BasisBibel NT+Ps (BB)
78

Erzählt es euren Kindern

781EIN WEISHEITSLIED,

MIT ASAF78,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

Höre, mein Volk, auf meine Weisung78,1 Tora, Weisung: Im Judentum die »Tora«. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Willensmitteilung Gottes.!

Spitzt eure Ohren! Ich habe etwas zu sagen!

2Ich will meinen Mund auftun und in Versen reden.

Geheimnisse von früher will ich verkünden. –

3Wir haben davon gehört, es ist uns bekannt.

Schon unsere Eltern haben es weitererzählt.

4Wir halten es nicht geheim vor unseren Kindern.

Wir erzählen davon der nächsten Generation:

vom Ruhm des HERRN und seiner Macht,

von seinen Wundern78,4 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. , die er getan hat.

5Er machte Jakob78,5 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. seine Vorschrift bekannt

und Israel78,5 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. übergab er seine Weisung78,5 Tora, Weisung: Im Judentum die »Tora«. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Willensmitteilung Gottes..

Unseren Vorfahren hat er aufgetragen,

sie an ihre Kinder weiterzugeben.

6So lernt die nächste Generation sie kennen,

in der wieder Kinder geboren werden.

Die sollen sie dann an ihre Kinder weitergeben,

7damit auch diese Vertrauen fassen zu Gott.

So werden sie Gottes Taten nicht vergessen

und seine Gebote78,7 Gebote: Die Zehn Gebote und weitere biblische Anweisungen, die ein gerechtes und gottgewolltes Leben ermöglichen. werden sie befolgen.

8Denn sie sollen nicht wie ihre Eltern werden –

eine störrische und ungehorsame Generation:

Ihr Herz blieb nicht beständig bei Gott

und ihr Geist hielt ihm nicht die Treue.

9So wie die Männer aus Efraim78,9 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich.

sie waren ausgebildete Bogenschützen.

Als es zur Schlacht kam, liefen sie davon.

10Sie hielten sich nicht an den Bund78,10 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. mit Gott

und wollten seiner Weisung78,10 Tora, Weisung: Im Judentum die »Tora«. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Willensmitteilung Gottes. nicht folgen.

11Seine Taten haben sie wieder vergessen

und seine Wunder78,11 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. , die er sie sehen ließ.

12Wunder78,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. tat Gott auch bei ihren Vorfahren

im Land Ägypten78,12 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. , im Gebiet von Zoan78,12 Zoan: Biblischer Name der altägyptischen Stadt Tanis im östlichen Nildelta. .

13Er zerteilte das Meer und führte sie hindurch.

Er staute das Wasser auf wie bei einem Damm.

14Tagsüber zeigte er ihnen den Weg durch eine Wolke

und während der Nacht durch einen Feuerschein.

15Unterwegs in der Wüste zerteilte er Felsen.

Da konnten sie trinken, mehr als genug.

16Er ließ Bäche aus dem Gestein treten

und sie wie Wasserfälle herabfließen.

17Trotzdem machten sie weiter mit ihrer Sünde.

Sie widersetzten sich ihm und stellten sich

gegen den Höchsten78,17 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. im dürren Land.

18In ihrem Herzen forderten sie Gott heraus.

Sie verlangten nach Essen für ihren Hals.

19Sie redeten gegen Gott und sagten frech:

»Kann uns denn Gott den Tisch decken

in dieser kargen Wüste?

20Gewiss, als er damals gegen den Felsen schlug,

quoll Wasser hervor und Bäche flossen heraus.

Aber wie steht’s mit Brot78,20 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel ? Kann er uns das geben?

Oder kann er Fleisch beschaffen für sein Volk?«

21Als der Herr das hörte, wurde er zornig78,21 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. .

Er ließ ein Feuer wüten gegen Jakob.

Auch gegen Israel78,21 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. entflammte sein Zorn78,21 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. .

22Denn sie hatten Gott nicht geglaubt

und nicht auf seine Hilfe vertraut.

23Da gab er Befehl den Wolken droben

und öffnete die Türen des Himmels.

24Manna78,24 Manna, Brot vom Himmel: Nahrung, die auf wundersame Weise vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. zum Essen ließ er auf sie regnen.

