BasisBibel NT+Ps (BB)
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Der Weinstock Gottes

801FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTEN.

EINE URKUNDE, MIT ASAF80,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

EIN PSALM.

2Hirte80,2 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. Israels80,2 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. , hab ein offenes Ohr!

Du weidest Josef80,2 Josef: Name des Stammvaters von Efraim und Manasse, der auch als Bezeichnung für das Nordreich Israel verwendet wird. wie eine Herde.

Du thronst doch über den Keruben80,2 Keruben: Engelwesen mit einem Löwenkörper und zwei Flügeln. Im Allerheiligsten des Tempels von Salomon standen zwei Keruben, deren Flügel den Thron Gottes bildeten. Vor ihnen stand die Bundeslade, die zugleich als Fußschemel für Gott diente..

Erscheine 3an der Spitze der Stämme80,3 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen.

Efraim80,3 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich., Benjamin und Manasse.

Wecke die Kraft, die du besitzt,

und komm uns zu Hilfe!

4Gott, lass uns wieder heimkehren!

Lass dein Angesicht leuchten80,4 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. !

Dann ist uns schon geholfen.

5HERR, Gott der himmlischen Heere80,5 himmlische Heere: Hebräische Gottesbezeichnung »Zebaot«. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.:

Wie lange noch raucht dein Zorn80,5 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten.

gegen das Volk, das zu dir betet80,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.?

6Tränen sind das Brot80,6 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel ,

das du ihnen zu essen gibst.

Tränenreich sind die Krüge,

die du ihnen zu trinken reichst.

7Du lässt uns zum Zankapfel werden,

um den sich unsere Nachbarn streiten.

Und unsere Feinde spotten darüber.

8Gott der himmlischen Heere,

lass uns wieder heimkehren!

Lass dein Angesicht leuchten80,8 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. !

Dann ist uns schon geholfen.

9Einen Weinstock80,9 Weinstock: Sinnbild für das Volk Israel, das Gott aus Ägypten geführt hat. hast du aus Ägypten80,9 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. geholt.

Fremde Völker hast du vertrieben

und ihn hier eingepflanzt.

10Du hast ihm weiten Raum gegeben.

Da konnte er Wurzeln schlagen

und sich ausbreiten im Land.

11Sein Schatten bedeckte die Berge

und seine Zweige die Zedern80,11 Zeder: Großer und starker Gebirgsbaum, der im Libanon wächst. ,

die Gott so hoch geschaffen hat.

12Seine Ranken reichten bis zum Mittelmeer

und seine Triebe bis zum Strom Eufrat80,12 Eufrat: Fluss in Mesopotamien. Mittelmeer und Eufrat beschreiben das Idealbild der Grenzen Israels, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 11,24..

13Warum hast du seine Mauern80,13 Mauern: Das Bild vom Weinstock wechselt zum Weinberg, der von Steinmauern umzäunt ist. eingerissen?

Warum dürfen alle von ihm pflücken,

die auf dem Weg vorbeikommen?

14Das Wildschwein aus dem Wald durchwühlt ihn.

Die Heuschrecke80,14 Heuschrecke: Bis heute stellen riesige Heuschreckenschwärme im Nahen Osten und in Nordafrika eine große Bedrohung für die Landwirte dar, da sie in kurzer Zeit das ganze Land kahlfressen. auf dem Feld frisst ihn kahl.

15Gott der himmlischen Heere80,15 himmlische Heere: Hebräische Gottesbezeichnung »Zebaot«. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck., kehre zurück!

Blicke vom Himmel80,15 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab und schau hin!

Kümmere dich doch um diesen Weinstock80,15 Weinstock: Bezeichnung für den einzelnen Strauch der Weinrebe. !

16Erhalte, was du mit eigener Hand gepflanzt hast –

den Sohn, den du für dich stark gemacht hast!

17Der Weinstock80,17 Weinstock: Bezeichnung für den einzelnen Strauch der Weinrebe. wurde verbrannt und abgeschnitten.

Ziehe zur Verantwortung, die das getan haben!

Vor deinem Angesicht80,17 Angesicht: Das Angesicht bezeichnet in der Bibel das Gesicht oder den Blick des Menschen und im übertragenen Sinn auch Gottes Blick, und zugleich die Vorderseite oder Oberfläche von Dingen. sollen sie umkommen.

18Halte deine Hand über den König80,18 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. an deiner Seite –

über den Menschen, den du stark gemacht hast!

19Wir wollen nicht von dir abfallen.

Nun schenke uns neues Leben!

Dafür preisen wir deinen Namen80,19 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

20Herr, Gott der himmlischen Heere,

lass uns wieder heimkehren!

Lass dein Angesicht leuchten80,20 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. !

Dann ist uns schon geholfen.

81

Feiern und hören

811FÜR DEN CHORLEITER.

ZU SPIELEN AUF DEM MUSIKINSTRUMENT

AUS GAT. MIT ASAF81,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

2Jubelt Gott zu, er ist unsere Stärke!

