BasisBibel NT+Ps (BB)
89

Hat die Verheißung noch Bestand?

891EIN WEISHEITSLIED.

MIT ETAN89,1 Etan: Sänger am Jerusalemer Tempel, vgl. 1. Chronik 6,29. VERBUNDEN, DEM ESRACHITER.

2Du gibst uns Beweise deiner Güte, HERR.

Davon will ich für immer Lieder singen.

Von Generation zu Generation will ich

deine Treue mit meinem Mund verkünden.

3Ja, ich sagte: Deine Güte ist für die Dauer gebaut.

Im Himmel89,3 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. ist deine Treue fest beschlossen,

wie du verheißen hast89,3 wie du verheißen hast: Sinngemäße Ergänzung. Der Beter untermauert sein Bekenntnis, indem er Gottes Verheißungen zitiert.:

4»Ich schloss einen Bund89,4 Bund: Bezeichnet hier die unverbrüchliche Zusage, die Gott seinem König gegeben hat. mit meinem Erwählten.

Ich leistete meinem Knecht89,4 Knecht Gottes (David): Ehrenvolle Bezeichnung für David, den von Gott erwählten König; vgl. 2. Samuel 7,5. David89,4 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. einen Schwur:

5Für alle Zeit will ich dir Nachkommen schenken.

Ich will deine Herrschaft auf dem Thron sichern

von Generation zu Generation.« SELA89,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Die Himmel89,6 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. preisen deine Wundermacht, HERR.

Deine Treue loben die Engel in heiliger Schar.

7Denn wer über den Wolken gleicht dem HERRN?

Oder ist eines unter den himmlischen Wesen89,7 himmlische Wesen: Hebräisch »Göttersöhne«, die zur Götterversammlung im Himmel gehören.,

das sich mit dem Herrn vergleichen kann?

8Gott allein wird verehrt im Kreis der heiligen Schar.

Groß und gewaltig steht er über all den Wesen,

die ihn umgeben.

9HERR, Gott der himmlischen Heere89,9 himmlische Heere: Hebräische Gottesbezeichnung »Zebaot«. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck., wer ist wie du?

Stark bist du, HERR, und deine Treue umgibt dich.

10Du kannst das stürmische Meer bändigen

und beruhigst seine aufgetürmten Wellen.

11Du hast Rahab89,11 Rahab, Leviatan: Seeungeheuer, steht für das tobende Meer und damit für das Chaos, das die Welt bedroht. zermalmt wie ein erschlagenes Tier.

Deine Feinde hast du mit einem Schlag zerstreut.

12Dir gehört der Himmel, dir gehört auch die Erde.

Den Erdkreis und was ihn füllt, hast du gegründet.

13Norden und Süden hast du geschaffen.

Tabor89,13 Tabor: Markanter Bergkegel im Norden Israels. und Hermon89,13 Hermon: Hohes Bergmassiv im Süden des Libanon. jubeln über deinen Namen89,13 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

14Du hast einen Arm voll gewaltiger Kraft.

Stark ist deine Hand, erhoben deine Faust.

15Gerechtigkeit89,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. und Recht sind Stützen deines Throns.

Güte und Treue gehen vor deinem Angesicht89,15 Angesicht: Das Angesicht bezeichnet in der Bibel das Gesicht oder den Blick des Menschen und im übertragenen Sinn auch Gottes Blick, und zugleich die Vorderseite oder Oberfläche von Dingen. her.

16Glücklich das Volk, das Grund zum Jubeln hat!

HERR, im Licht deines Angesichts89,16 Angesicht: Das Angesicht bezeichnet in der Bibel das Gesicht oder den Blick des Menschen und im übertragenen Sinn auch Gottes Blick, und zugleich die Vorderseite oder Oberfläche von Dingen. gehen sie fröhlich durchs Leben.

17Sie jubeln über deinen Namen89,17 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. den ganzen Tag,

und deine Gerechtigkeit89,17 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. lassen sie hochleben.

18Denn du bist ihr Stolz, gibst ihnen Kraft.

