BasisBibel NT+Ps (BB)
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Daheim in der Stadt Zion

871MIT DEN KORACHITEN87,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN.

EIN PSALM, EIN LIED.

Die Stadt ist seine Gründung,

sie liegt auf heiligen87,1 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Bergen:

2Der HERR liebt Zion87,2 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. mit seinen Toren

mehr als alle anderen Orte Jakobs87,2 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. Hier sind auch die Wohngebiete der Juden im Ausland einbezogen (Diaspora)..

3Ehrenvolles wird über dich gesagt,

du Stadt, die Gott gehört. SELA87,3 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

487,4 Vers 4: Hier spricht die Stadt Jerusalem.»Leute aus Ägypten87,4 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. und Babylonien87,4 Babylonien: Mit Babylonien ist das Gebiet am Unterlauf der Flüsse Eufrat und Tigris südöstlich vom heutigen Bagdad gemeint.

rechne ich zu denen, die mich kennen.

Seht, da sind welche aus Philistäa!

Andere kommen aus Tyrus87,4 Tyrus: Hauptstadt der Phönizier am Mittelmeer, nördlich von Israel (Libanon). und Nubien87,4 Nubien: Gebiet am Nil, das von Oberägypten bis in den Sudan reicht..

Von vielen meiner Besucher kann ich sagen:

Dieser da ist in der Stadt Zion87,4 in der Stadt Zion: Wörtlich »dort«. Die Übersetzung verdeutlicht den Bezug auf die Gottesstadt. geboren!«

5So nennt man die Stadt Zion87,5 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. auch eine Mutter87,5 Mutter: Text nach der griechischen Übersetzung korrigiert..

Der eine wie der andere ist in ihr daheim.

Und der Höchste87,5 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. selbst sichert ihren Bestand.

6Der Herr schreibt es in das Verzeichnis der Völker:

»Dieser da ist in der Stadt Zion87,6 in der Stadt Zion: Wörtlich »dort«. Die Übersetzung verdeutlicht den Bezug auf die Gottesstadt. geboren!« SELA87,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Und sie singen und tanzen im Kreis:

»All meine Quellen entspringen in dir.«

88

Dem Totenreich nahe

881EIN LIED, EIN PSALM.

MIT DEN KORACHITEN88,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN.

FÜR DEN CHORLEITER. ZUM KREISTANZ88,1 Kreistanz: Übersetzung nach der griechischen Tradition. Der hebräische Ausdruck könnte auch eine Melodieangabe oder ein Musikinstrument bezeichnen..

EIN WEISHEITSLIED ZUM VORTRAGEN.

MIT HEMAN88,1 Heman: Name eines Musikers, der das Orchester am Tempel leitete; vgl. 1. Chronik 25,6. VERBUNDEN, DEM ESRACHITER.

2Herr, Gott, du kannst mich retten!

Am Tag schreie ich um Hilfe,

in der Nacht stehe ich vor dir:

3»Ach, lass doch mein Gebet zu dir dringen!

Hab ein offenes Ohr für meine Klage!«

4Denn ich habe es satt, so erbärmlich zu leiden.

Ich fühle mich dem Totenreich88,4 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. ganz nahe.

5Man zählt mich bereits zu denen,

die in die Zisterne88,5 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser; auch Bildwort für das Totenreich. hinuntermüssen.

Ich bin wie ein kraftloser Mann.

6Ich habe mein Lager88,6 mein Lager: Das Krankenlager des Beters wird in der nächsten Zeile dem Ruhen im Grab gleichgestellt. schon bei den Toten,

so wie Erschlagene, die im Grab liegen.

An sie denkst du nicht mehr!

Sie sind ja deiner Macht entzogen!

7Du hast mich in die unterste Zisterne88,7 unterste Zisterne: Der Beter befindet sich am weitesten von Gott entfernten Ort, vgl. Psalm 86,13. versetzt,

an finstere Orte, in tiefste Abgründe.

8Dein Zorn88,8 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. ist über mich gekommen.

