BasisBibel NT+Ps (BB)
58

Wie die Schlangen

581FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

MIT DAVID58,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EINE INSCHRIFT.

2Ist das, wovon ihr redet, tatsächlich Gerechtigkeit58,2 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.?

Seid ihr aufrichtig, wenn ihr zu Gericht sitzt

über die Menschenkinder58,2 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.?

3Nein! Mit Absicht begeht ihr Verbrechen!

Eine Spur von Gewalt zieht ihr durchs Land!

4Von Geburt an sind die Frevler58,4 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. auf verkehrtem Weg.

Vom Mutterleib an gehen die Lügner in die Irre.

5Sie versprühen tödliches Gift wie die Schlangen –

wie eine taube Kobra58,5 Kobra: Schlangen sind von Natur aus taub. Mit ihnen werden die Frevler verglichen, die nicht auf Gottes Gebote hören wollen., die ihr Ohr verstopft.

6So hört sie auch nicht auf den Schlangenbeschwörer,

der einen Zauberspruch gegen Schlangen kennt.

7Gott, zerschlag ihnen doch die Zähne im Mund!

Zerbrich das Gebiss dieser jungen Löwen58,7 junge Löwen: Bildwort für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen., HERR!

8Wie Wasser, das verrinnt, sollen sie verschwinden.

Und wenn einer seinen Pfeil auf sie richtet,

sollen sie auch schon zu Boden sinken.

9Sie sollen davonkriechen wie eine Schnecke.

Und wie ein Kind, das tot geboren wird,

sollen sie die Sonne nicht sehen.

10Ja, Dorngestrüpp58,10 Dorngestrüpp: Die Frevler werden als Unkraut angesehen, das selbst zum Feuer machen nicht taugt (Text unsicher). liegt unter euren Kochtöpfen.

Doch bevor es knistert, fegt der Sturm es fort –

ganz gleich, ob es noch frisch ist oder schon glüht.

11Dann wird der Gerechte58,11 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. sich freuen.

Denn er schaut zu, wenn Gott Vergeltung übt.

Er badet seine Füße im Blut des Frevlers58,11 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

12Und die Menschen werden sagen:

»Ja, es lohnt sich, Gerechtigkeit58,12 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. zu üben!

Ja, es gibt einen Gott, der jeden im Land

zur Rechenschaft zieht!«

59

Gott ist meine Stärke

591FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

MIT DAVID59,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EINE INSCHRIFT.

DAMALS59,1 damals: David hatte sich im Haus bei seiner Frau Michal versteckt, vgl. 1. Samuel 19,11., ALS SAUL SEINE SOLDATEN SCHICKTE,

UM DAS HAUS ZU BEWACHEN UND DAVID ZU TÖTEN.

2Rette mich vor meinen Feinden, mein Gott!

Beschütze mich, wenn sie mich angreifen!

3Rette mich vor denen, die Unheil schaffen!

Hilf mir doch, wenn Menschen nach Blut dürsten.

4Sieh her, sie haben mir eine Falle gestellt.

Sie sind stark genug, um über mich herzufallen.

Doch ich habe nichts Unrechtes getan, HERR!

5Obwohl ich unschuldig bin, kommen sie angelaufen

und stellen sich in Schlachtreihen vor mir auf.

Wach auf59,5 wach auf: Charakteristischer Ausdruck in den Psalmen. Der Weckruf soll Gott zum Eingreifen bewegen., komm mir entgegen und sieh selbst!

6Du bist der HERR, Gott der himmlischen Heere59,6 himmlische Heere: Hebräische Gottesbezeichnung »Zebaot«. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.!

Du bist der Gott Israels59,6 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. , wach auf!

Zieh alle fremden Völker zur Verantwortung!

Verschone keinen, der treulos handelt! SELA59,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Abend für Abend kommen sie wieder,

kläffen wie Hunde und streunen durch die Stadt.

8Sieh her, böse Worte schießen aus ihrem Mund.

Sie führen sie wie Schwerter auf ihren Lippen.

Denn sie denken: »Wer merkt es schon?«

9Du aber bist der HERR! Du lachst über sie.

Du spottest über alle fremden Völker.

10Meine Stärke59,10 Stärke: Zum Wesen Gottes gehört seine Stärke. Sie schützt den Beter und schenkt ihm neue Kraft.! An dich will ich mich halten!

Ja, Gott ist meine feste Burg59,10 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46.!

11Mein Gott kommt mir entgegen mit seiner Güte.

Gott lässt mich auf meine Feinde herabsehen.

12Doch du sollst sie nicht töten!

Sonst könnte mein Volk dies vergessen.

Zerstreue sie durch dein Heer und wirf sie nieder!

Du bist doch unser Schild59,12 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden., mein Herr!

13Wenn sie den Mund aufmachen, sündigen sie –

mit jedem Wort, das über ihre Lippen kommt.

Darum sollen sie in ihrem Hochmut gefangen sein.

Denn sie verbreiten nichts als Fluch und Lüge.

14Vernichte sie, so will es dein Zorn59,14 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. !

Vernichte sie, dass sie nicht mehr da sind!

Daran wird man erkennen,

dass Gott über die Nachkommen Jakobs59,14 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. herrscht.

Bis ans Ende der Welt reicht seine Macht. SELA59,14 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

15Abend für Abend kommen sie wieder,

kläffen wie Hunde und streunen durch die Stadt.

