BasisBibel NT+Ps (BB)
5

Morgens im Tempel

51FÜR DEN CHORLEITER.

ZUR BEGLEITUNG MIT FLÖTEN5,1 Flöte: Musikinstrument aus Holz, Rohr oder Knochen mit einer Längsbohrung, das mit dem Mund geblasen wird..

EIN PSALM, MIT DAVID5,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Höre meine Worte, HERR!

Versteh, warum ich seufze!

3Gib acht auf meinen Hilfeschrei,

mein König5,3 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. und mein Gott!

Wenn ich am Morgen zu dir bete,

4HERR, dann höre meine Stimme.

Früh am Morgen bereite ich im Tempel5,4 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.

meine Opfergabe5,4 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer, das auf dem Altar verbrannt wird, schafft Gemeinschaft mit Gott. für dich vor.

Dann halte ich Ausschau nach dir.

5Ja, du bist ein Gott, dem Unrecht missfällt.

Wer Böses im Sinn hat, ist nicht dein Gast5,5 Gast: Besucher im Tempel von Jerusalem..

6Heuchler kommen dir nicht unter die Augen.

Ausnahmslos sind Übeltäter dir verhasst.

7Wer die Unwahrheit sagt, den vernichtest du.

Mörder und Verräter verabscheut der HERR.

8Ich aber darf in dein Haus5,8 Haus: Bezeichnung für den Tempel. kommen.

Das verdanke ich deiner großen Güte.

Vor deinem heiligen Tempel5,8 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. falle ich auf die Knie – voller Ehrfurcht5,8 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. vor dir.

9HERR, lass mich ein gerechtes5,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. Leben führen!

Dann haben meine Verleumder das Nachsehen.

Ebne den Weg, damit ich dir folgen kann!

10Doch wenn diese Leute den Mund aufmachen,

dann kommt nichts Wahres heraus.

In ihrem Inneren tut sich ein Abgrund auf.

Ihr Rachen ist ein offenes Grab5,10 offenes Grab: Bildwort für den Rachen, der wie ein Raubtier seine Opfer verschlingt.,

ihre Zunge eine scharf geschliffene Waffe.

11Gott, lass sie doch für ihre Schuld5,11 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. büßen!

Bring sie durch ihre Anschläge zu Fall!

So viel Unrecht haben sie getan, jage sie davon!

Denn dir haben sie frech die Stirn geboten.

12Doch alle, die bei dir Zuflucht5,12 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. suchen,

dürfen sich von Herzen freuen.

Unaufhörlich sollen sie darüber jubeln,

dass du sie unter deinen Schutz stellst.

Vor Freude sollen sie über dich jauchzen –

sie alle, die deinen Namen5,12 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. lieben.

13Denn du, HERR, segnest den Gerechten5,13 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält..

Du umgibst ihn mit Wohlgefallen

wie mit einem schützenden Schild5,13 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden..

6

Tränen in der Nacht

Der erste kirchliche Bußpsalm6,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden die Psalmen 6, 32, 38, 51, 102, 130 und 143 als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

61FÜR DEN CHORLEITER.

ZUR MUSIK VON SAITENINSTRUMENTEN.

ZU SPIELEN AUF DER ACHTEN SAITE6,1 achte Saite: Musikbegleitung auf der untersten Saite in tiefer Tonlage..

EIN PSALM, MIT DAVID6,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2HERR, straf mich nicht voller Zorn!

Schlag mich nicht in deiner Wut!

3Hab Erbarmen mit mir, HERR!

Denn ich bin wie ein morscher Baum6,3 morscher Baum: Bildwort, das den labilen Gesundheitszustand des Beters anzeigt..

Mach mich wieder gesund, HERR!

Denn meine Knochen sind brüchig.

4Meine Seele6,4 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. ist voller Angst.

HERR, ich frage dich: »Wie lange6,4 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch?«

5Komm doch zu mir zurück, HERR!

Hilf meiner Seele6,5 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. aus dem Unglück heraus!

Rette mich! Du bist doch voller Güte!

6Denn im Tod denkt keiner mehr an dich.

Und unten im Totenreich6,6 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt.

wer singt dort noch zu deinem Lob?

7Vom Seufzen bin ich ganz erschöpft.

Nachts schwimmt mein Krankenbett in Tränen.

Vom vielen Weinen ist mein Kissen nass.