Deine gewaltigen Wellen haben mich

unter Wasser gedrückt. SELA88,8 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

9Meine Vertrauten hast du von mir entfernt.

Du hast ihnen einen Grund gegeben,

sich vor mir zu ekeln.

Ich bin gefangen88,9 gefangen: Der Beter fühlt sich in einem Kerker eingeschlossen, vgl. Klagelieder 3,7. und komme nicht hinaus.

10Mein Auge mag dieses ganze Elend nicht mehr sehen.

Jeden Tag rufe ich zu dir, Herr.

Ich breite meine Hände aus zum Gebet88,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..

11Tust du noch Wunder an den Verstorbenen?

Oder stehen die Schatten88,11 Schatten: Die Verstorbenen sind im Totenreich nur noch ein Schatten ihrer selbst. der Toten auf,

um dich dort unten zu preisen? SELA88,11 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

12Erzählt man sich im Grab von deiner Güte,

im Abgrund von deiner Wahrhaftigkeit?

13Sind am finstern Ort deine Wunder bekannt?

Und kennt man noch deine Gerechtigkeit88,13 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.

im Land, wo alles in Vergessenheit gerät88,13 Land: Wörtlich »Land des Vergessens«, eine weitere Bezeichnung für das Totenreich.?

14Ich aber88,14 ich aber: Der Beter distanziert sich von den Verstorbenen, die Gott nicht mehr loben können. rufe zu dir, Herr, um Hilfe.

Am Morgen schicke ich mein Gebet88,14 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. zu dir.

15Warum stößt du mich fort von dir, Herr?

Warum verbirgst du dein Angesicht88,15 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. vor mir?

16Ich fühle mich elend und sterbenskrank,

schon seit ich jung gewesen bin.

Ich ertrug deine Zumutungen – starr vor Entsetzen.

17Dein glühender Zorn88,17 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. ging über mich hinweg.

Deine Schrecken ließen mich verstummen.

18Sie bedrohen mich täglich wie Wasserfluten.

Von allen Seiten strömen sie auf mich ein.

19Du hast Freund und Nachbar von mir entfernt.

Meine Vertrauten sind fort – Finsternis88,19 Finsternis: Der Psalm endet mit einem Paukenschlag: Die Bekannten sind weg, der Beter bleibt einsam zurück. Die Finsternis ist Sinnbild für den sozialen Tod.!

89

Hat die Verheißung noch Bestand?

891EIN WEISHEITSLIED.

MIT ETAN89,1 Etan: Sänger am Jerusalemer Tempel, vgl. 1. Chronik 6,29. VERBUNDEN, DEM ESRACHITER.

2Du gibst uns Beweise deiner Güte, HERR.

Davon will ich für immer Lieder singen.

Von Generation zu Generation will ich

deine Treue mit meinem Mund verkünden.

3Ja, ich sagte: Deine Güte ist für die Dauer gebaut.

Im Himmel89,3 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. ist deine Treue fest beschlossen,

wie du verheißen hast89,3 wie du verheißen hast: Sinngemäße Ergänzung. Der Beter untermauert sein Bekenntnis, indem er Gottes Verheißungen zitiert.:

4»Ich schloss einen Bund89,4 Bund: Bezeichnet hier die unverbrüchliche Zusage, die Gott seinem König gegeben hat. mit meinem Erwählten.

Ich leistete meinem Knecht89,4 Knecht Gottes (David): Ehrenvolle Bezeichnung für David, den von Gott erwählten König; vgl. 2. Samuel 7,5. David89,4 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. einen Schwur:

5Für alle Zeit will ich dir Nachkommen schenken.

Ich will deine Herrschaft auf dem Thron sichern

von Generation zu Generation.« SELA89,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Die Himmel89,6 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. preisen deine Wundermacht, HERR.

Deine Treue loben die Engel in heiliger Schar.

7Denn wer über den Wolken gleicht dem HERRN?

Oder ist eines unter den himmlischen Wesen89,7 himmlische Wesen: Hebräisch »Göttersöhne«, die zur Götterversammlung im Himmel gehören.,

das sich mit dem Herrn vergleichen kann?

