BasisBibel NT+Ps (BB)
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Gott kommt und schweigt nicht

501EIN PSALM,

MIT ASAF50,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

Gott, Gott, der HERR,

begann zu reden und rief die Welt –

vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.

2Vom Zion50,2 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. her, dem vollendet schönen Berg –

von dort erschien Gott in strahlendem Glanz.

3Unser Gott kommt und schweigt nicht.

Vor ihm her zieht verzehrendes Feuer50,3 Feuer: Nach biblischer Vorstellung begleiten Naturgewalten wie Feuer, Gewitter und Erdbeben das machtvolle Erscheinen Gottes in der Menschenwelt.

und um ihn tobt heftiger Gewittersturm.

4Er ruft den Himmel50,4 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hoch oben

und die Erde als Zeugen50,4 Zeugen: Himmel und Erde sind hier als Personen vorgestellt, die als Zeugen aufgerufen werden; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 31,28. auf.

Er will über sein Volk Gericht50,4 Gericht, verurteilen: Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat. halten:

5»Versammelt um mich, die mir treu sind –

die mit mir beim Opferfest den Bund50,5 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben.

geschlossen haben.«

6Der Himmel50,6 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. verkündet seine Gerechtigkeit50,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.:

Ja, Gott selbst ist der Richter! SELA50,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7»Höre, mein Volk, ich will reden!

Gegen dich, Israel50,7 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. , will ich aussagen!

Ich bin Gott! Ja, dein Gott bin ich.

8Es sind nicht die Schlachtopfer50,8 Schlachtopfer: Beim Schlachtopfer wurden Fett und Innereien als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.,

weshalb ich dir ins Gewissen rede.

Es sind nicht die Brandopfer50,8 Brandopfer: Beim Brandopfer wurde das geschlachtete Opfertier mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. ,

die mir täglich vor Augen sind.

9Trotzdem will ich keinen Stier

aus deinem Haus als Opfer50,9 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. haben.

Ich will keine Ziegenböcke

von deinen umzäunten Weiden.

10Denn mir gehören alle Tiere des Waldes,

das Wild auf den Bergen zu Tausenden.

11Ich kenne alle Raubvögel in der Höhe.

Ebenso ist mir die Grille auf dem Feld vertraut.

12Ich würde es dir nicht sagen, wenn ich Hunger hätte.

Denn mir gehört der Erdkreis und was ihn füllt.

13Esse ich etwa das Fleisch von Stieren?

Oder trinke ich das Blut von Ziegen?

14Darum bringe Gott dein Dankgebet als Opfer50,14 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. dar!

Erfülle, was du dem Höchsten50,14 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. versprochen hast!

15Und wenn du in Not bist, rufe nach mir!

Dann rette ich dich, und du wirst mich dafür ehren.«

16Und zum Frevler50,16 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sagte Gott:

»Wie kommst du dazu, meine Gebote50,16 Gebote: Die Zehn Gebote und weitere biblische Anweisungen, die ein gerechtes und gottgewolltes Leben ermöglichen. herzusagen?

Warum redest du leichtfertig von meinem Bund50,16 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben.?

17Du hasst es doch, wenn ich dich erziehe.

Und meine Worte wirfst du hinter dich50,17 hinter dich: Hebräische Redewendung. Es geht um den Vorwurf, dass Gottes Worte nicht beachtet werden, so wie man etwas gleichgültig hinter sich wirft..

18Siehst du einen Dieb, suchst du seine Gesellschaft.

Mit Ehebrechern setzt du dich gern zusammen.

19Dein Mund verschickt böse Worte.

Und deine Zunge verführt zum Betrug.

20Du redest schlecht von deinem Bruder.

Den Sohn deiner Mutter verleumdest du.

21Ja, das hast du getan! Sollte ich dazu schweigen?

Du hast dir wohl eingebildet, ich wäre wie du.

Aber ich werde dich zur Verantwortung ziehen.

Ich werde dir deine Taten vor Augen halten.

22Merkt euch das, die ihr Gott vergesst!

Sonst werde ich euch in Stücke reißen50,22 in Stücke reißen: Das Gerichtshandeln Gottes wird mit dem drastischen Bildwort vom Jagen eines Raubtieres beschrieben.

und niemand ist da, der euch retten kann!