Nach deinem Willen wächst unsere Macht.

19Denn dem Herrn gehört unser Schild89,19 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden.,

dem Heiligen Israels89,19 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. gehört unser König89,19 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden..

20Damals hast du in einer Vision89,20 Vision: Eine Erscheinung, die Gott im Geist bewirkt. Bei den Propheten ist damit oft der Empfang eines Gotteswortes verbunden. geredet.

Zu deinen Frommen89,20 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. hast du gesagt:

Ich habe dem Helden die Krone89,20 Krone: Ein goldener Reif, der auf dem Kopf getragen wird. Er weist seinen Träger als König aus. aufgesetzt,

dem mutigen Mann das Volk unterstellt.

21Es ist mein Knecht89,21 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. David89,21 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. , den ich fand.

Mit heiligem Öl salbte89,21 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. ich ihn zum König89,21 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden..

22Ja, meine Hand wird an ihm festhalten

und mein Arm wird ihm Kraft verleihen.

23Kein Feind wird es wagen, ihn anzugreifen,

und kein Verbrecher kann ihn bezwingen.

24Ich werde seine Gegner vor ihm vernichten

und alle niederschlagen, die ihn hassen.

25Meine Treue und meine Güte werden mit ihm sein

und durch meinen Namen wächst seine Macht.

26Ich werde seine Herrschaft auf das Meer ausdehnen

und die großen Ströme seiner Gewalt unterstellen.

27Er wird zu mir sagen: »Du bist mein Vater89,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede für Gott. Darin kommt die Vorstellung zum Ausdruck, dass Gott den König als seinen Sohn angenommen hat.!

Du bist mein Gott, mein Fels89,27 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht. und meine Rettung!«

28Ja, ich mache ihn zu meinem erstgeborenen Sohn,

zum höchsten unter den Herrschern der Welt.

29Für immer will ich ihm meine Güte bewahren,

und mein Bund89,29 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben mit ihm bleibt gewiss bestehen.

30Ich will sein Königshaus auf die Dauer erhalten

und seinen Thron, solange der Himmel89,30 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. besteht.

31Seinen Söhnen rede ich ins Gewissen –

für den Fall, dass sie meine Weisung89,31 Tora, Weisung: Im Judentum die »Tora«. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Willensmitteilung Gottes. verlassen

und nicht nach meiner Rechtsordnung leben.

32Wenn sie meine Gesetze89,32 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. entweihen

und meine Gebote89,32 Gebote: Die Zehn Gebote und weitere biblische Anweisungen, die ein gerechtes und gottgewolltes Leben ermöglichen. nicht halten,

33bestrafe ich ihre Vergehen mit dem Stock89,33 Stock: Im alten Orient das übliche Mittel zur Kindererziehung, vgl. Sprichwörter 13,24..

Durch Schläge müssen sie ihre Schuld89,33 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. spüren.

34Aber meine Güte werde ich David89,34 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. nicht entziehen.

Ich halte ihm die Treue und breche sie nicht.

35Ich werde meinen Bund89,35 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. mit ihm nicht entweihen,

die Zusage von meinen Lippen ändere ich nicht.

36Eines habe ich hochheilig geschworen:

Ich werde David89,36 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. gewiss nicht belügen.

37Sein Königshaus soll für immer bestehen

und sein Thron, solange die Sonne scheint.

38Für immer soll er feststehen wie der Mond –

ein zuverlässiger Zeuge in den Wolken. SELA89,38 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

39Dennoch hast du ihn verworfen und verstoßen.

So wütend hat dein Gesalbter89,39 Gesalbter: Hebräisch »Messias«, bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. dich gemacht.

40Du hast den Bund89,40 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. mit deinem Knecht89,40 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. widerrufen,

seine Krone89,40 Krone: Ein goldener Reif, der auf dem Kopf getragen wird. Er weist seinen Träger als König aus. verächtlich auf den Boden geworfen.

