BasisBibel NT+Ps (BB)
48

Die Stadt Gottes

481EIN LIED, EIN PSALM.

MIT DEN KORACHITEN48,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN.

2Groß ist der HERR und hoch zu loben

in der Stadt unseres Gottes:

3Sein heiliger Berg, die schönste Erhebung,

ist eine Freude für den ganzen Erdkreis!

Der Berg Zion48,3 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. , der Gipfel des Nordens48,3 Gipfel des Nordens: Anspielung auf den Gottesberg Zafon, der im Norden der syrischen Stadt Ugarit gelegen ist.,

gehört zur Stadt des großen Königs48,3 großer König: Anspielung auf den assyrischen und babylonischen Herrschertitel »Großkönig«..

4Gott wohnt in ihren Palästen.

Als feste Burg ist er bekannt!

5Seht, Könige hatten sich versammelt,

sie zogen gemeinsam gegen die Stadt.

6Als sie aufsahen, erstarrten sie vor Schreck,

verloren den Mut, liefen verstört davon.

7Sie bebten am ganzen Leib,

so heftig wie eine Frau in den Wehen –

8so heftig wie ein Orkan aus dem Osten,

der die Schiffe aus Tarschisch48,8 Schiffe aus Tarschisch: Große Handelsschiffe, die für ihre Seetüchtigkeit bekannt waren. Mit Tarschisch ist die phönizische Kolonie Tartessus in Spanien gemeint. zerschmettert.

9Früher haben wir davon nur gehört,

jetzt sahen wir es mit eigenen Augen –

in der Stadt, die dem HERRN Zebaot48,9 Zebaot: Hebräisch: »Heerscharen«. Gemeint sind sowohl himmlische als auch irdische Heere. »Herr Zebaot« wird in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments meist als »Herr über die ganze Welt« übersetzt. gehört,

in der Stadt unseres Gottes.

Gott lasse sie für immer bestehen. SELA48,9 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

10Gott, wir denken an deine Güte,

wenn wir in deinem Tempel48,10 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. sind.

11Groß wie dein Name48,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel., Gott, so sei dein Ruhm:

Bis an die Ränder der Erde soll er dringen.

Deine starke Hand sorgt für Gerechtigkeit48,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

12Freude herrscht auf dem Berg Zion48,12 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. ,

fröhlich jubeln die Töchter Judas48,12 Töchter Judas: Bildwort für die Städte Judas, die in der Umgebung von Jerusalem liegen..

Denn du setzt das Recht in Kraft.

13Geht um den Zion48,13 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. herum!

Umschreitet ihn, zählt seine Türme!

14Bewundert seine wehrhaften Mauern!

Bestaunt seine Paläste, wenn ihr sie seht!

Dann könnt ihr euren Kindern davon erzählen:

15»Dieser Gott ist unser Gott für alle Zeit!

Er wird uns sicher durchs Leben führen.«

49

Kein Geld hilft gegen den Tod

491FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DEN KORACHITEN49,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN,

EIN PSALM.

2Hört dies, ihr Völker alle zusammen!

Passt auf, ihr Bewohner der ganzen Welt!

3Ihr Menschen, hoch oder niedrig geboren,

reich oder arm, spitzt doch die Ohren!

4Aus meinem Mund kommen Lebensweisheiten.

Aus meinem Herzen sprudeln49,4 sprudeln: Wie das Murmeln einer Wasserquelle strömen die Weisheiten aus Herz und Mund. kluge Einsichten.

5Dem Gleichnis öffne ich mein Ohr.

Mein Rätsel löse ich beim Saitenspiel:

6Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen,

wenn mich die Bosheit meiner Gegner umgibt?

7Sie fühlen sich sicher, weil sie reich sind.

Sie lassen sich blenden vom vielen Geld49,7 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert..

8Doch kein Mensch kann sich vom Tod freikaufen49,8 freikaufen: Im Hintergrund steht die Rechtsbestimmung, dass man sich unter bestimmten Umständen von einem Todesurteil freikaufen kann; vgl. 2. Mose/Exodus 21,30..

Niemand kann Gott das Lösegeld dafür bezahlen.

9Zu teuer ist der Kaufpreis für das eigene Leben.

Eines Tags wird es für immer zu Ende gehen –

10auch wenn einer meint, er könne ewig leben

und müsse sein eigenes Grab nicht sehen.

11Denn die Erfahrung zeigt:

Auch kluge Menschen müssen sterben.

Mit dem Dummkopf und mit dem Rindvieh

gehen sie zusammen in den Tod.

Ihr Hab und Gut müssen sie anderen lassen.

12Grabkammern49,12 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren. sind nun ihr Zuhause für immer,

ihre Wohnung von Generation zu Generation –

auch wenn sie sich Länder erworben49,12 erworben: Die hebräische Wendung »seinen Namen über etwas ausrufen« bedeutet, dass etwas erworben, in Besitz genommen oder erobert wird; vgl. 2. Samuel 12,28. haben.

13Der Mensch in seiner Pracht bleibt nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.

14So geht es allen, die auf sich selbst vertrauen

und sich am Ende mit eigenen Reden feiern. SELA49,14 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

15Wie Schafe ziehen sie ein ins Totenreich49,15 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

Dort unten führt sie der Tod auf die Weide.