Das Korn des Himmels teilte er ihnen aus.

25Vom Brot der Engel durften sie essen.

Er ließ ihnen sogar einen Vorrat zukommen,

sodass es ihnen an nichts fehlte.

26Dann ließ er den Ostwind am Himmel auffrischen

und führte den Südwind mit Macht herbei.

27Wie Staubkörner ließ er Fleisch auf sie regnen

und Geflügel78,27 Geflügel: Gemeint sind die Wachteln, kleine niedrig fliegende Vögel. Mit ihnen versorgte Gott die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16; Psalm 105,40. wie Sandkörner am Meer.

28Er ließ es mitten in sein Lager fallen

und rings um seine Wohnzelte78,28 Zelt: Das Zelt ist eine transportable Unterkunft für Nomaden, in der Bibel auch Bild für den Tempel als Wohnort Gottes. herum.

29Da aßen sie und wurden davon ganz satt.

Was sie verlangten, hatte er ihnen gewährt.

30Doch ihre Gier war noch nicht gestillt.

Dabei hatten sie nicht einmal aufgegessen.

31Wieder entflammte der Zorn78,31 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. Gottes gegen sie.

Er tötete viele ihrer kräftigsten Männer

und streckte die jungen Israeliten78,31 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. nieder.

32Trotz allem machten sie weiter mit ihrer Sünde.

Sie glaubten nicht an seine Wunder78,32 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. .

33Da ließ er ihre Tage wie im Wind verwehen

und ihre Jahre im Schrecken vergehen.

34Wenn er aber ihre Leute tötete,

begannen sie wieder nach ihm zu fragen.

Sie kehrten um und suchten nach Gott.

35Sie dachten daran, dass Gott ihr Fels78,35 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht. ist.

Gott, der Höchste78,35 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20., würde sie schon retten.

36Doch dann betrogen sie ihn mit ihrem Mund

und belogen ihn weiter mit ihrer Zunge.

37Ihr Herz blieb nicht beständig bei ihm.

Sie hielten seinem Bund78,37 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben nicht die Treue.

38Doch er ist barmherzig! Er vergibt Schuld78,38 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.!

An Vernichtung liegt ihm nichts.

So ließ er viele Male seinen Zorn78,38 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. verrauchen

und dessen Glut nicht mehr aufglimmen.

39Er dachte daran, dass die Menschen sterblich sind –

ein Wind, der verweht und nicht wiederkehrt.

40Wie oft widersetzten sie sich ihm in der Wüste?

Wie oft haben sie ihn in der Steppe beleidigt?

41Ständig forderten sie Gott heraus

und reizten den Heiligen Israels78,41 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt..

42Sie dachten nicht mehr an seine starke Hand –

an den Tag, als er sie vom Feind befreite.

43Es war in Ägypten78,43 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. , als er seine Zeichen78,43 Zeichen: Gemeint sind die ägyptischen Plagen, von denen anschließend berichtet wird; vgl. 2. Mose/Exodus 7–11. setzte –

im Gebiet von Zoan78,43 Zoan: Biblischer Name der altägyptischen Stadt Tanis im östlichen Nildelta. , als er seine Wunder78,43 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. tat:

44Er verwandelte das Nilwasser in Blut,

das in ihre Kanäle und Rinnen floss.

So konnten sie nicht mehr daraus trinken.

45Er schickte ihnen Stechmücken, die sie stachen,

und Frösche, die ihnen Verderben brachten.

46Er übergab ihre Ernte dem Ungeziefer

und ihren Arbeitsertrag den Heuschrecken78,46 Heuschrecke: Bis heute stellen riesige Heuschreckenschwärme im Nahen Osten und in Nordafrika eine große Bedrohung für die Landwirte dar, da sie in kurzer Zeit das ganze Land kahlfressen..

47Er vernichtete ihre Weinreben78,47 Weinrebe, Rebe: Einzelner Trieb, der aus dem Weinstock hervorgeht und an dem sich Blätter, Blüten und anschließend die Früchte bilden. durch Hagel

und ihre Obstbäume durch Wolkenbrüche.

