle in den Nächten von deiner Treue –

4zum Klang der Bassleier92,4 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel. mit zehn Saiten,

zum rhythmischen Spiel der Handleier92,4 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel..

5Ja, dein Tun, Herr, hat mich fröhlich gemacht.

Ich will jubeln über die Taten deiner Hände.

6Wie großartig sind doch deine Taten, Herr.

Was du planst, hat einen tiefen Sinn.

7Ein Dummkopf, wer das nicht erkennt!

Und wer seinen Verstand nicht gebraucht,

wird nichts davon begreifen.

8Wenn Frevler92,8 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. wie Gras aus dem Boden wachsen,

dann sollen sie nur blühen, all diese Übeltäter!

Am Ende blüht ihnen, dass sie vernichtet werden!

9Du aber thronst für immer in der Höhe, Herr!

10Sieh hin, es sind ja deine Feinde, Herr!

Sieh hin, deine Feinde verschwinden.

Die Übeltäter zerstreuen sich in alle Winde.

11Du aber hast mich stark gemacht wie ein Stier92,11 Stier: Wörtlich »du hast mein Horn erhöht gleich dem Stier«. Im alten Orient ist das Horn ein Sinnbild für die (königliche) Macht..

Mit frischem Salböl92,11 frisches Salböl: Wörtlich »grünes Öl«, ein besonders feines Öl, das aus Oliven frisch gepresst wird. hast du mich übergossen.

12Meine Augen sahen auf meine Verleumder herab.

Und die Bösen, die mich bekämpft haben –

von ihnen werden meine Ohren noch hören.

13Doch der Gerechte92,13 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. wird wie eine Palme wachsen.

Er wird groß werden wie eine Zeder92,13 Zeder: Großer und starker Gebirgsbaum, der im Libanon wächst. im Libanon92,13 Libanon: Nördlich von Israel gelegener bis zu 3000 m aufragender Gebirgszug mit üppiger Vegetation..

14Die beim Haus des Herrn92,14 Haus des HERRN: Bezeichnung für den Tempel. eingepflanzt sind,

werden in den Höfen92,14 Höfe: Der Tempel in Jerusalem ist von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben. unseres Gottes wachsen.

15Noch im hohen Alter tragen sie Frucht.

Voller Saft und Kraft werden sie sein.

16So werden sie verkünden: »Der Herr ist gerecht92,16 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.!

Er ist mein Fels92,16 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., bei ihm gibt es kein Unrecht.«

93

Gott herrscht als König

931Der HERR herrscht als König.

Er hat seine hohe Stellung angetreten.

Der HERR trägt sie wie ein Kleid am Leib.

Kraft hat er sich wie einen Gürtel umgebunden.

Die Erde ist fest gegründet, dass sie nicht wankt.

2Seit jeher ist dein Thron93,2 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes, die schon immer besteht und den Bestand der Erde sichert. fest gegründet.

Seit frühester Zeit herrschst du als König.

3Damals, HERR, brausten die Wasserströme.

Es brausten die Wasserströme93,3 Wasserströme: Anklang an eine alte Vorstellung: Mit dem Sieg über das Meer als Chaosmacht tritt Gott seine Königsherrschaft an. mit Getöse,

Welle um Welle mit ohrenbetäubendem Lärm.

4Gewaltig ist das Getöse der Wasserfluten.

Mächtiger sind die Brecher des Meeres,

am mächtigsten aber ist der HERR in der Höhe.

5Deine Vorschriften stehen zuverlässig fest.

Dein Haus93,5 Haus: Bezeichnung für den Tempel. ist schön, voller Heiligkeit,

HERR, für die Dauer der Zeiten.

94

Der Richter der Welt

941HERR, du Gott der Vergeltung,

du Gott der Vergeltung, erscheine!

2Steh doch auf, du Richter der Welt!

Diese Leute handeln voll Hochmut.

Lass ihre Taten auf sie zurückfallen94,2 zurückfallen auf jemanden: Nach biblischer Vorstellung von Tun und Ergehen wird der Mensch von seiner bösen Tat eingeholt und muss dann die Verantwortung dafür tragen.!

3Wie lange94,3 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch, Herr, dürfen die Frevler94,3 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.

wie lange dürfen die Frevler triumphieren?

4Sie quasseln und halten freche Reden.

Sie brüsten sich, alle diese Übeltäter!

5Sie trampeln auf deinem Volk herum, HERR,

und unterdrücken dein Eigentum94,5 Eigentum: Hinweis auf das enge Verhältnis zwischen Gott und Israel..

6Sie töten die Witwen und Fremden94,6 Fremde: Ausländer, die nicht zur Rechtsgemeinde Israels gehören, aber durch das Gastrecht geschützt sind.

und ermorden die Waisenkinder.

7Sie sagten: »Der HERR sieht es nicht!

Der Gott Jakobs94,7 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck. merkt es nicht!«

8Merkt euch das, ihr Dummen im Volk!

Habt ihr denn gar keinen Verstand?

Wann kommt ihr nur zur Vernunft?

9Er, der den Menschen Ohren schenkte:

Sollte er selbst nicht hören können?

Er, der die Augen geschaffen hat:

Sollte er selbst nicht sehen können?

10Er, der die fremden Völker erzieht:

Sollte er denn nicht strafen können?

Er, der die Menschen Erkenntnis lehrt! –

11Der Herr kennt die Pläne des Menschen.

Er weiß, dass sie sich in Luft auflösen.

12Glücklich zu preisen ist der Mensch,

den du, HERR, zu einem guten Leben erziehst –

den du in der Heiligen Schrift94,12 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. unterrichtest.

13So gibst du ihm Gelassenheit in schweren Zeiten,

bis man dem Frevler94,13 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. das Grab geschaufelt hat.

14Denn der HERR lässt sein Volk nicht im Stich.

Sein Eigentum überlässt er keinem anderen.

15Denn zur Gerechtigkeit94,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. kehrt das Recht zurück.

Hinter ihm stehen alle, die aufrichtig sind.

16Wer leistet mir Beistand gegen die Bösen?

Wer verteidigt mich gegen die Übeltäter?

17Wäre der HERR mir nicht zu Hilfe gekommen,

wäre ich beinahe in Totenstille94,17 Totenstille: Bildwort für das Totenreich unter der Erde, das als ein Ort des Schweigens gilt. versunken.

18Wenn ich dachte: »Mein Fuß verliert den Halt!«

Dann hat deine Güte, HERR, mich gestützt.

19Als viele Sorgen mich im Innern bedrückten,

hat dein Trost mich wieder froh gemacht.

20Darf sich das Willkürgericht auf dich berufen,

wenn es das Recht über die Maßen beugt?

21Gegen den Gerechten94,21 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. rotten sie sich zusammen

und Unschuldige wollen sie schuldig sprechen.

22Doch der HERR wurde mir zur festen Burg94,22 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46.

und mein Gott zum Fels meiner Zuflucht94,22 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

23Ihre Verbrechen aber sollen auf sie zurückfallen94,23 zurückfallen auf jemanden: Nach biblischer Vorstellung von Tun und Ergehen wird der Mensch von seiner bösen Tat eingeholt und muss dann die Verantwortung dafür tragen..

Durch ihre eigene Bosheit vernichtet er sie.

Ja, er vernichtet sie, der HERR, unser Gott.