41Die Mauern um seine Stadt hast du niedergerissen,

seine Verteidigungsanlage in Trümmer gelegt.

42Alle, die vorbeikamen, haben ihn ausgeplündert.

Er ist zum Spott für seine Nachbarn geworden.

43Du hast seine Gegner über ihn siegen lassen.

Da durften alle seine Feinde sich freuen.

44Ja, du hast seinem Schwert die Schärfe genommen.

Da konnte er die Niederlage nicht verhindern.

45Welches Ende hast du seinem Glanz bereitet!

Seinen Thron hast du zu Boden gestürzt.

46Du hast die Zeit seiner Jugend verkürzt

und ihn mit Schande bedeckt. SELA89,46 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

47Wie lange, HERR, soll das noch gehen?

Willst du dich denn für immer verbergen?

Soll dein Zorn89,47 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. noch weiter brennen

wie ein verzehrendes Feuer?

48Denk doch daran, Herr, wie kurz das Leben ist!

Hast du die Menschen für ein Nichts geschaffen?

49Gibt es etwa einen, der lebt und nicht stirbt –

der sich retten kann aus dem Totenreich89,49 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt.? SELA89,49 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

50Wo sind die früheren Beweise deiner Güte, Herr?

Hast du sie nicht David89,50 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. in deiner Treue zugesagt?

51Denk doch, Herr, an die Schmach deiner Knechte89,51 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.!

Ich musste sie vonseiten der vielen Völker ertragen.

52Deine Feinde, Herr, haben dich damit verhöhnt.

Sie haben die Spuren deines Gesalbten89,52 Gesalbter: Hebräisch »Messias«, bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. verhöhnt.

53Gepriesen sei der HERR alle Zeit!

Amen89,53 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« ! Und nochmals: Amen!

90

Viertes Buch: Psalm 90–106

Wertvolle Lebenszeit

901EIN BITTGEBET90,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..

MIT MOSE90,1 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. VERBUNDEN, DEM MANN GOTTES.

Herr, ein Versteck90,1 Versteck: Anspielung auf den Tempel als Schutz vor Verfolgung, vgl. Psalm 90,1 und Psalm 91,9. bist du für uns gewesen

von einer Generation bis zur anderen.

2Die Berge waren noch nicht geboren,

die ganze Welt lag in den Geburtswehen90,2 Geburtswehen: Bildwort für die Schöpfung der Welt..

Da bist du schon Gott gewesen und bist es

von Anfang an bis in alle Zukunft.

3Du führst Menschen zurück in den Staub90,3 Staub: Poetischer Ausdruck für das Totenreich unter der Erde..

Andere rufst du ins Leben und sprichst:

Kommt zur Welt, ihr Menschenkinder90,3 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.!

4Denn tausend Jahre vergehen vor deinen Augen

so schnell, als wäre es gestern gewesen.

Sie gehen vorbei wie eine Nachtwache.

5Du reißt Menschen wie aus einem Schlaf.

Sie sind doch nichts weiter als Gras90,5 Gras: Bildvergleich, der die Kurzlebigkeit des Menschen vor Augen führt.,

das am Morgen zu wachsen beginnt.

6Am Morgen blüht es und wächst hoch,

am Abend wird es geschnitten und welkt.

7Ja, als dein Zorn90,7 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. brannte, sank uns der Mut.

Als er weiter glühte, kam das Erschrecken.

8Du hast dir unsere Vergehen vor Augen gestellt

und unsere geheimsten Fehler offengelegt.

9Ja, unsere Lebenszeit schwand durch deinen Zorn90,9 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. .

Wir verbrachten unsere Jahre wie einen Seufzer.

10Unser Leben dauert ungefähr siebzig Jahre

oder, wenn wir bei Kräften sind, auch achtzig.

Im Ganzen aber ist es nur Arbeit und vergebliche Mühe.

Ja, schnell geht es vorüber, wir sind im Flug dahin.

11Wer weiß schon, wie heftig dein Zorn90,11 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. brennt?

Und wer kann ermessen, wie wütend du bist?

