BasisBibel NT+Ps (BB)
91

Unter Gottes Flügeln

911Wer unter dem Schutz des Höchsten91,1 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. wohnt,

wer im Schatten des Gewaltigen91,1 Gewaltiger: Hebräischer Gottesname »Schaddaj«. Wahrscheinlich steckt in dem Gottesnamen das Verb »Gewalt ausüben, stark sein«. übernachtet –

2der sagt wie ich über den HERRN:

»Meine Zuflucht91,2 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. ist er und meine Burg91,2 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46.,

mein Gott, ihm will ich vertrauen!«

3Ja, er rettet dich vor dem Netz91,3 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden. des Jägers,

vor den Verderben bringenden Pfeilspitzen.

4Er breitet seine Schwingen aus über dir.

Unter seinen Flügeln findest du Schutz.

Wie ein Schild91,4 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden. schützt dich seine Treue,

wie eine Schutzmauer umgibt sie dich.

5Du musst keine Angst mehr haben:

weder vor den Gefahren, die in der Nacht drohen –

noch vor den Pfeilen, die am Tag daherfliegen.

6Du brauchst dich nicht zu fürchten:

weder vor der Pest, die sich heimlich ausbreitet –

noch vor den Seuchen, die offen wüten.

7Auch wenn Tausende neben dir fallen,

Zehntausende an deiner rechten Seite:

Dich wird das Unglück nicht ereilen.

8Vielmehr wirst du mit eigenen Augen hinsehen

und erleben, wie die Frevler91,8 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. bestraft werden.

9Ja, du sagst wie ich: »Der HERR ist meine Zuflucht91,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten.

Beim Höchsten91,9 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. hast du ein Versteck gefunden.

10Kein Unheil wird über dich hereinbrechen

und kein Schicksalsschlag wird dein Zelt treffen.

11Denn er wird seinen Engeln91,11 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. befehlen,

dich zu beschützen, wohin du auch gehst.

12Auf ihren Händen sollen sie dich tragen,

damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

13Über Löwen und Kobras91,13 Kobra: Tödliche Giftschlange. Im alten Orient ist das Gehen über gefährliche Tiere ein Sinnbild für die Herrschaft von Göttern und Königen. wirst du hinwegschreiten.

Junglöwen und Giftschlangen wirst du zertreten.

1491,14 Vers 14: Hier spricht Gott selbst und bestätigt dadurch die vorangehenden Zusagen.»Weil er mit Liebe an mir hängt, will ich ihn retten!

Ich beschütze ihn, weil er meinen Namen kennt.

15Wenn er mich ruft, antworte ich ihm.

Ich bin für ihn da, wenn ihm Gefahr droht.

Ich reiße ihn heraus und sorge dafür,

dass er wieder zu Ansehen kommt.

16Ich werde ihm ein langes Leben schenken.

Meine heilvolle Zukunft soll er sehen.«

92

Voller Saft und Kraft

921EIN PSALM92,1 Psalmen: Lieder oder Gebete von Menschen, die sich mit ihrer Klage und ihrem Lob an Gott wenden., EIN LIED.

FÜR DIE FEIER AM SABBAT92,1 Sabbat: Siebter Tag in der Woche, der von Gott gesegnet ist und als arbeitsfreier Tag gefeiert wird, vgl. 1. Mose/Genesis 2,2. .

2Schön ist es, dem Herrn zu danken

und deinen Namen92,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel., Höchster92,2 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20., zu preisen.

3Gerne verkünde ich am Morgen deine Güte

und erzähle in den Nächten von deiner Treue –

4zum Klang der Bassleier92,4 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel. mit zehn Saiten,

zum rhythmischen Spiel der Handleier92,4 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel..

5Ja, dein Tun, Herr, hat mich fröhlich gemacht.

Ich will jubeln über die Taten deiner Hände.

6Wie großartig sind doch deine Taten, Herr.

Was du planst, hat einen tiefen Sinn.

7Ein Dummkopf, wer das nicht erkennt!

Und wer seinen Verstand nicht gebraucht,

wird nichts davon begreifen.

8Wenn Frevler92,8 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. wie Gras aus dem Boden wachsen,

dann sollen sie nur blühen, all diese Übeltäter!

Am Ende blüht ihnen, dass sie vernichtet werden!

9Du aber thronst für immer in der Höhe, Herr!

10Sieh hin, es sind ja deine Feinde, Herr!

Sieh hin, deine Feinde verschwinden.

Die Übeltäter zerstreuen sich in alle Winde.

11Du aber hast mich stark gemacht wie ein Stier92,11 Stier: Wörtlich »du hast mein Horn erhöht gleich dem Stier«. Im alten Orient ist das Horn ein Sinnbild für die (königliche) Macht..

Mit frischem Salböl92,11 frisches Salböl: Wörtlich »grünes Öl«, ein besonders feines Öl, das aus Oliven frisch gepresst wird. hast du mich übergossen.

12Meine Augen sahen auf meine Verleumder herab.

Und die Bösen, die mich bekämpft haben –

von ihnen werden meine Ohren noch hören.

13Doch der Gerechte92,13 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. wird wie eine Palme wachsen.

Er wird groß werden wie eine Zeder92,13 Zeder: Großer und starker Gebirgsbaum, der im Libanon wächst. im Libanon92,13 Libanon: Nördlich von Israel gelegener bis zu 3000 m aufragender Gebirgszug mit üppiger Vegetation..

14Die beim Haus des Herrn92,14 Haus des HERRN: Bezeichnung für den Tempel. eingepflanzt sind,

werden in den Höfen92,14 Höfe: Der Tempel in Jerusalem ist von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben. unseres Gottes wachsen.

15Noch im hohen Alter tragen sie Frucht.

Voller Saft und Kraft werden sie sein.

16So werden sie verkünden: »Der Herr ist gerecht92,16 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.!

Er ist mein Fels92,16 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., bei ihm gibt es kein Unrecht.«

93

Gott herrscht als König

931Der HERR herrscht als König.

Er hat seine hohe Stellung angetreten.

Der HERR trägt sie wie ein Kleid am Leib.

Kraft hat er sich wie einen Gürtel umgebunden.

Die Erde ist fest gegründet, dass sie nicht wankt.

2Seit jeher ist dein Thron93,2 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes, die schon immer besteht und den Bestand der Erde sichert. fest gegründet.

Seit frühester Zeit herrschst du als König.

3Damals, HERR, brausten die Wasserströme.

Es brausten die Wasserströme93,3 Wasserströme: Anklang an eine alte Vorstellung: Mit dem Sieg über das Meer als Chaosmacht tritt Gott seine Königsherrschaft an. mit Getöse,

Welle um Welle mit ohrenbetäubendem Lärm.

4Gewaltig ist das Getöse der Wasserfluten.

Mächtiger sind die Brecher des Meeres,

am mächtigsten aber ist der HERR in der Höhe.

5Deine Vorschriften stehen zuverlässig fest.

Dein Haus93,5 Haus: Bezeichnung für den Tempel. ist schön, voller Heiligkeit,

HERR, für die Dauer der Zeiten.