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72

Segenswünsche zur Krönung des Königs

721Von SALOMO72,1 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Mehr ….

Gott, gib dem König72,1 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. Mehr … deine Rechtsvorschriften!

Schenk dem Thronfolger deine Gerechtigkeit!

2Er soll dein Volk gerecht regieren

und den Armen zum Recht verhelfen.

3Die Berge mögen dem Volk Frieden bringen

und die Hügel sich in Gerechtigkeit hüllen.

4Den Armen im Volk soll der König Recht schaffen.

Die Kinder der Besitzlosen soll er retten,

aber die Unterdrücker zermalmen.

5Lange soll er leben im Schein der Sonne

und des Mondes von Generation zu Generation!

6Wie ein Regen72,6 Regen: Der König soll für sein Land so gut sein wie Regen, der die Erde fruchtbar macht. soll er über die Wiesen niedergehen

und wie ein Regenschauer den Boden befeuchten.

7Die Gerechtigkeit soll aufblühen in seinen Tagen.

Und Frieden soll herrschen weit und breit,

so lange, bis es den Mond nicht mehr gibt.

8Er wird herrschen von einem Meer bis zum andern,

vom Strom72,8 Strom: Meint den Paradiesstrom, der in der Mitte der Erde entspringt und bis zu ihrem äußersten Rand fließt; vgl. 1. Mose/Genesis 2,10. bis zum äußersten Rand der Welt.

9Die Bewohner der Wüste72,9 Bewohner der Wüste: Meint alle Lebewesen, die in der Wüste leben, darunter auch wilde Tiere und böse Geister. sollen vor ihm niederknien

und seine Feinde den Staub vom Boden essen.

10Die Könige von Tarschisch72,10 Tarschisch: Landschaft und Hafenstadt an der Südküste Spaniens, zur Zeit des Alten Testaments das westliche Ende der bekannten Welt. Mehr … und den Inseln72,10 Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt.

sollen ihm Geschenke bringen.

Die Könige von Saba und Seba72,10 Saba, Seba: Weit entfernte Königreiche in Südarabien und im heutigen Äthiopien. zahlen Tribut72,10 Tribut: Geld- oder Sachleistungen, die ein unterworfenes Volk an die Großmacht zahlen muss. Mehr ….

11Alle Könige sollen sich ihm unterwerfen.

Alle Völker stellen sich in seinen Dienst.

12Ja, er rettet den Besitzlosen, der um Hilfe schreit,

und den Armen, der keinen Beistand hat.

13Er hat Mitleid mit Schwachen und Besitzlosen

und sorgt dafür, dass sie am Leben bleiben.

14Er befreit ihr Leben aus Bedrückung und Gewalt.

So wertvoll ist ihr Blut72,14 Blut: Bild für das Leben der Armen, um das sich Gott sorgt. in seinen Augen.

15Hoch soll er leben!

Das Gold aus Saba72,15 Saba: Land und Volk in Südarabien, durch seinen Handel mit Gold und Weihrauch bekannt. soll man ihm geben!

Ständig soll man für ihn beten,

jeden Tag soll man ihm Segen72,15 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr … wünschen!

16Im Land soll es Getreide im Überfluss geben,

auf den Bergen wiegen sich die Felder im Wind.

Die Feldfrüchte sollen gedeihen wie auf dem Libanon72,16 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen. Mehr …,

die Ähren72,16 Ähre: Oberer Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen. sprießen wie Gras aus dem Boden.

17Sein Name soll für immer in Erinnerung bleiben,

im Schein der Sonne wächst sein Ruhm.

Die Völker sollen Segen empfangen durch ihn,

sie alle wünschen ihm Glück.

18Gepriesen sei Gott, der Herr, der Gott Israels.

Er allein tut Wunder72,18 Zeichen, Wunder: Gottes Eingreifen in die Welt wird an seinen Wundertaten und Schöpfungswerken sichtbar. Mehr ….

19Gepriesen sei sein herrlicher Name72,19 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr … alle Zeit,

seine Herrlichkeit72,19 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Mehr … erfülle die ganze Erde.

Amen72,19 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!« Mehr …! Und nochmals: Amen!

20HIER ENDEN DIE GEBETE VON DAVID72,20 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …, DEM SOHN ISAIS.

73

Das dritte Buch der Psalmen

Psalm 73–89

Gott nahe zu sein, ist gut für mich

731EIN PSALM, VON ASAF73,1 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem. Mehr ….