23Wer sein Dankgebet als Opfer50,23 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. darbringt,

ehrt mich in angemessener Weise.

Er ist auf dem richtigen Weg.

Ich lasse ihn Gottes Hilfe erfahren.«

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Erneuerung durch Gottes Geist

Der vierte kirchliche Bußpsalm51,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden die Psalmen 6, 32, 38, 51, 102, 130 und 143 als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

511FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID51,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2DAMALS51,2 damals: Vgl. 2. Samuel 11–12., ALS IHN DER PROPHET51,2 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. NATAN

ZUR REDE STELLTE. DAVID51,2 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. HATTE NÄMLICH MIT BATSEBA EHEBRUCH BEGANGEN.

3Hab Erbarmen mit mir, Gott!

Das entspricht doch deiner Güte.

Vergib mir meine Vergehen!

So groß ist deine Barmherzigkeit.

4Wasche mich rein von meiner Schuld51,4 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet..

Säubere mich von meiner Sünde.

5Denn meine Vergehen kenne ich genau.

Meine Sünde ist mir täglich bewusst.

6Gegen dich allein habe ich mich verfehlt.

Ich tat, was in deinen Augen böse ist.

Du behältst recht mit deinem Schuldspruch.

Du bist vollkommen in deinem Urteil.

7Ja, in Schuld51,7 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. hinein wurde ich geboren.

Die Sünde bestimmt mein Leben,

seit meine Mutter mich empfangen hat.

8Ja, du hast Gefallen an der Wahrheit51,8 wahr, Wahrheit: »Wahr« ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Jesus ist der Zeuge für diese Wahrheit. Mehr noch: weil er von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst. ,

die ein Mensch in seinem Inneren sucht.

Forsche ich nach ihr im Verborgenen,

soll deine Weisheit51,8 Weisheit: Die Fähigkeit zu erkennen, wie die Welt und das Leben geordnet sind und wie der Mensch sich am besten in diese Ordnung einfügt. Die Weisheit hat ihren Ursprung bei Gott, der die Welt weise gegründet hat. mich dabei leiten.

9Reinige mich mit der Ysop-Pflanze51,9 Ysop-Pflanze: Die zu Büscheln zusammengebundene Pflanze verwendete man im Tempel, um die Reinigung eines Menschen als Befreiung von Schuld zeichenhaft darzustellen.,

dass ich von meiner Schuld51,9 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. frei werde.

Wasche mich rein, weißer als Schnee!

10Lass mich wieder Jubel und Freude spüren.

Meine Glieder sollen sich fröhlich regen,

die du mit Schmerzen geschlagen hast.

11Schaue nicht auf meine Verfehlungen

und vergib mir alle meine Schuld51,11 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.!

12Erschaffe51,12 erschaffen/fest gründen: Die im Gottesdienst vollzogene Vergebung von Schuld wird als ein Akt der Neuschöpfung des Menschen verstanden. Beide Verben bringen das Schöpfungshandeln Gottes zum Ausdruck: vgl. 1. Mose/Genesis 1,1 »erschaffen« und Psalm 24,2 »fest gründen (von Himmel und Erde)«. in mir, Gott, ein reines Herz.

Und einen neuen Geist gründe fest51,12 erschaffen/fest gründen: Die im Gottesdienst vollzogene Vergebung von Schuld wird als ein Akt der Neuschöpfung des Menschen verstanden. Beide Verben bringen das Schöpfungshandeln Gottes zum Ausdruck: vgl. 1. Mose/Genesis 1,1 »erschaffen« und Psalm 24,2 »fest gründen (von Himmel und Erde)«. in mir!

13Schick mich nicht fort von deinem Angesicht51,13 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. !

Nimm deinen Heiligen Geist51,13 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. nicht weg von mir!

14Lass mich wieder jubeln über deine Hilfe!

Gib mir einen Geist, der dir bereitwillig folgt.

15Dann will ich die Verbrecher deine Wege lehren.

Dann werden die Sünder umkehren zu dir.

16Bewahre mich vor Bluttaten, Gott!

Du bist doch Gott, der mich retten kann.