8Vor Kummer sind meine Augen geschwollen.

Sie haben ihren ganzen Glanz verloren.

Denn so viele Feinde umgeben mich.

9Macht, dass ihr alle fortkommt, ihr Übeltäter!

Denn der HERR hat mein Weinen gehört.

10Der HERR hat mein Bitten gehört.

Der HERR nimmt mein Gebet6,10 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. an.

11Enttäuscht und voller Angst

müssen alle meine Feinde davon.

Und wenn sie wiederkommen,

werden sie nochmals enttäuscht!

7

Mach ein Ende mit der Bosheit

71EIN KLAGELIED, MIT DAVID7,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

ER SANG ES VOR DEM HERRN, ALS IHM KUSCH,

DER BENJAMINITER, DIE TODESNACHRICHT7,1 Todesnachricht: David erhält die Nachricht vom Tod seines Sohnes Abschalom, vgl. 2. Samuel 18,31-32. ÜBERBRACHTE.

2HERR, mein Gott, bei dir suche ich Zuflucht7,2 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

Rette mich vor allen, die mich jagen7,2 jagen: Die Feinde des Beters erscheinen als Raubtiere, die nach Beute jagen.!

3Hilf mir, damit mein Feind

mich nicht anfällt wie ein Löwe.

Sonst reißt er mich noch in Stücke

und keiner ist da, der mich rettet.

4HERR, mein Gott, was habe ich denn getan?

Klebt etwa Schuld7,4 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. an meinen Händen?

5Habe ich meinem Freund etwas Böses getan?

Oder habe ich einen Menschen beraubt,

der mich grundlos in die Enge trieb?

6Dann soll mich der Feind jagen und einholen!

Dann soll er mein Leben mit Füßen treten

und mein Ansehen in den Schmutz ziehen. SELA7,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Steh auf, HERR, voller Zorn!

Geh vor gegen das Wüten meiner Feinde!

Wach auf und hilf mir, mein Gott!

Du hast doch beschlossen, Gericht7,7 Gericht, verurteilen: Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat. zu halten.

8Versammle die Nationen rings um dich!

Hoch über ihnen nimm deinen Platz ein!

9HERR, du bist Richter7,9 Richter: Gottes Aufgabe als Richter ist die Wiederherstellung eines umfassenden Rechtszustandes, der ein gutes Miteinander der Völker ermöglicht. über die Völker.

Verhilf mir zu meinem Recht, HERR!

Ich habe mich doch gerecht7,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. verhalten

und keine Schuld7,9 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf mich geladen.

10Mach ein Ende mit der Bosheit dieser Frevler7,10 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

Doch den Gerechten7,10 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. lass bestehen.

Der die Menschen auf Herz und Nieren7,10 Nieren: Die Nieren gelten im Alten Testament als Sitz innerer Gefühlsregungen. Mit den Nieren prüft Gott die geheimsten Motive eines Menschen. prüft,

ist gewiss ein gerechter Gott.

11Gott ist mein Schild7,11 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden., der mich schützt.

Er hilft allen, die ein ehrliches Herz haben.

12Wenn Gott ein Urteil fällt, ist er im Recht.

Zu jeder Zeit kann er es vollstrecken.

13Wer aber nicht zur Umkehr bereit ist:

Der soll doch sein Schwert7,13 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. schärfen,

seinen Bogen spannen, zum Schuss anlegen.

14Gegen sich selbst richtet er die tödlichen Waffen.

Und die Pfeile, die ihn treffen sollen,

steckt er mit eigener Hand in Brand.

15Seht nur, mit Unheil geht er schwanger7,15 schwanger: Die böse Absicht wächst wie das Kind im Bauch einer Schwangeren und führt schließlich zur bösen Tat. Vgl. Hiob 15,35; Jesaja 59,4.,

Verderben trägt er in seinem eigenen Leib.

Nur Lug und Trug bringt er zur Welt.

16Eine Grube hat er gegraben und ausgehöhlt.

Doch dann stürzte er in das Loch,

das er selbst geschaufelt hat.

17Das Unheil fällt zurück7,17 fällt zurück: Der Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen. auf seinen Kopf

und die böse Tat kommt über sein Haar.

18Ich danke dem HERRN für seine Gerechtigkeit7,18 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

Den Namen des HERRN7,18 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. will ich preisen:

Den Höchsten7,18 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. nennt man ihn.