BasisBibel NT+Ps (BB)
56

Auf Gott vertraue ich

561FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE:

TAUBE56,1 Taube: Im Altertum galt die Taube auch als Botin (»Brieftaube«). Sie soll die Gebete zu den fernen Göttern bringen., DIE ZU DEN FERNEN GÖTTERN FLIEGT.

MIT DAVID56,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EINE INSCHRIFT.

DAMALS56,1 damals: Die Szene ist biblisch nicht belegt. David hatte sich vielmehr aus freien Stücken zu den Philistern begeben; vgl. 1. Samuel 21,11-13; 27,1-3., ALS IHN DIE PHILISTER56,1 Philister: Volk, das etwa zeitgleich mit dem Volk Israel im Land der Bibel lebte. BEI GAT GEFANGEN GENOMMEN HATTEN.

2Hab Erbarmen mit mir, Gott!

Denn Menschen stellen mir nach!

Den ganzen Tag bekämpft mich einer.

3Meine Feinde stellen mir nach den ganzen Tag!

Ja, viele bekämpfen mich aus hoher Stellung56,3 aus hoher Stellung: Eine Anhöhe oder eine gesellschaftliche Machtposition..

4Doch heute, wenn ich mich so fürchte,

setze ich mein Vertrauen auf dich.

5Auf Gott56,5 auf Gott: Zitat der ersten beiden Worte, mit dem der Refrain beginnt; vgl. Vers 5b und 12b. – dieses Wort lobe ich mir:

Auf Gott vertrau ich und fürcht mich nicht!

Was können mir Menschen56,5 Menschen: Wörtlich »das Fleisch«, gemeint sind die Sterblichen, die selbst vergänglich sind.schon antun?

6Den ganzen Tag verletzen sie mich mit Worten.

Was sie auch planen, richtet sich gegen mich.

7In böser Absicht nähern sie sich, lauern mir auf.

Ja, sie beobachten mich auf Schritt und Tritt.

Denn sie haben es auf mein Leben abgesehen.

8Was für ein Unrecht! Sollen sie etwa davonkommen?

Nein! Im Zorn56,8 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. wirf diese Leute zu Boden, Gott!

9Mein Elend hast du doch aufgeschrieben!

Nun sammle meine Tränen in deinem Krug56,9 Krug: Deutsche Entsprechung zum hebräischen »Wasserschlauch«, einem aus Tierhaut vernähten Beutel.!

Ist nicht alles in deinem Buch56,9 Buch des Lebens: Nach biblischer Vorstellung führt Gott eine Liste über die Menschen, die gerettet werden; vgl. Daniel 12,1; Offenbarung 13,8. festgehalten?

10Noch heute, wenn ich zu dir rufe,

müssen meine Feinde von mir ablassen.

Ich weiß bestimmt: Gott tritt für mich ein!

11Auf Gott – dieses Wort lobe ich mir!

Auf den HERRN – dieses Wort lobe ich mir:

12Auf Gott vertrau ich und fürcht mich nicht!

Was können mir Menschen schon antun?

13Jetzt liegt es an mir, Gott!

Was ich dir versprochen habe, will ich erfüllen.

Meine Dankopfer56,13 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank dargebracht wird. will ich dir darbringen.

14Denn du hast mein Leben dem Tod entrissen!

Meine Füße hast du vor dem Sturz bewahrt.

So kann ich meinen Weg mit Gott gehen –

im Licht56,14 Licht: Das Licht ist das erste Werk in Gottes Schöpfung. Im übertragenen Sinn bedeutet das Licht Leben, während Dunkelheit für den Tod steht. Im Neuen Testament wird Jesus als Licht der Welt bezeichnet, weil die Menschen durch ihn das ewige Leben erhalten., das mir das Leben schenkt.

57

Gottes Güte ist grenzenlos

571FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

MIT DAVID57,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EINE INSCHRIFT.

DAMALS57,1 damals: Vgl. 1. Samuel 22,1-2 und 1. Samuel 24,1-23., ALS ER VOR SAUL57,1 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel. IN DIE HÖHLE FLOH.

2Hab Erbarmen mit mir, Gott, hab Erbarmen!

Denn bei dir habe ich Zuflucht57,2 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. gesucht.

Im Schatten deiner Flügel57,2 Flügel: Fabelwesen mit Flügeln umgeben den Thron Gottes, der im Allerheiligsten des Tempels steht. Ihre ausgebreiteten Schwingen sind ein Sinnbild für den heilsamen Schutz in Gottes Nähe. fühle ich mich sicher,

während das Unheil vorüberzieht.