Meine Zunge jubelt über deine Gerechtigkeit51,16 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

17Mein Herr, öffne mir die Lippen!

Mein Mund will deinen Ruhm verkünden!

18Denn du hast keine Freude am Schlachtopfer51,18 Schlachtopfer: Beim Schlachtopfer wurden Fett und Innereien als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde..

Und sollte ich ein Brandopfer51,18 Brandopfer: Beim Brandopfer wurde das geschlachtete Opfertier mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. darbringen,

würde es dir nicht gefallen.

19Mein Opfer51,19 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt., Gott, ist ein zerknirschter Geist51,19 zerknirschter Geist: Die Bereitschaft, in sich zu gehen und seine Fehler zuzugeben. Ehrliche Reue ist die Art von Opfer, die Gott gefällt.

ein zerknirschtes und niedergeschlagenes Herz.

Das wirst du, Gott, nicht gering schätzen.

20Tue Gutes für den Zion51,20 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. , wie es dir gefällt!

Baue die Mauern Jerusalems51,20 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. wieder auf!

21Dann wirst du dich wieder über Opfer51,21 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. freuen –

Brandopfer51,21 Brandopfer: Beim Brandopfer wurde das geschlachtete Opfertier mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und Ganzopfer51,21 Ganzopfer: Ein dem Brandopfer entsprechendes Opfer., die ehrlich gemeint sind.

Dann bringt man wieder Stiere zu deinem Altar51,21 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, an dem einer Gottheit die für sie bestimmten Gaben übereignet bzw. verbrannt wurden. .

52

Wie ein Ölbaum

521FÜR DEN CHORLEITER.

EIN WEISHEITSLIED,

MIT DAVID52,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2DAMALS52,2 damals: Auf der Flucht vor Saul versteckte sich David im Haus des Priesters Ahimelech. Doch der Edomiter Doëg verriet seinen Aufenthaltsort, vgl. 1. Samuel 22,9., ALS DER EDOMITER52,2 Edom, Edomiter: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. DOËG KAM

UND SAUL52,2 Saul: Israelitischer Heerführer und erster König in Israel. DIE NACHRICHT ÜBERBRACHTE:

DAVID52,2 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. IST IN DAS HAUS AHIMELECHS GEGANGEN.

3Warum prahlst du mit deiner Bosheit, du Starker?

Gottes Güte ist doch jeden Tag bei mir.

4Verderben planst du mit deiner Zunge52,4 Zunge: Organ menschlichen Sprechens. Durch Lügen und Verleumden kann sie großen Schaden anrichten, vgl. Psalm 120,2..

Sie ist scharf wie ein Messer, du Verräter.

5Du liebst das Böse mehr als das Gute.

Lieber lügst du, als die Wahrheit zu sagen. SELA52,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Du liebst jedes Wort, das Verwirrung stiftet,

du Mensch mit falscher Zunge!

7Doch Gott wird dich für immer verderben.

Er wird dich packen52,7 packen: Das Gericht Gottes wird mit einem heftigen Sturm verglichen, der sogar Bäume entwurzelt. und aus dem Zelt werfen.

Mitsamt den Wurzeln wird er dich ausreißen

aus dem Land der Lebenden52,7 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich.. SELA52,7 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

8Die Gerechten52,8 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. werden es sehen und erschrecken.

Aber über den Starken werden sie lachen:

9»Seht euch doch diesen Mann an!

Er suchte seine Zuflucht52,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. nicht bei Gott!

Auf seinen großen Reichtum hat er sich verlassen.

So nahm er seine Zuflucht52,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. bei den Dingen,

die ihn schließlich ins Verderben stürzten.«

10Ich aber bin wie ein Ölbaum52,10 Ölbaum: Olivenbäume, auch Ölbäume genannt, waren im Land der Bibel sehr verbreitet. Oliven waren einer der Hauptlieferanten für pflanzliche Öle – daher der Name.,

der in Gottes Haus52,10 Haus: Bezeichnung für den Tempel. grünt und blüht.

Alle Zeit vertraue ich auf Gottes Güte.

11Ich bin so dankbar für das, was du getan hast.

Alle Hoffnung setze ich auf deinen Namen52,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

Denn er verheißt Gutes in deiner Gemeinde.