BasisBibel (BB)
53

Gott schaut vom Himmel herab

531FÜR DEN CHORLEITER, ZUM KREISTANZ53,1 Kreistanz: Übersetzung nach der griechischen Tradition. Der hebräische Ausdruck könnte auch eine Melodieangabe oder ein Musikinstrument bezeichnen..

EIN WEISHEITSLIED, VON DAVID53,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Dumme Menschen sprechen

in ihrem Herzen: »Es gibt keinen Gott!«

Sie handeln abscheulich und verkehrt.

Es gibt keinen, der etwas Gutes tut.

3Doch der Herr schaut vom Himmel53,3 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab

und prüft die Menschenkinder53,3 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

Er möchte sehen, ob jemand da ist,

der Verstand hat und nach Gott fragt.

4Doch sie sind alle von Gott abgefallen,

allesamt sind sie verdorben.

Es ist niemand da, der etwas Gutes tut,

auch nicht ein Einziger!

5Haben denn die Übeltäter kein Einsehen?

Sie fressen mein Volk, wie man Brot verschlingt.

Aber zu Gott rufen sie nicht!

6Auf der Stelle soll sie ein Schrecken packen –

ein Schrecken, wie es noch keinen gegeben hat.

Ja, Gott zerstreut die Gebeine der toten Feinde53,6 Gebeine der toten Feinde: Nach der erfolglosen Belagerung einer Stadt sind nur die Knochen der getöteten Belagerer zurückgeblieben.,

die dich belagert haben.

Schande über sie! Denn Gott verabscheut ihr Tun.

7Wer wird vom Zion53,7 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. kommen

und Israel53,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. die Befreiung bringen?

Wenn Gott das Schicksal53,7 Schicksal: Meint die Verbannung nach Babylonien. Dorthin wurden die Bewohner des Landes nach der Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. verschleppt. seines Volkes

zum Guten wendet,

wird Jakob53,7 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. jubeln, Israel sich freuen.

54

Hilferuf in Bedrängnis

541FÜR DEN CHORLEITER,

ZU BEGLEITEN MIT SAITENINSTRUMENTEN.

EIN WEISHEITSLIED, VON DAVID54,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

2ALS DIE LEUTE VON SIF54,2 Sif: Nach der gleichnamigen Stadt benannte Wüste südöstlich von Hebron. KAMEN UND SAUL MITTEILTEN54,2 Saul mitteilen: Davids Versteck auf der Flucht vor König Saul wurde verraten, vgl. 1. Samuel 23,19-23.:

DAVID VERSTECKT SICH IN UNSERER GEGEND.

3Gott, rette mich!

So entspricht es deinem Namen54,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.!

Verhilf mir zu meinem Recht!

Du hast doch die Macht dazu!

4Gott, höre mein Gebet54,4 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Hab ein offenes Ohr für das,

was ich dir zu sagen habe:

5Unverschämte Leute stellen sich mir entgegen.

Zur Gewalt bereit, bedrohen sie mein Leben.

Sie schenken Gott keine Beachtung. Sela54,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Siehe, Gott ist es, der mir zu Hilfe kommt!

Mein Herr ist bei denen, die zu mir stehen.

7Das Böse soll auf meine Feinde zurückfallen54,7 zurückfallen auf jemanden: Ein Mensch wird von seiner bösen Tat eingeholt und muss die Verantwortung dafür tragen..

Zeig mir deine Treue und vernichte sie!

8Dann will ich dir gern ein Opfer54,8 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. darbringen.

Deinen Namen54,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum.Herr54,8 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. – will ich preisen;

denn er verheißt Gutes.

9Ja, aus aller Not hat er mich gerettet.

Mit eigenen Augen sah ich meine Feinde am Boden liegen.

55

Wenn ich doch Flügel hätte

551FÜR DEN CHORLEITER,

ZU BEGLEITEN MIT SAITENINSTRUMENTEN.

EIN WEISHEITSLIED, VON DAVID55,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Öffne dein Ohr für mein Gebet55,2 Gebet: Reden des Menschen mit Gott., Gott!

Entziehe dich nicht meinem Flehen.

3Gib auf mich acht! Antworte mir!

Ich bin verzweifelt und fassungslos.

4Denn der Feind macht viel Lärm,

der Frevler55,4 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. schreit, so laut er kann.