48Er überließ ihr gesamtes Vieh der Beulenpest

und ihren Besitz an Tieren den Seuchen.

49Er schickte ihnen die Glut seines Zorns78,49 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. entgegen:

Wut, Ärger und Bedrängnis,

eine Schar von Unheilsboten.

50Er ließ seinem Zorn78,50 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. freien Lauf.

Selbst vor dem Tod bewahrte er sie nicht.

Vielmehr überließ er ihr Leben der Beulenpest.

51Alle Erstgeburt78,51 Erstgeburt: Der erste Sohn, den eine Frau zur Welt bringt, und ebenso jedes erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. in Ägypten78,51 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. ließ er sterben,

die erstgeborenen78,51 Erstgeburt: Der erste Sohn, den eine Frau zur Welt bringt, und ebenso jedes erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. Kinder in den Zelten78,51 Zelt: Das Zelt ist eine transportable Unterkunft für Nomaden, in der Bibel auch Bild für den Tempel als Wohnort Gottes. Hams78,51 Ham: Einer der drei Söhne Noahs und Stammvater Kanaans, hier Bezeichnung für Ägypten..

52Aber sein Volk ließ er wie Schafe ausziehen.

Er trieb sie wie eine Herde durch die Wüste.

53Er leitete sie sicher, sie hatten nichts zu fürchten.

Doch ihre Feinde bedeckte78,53 bedecken: Anspielung auf das Wunder am Schilfmeer, als das zurückkehrende Wasser das ägyptische Heer vernichtete. (Vgl. 2. Mose/Exodus 14,10-31) das Meer.

54So brachte er sie in das Gebiet seines Heiligtums –

zum Berg, den er sich als Eigentum erwarb.

55Er vertrieb vor ihnen die Völker aus dem Land

und verteilte es mit der Messschnur als Erbbesitz78,55 Erbbesitz: Gott hat den Stämmen Israels das Land verheißen und es ihnen zum Besitz gegeben..

So sorgte er dafür, dass die Stämme Israels78,55 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen.

in deren Zelten78,55 Zelt: Das Zelt ist eine transportable Unterkunft für Nomaden, in der Bibel auch Bild für den Tempel als Wohnort Gottes. wohnen konnten.

56Wieder forderten sie Gott heraus

und widersetzten sich dem Höchsten78,56 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20..

Seine Vorschriften beachteten sie nicht.

57Sie verließen ihn treulos wie ihre Eltern.

Sie versagten wie Bogenschützen

mit einem zu schlaff gespannten Bogen.

58Sie ärgerten ihn mit ihren heiligen Höhen78,58 heilige Höhe: Heiligtümer auf Bergen oder Hügeln in der Nähe von Ortschaften.

und reizten ihn mit ihren Götzenbildern.

59Als Gott das hörte, wurde er zornig

und verwarf Israel78,59 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. ganz und gar.

60Er räumte seine Wohnung in Schilo78,60 Schilo: Stadt im Stammesgebiet von Efraim mit einem Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde; vgl. 1. Samuel 3.

sein Wohnzelt unter den Menschen.

61Er überließ sein Machtzeichen78,61 Machtzeichen: Die Bundeslade, vgl. 1. Samuel 4. den Feinden

und gab das kostbare Stück in ihre Hand.

62Er lieferte sein Volk dem Schwert aus.

So zornig war er über seinen Erbbesitz.

63Ein Feuer vernichtete die jungen Männer.

Und für die Mädchen in seinem Volk

sang man kein einziges Brautlied mehr.

64Seine Priester kamen um durch das Schwert.

Zuletzt fehlte den Witwen78,64 Witwe: Witwen gehören zur Zeit der Bibel zu den Personen, für die das Mose-Gesetz besonderen Schutz forderte. sogar die Kraft zu trauern.

65Da erwachte der Herr wie aus dem Schlaf –

wie ein Kriegsheld aus dem Weinrausch.

66Er schlug seine Feinde in die Flucht

und brachte bleibende Schande über sie.

67Er verwarf das Zelt der Nachkommen Josefs78,67 Josef: Name des Stammvaters von Efraim und Manasse, der auch als Bezeichnung für das Nordreich Israel verwendet wird.

und den Stamm Efraim78,67 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich. erwählte er nicht.