Lasst den Gott Jakobs81,2 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck. hochleben!

3Greift in die Saiten und schlagt die Pauke!

Lasst Leier81,3 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel. und Harfe schön erklingen!

4Bei Neumond81,4 Neumond: Im jüdischen Kalender der erste Tag des Monats. Er ist ein Festtag, in dem zum Ausdruck kommt, dass der neue Monat Gott geweiht ist. blast in das Widderhorn81,4 Widderhorn: Hebräisch »Schofar«. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders gefertigt ist. !

Bei Vollmond feiern wir unser Fest81,4 Feste: Die Feste Israels sind herausgehobene Zeiten im Leben des Volkes, an denen im Jahresrhythmus besondere Ereignisse feierlich begangen werden..

5Denn das hat er beschlossen für Israel81,5 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. :

ein Gesetz81,5 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose., vom Gott Jakobs81,5 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck. erlassen –

6eine Vorschrift, für das Volk Josefs81,6 Josef: Name des Stammvaters von Efraim und Manasse, der auch als Bezeichnung für das Nordreich Israel verwendet wird. bestimmt,

als er gegen die Macht Ägyptens81,6 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. vorging.

In einer Sprache, die ich nicht kenne,

höre ich Worte vom Gott Israels81,6 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. :

7»Ich nahm Israel81,7 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. die Last von den Schultern

und den Tragkorb81,7 Tragkorb: Anspielung auf die Fronarbeit, die das Volk Israel in Ägypten leisten musste; vgl. 2. Mose/Exodus 1,11. aus seinen Händen.

8Als du riefst in der Not, da half ich dir.

Ich gab dir Antwort aus Gewitterwolken.

An den Wasserquellen von Meriba81,8 Meriba: Ein Ort auf der Wüstenwanderung Israels, wo sich das Volk gegen Mose auflehnte; vgl. 2. Mose/Exodus 17,7.

stellte ich dich auf die Probe.« SELA81,8 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

9Höre, mein Volk, ich muss dich warnen!

Israel81,9 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. , willst du denn nicht auf mich hören?

10Du sollst keinen andern Gott bei dir dulden!

Du sollst keinen fremden Gott anbeten!

11Ich bin der HERR, dein Gott!

Ich habe dich aus dem Land Ägypten81,11 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. geführt.

Öffne deinen Mund, ich gebe dir zu essen!

12Aber mein Volk wollte nicht auf mich hören.

Und Israel81,12 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. weigerte sich, mir zu gehorchen.

13Da überließ ich sie ihren hartherzigen Gedanken.

Sollen sie doch ihren eigenen Plänen folgen!

14Ach wenn mein Volk nur auf mich hören wollte

und Israel81,14 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. auf meinen Wegen gehen würde!

15Wie bald würde ich ihre Feinde bezwingen

und mich gegen ihre Unterdrücker wenden.

16Die den HERRN hassen, müssten sich ihm ergeben.

Dann wäre ihre Zeit für immer aus und vorbei.

17Aber sein Volk würde er mit bestem Korn ernähren:

»Mit Honig aus dem Felsen würde ich dich satt machen.«

82

Götter stürzen

821EIN PSALM,

MIT ASAF82,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

Gott steht in der göttlichen Versammlung82,1 Götterversammlung: Vorstellung von einer Versammlung himmlischer Wesen, die Gott wie ein Hofstaat umgeben..

Vor ihm müssen sich die Götter82,1 Götter: Im Blick sind die Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel aber verehrt nur einen einzigen Gott, der wirkliche Macht besitzt; vgl. Psalm 136,2. verantworten:

2»Wie lange wollt ihr noch verkehrt urteilen

und dadurch die Frevler82,2 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. begünstigen? SELA82,2 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

3Schafft Recht für die Geringen und Waisen,

Gerechtigkeit82,3 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. für die Armen und Bedürftigen!

4Befreit die Geringen und Wehrlosen,

entreißt sie der Gewalt ihrer Unterdrücker!«

5Doch sie zeigen weder Einsicht noch Verstand.

Vielmehr tappen sie im Dunkeln umher,

sie erschüttern die Fundamente82,5 Fundamente: Nach biblischem Weltbild ruht die Erdscheibe auf Pfeilern, die im unterirdischen Meer verankert sind. der Erde.

6Ich habe gesagt: Götter82,6 Götter: Im Blick sind die Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel aber verehrt nur einen einzigen Gott, der wirkliche Macht besitzt; vgl. Psalm 136,2. seid ihr doch!

Vom Höchsten82,6 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. kommt ihr alle her!

7Jetzt aber müsst ihr sterben wie Menschen!

Ihr werdet stürzen wie irgendein Fürst!

8Steh auf82,8 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Gott, setze dein Recht durch in der Welt!

Ja, du sollst die Herrschaft über alle Völker übernehmen!