12Lass uns begreifen, welche Zeit wir zum Leben haben –

damit wir klug werden und es vernünftig gestalten90,12 vernünftig gestalten: Wörtlich »ein Herz von Weisheit erlangen«. Nach dem hebräischen Menschenbild ist das Herz sowohl Sitz des Verstandes als auch des Willens..

13HERR, wende dich uns wieder zu!

Wie lange90,13 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. willst du noch zornig sein?

Hab Mitleid mit deinen Knechten90,13 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.!

14Schenk uns doch schon am Morgen

den ganzen Reichtum deiner Güte!

So wollen wir jubeln und uns freuen

an allen Tagen unseres Lebens.

15Lass uns so viele Tage fröhlich sein,

wie du uns niedergedrückt hast.

Schenke uns so viele gute Jahre,

wie wir Unglück erfahren haben.

16Zeig an deinen Knechten90,16 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. deine Macht

und an ihren Kindern deine Herrlichkeit90,16 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor.!

17So soll sich an uns erweisen,

wie freundlich der Herr ist, unser Gott!

Lass das Werk unserer Hände gelingen!

Ja, das Werk unserer Hände, lass es gelingen!

91

Unter Gottes Flügeln

911Wer unter dem Schutz des Höchsten91,1 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. wohnt,

wer im Schatten des Gewaltigen91,1 Gewaltiger: Hebräischer Gottesname »Schaddaj«. Wahrscheinlich steckt in dem Gottesnamen das Verb »Gewalt ausüben, stark sein«. übernachtet –

2der sagt wie ich über den HERRN:

»Meine Zuflucht91,2 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. ist er und meine Burg91,2 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46.,

mein Gott, ihm will ich vertrauen!«

3Ja, er rettet dich vor dem Netz91,3 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden. des Jägers,

vor den Verderben bringenden Pfeilspitzen.

4Er breitet seine Schwingen aus über dir.

Unter seinen Flügeln findest du Schutz.

Wie ein Schild91,4 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden. schützt dich seine Treue,

wie eine Schutzmauer umgibt sie dich.

5Du musst keine Angst mehr haben:

weder vor den Gefahren, die in der Nacht drohen –

noch vor den Pfeilen, die am Tag daherfliegen.

6Du brauchst dich nicht zu fürchten:

weder vor der Pest, die sich heimlich ausbreitet –

noch vor den Seuchen, die offen wüten.

7Auch wenn Tausende neben dir fallen,

Zehntausende an deiner rechten Seite:

Dich wird das Unglück nicht ereilen.

8Vielmehr wirst du mit eigenen Augen hinsehen

und erleben, wie die Frevler91,8 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. bestraft werden.

9Ja, du sagst wie ich: »Der HERR ist meine Zuflucht91,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten.

Beim Höchsten91,9 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. hast du ein Versteck gefunden.

10Kein Unheil wird über dich hereinbrechen

und kein Schicksalsschlag wird dein Zelt treffen.

11Denn er wird seinen Engeln91,11 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. befehlen,

dich zu beschützen, wohin du auch gehst.

12Auf ihren Händen sollen sie dich tragen,

damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

13Über Löwen und Kobras91,13 Kobra: Tödliche Giftschlange. Im alten Orient ist das Gehen über gefährliche Tiere ein Sinnbild für die Herrschaft von Göttern und Königen. wirst du hinwegschreiten.

Junglöwen und Giftschlangen wirst du zertreten.

1491,14 Vers 14: Hier spricht Gott selbst und bestätigt dadurch die vorangehenden Zusagen.»Weil er mit Liebe an mir hängt, will ich ihn retten!

Ich beschütze ihn, weil er meinen Namen kennt.

15Wenn er mich ruft, antworte ich ihm.

Ich bin für ihn da, wenn ihm Gefahr droht.

Ich reiße ihn heraus und sorge dafür,

dass er wieder zu Ansehen kommt.

16Ich werde ihm ein langes Leben schenken.

Meine heilvolle Zukunft soll er sehen.«