BasisBibel (BB)
41

Gebet eines Kranken um Heilung

411FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID41,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

2Glücklich ist, wer sich um den Hilflosen kümmert.

Wenn er eines Tages selbst ins Unglück stürzt,

wird der Herr41,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. ihn retten.

3Der Herr wird ihn behüten und am Leben halten.

Dafür wird man ihn glücklich preisen im Land.

Du überlässt ihn nicht der Willkür seiner Feinde.

4Wenn er krank auf seinem Lager liegt,

lässt der Herr ihn wieder zu Kräften kommen.

Wenn die Krankheit ihn ans Bett fesselt,

sorgst du für seine Genesung.

5Ich sagte: »Herr, hab Erbarmen mit mir!

Lass mich doch wieder gesund werden!

Denn meine Sünden41,5 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. trennen mich von dir.«

6Meine Feinde aber wünschen mir Böses:

»Soll er doch sterben und sein Name41,6 Name: Nach biblischer Vorstellung lebt ein Verstorbener in der Erinnerung seiner Familie fort. Die Auslöschung des Namens bedeutet seine endgültige Vernichtung.

für immer in Vergessenheit geraten!«

7Es kam einer, um mich zu besuchen.

Doch sein Mitleid war nur geheuchelt.

Lügenmärchen will er über mich sammeln.

Dann geht er hin und verbreitet sie auf der Straße.

8Da stecken sie schon die Köpfe zusammen.

In ihrem Hass auf mich sind sie sich alle einig.

Sie führen Böses gegen mich im Schilde.

9Gehässige Worte schütten sie über mich aus:

»Wie der daliegt! Der steht nicht mehr auf!«

10Sogar mein bester Freund! –

Ihm habe ich immer vertraut.

Ich habe mein Brot mit ihm geteilt. –

Der tritt mich jetzt mit Füßen!

11Du aber, Herr, hab Erbarmen mit mir,

lass mich doch wieder aufstehen!

Dann kann ich’s ihnen heimzahlen.

12Daran habe ich erkannt, dass du mich lieb hast:

Mein Feind wird nicht über mich triumphieren!

13Weil ich unschuldig bin, hast du an mir festgehalten.

Du lässt mich alle Zeit vor dein Angesicht treten41,13 vor Gottes Angesicht treten: Wer mit einem Anliegen vor Gott treten darf, kann auf seine Hilfe hoffen..

14Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!

Von Anfang an bis in alle Zukunft!

Amen41,14 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«! Und nochmals: Amen!

42

Das zweite Buch der Psalmen

Psalm 42–72

Sehnsucht nach Gott und seinem Heiligtum

421FÜR DEN CHORLEITER.

EIN WEISHEITSLIED DER KORACHITER42,1 Korachiter: Eine Gruppe von Sängern am Tempel in Jerusalem..

2Wie eine Hirschkuh im trockenen Bachtal42,2 trockenes Bachtal: Wasserlauf in einer Schlucht, der nur in der Regenzeit Wasser führt.

nach frischem Wasser schreit –

so sehne ich mich, Gott, nach dir!

3Meine Seele dürstet nach Gott,

nach dem Gott meines Lebens.

Wann darf ich zum Tempel42,3 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. kommen

und das Angesicht Gottes schauen42,3 Angesicht schauen: Bei einem Besuch im Tempel die Gegenwart Gottes erfahren.?

4Tränen sind mein einziges Brot

am Tag und in der Nacht.

Die ganze Zeit sagt man zu mir:

»Wo ist denn nun dein Gott?«

5An meine Tränen will ich denken

und mir alles von der Seele reden –

wenn ich dorthin ziehe42,5 dorthin ziehen: Hier zeigt sich, dass der Beter weit entfernt von Jerusalem lebt. in festlicher Schar,

wenn ich wandere zu Gottes Haus42,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem..

Dem Lärmen der Feiernden will ich folgen,

dem Schall ihrer Jubel- und Dankgesänge.

6Was bist du so bedrückt, meine Seele42,6 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.?

Warum bist du so aufgewühlt?

Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn bald werde ich ihm wieder danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue,

ist mir schon geholfen.

7Mein Gott, bedrückt ist meine Seele42,7 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. in mir.

Darum will ich an dich denken –

im fernen Land bei den Quellen des Jordan42,7 Quellen des Jordan: Als Quellen des Jordan gelten drei Flüsse, die im Gebiet des heutigen Libanon, Syrien und Israel entspringen.

und beim Hermongebirge42,7 Hermon: Bis zu 2814 m hohes Bergmassiv etwa 60 km nördlich des See Gennesaret. am »Kleinen Berg«42,7 »Kleiner Berg«: Vermutlich der Berg Mizar im Norden..

8Dort rauschen die Fluten der Urzeit42,8 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2..

Dort tosen deine Wasserströme.

Alle deine Wellen und Wogen –

sie schlugen über mir zusammen!

9Am Tag schenkt der Herr42,9 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. mir seine Güte

und in der Nacht dank ich ihm mit einem Lied –

mit einem Gebet42,9 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. zum Gott meines Lebens!

10Zu Gott, meinem Fels42,10 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt., will ich sagen:

Warum hast du mich vergessen?

Warum muss ich so traurig durchs Leben gehen,

bedrängt von meinem Feind?

11Todesschmerz fährt mir durch Mark und Bein,

wenn meine Gegner mich verhöhnen.

Die ganze Zeit sagt man zu mir:

»Wo ist denn nun dein Gott?«

1242,12 Vers 12: Wie der kursiv hervorgehobene Refrain zeigt, waren Psalm 42–43 ursprünglich ein Psalm.Was bist du so bedrückt, meine Seele42,12 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.?

Warum bist du so aufgewühlt?

Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn bald werde ich ihm wieder danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue42,12 Angesicht schauen: Bei einem Besuch im Tempel die Gegenwart Gottes erfahren.,

hat mir mein Gott schon geholfen.

43

Ersehnte Ankunft im Heiligtum

43143,1 Vers 1: Wie der kursiv hervorgehobene Refrain zeigt, waren Psalm 42–43 ursprünglich ein Psalm. Verhilf mir zu meinem Recht, Gott!

Vertritt mich vor Gericht gegen das Volk,

das sich nicht an deine Gebote43,1 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. hält!

Rette mich vor falschen und bösen Menschen!

2Denn du bist der Gott, der meine Zuflucht43,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. ist!

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig durchs Leben gehen,

bedrängt von meinem Feind?

3Sende dein Licht und deine Wahrheit!

Sie sollen mich sicher führen.

Sie sollen mich zu dem Berg43,3 Berg: Meint den Berg Zion mit dem Tempel in Jerusalem. bringen,

wo dein Heiligtum43,3 Heiligtum: Meint den Tempel in Jerusalem. ist – deine Wohnung.

4Dann will ich vor den Altar43,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. Gottes treten,

vor Gott, der mich mit Jubel und Freude erfüllt.

Zur Musik der Leier43,4 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. will ich dir danken,

Gott, du mein Gott.

5Was bist du so bedrückt, meine Seele43,5 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.?

Warum bist du so aufgewühlt?

Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn bald werde ich ihm wieder danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue43,5 Angesicht schauen: Bei einem Besuch im Tempel die Gegenwart Gottes erfahren.,

hat mir mein Gott schon geholfen.