BasisBibel NT+Ps (BB)
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Mach ein Ende mit der Bosheit

71EIN KLAGELIED, MIT DAVID7,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

ER SANG ES VOR DEM HERRN, ALS IHM KUSCH,

DER BENJAMINITER, DIE TODESNACHRICHT7,1 Todesnachricht: David erhält die Nachricht vom Tod seines Sohnes Abschalom, vgl. 2. Samuel 18,31-32. ÜBERBRACHTE.

2HERR, mein Gott, bei dir suche ich Zuflucht7,2 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

Rette mich vor allen, die mich jagen7,2 jagen: Die Feinde des Beters erscheinen als Raubtiere, die nach Beute jagen.!

3Hilf mir, damit mein Feind

mich nicht anfällt wie ein Löwe.

Sonst reißt er mich noch in Stücke

und keiner ist da, der mich rettet.

4HERR, mein Gott, was habe ich denn getan?

Klebt etwa Schuld7,4 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. an meinen Händen?

5Habe ich meinem Freund etwas Böses getan?

Oder habe ich einen Menschen beraubt,

der mich grundlos in die Enge trieb?

6Dann soll mich der Feind jagen und einholen!

Dann soll er mein Leben mit Füßen treten

und mein Ansehen in den Schmutz ziehen. SELA7,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Steh auf, HERR, voller Zorn!

Geh vor gegen das Wüten meiner Feinde!

Wach auf und hilf mir, mein Gott!

Du hast doch beschlossen, Gericht7,7 Gericht, verurteilen: Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat. zu halten.

8Versammle die Nationen rings um dich!

Hoch über ihnen nimm deinen Platz ein!

9HERR, du bist Richter7,9 Richter: Gottes Aufgabe als Richter ist die Wiederherstellung eines umfassenden Rechtszustandes, der ein gutes Miteinander der Völker ermöglicht. über die Völker.

Verhilf mir zu meinem Recht, HERR!

Ich habe mich doch gerecht7,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. verhalten

und keine Schuld7,9 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen.

10Mach ein Ende mit der Bosheit dieser Frevler7,10 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

Doch den Gerechten7,10 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. lass bestehen.

Der die Menschen auf Herz und Nieren7,10 Nieren: Die Nieren gelten im Alten Testament als Sitz innerer Gefühlsregungen. Mit den Nieren prüft Gott die geheimsten Motive eines Menschen. prüft,

ist gewiss ein gerechter Gott.

11Gott ist mein Schild7,11 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden., der mich schützt.

Er hilft allen, die ein ehrliches Herz haben.

12Wenn Gott ein Urteil fällt, ist er im Recht.

Zu jeder Zeit kann er es vollstrecken.

13Wer aber nicht zur Umkehr bereit ist:

Der soll doch sein Schwert7,13 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. schärfen,

seinen Bogen spannen, zum Schuss anlegen.

14Gegen sich selbst richtet er die tödlichen Waffen.

Und die Pfeile, die ihn treffen sollen,

steckt er mit eigener Hand in Brand.

15Seht nur, mit Unheil geht er schwanger7,15 schwanger: Die böse Absicht wächst wie das Kind im Bauch einer Schwangeren und führt schließlich zur bösen Tat. Vgl. Hiob 15,35; Jesaja 59,4.,

Verderben trägt er in seinem eigenen Leib.

Nur Lug und Trug bringt er zur Welt.

16Eine Grube hat er gegraben und ausgehöhlt.

Doch dann stürzte er in das Loch,

das er selbst geschaufelt hat.

17Das Unheil fällt zurück7,17 fällt zurück: Der Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen. auf seinen Kopf

und die böse Tat kommt über sein Haar.

18Ich danke dem HERRN für seine Gerechtigkeit7,18 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

Den Namen des HERRN7,18 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. will ich preisen:

Den Höchsten7,18 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. nennt man ihn.

8

Die Würde des Menschen

81FÜR DEN CHORLEITER.

ZU SPIELEN AUF DEM MUSIKINSTRUMENT AUS GAT. EIN PSALM, MIT DAVID8,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2HERR, unser Herrscher,

wie machtvoll klingt dein Name8,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel.auf der ganzen Erde!

Deine Herrlichkeit8,2 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. strahlt über dem Himmel8,2 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auf!

3Dem Geschrei von Säuglingen und Kindern

hast du Macht verliehen über deine Widersacher.

Feinde und Rachgierige werden ferngehalten.

4Schaue ich hinauf zum Himmel8,4 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,

staune ich über das Werk deiner Finger8,4 Werk deiner Finger: Sonne und Mond, die Gott wie Lampen aus Ton modelliert hat..

Betrachte ich den Mond und die Sterne,

die du dort oben befestigt hast, so frage ich:

5Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst?

Wie wertvoll ist das Menschenkind8,5 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.,

dass du dich um es kümmerst?

6Kaum geringer als Gott8,6 als Gott: Der Mensch ist das Geschöpf, das Gott nach seinem Bild geschaffen hat; vgl. 1. Mose/Genesis 1,26.

so hast du den Menschen geschaffen.

Du schmückst ihn mit einer Krone8,6 Krone: Sinnbild für die königliche Stellung des Menschen.

sie verleiht ihm Herrlichkeit8,6 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. und Würde8,6 Würde: Die Würde des Menschen ist von Gott verliehen und deshalb unantastbar..