Sie lassen Unheil über mich kommen

und beschuldigen mich in blinder Wut.

5Mir pocht das Herz in meiner Brust,

Todesangst hat mich überfallen.

6Furcht und Zittern packen mich,

ein Schaudern hat mich erfasst.

7Da sprach ich: »Wenn ich doch Flügel hätte!

Wie eine Taube wollte ich davonfliegen

und mich woanders niederlassen.

8Siehe, weit in die Ferne würde ich fliehen

und die Nacht in der Wüste55,8 Wüste: Hier Ort des Rückzugs vor dem Lärmen der Feinde. verbringen. Sela55,8 Sela: Zeichen zum Atemholen..

9Ich würde mich eilig in Sicherheit bringen,

vor dem Sturmwind, der über mich hinwegfegt.«

10Mein Herr, verwirre55,10 verwirre: Anspielung auf die Erzählung vom Turmbau zu Babel in 1. Mose/Genesis 11,1-9, in der Gott die Sprache der Menschen durcheinanderbringt. doch ihre Sprache,

damit sie einander nicht mehr verstehen.

Denn ich sehe Gewalt und Streit in der Stadt:

11Tag und Nacht kreisen sie um ihre Mauern55,11 Mauern: Meint die Stadtmauer. Sie schützt die Stadt vor dem Angriff der Feinde. Ihr Eingangstor wird tagsüber bewacht und ist nachts geschlossen..

Doch drinnen herrschen Elend und Not.

12Verbrechen werden in ihrer Mitte begangen.

Erpressung und Betrug verschwinden nicht

von ihrem Markt.

13Es ist nicht der Feind, der mich beschimpft. –

Das würde ich noch ertragen!

Und es ist niemand, der mich maßlos hasst. –

Vor ihm würde ich mich verstecken!

14Nein, du bist es! Ein Mensch, den ich schätze,

mein Freund, der mein Vertrauen besitzt!

15Gern kamen wir in vertrauter Runde zusammen.

Im festlichen Treiben gingen wir zu Gottes Haus55,15 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..

16Der Tod soll über die Verbrecher55,16 Verbrecher: Meint die Leute aus Psalm 55,10-12, die das Leben in der Stadt unsicher machen. kommen!

Lebendig sollen sie in das Totenreich55,16 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. hinabsteigen!

Denn Bosheit wohnt in ihren Häusern und Herzen.

17Ich aber, ich rufe zu Gott,

ja, der Herr55,17 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. wird mir helfen.

18Abends und morgens und mittags –

ununterbrochen klage und stöhne ich.

Da hat er meine Stimme gehört.

19Er befreite mich von denen, die mich angriffen.

So ließen sie mich in Frieden.

Denn viele von ihnen standen gegen mich.

20Gott soll es hören und sie bestrafen,

sie und die Bewohner des Ostens55,20 Bewohner des Ostens: Hinweis auf weitere Feinde. Der Text ist an dieser Stelle schwer zu deuten.. Sela55,20 Sela: Zeichen zum Atemholen..

Denn sie halten sich an keine Abmachung

und haben keine Ehrfurcht55,20 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. vor Gott.

21Der falsche Freund55,21 falscher Freund: Meint den Freund aus Psalm 55,13-15, der den Beter enttäuscht hat. erhob die Hände

gegen den, der ihm Vertrauen schenkte.

So hat er den Freundschaftsbund entweiht.

22Weicher als Butter sind seine Reden,

doch nach Krieg steht ihm der Sinn.

Geschmeidiger als Öl sind seine Worte,

doch sie schneiden wie scharfe Schwerter.

23Übergib dem Herrn deine Last!

Er selbst wird für dich sorgen!

Zu keiner Zeit wird er zulassen,

dass der Gerechte55,23 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. zu Fall kommt.

24Du aber, Gott, stürze die Verbrecher55,24 Verbrecher: Meint die Leute aus Psalm 55,10-12, die das Leben in der Stadt unsicher machen. hinab,

hinab in die Zisterne55,24 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer zum Sammeln und Speichern von Regenwasser. Hier Bild für das Totenreich., in ihr Verderben.

Ja, die Mörder und Betrüger sollen sterben,

bevor sie die Mitte ihres Lebens erreichen.

Ich aber setze mein ganzes Vertrauen auf dich.