BasisBibel NT+Ps (BB)
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Die Würde des Menschen

81FÜR DEN CHORLEITER.

ZU SPIELEN AUF DEM MUSIKINSTRUMENT AUS GAT. EIN PSALM, MIT DAVID8,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2HERR, unser Herrscher,

wie machtvoll klingt dein Name8,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel.auf der ganzen Erde!

Deine Herrlichkeit8,2 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. strahlt über dem Himmel8,2 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auf!

3Dem Geschrei von Säuglingen und Kindern

hast du Macht verliehen über deine Widersacher.

Feinde und Rachgierige werden ferngehalten.

4Schaue ich hinauf zum Himmel8,4 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,

staune ich über das Werk deiner Finger8,4 Werk deiner Finger: Sonne und Mond, die Gott wie Lampen aus Ton modelliert hat..

Betrachte ich den Mond und die Sterne,

die du dort oben befestigt hast, so frage ich:

5Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

Wie wertvoll ist das Menschenkind8,5 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.,

dass du dich um es kümmerst?

6Kaum geringer als Gott8,6 als Gott: Der Mensch ist das Geschöpf, das Gott nach seinem Bild geschaffen hat; vgl. 1. Mose/Genesis 1,26.

so hast du den Menschen geschaffen.

Du schmückst ihn mit einer Krone8,6 Krone: Sinnbild für die königliche Stellung des Menschen.

sie verleiht ihm Herrlichkeit8,6 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. und Würde8,6 Würde: Die Würde des Menschen ist von Gott verliehen und deshalb unantastbar..

7Die Werke deiner Hände hast du ihm anvertraut.

Alles hast du ihm zu Füßen gelegt:

8Schafe, Ziegen und Rinder – alle zusammen,

und dazu die wilden Tiere auf dem Feld.

9Die Vögel am Himmel und die Fische im Wasser

und was sich sonst in den Meeren bewegt.

10HERR, unser Herrscher,

wie machtvoll klingt dein Name8,10 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel.auf der ganzen Erde!

9

Hoffnung der Armen

Alphabetpsalm

91FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: JUNGE FRAUEN.

MAN SOLL ES DEM SOHN VORSINGEN.

EIN PSALM, MIT DAVID9,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

א

2Ich9,2 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will dir danken, HERR, von ganzem Herzen.

Ich9,2 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will von all deinen Wundertaten9,2 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. erzählen.

3Ich9,3 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will mich freuen und über dich jubeln.

Ich9,3 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will deinen Namen9,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. preisen, Höchster9,3 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20..

ב

4Denn meine Feinde mussten sich zurückziehen

Bei deinem Anblick kamen sie ins Straucheln

und stürzten in ihr Verderben.

5Ja, du hast mir zum Recht verholfen.

Meinen Streitfall hast du für mich entschieden.

Auf dem Thron9,5 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes. hast du Platz genommen –

du bist ein gerechter Richter9,5 Richter: Gottes Aufgabe als Richter ist die Wiederherstellung eines umfassenden Rechtszustandes, der ein gutes Miteinander der Völker ermöglicht..

ג

6Fremde Völker hast du zurechtgewiesen,

Frevler9,6 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. ins Verderben getrieben.

Ihre Namen9,6 Namen: Nach biblischer Vorstellung lebt ein Verstorbener in der Erinnerung seiner Familie fort. Die Auslöschung des Namens bedeutet seine endgültige Vernichtung. hast du für immer ausgelöscht.

7Der Feind ist vernichtet, nur Ruinen sind geblieben.

Städte hast du zerstört, ihr Ruhm ist vergangen.

ה

8Zornig hat der HERR für immer Platz genommen.

Für das Gericht hat er seinen Thron9,8 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes. aufgestellt.

9Über den Erdkreis fällt er ein gerechtes Urteil.

Nationen richtet er nach Recht und Ordnung.

ו

10So ist der HERR eine feste Burg9,10 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46..

Wer benachteiligt wird, findet bei ihm Schutz.

Er ist eine feste Burg9,10 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46. für die Zeiten der Not.

11Wer deinen Namen9,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. kennt, vertraut auf dich.

Denn du, HERR, lässt niemanden im Stich,

der deine Nähe sucht.

ז

12Preist den HERRN, der auf dem Zion9,12 Tochter Zion: Die Tochter Zion ist eine poetische Bezeichnung der Stadt Jerusalem. wohnt.

Verkündet seine Taten unter den Völkern:

13Wenn er gewaltsam vergossenes Blut9,13 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. rächt,

denkt er an die unschuldigen Opfer.

Wenn die Armen um Hilfe schreien,

vergisst er sie nicht.

ח

14Hab Erbarmen mit mir, Herr!

Sieh nur, wie ich unter ihrem Hass leide!

Schon stehe ich vor den Toren des Todes9,14 Tore des Todes: Bildwort für die Nähe des Todes..

Du bist es, der mich von dort wegholen kann.

15Dann werde ich von all deinem Ruhm erzählen.

