BasisBibel (BB)
56

Auf Gott vertrau ich

561FÜR DEN CHORLEITER, NACH DER MELODIE:

TAUBE56,1 Taube: Galt in der Antike als Botin. Sie soll hier die Gebete zu den Göttern tragen., DIE ZU DEN FERNEN GÖTTERN FLIEGT.

EINE INSCHRIFT56,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID56,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS IHN DIE PHILISTER56,1 Philister: Nachbarvolk Israels im Westen. Ihr Siedlungsgebiet lag vor allem in der südlichen Küstenebene am Mittelmeer. BEI GAT GEFANGEN NAHMEN56,1 gefangen nahmen: Die Gefangennahme Davids durch die Philister wird in der Bibel nicht überliefert. 1. Samuel 21,11-16 erzählt, dass David vor König Saul freiwillig zu den Philistern floh..

2Hab Erbarmen mit mir, Gott!

Denn Menschen stellen mir nach!

Den ganzen Tag bekämpfen sie mich.

3Meine Feinde stellen mir nach den ganzen Tag!

Ja, viele bekämpfen mich von oben herab.

4Doch heute, wenn ich mich so fürchte,

setze ich mein Vertrauen auf dich.

5Auf Gott – ich preise sein Wort:

Auf Gott vertrau ich und fürcht mich nicht!

Was können mir Menschen schon antun?

6Den ganzen Tag verletzen sie mich mit Worten.

Was sie auch planen, richtet sich gegen mich.

7In böser Absicht nähern sie sich, lauern mir auf.

Ja, sie beobachten mich auf Schritt und Tritt.

Denn sie haben es auf mein Leben abgesehen.

8Was für ein Unrecht! Sollen sie etwa davonkommen?

Nein! Im Zorn56,8 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. wirf diese Leute zu Boden, Gott!

9Mein Elend hast du doch aufgeschrieben!

Nun sammle meine Tränen in deinem Krug56,9 Krug: Wörtlich »Wasserschlauch«. Flüssigkeiten wie Wasser oder Wein wurden zu damaliger Zeit unter anderem in aus Tierhäuten genähten Beuteln aufbewahrt.!

Ist nicht alles in deinem Buch56,9 dein Buch: Dahinter steht der Gedanke, dass Gott ein Buch über alle Menschen führt. festgehalten?

10Noch heute, wenn ich zu dir rufe,

müssen meine Feinde von mir ablassen.

Ich weiß: Gott tritt für mich ein!

11Auf Gott – ich preise sein Wort,

auf den Herrn56,11 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. – ich preise sein Wort:

12Auf Gott vertrau ich und fürcht mich nicht!

Was können mir Menschen schon antun?

13Jetzt liegt es an mir, Gott!

Was ich dir versprochen habe, will ich erfüllen.

Meine Dankopfer56,13 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank für die erfahrene Rettung im Tempel dargebracht wird. will ich dir darbringen.

14Denn du hast mein Leben dem Tod entrissen!

Meine Füße hast du vor dem Sturz bewahrt.

So kann ich meinen Weg vor Gott gehen,

im Licht, das mir das Leben schenkt.

57

Gottes Güte ist grenzenlos

571FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

EINE INSCHRIFT57,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID57,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER VOR SAUL IN DIE HÖHLE FLOH57,1 vor Saul in die Höhle floh: Von einem Aufenthalt Davids in einer Höhle erzählt beispielsweise 1. Samuel 24..

2Hab Erbarmen mit mir, Gott, hab Erbarmen!

Denn bei dir habe ich Zuflucht57,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. gesucht.

Im Schatten deiner Flügel finde ich Schutz,

bis das Unheil vorüber ist.

3Ich rufe zu Gott, dem Höchsten57,3 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist.,

zu Gott, der meine Sache zum guten Ende bringt.

4Vom Himmel57,4 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. her wird er mir seine Hilfe schicken,

auch wenn mein Verfolger mich schmäht. Sela57,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

Ja, Gott sendet mir seine Güte und seine Treue.

5Mein Lager ist mitten unter Löwen57,5 Löwen: Bild für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen.,

die bereit sind, Menschen zu verschlingen.

Ihre Zähne gleichen Speeren und Pfeilen.

Ihre Zungen sind scharf wie ein Schwert.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel,

über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit57,6 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..

7Sie haben für meine Füße ein Netz57,7 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. ausgelegt.

Sie wollten, dass ich den Mut verliere.

Sie haben vor mir eine Grube gegraben,

doch sie sind selbst hineingefallen. Sela57,7 Sela: Zeichen zum Atemholen..

8Mein Vertrauen steht fest, Gott,

felsenfest steht mein Vertrauen.

So will ich singen und musizieren.

9Wach auf, du herrlicher Glanz57,9 herrlicher Glanz: Der Aufgang der Sonne ist hier Bild für die kommende Gerechtigkeit Gottes.!

Wach auf, du Harfe57,9 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. und Leier57,9 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden.,

ich will das Morgenrot wecken.

10Dir will ich danken, mein Herr, unter den Völkern.

Für dich will ich musizieren vor den Nationen.

11Denn deine Güte reicht bis an den Himmel

und deine Treue bis zu den Wolken.

12Erhebe dich, Gott, über den Himmel57,12 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,

über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit57,12 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..

58

Wie die Schlangen

581FÜR DEN CHORLEITER,

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

EINE INSCHRIFT58,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID58,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Haltet ihr euch wirklich an die Wahrheit,

wenn ihr euer Urteil fällt, ihr Mächtigen?

Seid ihr ehrlich gegenüber den Menschen,

wenn ihr Gericht haltet?

3Nein! Mit Absicht begeht ihr Verbrechen!

Eine Spur von Gewalt zieht ihr durchs Land.

4Von Geburt an sind die Frevler58,4 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. auf verkehrtem Weg.

Vom Mutterleib an gehen die Lügner in die Irre.

5Sie versprühen tödliches Gift wie die Schlangen –

wie eine taube Kobra58,5 taube Kobra: Schlangen sind nicht taub. Da sie aber kein sichtbares Ohr haben, dachte man lange, dass sie nicht hören können., die ihr Ohr verstopft.

6So hört sie auch nicht auf den Schlangenbeschwörer,

der einen Zauberspruch gegen Schlangen kennt.

7Gott, zerschlag ihnen doch die Zähne im Mund!

Zerbrich das Gebiss dieser jungen Löwen58,7 junge Löwen: Bild für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen., Herr58,7 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.!

8Wie Wasser, das verrinnt, sollen sie verschwinden.

Wenn einer seinen Pfeil auf sie richtet,

sinken sie auch schon zu Boden.

9Sie sollen wie eine Schnecke im Schleim zerfließen.

Und wie ein Kind, das tot geboren wird,

sollen sie die Sonne nicht sehen.

10Ja, Dornengestrüpp liegt unter euren Kochtöpfen.

Doch bevor es knistert, fegt der Sturm es fort –

ganz gleich, ob es noch frisch ist oder schon brennt.

11Dann wird der Gerechte58,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. sich freuen.

Denn er schaut zu, wenn Gott Vergeltung übt.

Er badet seine Füße im Blut des Frevlers58,11 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

12Und die Menschen werden sagen:

»Ja, es lohnt sich, Gerechtigkeit58,12 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. zu üben!

Ja, es gibt einen Gott,

der jeden im Land zur Rechenschaft zieht!«