68Er erwählte den Stamm Juda78,68 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. ,

den Berg Zion78,68 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. , den er liebt.

69Dort errichtete er sein Heiligtum –

hoch wie im Himmel und fest wie die Erde,

die er für alle Zeit gegründet hat.

70Dort erwählte er seinen Knecht78,70 Knecht Gottes (David): Ehrenvolle Bezeichnung für David, den von Gott erwählten König. David78,70 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. .

Von der Schafweide holte er ihn weg.

71Von den Mutterschafen nahm er ihn fort,

damit er sein Volk Jakob weidete –

nämlich Israel78,71 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. , das sein Erbbesitz ist.

72Er weidete sie mit ehrlichem Herzen

und regierte sie mit kluger Hand.

79

Am Boden zerstört

791EIN PSALM,

MIT ASAF79,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

Gott, Völker sind in dein Erbland eingedrungen.

Sie haben deinen heiligen Tempel79,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. entweiht.

Sie haben Jerusalem79,1 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. in Trümmer gelegt.

2Die Leichen deiner Knechte79,2 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. gaben sie

den Vögeln unter dem Himmel zu fressen.

Die Körper deiner Frommen79,2 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. überließen sie

den wilden Tieren auf dem Feld.

3Sie haben deren Blut in Strömen vergossen –

in der gesamten Umgebung von Jerusalem79,3 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .

Und es gab keinen, der die Toten begrub.

4Wir sind zum Spott für unsere Nachbarn geworden.

Ringsum wurden wir verhöhnt und beschimpft.

5Wie lange, HERR, soll das noch gehen?

Willst du uns denn für immer böse sein?

Soll deine Leidenschaft noch weiter

wie ein verzehrendes Feuer brennen?

6Richte doch deinen Zorn79,6 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. gegen die Völker,

die dich nicht anerkennen wollen!

Wende dich gegen die Königreiche,

die deinen Namen79,6 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. nicht anrufen!

7Denn sie haben Jakob gefressen

und sein Weideland abgemäht.

8Rechne uns die Schuld79,8 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. der Vorfahren nicht an!

Lass uns bald dein Erbarmen erfahren!

Denn wir sind sehr schwach geworden.

9Steh uns bei, Gott, du kannst uns befreien!

Es geht doch auch um die Ehre79,9 Ehre, ehren: Das Ansehen bzw. die Bedeutung Gottes oder eines Menschen. Jemanden ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es diesem Ansehen entspricht. deines Namens79,9 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

Rette uns und verzeih uns unsere Sünden!

Dafür stehst du doch mit deinem Namen ein.

10Sonst könnten die Völker sagen:

»Wo ist er denn nun, ihr Gott?«

Lass in der Völkerwelt bekannt werden,

dass du sie vor unseren Augen bestrafst.

Sie vergossen ja das Blut deiner Knechte79,10 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen..

11Das Stöhnen der Gefangenen soll dich erreichen.

Die zum Tod verurteilt sind, erhalte am Leben.

So weit reicht doch deine Macht.

12Lass unsere Nachbarn siebenfach dafür bezahlen,

dass sie dich so schwer beleidigt haben, Herr!

13Wir aber sind dein Volk und Schafe deiner Weide.

Dafür wollen wir dir danken bis in alle Zukunft.

Von einer Generation zur anderen wollen wir

vom Ruhm deiner Taten erzählen.

80

Der Weinstock Gottes

801FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTEN.

EINE URKUNDE, MIT ASAF80,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

EIN PSALM.

2Hirte80,2 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. Israels80,2 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. , hab ein offenes Ohr!

Du weidest Josef80,2 Josef: Name des Stammvaters von Efraim und Manasse, der auch als Bezeichnung für das Nordreich Israel verwendet wird. wie eine Herde.

Du thronst doch über den Keruben80,2 Keruben: Engelwesen mit einem Löwenkörper und zwei Flügeln. Im Allerheiligsten des Tempels von Salomon standen zwei Keruben, deren Flügel den Thron Gottes bildeten. Vor ihnen stand die Bundeslade, die zugleich als Fußschemel für Gott diente..

