BasisBibel NT+Ps (BB)
47

Der König der Welt

471FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DEN KORACHITEN47,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN,

EIN PSALM.

2Ihr Völker alle: Klatscht in die Hände!

Begrüßt Gott mit fröhlichem Jubel!

3Denn der HERR ist der Höchste47,3 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20..

Er bringt die Menschen zum Erschrecken.

Er ist ein großer König47,3 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. über die ganze Welt.

4Völker wird er uns unterwerfen

und Nationen legt er uns zu Füßen.

5Er bestimmt das Land zu unserem Erbbesitz47,5 Erbbesitz: Gott hat den Stämmen Israels das Land verheißen und es ihnen zum Besitz gegeben..

Es ist der ganze Stolz Jakobs, den er liebt. SELA47,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Unter festlichem Jubel ist Gott hinaufgezogen47,6 hinaufziehen: Lässt an eine kultische Prozession denken, mit der Gottes Einzug in Jerusalem und der Antritt seiner Herrschaft gefeiert wird..

Hörner erschallen beim Einzug des HERRN.

7Singt für Gott und musiziert!

Singt für unseren König47,7 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. und musiziert!

8Denn Gott ist König47,8 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. über die ganze Welt.

Singt bei seinem Einzug ein kunstvolles Lied!

9Gott hat seine Herrschaft über die Völker angetreten.

Er hat Platz genommen auf seinem heiligen Thron47,9 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes..

10Die Fürsten der Völker sind versammelt –

als ein Volk unter dem Gott Abrahams47,10 Gott Abrahams: Bezeichnet in gleicher Weise den Gott Israels und den Gott der Völker..

Denn Gott unterstehen die Schilde47,10 Schilde: Gott besitzt die Verfügungsgewalt über die Waffen, mit denen sich die Völker bekämpfen. der Erde.

Er steht hoch über der ganzen Welt.

48

Die Stadt Gottes

481EIN LIED, EIN PSALM.

MIT DEN KORACHITEN48,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN.

2Groß ist der HERR und hoch zu loben

in der Stadt unseres Gottes:

3Sein heiliger Berg, die schönste Erhebung,

ist eine Freude für den ganzen Erdkreis!

Der Berg Zion48,3 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. , der Gipfel des Nordens48,3 Gipfel des Nordens: Anspielung auf den Gottesberg Zafon, der im Norden der syrischen Stadt Ugarit gelegen ist.,

gehört zur Stadt des großen Königs48,3 großer König: Anspielung auf den assyrischen und babylonischen Herrschertitel »Großkönig«..

4Gott wohnt in ihren Palästen.

Als feste Burg ist er bekannt!

5Seht, Könige hatten sich versammelt,

sie zogen gemeinsam gegen die Stadt.

6Als sie aufsahen, erstarrten sie vor Schreck,

verloren den Mut, liefen verstört davon.

7Sie bebten am ganzen Leib,

so heftig wie eine Frau in den Wehen –

8so heftig wie ein Orkan aus dem Osten,

der die Schiffe aus Tarschisch48,8 Schiffe aus Tarschisch: Große Handelsschiffe, die für ihre Seetüchtigkeit bekannt waren. Mit Tarschisch ist die phönizische Kolonie Tartessus in Spanien gemeint. zerschmettert.

9Früher haben wir davon nur gehört,

jetzt sahen wir es mit eigenen Augen –

in der Stadt, die dem HERRN Zebaot48,9 Zebaot: Hebräisch: »Heerscharen«. Gemeint sind sowohl himmlische als auch irdische Heere. »Herr Zebaot« wird in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments meist als »Herr über die ganze Welt« übersetzt. gehört,

in der Stadt unseres Gottes.

Gott lasse sie für immer bestehen. SELA48,9 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

10Gott, wir denken an deine Güte,

wenn wir in deinem Tempel48,10 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. sind.

11Groß wie dein Name48,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel., Gott, so sei dein Ruhm:

Bis an die Ränder der Erde soll er dringen.

