BasisBibel NT+Ps (BB)
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Einkehr in die Stille

621FÜR DEN CHORLEITER, FÜR JEDUTUN62,1 Jedutun: Name eines Musikers, der das Orchester am Tempel leitete; vgl. 1. Chronik 25,6..

EIN PSALM, MIT DAVID62,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Nur bei Gott schweigt meine Seele62,2 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.still.

Von ihm kommt Hilfe, die ich nötig habe!

3Nur er ist mein Fels62,3 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht.und meine Rettung –

meine feste Burg62,3 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46., sodass ich nicht wanke.

4Wie lange wollt ihr gegen einen allein anstürmen?

Wollt ihr denn alle vereint gegen ihn anrennen –

wie gegen eine Hauswand, die sich schon neigt,

wie gegen eine Stadtmauer, die gleich einstürzt?

5Sie planen, ihn aus seiner hohen Stellung zu stürzen.

Wenn es dazu beiträgt, lügen sie gern.

Mit dem Mund segnen sie,

aber in ihrem Herzen fluchen sie. SELA62,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Nur bei Gott schweigt meine Seele62,6 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.still.

Von ihm kommt Hilfe, die ich nötig habe!

7Nur er ist mein Fels62,7 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht.und meine Rettung –

meine feste Burg62,7 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46., sodass ich nicht wanke.

8Auf Gott gründet sich meine Freiheit und Würde.

Mein starker Fels62,8 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht.! Bei Gott ist meine Zuflucht62,8 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

9Vertraut ihm zu jeder Zeit, ihr aus dem Volk!

Schüttet euer Herz aus vor ihm!

Gott ist unsere Zuflucht62,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. . SELA62,9 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

10Nur ein Hauch62,10 Hauch: Bildwort für das flüchtige und vergängliche Dasein des Menschen. sind die Menschenkinder62,10 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

Ein trügerisches Nichts sind die Sterblichen!

Legt man sie auf eine Waage62,10 Waage: Sinnbild dafür, dass die materiellen Güter und Fortschritte der Menschheit gegenüber Gott kein Gewicht besitzen., schnellen sie hoch.

Alle zusammen sind leichter als ein Hauch.

11Darum verlasst euch nicht auf erpresstes Gut.

Gestohlene Habe wird euch nichts nützen.

Wenn euer Wohlstand wächst,

dann hängt euer Herz nicht daran!

12Eines62,12 eins/zwei: Zahlenspruch der hebräischen Poesie. Durch die Form x / x+1 wird eine Steigerung erzielt, vgl. Sprichwörter 6,16-19; 30,18-19; Sirach 26,28. hat Gott geredet,

zwei62,12 eins/zwei: Zahlenspruch der hebräischen Poesie. Durch die Form x / x+1 wird eine Steigerung erzielt, vgl. Sprichwörter 6,16-19; 30,18-19; Sirach 26,28. Dinge habe ich gehört:

Gott besitzt vollkommene Macht.

13Und du, mein Herr, bist voller Güte.

Du ziehst jeden zur Rechenschaft

für das, was er getan hat.

63

Meine Seele dürstet nach Gott

631EIN PSALM, MIT DAVID63,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

DAMALS63,1 damals: Wahrscheinlich ist die Flucht Davids vor seinem Sohn Abschalom im Blick, vgl. 2. Samuel 15–17., ALS ER IN DER WÜSTE63,1 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. JUDA WAR.

2Gott, du bist mein Gott, dich suche ich.

Meine Seele63,2 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. dürstet nach dir.

Mein Leib63,2 Leib: Mit Seele und Leib sehnt sich der ganze Mensch nach Gott. schmachtet nach dir im trockenen Land.

Er lechzt nach Wasser, aber es ist keines da.

3So halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum.

Ich will deine Kraft und Herrlichkeit63,3 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. erfahren.

4Ja, deine Güte bedeutet mir mehr als das Leben.

Meine Lippen sollen dich dafür loben.

5So will ich dich preisen mein Leben lang.