Gott ist gut zu Israel73,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. Mehr …,

zu denen, die ein reines Herz haben!

2Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen.

Um ein Haar hätte ich den Halt verloren.

3Denn ich war neidisch auf die Angeber,

als ich sah, wie gut es den Frevlern73,3 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … ging.

4Sie leiden ja offenbar keine Schmerzen,

ihr Leib ist gesund und wohlgenährt.

5Die harte Arbeit der Menschen kennen sie nicht,

und die Sorgen der Leute berühren sie nicht.

6Darum tragen sie ihren Hochmut wie eine Halskette

und hüllen sich in einen Mantel von Gewalt.

7Aus ihren Augen grinst der Wohlstand hervor.

Vor lauter Einbildung hüpft ihnen das Herz.

8Sie spotten und reden in böser Absicht daher,

verdrehen die Worte und schüchtern ein.

9Sie reißen den Mund auf bis zum Himmel

und lassen auf der Erde ihrer Zunge freien Lauf.

10Darum wendet sich das Volk ihnen zu,

von ihren Reden bekommt es nicht genug.

11Sie sagen: »Wie sollte Gott davon erfahren?

Was weiß denn schon der Höchste73,11 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.

12Schaut nur hin: So leben die Frevler!

Alle Zeit sind sie frei von Sorgen

und vermehren ihr Vermögen.

13Ja, umsonst behielt ich ein reines Herz

und wusch in Unschuld meine Hände.

14Denn die Sorgen blieben mir Tag für Tag,

jeder Morgen war für mich eine Strafe.

15Wenn ich gesagt hätte: »Ich will so reden wie sie«,

hätte ich die Gemeinschaft deiner Kinder73,15 Gemeinschaft deiner Kinder: Bezeichnung für die Zugehörigkeit zum Volk Gottes. verraten.

16So dachte ich nach, um das zu verstehen.

Doch es war mühselig in meinen Augen.

17Schließlich ging ich in Gottes heilige Hallen73,17 heilige Hallen: Meint den Tempel in Jerusalem.

und begriff, welches Ende die Frevler73,17 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … erwartet:

18Ja, du hast sie auf glatten Grund geführt

und sie auf ihre Täuschung hereinfallen lassen.

19Ganz plötzlich kam für sie das Entsetzen.

Schlagartig fanden sie ein schreckliches Ende –

20wie bei einem Traum, dem ein böses Erwachen folgt.

Und wenn sie dann erwachen, Herr,

sind sie nur noch ein Schatten ihrer selbst.

21Wenn mein Herz73,21 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. verbittert ist

und mich die Nieren73,21 Nieren: Sitz innerer Gefühlsregungen und des Gewissens. Mehr … stechen:

22Dann bin ich so dumm wie ein Rindvieh

und steh vor dir wie ein Ochse vor dem Berg.

23Trotzdem bleibe ich immer bei dir.

Du hast mich an die Hand genommen.

24Du führst mich nach deinem Plan73,24 Plan Gottes: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte. Mehr ….

Und wenn mein Leben zu Ende geht,

nimmst du mich in deine Herrlichkeit auf.

25Wen habe ich denn im Himmel73,25 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. Mehr …?

Bei dir zu sein, ist alles,

was ich mir auf der Erde wünsche.

26Auch wenn mein Leib und mein Leben vergehen,

bleibst du, Gott, trotz allem mein Fels73,26 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt.

und mein Erbteil73,26 Erbteil: Anstelle von Land haben die Leviten den Dienst für Gott am Heiligtum als Erbbesitz erhalten. Ihr Lebensunterhalt wird durch Opfergaben an das Heiligtum gesichert. Deshalb nennt der Beter Gott sein Erbteil. für immer!

27Ja, wer sich von dir entfernt, der wird umkommen.

Wer sich von dir abwendet, den vernichtest du.

28Ich aber bekenne: Gott nahe zu sein, ist gut für mich.

Bei Gott, dem Herrn, habe ich meine Zuflucht73,28 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. Mehr ….

Von allen seinen Werken will ich gerne erzählen.

74

Der Tempel in Schutt und Asche

741EIN LEHRGEDICHT, VON ASAF74,1 Asaf: Sänger und Leiter einer Gruppe von Musikern am Tempel in Jerusalem. Mehr ….

Warum, Gott, hast du uns für immer verstoßen?