In den Toren9,15 Stadttor: Torgebäude in der Stadtmauer, durch das man Zugang zur Stadt erhält. Das Torgebäude und der Platz vor dem Tor dienen auch als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. der Tochter Zion9,15 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. werde ich stehen

und lachen vor Freude, weil du mir geholfen hast.

ט

16Ganze Völker sind schon verschwunden –

in der Grube, die sie selbst gegraben haben.

In dem Netz9,16 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden., das sie heimlich auslegten,

hat sich ihr eigener Fuß verfangen.

17So hat der HERR gezeigt, dass er Gericht9,17 Gericht, verurteilen: Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat. hält:

Frevler9,17 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. kommen zu Fall durch die Gewalt,

die sie mit ihren eigenen Händen ausüben.

DENKPAUSE9,17 Denkpause: Wörtlich »Gemurmel«. Das hörbare Murmeln steht im Hebräischen für das Nachdenken. . SELA9,17 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

י

18So müssen die Frevler9,18 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. hinunter ins Totenreich9,18 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt.

und mit ihnen alle Völker, die Gott vergessen!

כ

19Doch der Besitzlose wird nicht auf Dauer vergessen.

Der Arme braucht seine Hoffnung nie aufzugeben.

20Steh auf9,20 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., HERR!

Lass die Menschen nicht zu mächtig werden!

Vor dir sollen die Völker zur Rechenschaft gezogen werden.

21Versetze sie in Furcht und Schrecken, HERR!

Dann werden die Völker erkennen,

dass sie nur Menschen sind. SELA9,21 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

10

Hilferuf der Armen

Fortsetzung10,0 Fortsetzung: Psalm 10 führt den Alphabetpsalm fort, einige Buchstaben am Zeilenanfang sind durch die Überlieferung verloren gegangen.von Psalm 9

101Warum bleibst du in der Ferne, HERR?

Warum verschließt du deine Augen vor den Zeiten der Not?

2Voller Hochmut geht der Frevler10,2 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. vor,

mit Leidenschaft verfolgt er den Armen.

Er schnappt ihn mit List und Tücke,

die er sich selbst ausgedacht hat.

3Der Frevler10,3 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. brüstet sich mit seiner Habgier.

Er segnet seinen unrechtmäßigen Gewinn

und verhöhnt auch noch den HERRN.

4Hochnäsig, wie der Frevler10,4 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. ist, sagt er:

»Er straft doch nicht! Also gibt es keinen Gott!«

Alles tut er mit List und Tücke.

5Sein Weg führt immer zum Erfolg.

Fern im Himmel10,5 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. werden deine Urteile gefällt.

Darum meint er, sie betreffen ihn nicht.

Gegen alle seine Widersacher läuft er Sturm.

6Dabei denkt er in seinem Herzen:

»Ich werde bestimmt nicht wanken!

Von Generation zu Generation bleib ich vom Unglück verschont!« –

7Ein Fluch10,7 Fluch: Ein Unheil wirkendes Wort (Text unsicher). Die Selbstsicherheit des Frevlers soll sich als ein Fluch erweisen.!

פ

Sein Mund ist voll Betrug und Erpressung.

Leid und Unheil lauern unter seiner Zunge.

8In Hinterhöfen legt er sich auf die Lauer.

Im Verborgenen tötet er den Unschuldigen.

ע

Seine Augen halten Ausschau nach dem Schwachen.

9Er lauert im Versteck wie ein Löwe im Busch.

Er lauert nur darauf, den Armen zu packen.

Er schnappt den Armen, zieht ihn in sein Netz10,9 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden..

10Er schlägt drein, beugt sich über sein Opfer.

Die Schwachen fallen durch seine Pranken.

11Dabei denkt er in seinem Herzen nur:

»Auch das hat Gott schon vergessen!

Er hat ja sein Gesicht verdeckt.

Die ganze Zeit hat er nichts gesehen!«

ק

12Steh auf, HERR! Greif doch ein, Gott!

Vergiss nicht die Armen!

13Warum darf der Frevler10,13 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Gott verhöhnen?

Wie kann er behaupten, dass du nicht strafst?

ר

14Du hast das Elend und Leid doch gesehen!

Jetzt nimm die Sache selbst in die Hand!

Der Schwache kann sich auf dich verlassen.

Dem Waisenkind bist du ein Helfer gewesen.

ש

15Breche die Macht des Frevlers10,15 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. und des Bösen!

Verfolge das Unrecht, das er begangen hat,

bis du nichts mehr davon findest.

16Der HERR ist König10,16 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. für immer und alle Zeit!

Verschwunden sind die Völker aus seinem Land.

ת

17Du hast gehört, HERR,

wonach die Unterdrückten sich sehnen.

Mach ihnen Mut! Öffne dein Ohr für sie!

18So hilfst du den Waisen und Benachteiligten,

dass sie zu ihrem Recht kommen.

Niemals wieder sollen Menschen dieser Erde

auf ihr Angst und Schrecken verbreiten.