Mit deinem Namen63,5 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. auf den Lippen

erhebe ich meine Hände63,5 Hände erheben: Gestus des Gebets. Mit dieser Gebetshaltung öffnen sich die Menschen für den Himmel, um von Gott Hilfe und Trost zu erfahren. zum Gebet63,5 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..

6Wie von Speise und Trank63,6 Speise und Trank: Wörtlich »Fettes und Saftiges«, wird oft von einem Opfer gesagt. Man darf deshalb an eine Opfermahlzeit im Tempel denken. wird meine Seele63,6 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. satt.

Lauter Jubellieder kommen von meinen Lippen.

7Oft habe ich auf meinem Lager an dich gedacht.

Eine Nachtwache63,7 Nachtwache: Die Nacht wird in drei Nachtwachen zu je vier Stunden eingeteilt. Zum Gebet in der Nacht vgl. Psalm 119,148. In neutestamentlicher Zeit wurde die Einteilung in vier Nachtwachen von den Römern übernommen, vgl. Markus 13,35. um die andere

habe ich über dich nachgedacht:

8»Du bist es gewesen, der mir geholfen hat!«

Im Schatten deiner Flügel63,8 Flügel: Fabelwesen mit Flügeln umgeben den Thron Gottes, der im Allerheiligsten des Tempels steht. Ihre ausgebreiteten Schwingen sind ein Sinnbild für den heilsamen Schutz in Gottes Nähe. preise ich dich.

9Meine Seele63,9 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. klammert sich an dich.

Deine starke Hand hält mich fest.

10Doch diese Leute wollen mir grundlos ans Leben.

In die Tiefen der Erde63,10 Tiefen der Erde: Bildwort für das Totenreich, das unter der Erde liegt. sollen sie hinabstürzen.

11Der Gewalt des Schwerts soll man sie ausliefern.

Sie werden zur sicheren Beute für die Schakale63,11 Schakal: Nachtaktiver Wildhund, der in der unbewohnten Steppe lebt..

12Der König63,12 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. aber darf sich freuen über Gott!

Jeder darf sich rühmen, der bei ihm geschworen hat63,12 geschworen hat: Die Geschworenen im Gerichtsverfahren. Sie ließen sich nicht von falschen Zeugen täuschen..

Ja, endlich wird den Lügnern das Maul gestopft!

64

Das Herz des Menschen – ein Abgrund

641FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID64,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Höre mein Rufen, Gott! Dir klage ich mein Leid!

Behüte mein Leben vor dem schrecklichen Feind!

3Verstecke mich vor der Truppe der Bösen,

vor dem schlimmen Treiben der Übeltäter.

4Die haben ihre Zunge64,4 Zunge: Organ menschlichen Sprechens. Durch Lügen und Verleumden kann sie großen Schaden anrichten, vgl. Psalm 120,2. wie ein Schwert geschärft.

Der Pfeil auf ihrem Bogen ist ein giftiges Wort.

5Aus der Deckung schießen sie auf Unschuldige.

Sie schießen ganz plötzlich – man sieht sie nicht.

6Sie sind fest entschlossen zur bösen Tat.

Sie verabreden sich, Fallen zu verstecken,

und prahlen: »Wer kann sie entdecken?«

7Sie denken sich lauter Bosheiten aus.

Was sie auch planen, halten sie geheim.

Ja, das Innere des Menschen ist unergründlich

und in seinem Herzen tut sich ein Abgrund auf!

8Gott aber schoss seinen Pfeil auf sie ab.

Da waren sie wie vom Schlag getroffen.

9Ihre eigene Zunge hat sie zu Fall gebracht.

Jeder, der es sah, schüttelte sich vor Lachen.

10Doch alle Menschen wurden von Furcht64,10 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. ergriffen.

Sie erzählten davon, was Gott getan hat,

und verstanden sein Handeln.

11Der Gerechte64,11 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. darf sich freuen über den HERRN –

bei ihm wird er seine Zuflucht64,11 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. suchen.

Jeder darf sich rühmen, der ein ehrliches Herz hat.