Erscheine 3an der Spitze der Stämme80,3 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen.

Efraim80,3 Efraim: Stamm Israels, später auch Bezeichnung für das Nordreich., Benjamin und Manasse.

Wecke die Kraft, die du besitzt,

und komm uns zu Hilfe!

4Gott, lass uns wieder heimkehren!

Lass dein Angesicht leuchten80,4 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. !

Dann ist uns schon geholfen.

5HERR, Gott der himmlischen Heere80,5 himmlische Heere: Hebräische Gottesbezeichnung »Zebaot«. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.:

Wie lange noch raucht dein Zorn80,5 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten.

gegen das Volk, das zu dir betet80,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.?

6Tränen sind das Brot80,6 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel ,

das du ihnen zu essen gibst.

Tränenreich sind die Krüge,

die du ihnen zu trinken reichst.

7Du lässt uns zum Zankapfel werden,

um den sich unsere Nachbarn streiten.

Und unsere Feinde spotten darüber.

8Gott der himmlischen Heere,

lass uns wieder heimkehren!

Lass dein Angesicht leuchten80,8 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. !

Dann ist uns schon geholfen.

9Einen Weinstock80,9 Weinstock: Sinnbild für das Volk Israel, das Gott aus Ägypten geführt hat. hast du aus Ägypten80,9 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. geholt.

Fremde Völker hast du vertrieben

und ihn hier eingepflanzt.

10Du hast ihm weiten Raum gegeben.

Da konnte er Wurzeln schlagen

und sich ausbreiten im Land.

11Sein Schatten bedeckte die Berge

und seine Zweige die Zedern80,11 Zeder: Großer und starker Gebirgsbaum, der im Libanon wächst. ,

die Gott so hoch geschaffen hat.

12Seine Ranken reichten bis zum Mittelmeer

und seine Triebe bis zum Strom Eufrat80,12 Eufrat: Fluss in Mesopotamien. Mittelmeer und Eufrat beschreiben das Idealbild der Grenzen Israels, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 11,24..

13Warum hast du seine Mauern80,13 Mauern: Das Bild vom Weinstock wechselt zum Weinberg, der von Steinmauern umzäunt ist. eingerissen?

Warum dürfen alle von ihm pflücken,

die auf dem Weg vorbeikommen?

14Das Wildschwein aus dem Wald durchwühlt ihn.

Die Heuschrecke80,14 Heuschrecke: Bis heute stellen riesige Heuschreckenschwärme im Nahen Osten und in Nordafrika eine große Bedrohung für die Landwirte dar, da sie in kurzer Zeit das ganze Land kahlfressen. auf dem Feld frisst ihn kahl.

15Gott der himmlischen Heere80,15 himmlische Heere: Hebräische Gottesbezeichnung »Zebaot«. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck., kehre zurück!

Blicke vom Himmel80,15 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab und schau hin!

Kümmere dich doch um diesen Weinstock80,15 Weinstock: Bezeichnung für den einzelnen Strauch der Weinrebe. !

16Erhalte, was du mit eigener Hand gepflanzt hast –

den Sohn, den du für dich stark gemacht hast!

17Der Weinstock80,17 Weinstock: Bezeichnung für den einzelnen Strauch der Weinrebe. wurde verbrannt und abgeschnitten.

Ziehe zur Verantwortung, die das getan haben!

Vor deinem Angesicht80,17 Angesicht: Das Angesicht bezeichnet in der Bibel das Gesicht oder den Blick des Menschen und im übertragenen Sinn auch Gottes Blick, und zugleich die Vorderseite oder Oberfläche von Dingen. sollen sie umkommen.

18Halte deine Hand über den König80,18 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. an deiner Seite –

über den Menschen, den du stark gemacht hast!

19Wir wollen nicht von dir abfallen.

Nun schenke uns neues Leben!

Dafür preisen wir deinen Namen80,19 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

20Herr, Gott der himmlischen Heere,

lass uns wieder heimkehren!

Lass dein Angesicht leuchten80,20 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. !

Dann ist uns schon geholfen.