BasisBibel NT+Ps (BB)
52

Wie ein Ölbaum

521FÜR DEN CHORLEITER.

EIN WEISHEITSLIED,

MIT DAVID52,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2DAMALS52,2 damals: Auf der Flucht vor Saul versteckte sich David im Haus des Priesters Ahimelech. Doch der Edomiter Doëg verriet seinen Aufenthaltsort, vgl. 1. Samuel 22,9., ALS DER EDOMITER52,2 Edom, Edomiter: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. DOËG KAM

UND SAUL52,2 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel. DIE NACHRICHT ÜBERBRACHTE:

DAVID52,2 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. IST IN DAS HAUS AHIMELECHS GEGANGEN.

3Warum prahlst du mit deiner Bosheit, du Starker?

Gottes Güte ist doch jeden Tag bei mir.

4Verderben planst du mit deiner Zunge52,4 Zunge: Organ menschlichen Sprechens. Durch Lügen und Verleumden kann sie großen Schaden anrichten, vgl. Psalm 120,2..

Sie ist scharf wie ein Messer, du Verräter.

5Du liebst das Böse mehr als das Gute.

Lieber lügst du, als die Wahrheit zu sagen. SELA52,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Du liebst jedes Wort, das Verwirrung stiftet,

du Mensch mit falscher Zunge!

7Doch Gott wird dich für immer verderben.

Er wird dich packen52,7 packen: Das Gericht Gottes wird mit einem heftigen Sturm verglichen, der sogar Bäume entwurzelt. und aus dem Zelt werfen.

Mitsamt den Wurzeln wird er dich ausreißen

aus dem Land der Lebenden52,7 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich.. SELA52,7 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

8Die Gerechten52,8 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. werden es sehen und erschrecken.

Aber über den Starken werden sie lachen:

9»Seht euch doch diesen Mann an!

Er suchte seine Zuflucht52,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. nicht bei Gott!

Auf seinen großen Reichtum hat er sich verlassen.

So nahm er seine Zuflucht52,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. bei den Dingen,

die ihn schließlich ins Verderben stürzten.«

10Ich aber bin wie ein Ölbaum52,10 Ölbaum: Olivenbäume, auch Ölbäume genannt, waren im Land der Bibel sehr verbreitet. Oliven waren einer der Hauptlieferanten für pflanzliche Öle – daher der Name.,

der in Gottes Haus52,10 Haus: Bezeichnung für den Tempel. grünt und blüht.

Alle Zeit vertraue ich auf Gottes Güte.

11Ich bin so dankbar für das, was du getan hast.

Alle Hoffnung setze ich auf deinen Namen52,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

Denn er verheißt Gutes in deiner Gemeinde.

53

Gott schaut vom Himmel herab

Ähnlich überliefert in Psalm 14

531FÜR DEN CHORLEITER.

ZUM KREISTANZ53,1 Kreistanz: Übersetzung nach der griechischen Tradition. Der hebräische Ausdruck könnte auch eine Melodieangabe oder ein Musikinstrument bezeichnen..

EIN WEISHEITSLIED, MIT DAVID53,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Verständnislose Menschen53,2 verständnislose Menschen: Gewöhnlich mit »Tor, Narr« übersetzt, häufig dem »Weisen, Klugen« gegenübergestellt. sprechen

in ihrem Herzen: »Es gibt keinen Gott!«

Sie handeln abscheulich und verkehrt.

Es gibt keinen, der etwas Gutes tut.

3Doch der Herr schaut vom Himmel53,3 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab

und prüft die Menschenkinder53,3 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

Er möchte sehen, ob jemand da ist,

der Verstand hat und nach Gott fragt.

4Doch sie sind alle von Gott abgefallen,

allesamt sind sie verdorben53,4 verdorben: Das seltene Verb bedeutet eigentlich »sauer werden (von Milch)«..

Es gibt keinen, der etwas Gutes tut.

Auch nicht einen Einzigen!

5Haben denn die Übeltäter kein Einsehen?

Sie fressen mein Volk, wie man Brot53,5 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel verschlingt.

Aber zu Gott rufen sie nicht!

6Auf der Stelle soll sie ein Schrecken packen53,6 Schrecken packen: Wörtlich »ein Schrecken wird sie erschrecken«, im hebräischen Text eine poetische Stilfigur.

ein Schrecken, wie es noch keinen gegeben hat.

Ja, Gott zerstreut die Totengebeine53,6 Totengebeine: Nach der erfolglosen Belagerung einer Stadt sind nur die Knochen der getöteten Belagerer zurückgeblieben. der Feinde,

die dich belagert haben.

Schande über sie! Denn Gott verabscheut ihr Tun.

7Wer wird vom Zion53,7 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. kommen

und Israel53,7 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. die Befreiung bringen?

Wenn Gott das Schicksal53,7 Schicksal: Gemeint ist das Exil des jüdischen Volkes in Babylon. Dorthin wurde es nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 587 v. Chr. verschleppt. seines Volkes

zum Guten wendet,

dann wird Jakob jubeln, Israel sich freuen.

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Hilferuf in Bedrängnis

541FÜR DEN CHORLEITER.

ZU BEGLEITEN MIT SAITENINSTRUMENTEN.

EIN WEISHEITSLIED, MIT DAVID54,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2DAMALS54,2 damals: Auf der Flucht vor Saul hielt sich David im Süden des Landes versteckt. Sein Aufenthaltsort wurde jedoch an Saul verraten, vgl. 1. Samuel 23,19-24., ALS DIE LEUTE VON SIF54,2 Sif: Stadt im Bergland von Juda. KAMEN

UND SAUL54,2 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel. MITTEILTEN:

»DAVID54,2 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERSTECKT SICH IN UNSERER GEGEND!«

3Gott, rette mich!

So entspricht es deinem Namen54,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel.!

Verhilf mir zu meinem Recht!

Du hast doch die Kraft dazu!

4Gott, höre mein Gebet54,4 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Öffne dein Ohr für das,

was ich dir zu sagen habe:

5Freche Leute stellen sich mir entgegen.

Zur Gewalt bereit, bedrohen sie mein Leben.

Sie schenken Gott keine Beachtung. SELA54,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Siehe, Gott ist es, der mir zu Hilfe kommt!

Mein Herr ist bei denen, die zu mir stehen.

7Das Böse soll auf meine Feinde zurückfallen54,7 zurückfallen auf jemanden: Nach biblischer Vorstellung von Tun und Ergehen wird der Mensch von seiner bösen Tat eingeholt und muss dann die Verantwortung dafür tragen..

Zeig mir deine Treue und vernichte sie!

8Dann will ich dir gern ein Opfer54,8 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. darbringen.

Deinen Namen54,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. – HERR – will ich preisen;

denn er verheißt Gutes.

9Ja, aus aller Not hat er mich gerettet.

Mit eigenen Augen sah ich meine Feinde am Boden liegen.