BasisBibel (BB)
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Mach ein Ende mit der Bosheit

71EIN KLAGELIED, VON DAVID7,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

ER SANG ES VOR DEM Herrn7,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,

ALS IHM KUSCH, DER BENJAMINITER,

DIE TODESNACHRICHT ÜBERBRACHTE7,1 Todesnachricht überbringen: David erhält die Nachricht vom Tod seines Sohnes Abschalom, vgl. 2. Samuel 18,19-32..

2Herr, mein Gott, bei dir suche ich Zuflucht7,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

Rette mich vor allen, die mich jagen7,2 jagen: Die Feinde des Beters erscheinen als Raubtiere, die nach Beute jagen.!

3Hilf mir, damit mein Feind mich nicht anfällt

wie ein Löwe.

Sonst reißt er mich noch in Stücke

und keiner ist da, der mich rettet.

4Herr, mein Gott, was habe ich denn getan?

Klebt etwa Schuld7,4 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. an meinen Händen?

5Habe ich meinem Freund etwas Böses getan?

Oder habe ich einen Menschen beraubt,

der mich grundlos in die Enge trieb?

6Dann soll mich der Feind jagen und einholen!

Dann soll er mein Leben zugrunde richten

und mein Ansehen in den Schmutz ziehen. Sela7,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Steh auf7,7 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Herr, voller Zorn7,7 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten.!

Geh vor gegen das Wüten meiner Feinde!

Wach auf und hilf mir, mein Gott!

Du hast doch beschlossen, Gericht7,7 Gericht, verurteilen: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. zu halten.

8Versammle die Nationen rings um dich!

Hoch über ihnen nimm deinen Platz ein!

9Herr, du bist Richter7,9 Richter: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht. über die Völker.

Verhilf mir zu meinem Recht, Herr!

Ich habe mich doch gerecht7,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. verhalten

und keine Schuld7,9 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. auf mich geladen.

10Mach ein Ende mit der Bosheit dieser Frevler7,10 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

Doch den Gerechten7,10 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. lass bestehen.

Der die Menschen auf Herz und Nieren prüft,

ist ein gerechter Gott.

11Gott ist mein Schild7,11 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz., der mich schützt.

Er hilft allen, die ein ehrliches Herz haben.

12Wenn Gott ein Urteil fällt, ist er im Recht.

Zu jeder Zeit kann er es vollstrecken.

13Wer nicht zur Umkehr bereit ist,

der soll sein Schwert7,13 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. schärfen,

seinen Bogen7,13 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. spannen, zum Schuss anlegen.

14Gegen sich selbst richtet er die tödlichen Waffen.

Und die Pfeile, die ihn treffen sollen,

steckt er mit eigener Hand in Brand.

15Seht nur, mit Unheil geht er schwanger,

Verderben trägt er in seinem eigenen Leib.

Nur Lug und Trug bringt er zur Welt.

16Eine Grube hat er gegraben und ausgehöhlt.

Doch dann stürzte er in das Loch,

das er selbst geschaufelt hat.

17Das Unheil fällt auf ihn selbst zurück7,17 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen.,

und seine Tat holt ihn am Ende ein.

18Ich danke dem Herrn für seine Gerechtigkeit7,18 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

Den Namen des Herrn7,18 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. will ich preisen:

Den Höchsten7,18 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. nennt man ihn.

8

Die Würde des Menschen

81FÜR DEN CHORLEITER.

ZU SPIELEN AUF DEM MUSIKINSTRUMENT AUS GAT.

EIN PSALM, VON DAVID8,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Herr8,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., unser Herrscher,

wie machtvoll ist dein Name8,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. auf der ganzen Erde!

Deine Herrlichkeit8,2 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. strahlt über dem Himmel8,2 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auf!

3Dem Geschrei von Kindern und Säuglingen

hast du Macht verliehen über deine Widersacher.

Feinden und Rachgierigen setzt du ein Ende.

4Schaue ich hinauf zum Himmel,

staune ich über das Werk deiner Finger8,4 Werk deiner Finger: Sonne und Mond, die Gott wie Lampen aus Ton geformt hat..

Betrachte ich den Mond und die Sterne,

die du dort oben befestigt hast, so frage ich:

5Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,

das Menschenkind, dass du dich seiner annimmst?

6Kaum geringer als Gott8,6 kaum geringer als Gott: Der Mensch ist das Geschöpf, das Gott nach seinem Bild geschaffen hat; vgl. 1. Mose/Genesis 1,26-27.

so hast du den Menschen geschaffen.