3Ich rufe zu Gott, dem Höchsten57,3 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20.,

zu Gott, der zu meinen Gunsten handelt.

4Vom Himmel57,4 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. her wird er mir seine Hilfe schicken,

auch wenn mein Verfolger mich schmäht. SELA57,4 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

Ja, Gott wird mir seine Hilfe schicken.

So entspricht es seiner Güte und Treue.

5Mein Lagerplatz ist mitten unter Löwen57,5 Löwen: Bildwort für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen.,

die bereit sind, Menschen zu verschlingen.

Ihre Zähne gleichen Spießen und Pfeilen.

Ihre Zungen sind so scharf wie ein Schwert.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel57,6 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,

über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit57,6 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor..

7Sie haben für meine Füße ein Netz57,7 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden. ausgelegt.

Sie wollten, dass ich den Mut verliere.

Sie haben vor mir eine Grube gegraben,

doch sie sind selbst hineingefallen. SELA57,7 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

8Mein Vertrauen steht fest, Gott,

felsenfest57,8 felsenfest: Der Beter vergleicht das ihm geschenkte Vertrauen mit dem Schöpfungshandeln Gottes, der die Berge fest gegründet hat. steht mein Vertrauen.

Darum will ich singen und musizieren:

9»Erwache, du herrlicher Glanz57,9 herrlicher Glanz: Der Aufgang der Sonne wird zum Sinnbild für die kommende Gerechtigkeit Gottes.!

Erwache, du Klang von Harfe und Leier57,9 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel.!

Ich will das Morgenrot wecken.«

10Dir danke ich unter den Völkern, mein Herr.

Für dich musiziere ich vor den Nationen.

11Denn deine Güte reicht bis an den Himmel

und deine Treue bis zu den Wolken.

12Erhebe dich, Gott, über den Himmel57,12 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.,

über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit57,12 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor..

58

Wie die Schlangen

581FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE: ZERSTÖRE NICHT!

MIT DAVID58,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EINE INSCHRIFT.

2Ist das, wovon ihr redet, tatsächlich Gerechtigkeit58,2 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.?

Seid ihr aufrichtig, wenn ihr zu Gericht sitzt

über die Menschenkinder58,2 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.?

3Nein! Mit Absicht begeht ihr Verbrechen!

Eine Spur von Gewalt zieht ihr durchs Land!

4Von Geburt an sind die Frevler58,4 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. auf verkehrtem Weg.

Vom Mutterleib an gehen die Lügner in die Irre.

5Sie versprühen tödliches Gift wie die Schlangen –

wie eine taube Kobra58,5 Kobra: Schlangen sind von Natur aus taub. Mit ihnen werden die Frevler verglichen, die nicht auf Gottes Gebote hören wollen., die ihr Ohr verstopft.

6So hört sie auch nicht auf den Schlangenbeschwörer,

der einen Zauberspruch gegen Schlangen kennt.

7Gott, zerschlag ihnen doch die Zähne im Mund!

Zerbrich das Gebiss dieser jungen Löwen58,7 junge Löwen: Bildwort für die mächtigen Feinde, die den Beter zu verschlingen drohen., HERR!

8Wie Wasser, das verrinnt, sollen sie verschwinden.

Und wenn einer seinen Pfeil auf sie richtet,

sollen sie auch schon zu Boden sinken.

9Sie sollen davonkriechen wie eine Schnecke.

Und wie ein Kind, das tot geboren wird,

sollen sie die Sonne nicht sehen.

10Ja, Dorngestrüpp58,10 Dorngestrüpp: Die Frevler werden als Unkraut angesehen, das selbst zum Feuer machen nicht taugt (Text unsicher). liegt unter euren Kochtöpfen.

Doch bevor es knistert, fegt der Sturm es fort –

ganz gleich, ob es noch frisch ist oder schon glüht.

11Dann wird der Gerechte58,11 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. sich freuen.

Denn er schaut zu, wenn Gott Vergeltung übt.

Er badet seine Füße im Blut des Frevlers58,11 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

12Und die Menschen werden sagen:

»Ja, es lohnt sich, Gerechtigkeit58,12 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. zu üben!

Ja, es gibt einen Gott, der jeden im Land

zur Rechenschaft zieht!«