Warum lodert dein Zorn74,1 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. Mehr … gegen die Schafe74,1 Schafe: Hier Bild für das Volk Israel, das von Gott, seinem Hirten, eigentlich Schutz erwartet.

auf deinem Weideland?

2Denk doch an deine Gemeinde!

Vor Urzeiten hast du sie erworben.

Du hast diesen Stamm74,2 Stamm: Meint hier das ganze Volk Israel. als dein Eigentum74,2 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. freigekauft.

Es ist der Berg Zion74,2 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. Mehr …, auf dem du wohnst.

3Geh zu den Trümmern, die für immer daliegen!

Alles haben die Feinde zerstört im Heiligtum74,3 Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem, der 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört wurde..

4Mit Gebrüll stürmten sie deine Versammlungstätte.

Auf dem Platz stellten sie ihre Feldzeichen74,4 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. Mehr … auf.

5Mit erhobenen Äxten schlugen sie drein,

wie man sie im Dickicht des Waldes schwingt.

6Sogar all die kostbaren Schnitzereien74,6 Schnitzereien: Elfenbeinverzierungen an den Türen und Wänden des Tempels.

schlugen sie entzwei mit Beil und Hammer.

7Dann steckten sie dein Heiligtum in Brand.

Den Ort, an dem man deinen Namen74,7 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr … lobte,

entweihten sie bis auf den Grund.

8Sie hatten bei sich beschlossen:

»Wir zwingen sie in die Knie, alle zusammen!«

Sie verbrannten alle Gotteshäuser im Land.

9Zeichen, die uns hoffen ließen,

haben wir seit damals nicht mehr gesehen.

Auch ist kein Prophet74,9 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. Mehr … mehr aufgetreten,

und niemand von uns weiß: Wie lange noch?

10Wie lange noch74,10 wie lange noch: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll., Gott, darf der Angreifer spotten?

Darf der Feind für immer deinen Namen74,10 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr … lästern?

11Warum hältst du deine Hand zurück,

lässt deine Faust im Futter deines Mantels stecken?

12Doch Gott ist mein König seit Urzeiten.

Er vollbringt rettende Taten mitten auf der Erde:

13Du hast das Meer durch deine Macht gespalten74,13 gespalten: 1. Mose/Genesis 1,6-10 erzählt, dass Gott das Urmeer teilt, das am Anfang der Schöpfung die ganze Erde bedeckte, und so Raum für Leben schafft.!

Die Köpfe der Seeungeheuer hast du zerschmettert,

als sie sich über dem Wasser zeigten.

14Du hast die Köpfe des Leviatan74,14 Leviatan: Chaoswesen, das im Meer lebt. Im Alten Testament ist es Sinnbild für die tobenden Wasserfluten, die die Welt bedrohen. Mehr … zerstückelt

und den Haifischen zum Fraß vorgeworfen.

15Du hast Quellen und Bäche hervorsprudeln lassen,

und reißende Ströme hast du trockengelegt.

16Dir gehört der Tag und auch die Nacht.

Du hast Mond und Sonne bereitgestellt.

17Du hast die Grenzen der Erde festgelegt.

Sommer und Winter hast du geschaffen.

18Herr, denk daran: Der Feind hat dich verhöhnt!

Ein nichtswürdiges Volk lästert deinen Namen74,18 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr ….

19Gib das Leben deiner Taube74,19 deine Taube: Hier Bild für das verängstigte Volk Gottes. nicht wilden Tieren preis

und vergiss niemals das Leben deiner Armen!

20Schau auf den Bund74,20 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. Mehr …, der Leben bewahrt!

Denn im Land gibt es viele Schlupfwinkel,

und auf den Weiden herrscht rohe Gewalt.

21Wehrlose sollen nicht wieder in Schande geraten.

Arme und Besitzlose sollen deinen Namen loben.

22Steh auf74,22 steh auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Die Aufforderung soll Gott zum Eingreifen bewegen., Gott! Führe du den Rechtsstreit74,22 Rechtsstreit: Gott wird dazu aufgerufen, die Schmähung des Volkes zu seiner eigenen Rechtsangelegenheit zu machen.!

Denk daran, wie du verhöhnt wurdest –

von nichtswürdigen Leuten Tag für Tag!

23Vergiss nicht das Geschrei deiner Feinde –

den Lärm deiner Gegner, der zum Himmel dringt.