8Gott allein wird verehrt im Kreis der heiligen Schar.

Groß und gewaltig steht er über all den Wesen,

die ihn umgeben.

9HERR, Gott der himmlischen Heere89,9 himmlische Heere: Hebräische Gottesbezeichnung »Zebaot«. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck., wer ist wie du?

Stark bist du, HERR, und deine Treue umgibt dich.

10Du kannst das stürmische Meer bändigen

und beruhigst seine aufgetürmten Wellen.

11Du hast Rahab89,11 Rahab, Leviatan: Seeungeheuer, steht für das tobende Meer und damit für das Chaos, das die Welt bedroht. zermalmt wie ein erschlagenes Tier.

Deine Feinde hast du mit einem Schlag zerstreut.

12Dir gehört der Himmel, dir gehört auch die Erde.

Den Erdkreis und was ihn füllt, hast du gegründet.

13Norden und Süden hast du geschaffen.

Tabor89,13 Tabor: Markanter Bergkegel im Norden Israels. und Hermon89,13 Hermon: Hohes Bergmassiv im Süden des Libanon. jubeln über deinen Namen89,13 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

14Du hast einen Arm voll gewaltiger Kraft.

Stark ist deine Hand, erhoben deine Faust.

15Gerechtigkeit89,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. und Recht sind Stützen deines Throns.

Güte und Treue gehen vor deinem Angesicht89,15 Angesicht: Das Angesicht bezeichnet in der Bibel das Gesicht oder den Blick des Menschen und im übertragenen Sinn auch Gottes Blick, und zugleich die Vorderseite oder Oberfläche von Dingen. her.

16Glücklich das Volk, das Grund zum Jubeln hat!

HERR, im Licht deines Angesichts89,16 Angesicht: Das Angesicht bezeichnet in der Bibel das Gesicht oder den Blick des Menschen und im übertragenen Sinn auch Gottes Blick, und zugleich die Vorderseite oder Oberfläche von Dingen. gehen sie fröhlich durchs Leben.

17Sie jubeln über deinen Namen89,17 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. den ganzen Tag,

und deine Gerechtigkeit89,17 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. lassen sie hochleben.

18Denn du bist ihr Stolz, gibst ihnen Kraft.

Nach deinem Willen wächst unsere Macht.

19Denn dem Herrn gehört unser Schild89,19 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden.,

dem Heiligen Israels89,19 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. gehört unser König89,19 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden..

20Damals hast du in einer Vision89,20 Vision: Eine Erscheinung, die Gott im Geist bewirkt. Bei den Propheten ist damit oft der Empfang eines Gotteswortes verbunden. geredet.

Zu deinen Frommen89,20 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. hast du gesagt:

Ich habe dem Helden die Krone89,20 Krone: Ein goldener Reif, der auf dem Kopf getragen wird. Er weist seinen Träger als König aus. aufgesetzt,

dem mutigen Mann das Volk unterstellt.

21Es ist mein Knecht89,21 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. David89,21 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. , den ich fand.

Mit heiligem Öl salbte89,21 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. ich ihn zum König89,21 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden..

22Ja, meine Hand wird an ihm festhalten

und mein Arm wird ihm Kraft verleihen.

23Kein Feind wird es wagen, ihn anzugreifen,

und kein Verbrecher kann ihn bezwingen.

24Ich werde seine Gegner vor ihm vernichten

und alle niederschlagen, die ihn hassen.

25Meine Treue und meine Güte werden mit ihm sein

und durch meinen Namen wächst seine Macht.

26Ich werde seine Herrschaft auf das Meer ausdehnen

und die großen Ströme seiner Gewalt unterstellen.

27Er wird zu mir sagen: »Du bist mein Vater89,27 Vater: Vertrauensvolle Anrede für Gott. Darin kommt die Vorstellung zum Ausdruck, dass Gott den König als seinen Sohn angenommen hat.!