Sie gehen geradewegs hinab ins Grab:

Ihr Körper verwest, ihr Platz ist im Totenreich49,15 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

16Doch mein Leben wird Gott vom Tod freikaufen.

Er wird mich aus dem Totenreich49,16 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. herausholen. SELA49,16 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

17Darum fürchte dich nicht, wenn einer reich wird

und große Schätze in seinem Hause sammelt.

18Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit.

Seine Schätze folgen ihm nicht ins Grab.

19Mag er sich im Leben auch glücklich schätzen

und zu sich sagen: »Es geht dir doch gut!« –

20Am Ende geht auch er zu seinen Vorfahren,

die niemals wieder das Tageslicht erblicken.

21Der Mensch in seiner Pracht wird nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.

50

Gott kommt und schweigt nicht

501EIN PSALM,

MIT ASAF50,1 Asaf: Gesangsmeister und Namensgeber eines Musikensembles, das am Jerusalemer Tempel angestellt war. VERBUNDEN.

Gott, Gott, der HERR,

begann zu reden und rief die Welt –

vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.

2Vom Zion50,2 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. her, dem vollendet schönen Berg –

von dort erschien Gott in strahlendem Glanz.

3Unser Gott kommt und schweigt nicht.

Vor ihm her zieht verzehrendes Feuer50,3 Feuer: Nach biblischer Vorstellung begleiten Naturgewalten wie Feuer, Gewitter und Erdbeben das machtvolle Erscheinen Gottes in der Menschenwelt.

und um ihn tobt heftiger Gewittersturm.

4Er ruft den Himmel50,4 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hoch oben

und die Erde als Zeugen50,4 Zeugen: Himmel und Erde sind hier als Personen vorgestellt, die als Zeugen aufgerufen werden; vgl. 5. Mose/Deuteronomium 31,28. auf.

Er will über sein Volk Gericht50,4 Gericht, verurteilen: Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat. halten:

5»Versammelt um mich, die mir treu sind –

die mit mir beim Opferfest den Bund50,5 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben.

geschlossen haben.«

6Der Himmel50,6 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. verkündet seine Gerechtigkeit50,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.:

Ja, Gott selbst ist der Richter! SELA50,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7»Höre, mein Volk, ich will reden!

Gegen dich, Israel50,7 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. , will ich aussagen!

Ich bin Gott! Ja, dein Gott bin ich.

8Es sind nicht die Schlachtopfer50,8 Schlachtopfer: Beim Schlachtopfer wurden Fett und Innereien als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde.,

weshalb ich dir ins Gewissen rede.

Es sind nicht die Brandopfer50,8 Brandopfer: Beim Brandopfer wurde das geschlachtete Opfertier mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. ,

die mir täglich vor Augen sind.

9Trotzdem will ich keinen Stier

aus deinem Haus als Opfer50,9 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. haben.

Ich will keine Ziegenböcke

von deinen umzäunten Weiden.

10Denn mir gehören alle Tiere des Waldes,

das Wild auf den Bergen zu Tausenden.

11Ich kenne alle Raubvögel in der Höhe.

Ebenso ist mir die Grille auf dem Feld vertraut.

12Ich würde es dir nicht sagen, wenn ich Hunger hätte.

Denn mir gehört der Erdkreis und was ihn füllt.

13Esse ich etwa das Fleisch von Stieren?

Oder trinke ich das Blut von Ziegen?

14Darum bringe Gott dein Dankgebet als Opfer50,14 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. dar!

Erfülle, was du dem Höchsten50,14 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. versprochen hast!

15Und wenn du in Not bist, rufe nach mir!

Dann rette ich dich, und du wirst mich dafür ehren.«

16Und zum Frevler50,16 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sagte Gott:

»Wie kommst du dazu, meine Gebote50,16 Gebote: Die Zehn Gebote und weitere biblische Anweisungen, die ein gerechtes und gottgewolltes Leben ermöglichen. herzusagen?

Warum redest du leichtfertig von meinem Bund50,16 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben.?

17Du hasst es doch, wenn ich dich erziehe.

Und meine Worte wirfst du hinter dich50,17 hinter dich: Hebräische Redewendung. Es geht um den Vorwurf, dass Gottes Worte nicht beachtet werden, so wie man etwas gleichgültig hinter sich wirft..

18Siehst du einen Dieb, suchst du seine Gesellschaft.

Mit Ehebrechern setzt du dich gern zusammen.

19Dein Mund verschickt böse Worte.

Und deine Zunge verführt zum Betrug.

20Du redest schlecht von deinem Bruder.

Den Sohn deiner Mutter verleumdest du.

21Ja, das hast du getan! Sollte ich dazu schweigen?

Du hast dir wohl eingebildet, ich wäre wie du.

Aber ich werde dich zur Verantwortung ziehen.

Ich werde dir deine Taten vor Augen halten.

22Merkt euch das, die ihr Gott vergesst!

Sonst werde ich euch in Stücke reißen50,22 in Stücke reißen: Das Gerichtshandeln Gottes wird mit dem drastischen Bildwort vom Jagen eines Raubtieres beschrieben.

und niemand ist da, der euch retten kann!

23Wer sein Dankgebet als Opfer50,23 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. darbringt,

ehrt mich in angemessener Weise.

Er ist auf dem richtigen Weg.

Ich lasse ihn Gottes Hilfe erfahren.«