16Sie treiben sich herum, um zu fressen!

Werden sie nicht satt, bleiben sie über Nacht.

17Ich aber59,17 ich aber: Typische Formulierung in den Psalmen. Der Beter distanziert sich von den Übeltätern, die keinen Zutritt zum Tempel erhalten. will ein Lied singen über deine Stärke!

Am Morgen will ich jubeln über deine Güte!

Denn du bist für mich eine feste Burg,

ein Zufluchtsort am Tag meiner Not.

18Meine Stärke59,18 Stärke: Zum Wesen Gottes gehört seine Stärke. Sie schützt den Beter und schenkt ihm neue Kraft.! Dir will ich ein Lied spielen!

Ja, Gott ist meine feste Burg59,18 Burg: Sinnbild für Gottes Schutz. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort, vgl. Psalm 46., mein guter Gott!

60

Gebet nach schwerer Niederlage

601FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: LOTUSBLÜTE.

EINE URKUNDE, EINE INSCHRIFT.

MIT DAVID60,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

ZUR VERWENDUNG IM UNTERRICHT.

2DAMALS60,2 damals: Vgl. 2. Samuel 8,1-14., ALS DAVID60,2 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. IN DEN KRIEG ZOG:

GEGEN DIE ARAMÄER AUS DEM ZWEISTROMLAND

UND GEGEN DIE ARAMÄER VOM KÖNIGREICH ZOBA60,2 Zoba: Aramäisches Königreich im Libanon. .

ZU DER ZEIT, ALS JOAB ZURÜCKKEHRTE

UND DIE EDOMITER60,2 Edom, Edomiter: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. IM SALZTAL60,2 Salztal: Wahrscheinlich südlich vom Toten Meer gelegen. Die Schlacht wird auch in 2. Samuel 8,13 erwähnt. BESIEGTE:

ZWÖLFTAUSEND MANN.

3Gott, du hast uns verstoßen,

unsere Reihen60,3 Reihen: Schlachtreihen, die an einen Krieg denken lassen, vgl. 2. Samuel 5,20. auseinandergerissen.

Voller Zorn60,3 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. bist du gewesen.

Jetzt stelle uns wieder her!

4Du hast die Erde erschüttert,

du hast das Land tief gespalten.

Jetzt heile doch seine Risse!

Denn es bricht auseinander.

5Du hast dein Volk erfahren lassen,

wie hart das Leben im Krieg ist.

Du gabst uns Wein zu trinken,

der uns taumeln60,5 taumeln: Der Weinrausch wird zum Sinnbild von Gottes Gericht. Gott reicht seinem Volk den Rauschtrank, sodass es seine Orientierung verliert (»Taumelbecher«); vgl. Psalm 75,9; Jesaja 51,17.22. ließ.

6Doch denen, die dich verehren,

hast du ein Feldzeichen60,6 Feldzeichen: Militärische Signalstange, die den Sammelplatz der Truppen oder auch Besitzansprüche über eroberte Gebiete kennzeichnet. aufgestellt.

Dorthin können sie fliehen

vor Pfeil und Bogen. SELA60,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7So werden deine Freunde gerettet.

Hilf uns mit deiner starken Hand

und antworte uns!

8In seinem Heiligtum hat Gott gesagt:

»Ich werde jubeln über meinen Sieg!

Das Land von Sichem werde ich verteilen60,8 verteilen: Die Verse schildern die neuen Machtverhältnisse. Gott ordnet die Völkerwelt neu.

und das Tal von Sukkot60,8 Tal von Sukkot: Unteres Flusstal des Jabbok bei der Stadt Sukkot (heute: Tell Deir Alla). Hier wohnte Jakob, vgl. 1. Mose/Genesis 33,17. ausmessen.

9Mir gehört Gilead und mir gehört Manasse60,9 Manasse, Efraim, Juda: Stämme Israels..

Efraim60,9 Manasse, Efraim, Juda: Stämme Israels. ist mein Helm, Juda60,9 Manasse, Efraim, Juda: Stämme Israels. mein Herrscherstab60,9 Herrscherstab: Der Herrscherstab ist das Symbol für die königliche Herrschaft..

10Moab soll mir als Waschbecken60,10 Waschbecken: Anspielung auf das Tote Meer, an dessen Ostseite der Staat Moab liegt. dienen.

Auf Edom60,10 Edom, Edomiter: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. will ich meinen Schuh werfen60,10 Schuh werfen: Die Redewendung bedeutet, dass man von etwas Besitz ergreift..

Über die Philister60,10 Philister: Volk, das etwa zeitgleich mit dem Volk Israel im Land der Bibel lebte. werde ich triumphieren.«

1160,11 Vers 11: Ab hier redet der König, der Gott befragt und um den Sieg bittet.»Wer kann mich zur Grenzfestung bringen?

Wer wird mich sicher bis nach Edom60,11 Edom, Edomiter: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. führen?

12Ach Gott, hast du uns wirklich verstoßen?

Ziehst du nicht mehr mit uns in den Krieg, Gott?

13Steh uns bei und rette uns vor dem Feind!

Hilfe von Menschen kann da nichts ausrichten.

14Doch mit Gott werden wir siegreich sein.

Er selbst wird unsere Feinde zertreten.«