Du bist mein Gott, mein Fels89,27 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht. und meine Rettung!«

28Ja, ich mache ihn zu meinem erstgeborenen Sohn,

zum höchsten unter den Herrschern der Welt.

29Für immer will ich ihm meine Güte bewahren,

und mein Bund89,29 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben mit ihm bleibt gewiss bestehen.

30Ich will sein Königshaus auf die Dauer erhalten

und seinen Thron, solange der Himmel89,30 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. besteht.

31Seinen Söhnen rede ich ins Gewissen –

für den Fall, dass sie meine Weisung89,31 Tora, Weisung: Im Judentum die »Tora«. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Willensmitteilung Gottes. verlassen

und nicht nach meiner Rechtsordnung leben.

32Wenn sie meine Gesetze89,32 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. entweihen

und meine Gebote89,32 Gebote: Die Zehn Gebote und weitere biblische Anweisungen, die ein gerechtes und gottgewolltes Leben ermöglichen. nicht halten,

33bestrafe ich ihre Vergehen mit dem Stock89,33 Stock: Im alten Orient das übliche Mittel zur Kindererziehung, vgl. Sprichwörter 13,24..

Durch Schläge müssen sie ihre Schuld89,33 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. spüren.

34Aber meine Güte werde ich David89,34 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. nicht entziehen.

Ich halte ihm die Treue und breche sie nicht.

35Ich werde meinen Bund89,35 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. mit ihm nicht entweihen,

die Zusage von meinen Lippen ändere ich nicht.

36Eines habe ich hochheilig geschworen:

Ich werde David89,36 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. gewiss nicht belügen.

37Sein Königshaus soll für immer bestehen

und sein Thron, solange die Sonne scheint.

38Für immer soll er feststehen wie der Mond –

ein zuverlässiger Zeuge in den Wolken. SELA89,38 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

39Dennoch hast du ihn verworfen und verstoßen.

So wütend hat dein Gesalbter89,39 Gesalbter: Hebräisch »Messias«, bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. dich gemacht.

40Du hast den Bund89,40 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. mit deinem Knecht89,40 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. widerrufen,

seine Krone89,40 Krone: Ein goldener Reif, der auf dem Kopf getragen wird. Er weist seinen Träger als König aus. verächtlich auf den Boden geworfen.

41Die Mauern um seine Stadt hast du niedergerissen,

seine Verteidigungsanlage in Trümmer gelegt.

42Alle, die vorbeikamen, haben ihn ausgeplündert.

Er ist zum Spott für seine Nachbarn geworden.

43Du hast seine Gegner über ihn siegen lassen.

Da durften alle seine Feinde sich freuen.

44Ja, du hast seinem Schwert die Schärfe genommen.

Da konnte er die Niederlage nicht verhindern.

45Welches Ende hast du seinem Glanz bereitet!

Seinen Thron hast du zu Boden gestürzt.

46Du hast die Zeit seiner Jugend verkürzt

und ihn mit Schande bedeckt. SELA89,46 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

47Wie lange, HERR, soll das noch gehen?

Willst du dich denn für immer verbergen?

Soll dein Zorn89,47 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. noch weiter brennen

wie ein verzehrendes Feuer?

48Denk doch daran, Herr, wie kurz das Leben ist!

Hast du die Menschen für ein Nichts geschaffen?

49Gibt es etwa einen, der lebt und nicht stirbt –

der sich retten kann aus dem Totenreich89,49 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt.? SELA89,49 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

50Wo sind die früheren Beweise deiner Güte, Herr?

Hast du sie nicht David89,50 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. in deiner Treue zugesagt?

51Denk doch, Herr, an die Schmach deiner Knechte89,51 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.!

Ich musste sie vonseiten der vielen Völker ertragen.

52Deine Feinde, Herr, haben dich damit verhöhnt.

Sie haben die Spuren deines Gesalbten89,52 Gesalbter: Hebräisch »Messias«, bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. verhöhnt.

53Gepriesen sei der HERR alle Zeit!

Amen89,53 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« ! Und nochmals: Amen!