7Die Werke deiner Hände hast du ihm anvertraut.

Alles hast du ihm zu Füßen gelegt:

8Schafe, Ziegen und Rinder – alle zusammen,

und dazu die wilden Tiere auf dem Feld.

9Die Vögel am Himmel und die Fische im Wasser

und was sich sonst in den Meeren bewegt.

10HERR, unser Herrscher,

wie machtvoll klingt dein Name8,10 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel.auf der ganzen Erde!

9

Hoffnung der Armen

Alphabetpsalm

91FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: JUNGE FRAUEN.

MAN SOLL ES DEM SOHN VORSINGEN.

EIN PSALM, MIT DAVID9,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

א

2Ich9,2 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will dir danken, HERR, von ganzem Herzen.

Ich9,2 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will von all deinen Wundertaten9,2 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. erzählen.

3Ich9,3 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will mich freuen und über dich jubeln.

Ich9,3 ich: Alle vier Zeilen beginnen mit Aleph, dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets. Die Übersetzung bildet dies durch den vierfachen Beginn mit »ich« nach. will deinen Namen9,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. preisen, Höchster9,3 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20..

ב

4Denn meine Feinde mussten sich zurückziehen

Bei deinem Anblick kamen sie ins Straucheln

und stürzten in ihr Verderben.

5Ja, du hast mir zum Recht verholfen.

Meinen Streitfall hast du für mich entschieden.

Auf dem Thron9,5 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes. hast du Platz genommen –

du bist ein gerechter Richter9,5 Richter: Gottes Aufgabe als Richter ist die Wiederherstellung eines umfassenden Rechtszustandes, der ein gutes Miteinander der Völker ermöglicht..

ג

6Fremde Völker hast du zurechtgewiesen,

Frevler9,6 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. ins Verderben getrieben.

Ihre Namen9,6 Namen: Nach biblischer Vorstellung lebt ein Verstorbener in der Erinnerung seiner Familie fort. Die Auslöschung des Namens bedeutet seine endgültige Vernichtung. hast du für immer ausgelöscht.

7Der Feind ist vernichtet, nur Ruinen sind geblieben.

Städte hast du zerstört, ihr Ruhm ist vergangen.

ה

8Zornig hat der HERR für immer Platz genommen.

Für das Gericht hat er seinen Thron9,8 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes. aufgestellt.

9Über den Erdkreis fällt er ein gerechtes Urteil.

Nationen richtet er nach Recht und Ordnung.

ו

10So ist der HERR eine feste Burg9,10 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46..

Wer benachteiligt wird, findet bei ihm Schutz.

Er ist eine feste Burg9,10 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46. für die Zeiten der Not.

11Wer deinen Namen9,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. kennt, vertraut auf dich.

Denn du, HERR, lässt niemanden im Stich,

der deine Nähe sucht.

ז

12Preist den HERRN, der auf dem Zion9,12 Tochter Zion: Die Tochter Zion ist eine poetische Bezeichnung der Stadt Jerusalem. wohnt.

Verkündet seine Taten unter den Völkern:

13Wenn er gewaltsam vergossenes Blut9,13 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. rächt,

denkt er an die unschuldigen Opfer.

Wenn die Armen um Hilfe schreien,

vergisst er sie nicht.

ח

14Hab Erbarmen mit mir, Herr!

Sieh nur, wie ich unter ihrem Hass leide!

Schon stehe ich vor den Toren des Todes9,14 Tore des Todes: Bildwort für die Nähe des Todes..

Du bist es, der mich von dort wegholen kann.

15Dann werde ich von all deinem Ruhm erzählen.

In den Toren9,15 Stadttor: Torgebäude in der Stadtmauer, durch das man Zugang zur Stadt erhält. Das Torgebäude und der Platz vor dem Tor dienen auch als Marktplatz und Versammlungsort für Gerichtsverhandlungen. der Tochter Zion9,15 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. werde ich stehen

und lachen vor Freude, weil du mir geholfen hast.

ט

16Ganze Völker sind schon verschwunden –

in der Grube, die sie selbst gegraben haben.

In dem Netz9,16 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden., das sie heimlich auslegten,

hat sich ihr eigener Fuß verfangen.

17So hat der HERR gezeigt, dass er Gericht9,17 Gericht, verurteilen: Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat. hält:

Frevler9,17 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. kommen zu Fall durch die Gewalt,

die sie mit ihren eigenen Händen ausüben.

DENKPAUSE9,17 Denkpause: Wörtlich »Gemurmel«. Das hörbare Murmeln steht im Hebräischen für das Nachdenken. . SELA9,17 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

י

18So müssen die Frevler9,18 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. hinunter ins Totenreich9,18 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt.

und mit ihnen alle Völker, die Gott vergessen!

כ

19Doch der Besitzlose wird nicht auf Dauer vergessen.

Der Arme braucht seine Hoffnung nie aufzugeben.

20Steh auf9,20 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., HERR!

Lass die Menschen nicht zu mächtig werden!

Vor dir sollen die Völker zur Rechenschaft gezogen werden.

21Versetze sie in Furcht und Schrecken, HERR!

Dann werden die Völker erkennen,

dass sie nur Menschen sind. SELA9,21 SELA: Zeichen zum Atemholen.!