Du schmückst ihn mit einer Krone8,6 Krone: Bild für die königliche Stellung des Menschen.

so schenkst du ihm Herrlichkeit und Würde8,6 Würde: Die Würde des Menschen ist von Gott verliehen und deshalb unantastbar..

7Die Werke deiner Hände hast du ihm anvertraut.

Alles hast du ihm zu Füßen gelegt:

8Schafe, Ziegen und Rinder – alle zusammen,

und dazu die wilden Tiere auf dem Feld,

9die Vögel am Himmel und die Fische im Wasser

und was sonst die Meere durchzieht.

10Herr, unser Herrscher,

wie machtvoll ist dein Name auf der ganzen Erde!

9

Hoffnung der Armen

91FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: JUNGE FRAUEN.

MAN SOLL ES DEM SOHN VORSINGEN.

EIN PSALM, VON DAVID9,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Ich will dir danken, Herr9,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., von ganzem Herzen.

Ich will von all deinen Wundertaten9,2 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar. erzählen.

3Ich will mich freuen und über dich jubeln.

Ich will deinen Namen preisen, du Höchster9,3 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist..

4Denn meine Feinde mussten sich zurückziehen:

Bei deinem Anblick kamen sie ins Straucheln

und stürzten in ihr Verderben.

5Ja, du hast mir zum Recht verholfen.

Meinen Streitfall hast du für mich entschieden.

Du hast dich auf den Thron9,5 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes. gesetzt –

du bist ein gerechter Richter.

6Völker hast du zurechtgewiesen,

Frevler9,6 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. ins Verderben gestürzt.

Ihre Namen9,6 Namen auslöschen: Ein Verstorbener lebt in der Erinnerung seiner Familie fort. Die Auslöschung des Namens bedeutet seine endgültige Vernichtung. hast du für immer ausgelöscht.

7Der Feind ist vernichtet, nur Ruinen sind geblieben.

Städte hast du zerstört, ihr Ruhm ist dahin.

8Im Zorn hat der Herr seinen Platz eingenommen,

seinen Thron9,8 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes. zum Gericht für immer aufgestellt.

9Über den Erdkreis fällt er ein gerechtes Urteil.

Nationen richtet er nach Recht und Ordnung.

10So ist der Herr eine feste Burg9,10 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort..

Wer benachteiligt wird, findet bei ihm Schutz.

Er ist eine feste Burg für die Zeiten der Not.

11Wer deinen Namen9,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. kennt, vertraut auf dich.

Denn du, Herr, lässt niemanden im Stich,

der deine Nähe sucht.

12Preist den Herrn, der auf dem Zion9,12 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. wohnt.

Verkündet seine Taten unter den Völkern:

13Wenn er gewaltsam vergossenes Blut9,13 Blut: Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat. rächt,

denkt er an die unschuldigen Opfer.

Wenn die Armen um Hilfe schreien,

vergisst er sie nicht.

14Hab Erbarmen mit mir, Herr!

Sieh doch, wie ich unter ihrem Hass leide!

Schon stehe ich vor den Toren des Todes,

nur du kannst mich von dort wegholen.

15Dann werde ich von deinem Ruhm erzählen.

In den Toren der Tochter Zion9,15 Tochter Zion: Poetische Bezeichnung für die Stadt Jerusalem. werde ich stehen

und lachen vor Freude über deine Hilfe.

16Ganze Völker sind verschwunden –

in der Grube, die sie selbst gegraben haben.

In dem Netz9,16 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen., das sie heimlich auslegten,

hat sich ihr eigener Fuß verfangen.

17So hat der Herr gezeigt, dass er Gericht hält:

Frevler9,17 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. kommen zu Fall durch die Gewalt,

die sie mit ihren eigenen Händen ausüben.

Denkpause9,17 Denkpause: Wörtlich »Gemurmel«. Das hörbare Murmeln steht im Hebräischen für das Nachdenken.. Sela9,17 Sela: Zeichen zum Atemholen..

18So müssen die Frevler9,18 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. hinunter ins Totenreich9,18 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt.

und mit ihnen alle Völker, die Gott vergessen!

19Der Besitzlose aber wird nicht auf Dauer vergessen.

Der Arme braucht die Hoffnung nie aufzugeben.

20Steh auf9,20 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Herr!

Lass die Menschen nicht zu mächtig werden!

Vor dir sollen die Völker zur Rechenschaft gezogen werden.

219,21 Vers 21: In der griechischen Überlieferung werden Psalm 9–10 als ein Psalm gezählt. Versetz sie in Furcht und Schrecken, Herr!

Dann werden die Völker erkennen,

dass sie nur Menschen sind. Sela9,21 Sela: Zeichen zum Atemholen..