Deine starke Hand sorgt für Gerechtigkeit48,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

12Freude herrscht auf dem Berg Zion48,12 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. ,

fröhlich jubeln die Töchter Judas48,12 Töchter Judas: Bildwort für die Städte Judas, die in der Umgebung von Jerusalem liegen..

Denn du setzt das Recht in Kraft.

13Geht um den Zion48,13 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. herum!

Umschreitet ihn, zählt seine Türme!

14Bewundert seine wehrhaften Mauern!

Bestaunt seine Paläste, wenn ihr sie seht!

Dann könnt ihr euren Kindern davon erzählen:

15»Dieser Gott ist unser Gott für alle Zeit!

Er wird uns sicher durchs Leben führen.«

49

Kein Geld hilft gegen den Tod

491FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DEN KORACHITEN49,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN,

EIN PSALM.

2Hört dies, ihr Völker alle zusammen!

Passt auf, ihr Bewohner der ganzen Welt!

3Ihr Menschen, hoch oder niedrig geboren,

reich oder arm, spitzt doch die Ohren!

4Aus meinem Mund kommen Lebensweisheiten.

Aus meinem Herzen sprudeln49,4 sprudeln: Wie das Murmeln einer Wasserquelle strömen die Weisheiten aus Herz und Mund. kluge Einsichten.

5Dem Gleichnis öffne ich mein Ohr.

Mein Rätsel löse ich beim Saitenspiel:

6Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen,

wenn mich die Bosheit meiner Gegner umgibt?

7Sie fühlen sich sicher, weil sie reich sind.

Sie lassen sich blenden vom vielen Geld49,7 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert..

8Doch kein Mensch kann sich vom Tod freikaufen49,8 freikaufen: Im Hintergrund steht die Rechtsbestimmung, dass man sich unter bestimmten Umständen von einem Todesurteil freikaufen kann; vgl. 2. Mose/Exodus 21,30..

Niemand kann Gott das Lösegeld dafür bezahlen.

9Zu teuer ist der Kaufpreis für das eigene Leben.

Eines Tags wird es für immer zu Ende gehen –

10auch wenn einer meint, er könne ewig leben

und müsse sein eigenes Grab nicht sehen.

11Denn die Erfahrung zeigt:

Auch kluge Menschen müssen sterben.

Mit dem Dummkopf und mit dem Rindvieh

gehen sie zusammen in den Tod.

Ihr Hab und Gut müssen sie anderen lassen.

12Grabkammern49,12 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren. sind nun ihr Zuhause für immer,

ihre Wohnung von Generation zu Generation –

auch wenn sie sich Länder erworben49,12 erworben: Die hebräische Wendung »seinen Namen über etwas ausrufen« bedeutet, dass etwas erworben, in Besitz genommen oder erobert wird; vgl. 2. Samuel 12,28. haben.

13Der Mensch in seiner Pracht bleibt nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.

14So geht es allen, die auf sich selbst vertrauen

und sich am Ende mit eigenen Reden feiern. SELA49,14 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

15Wie Schafe ziehen sie ein ins Totenreich49,15 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

Dort unten führt sie der Tod auf die Weide.

Sie gehen geradewegs hinab ins Grab:

Ihr Körper verwest, ihr Platz ist im Totenreich49,15 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

16Doch mein Leben wird Gott vom Tod freikaufen.

Er wird mich aus dem Totenreich49,16 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. herausholen. SELA49,16 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

17Darum fürchte dich nicht, wenn einer reich wird

und große Schätze in seinem Hause sammelt.

18Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit.

Seine Schätze folgen ihm nicht ins Grab.

19Mag er sich im Leben auch glücklich schätzen

und zu sich sagen: »Es geht dir doch gut!« –

20Am Ende geht auch er zu seinen Vorfahren,

die niemals wieder das Tageslicht erblicken.

21Der Mensch in seiner Pracht wird nicht bestehn.

Er gleicht den Tieren, die elend zugrunde gehn.