BasisBibel NT+Ps (BB)
40

Herausgezogen aus dem Schlamm

401FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DAVID40,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EIN PSALM.

2Ganz fest hoffte ich auf den HERRN!

Da hat er sich zu mir herabgebeugt

und meinen Hilfeschrei gehört!

3Er zog mich aus der todbringenden Zisterne40,3 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser; auch Bildwort für das Totenreich. ,

aus dem ganzen Schlamm und Dreck.

Er stellte meine Füße auf einen Felsen

und gab meinen Tritten festen Halt.

4Ein neues Lied hat er mir in den Mund gelegt:

einen Lobgesang für unseren Gott.

Viele sollen es sehen und Ehrfurcht40,4 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. empfinden.

So werden sie zum HERRN Vertrauen fassen.

5Glücklich zu preisen ist der Mensch,

der sein Vertrauen auf den HERRN setzt:

Er lässt sich nicht ein mit unbeherrschten Leuten

und mit denen, die sich in Lügen verstricken.

6Vieles hast du schon für uns getan,

HERR, mein Gott, so wunderbare Werke.

Und deine Pläne40,6 Plan: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte. mit uns sind ohne Vergleich.

Wollte ich davon reden und berichten –

es sind zu viele, um sie alle aufzuzählen!

7Aus Opfer40,7 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. und Gaben machst du dir nichts.

Das hast du mir hinter die Ohren geschrieben.

Brandopfer40,7 Brandopfer: Beim Brandopfer wurde das geschlachtete Opfertier mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und Sündopfer40,7 Sündopfer!: Dient der Versöhnung des Menschen mit Gott. forderst du nicht.

8Ich sagte: »Siehe, ich komme mit einer Schriftrolle40,8 Schriftrolle: Zur Zeit der Bibel schrieb man Texte in Spalten auf lange Lederstreifen, die man zusammenrollen konnte..

Hier steht geschrieben, was ich tun soll.

9Gerne will ich deinem Willen folgen, mein Gott.

Deine Weisung40,9 Tora, Weisung: Im Judentum die »Tora«. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Willensmitteilung Gottes. trage ich in meinem Inneren.

10Gerechtigkeit verkünde ich in der Festversammlung.

Siehe, ich halte meine Lippen nicht geschlossen.

Das weißt du, HERR!

11Aus deiner Gerechtigkeit40,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. mache ich kein Geheimnis.

Nein, ich spreche offen über deine Wahrhaftigkeit

und deine Hilfsbereitschaft.

In der Festversammlung habe ich nichts verschwiegen

von deiner Güte und deiner Zuverlässigkeit.«

12Du, HERR, wirst mir dein Mitleid nicht verweigern!

Deine Güte und deine Zuverlässigkeit sollen mich beständig bewahren.

13Denn nichts als Unheil umgab mich.

Ich kann gar nicht alles aufzählen.

Meine eigenen Vergehen holten mich ein.

Da habe ich den Überblick verloren.

Es waren mehr als die Haare auf meinem Kopf.

Da verließ mich der Mut.

14Hab doch Gefallen daran, Herr, mich zu retten!

HERR, komm mir schnell zu Hilfe!

15In Grund und Boden sollen sich alle schämen,

die mich zur Strecke bringen wollen.

Ja, mein Leben wollen sie vernichten.

Sie sollen rot vor Scham zurückweichen,

die sich über mein Unglück freuen!

16Sie sollen erschrecken über ihre Schande.

Sie riefen mir höhnisch zu: »Haha!40,16 Haha!: So lautmalerisch auch im Hebräischen. Haha!«

17Doch alle, die dich wirklich suchen,

sollen jubeln und sich freuen über dich.

Und die sich nach deiner Hilfe sehnen,

sollen immerzu sprechen: »Groß ist der HERR!«

18Ich aber bin arm und wehrlos.

Doch mein Herr wird für mich sorgen!

Du bist meine Hilfe und mein Retter!

Mein Gott, zögere nicht!

41

Gebet eines Kranken um Heilung

411FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID41,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Glücklich ist, wer sich um den Hilflosen kümmert!

Wenn er eines Tages selbst ins Unglück stürzt,

wird ihn der HERR gewiss retten.

3Der HERR wird ihn behüten und am Leben halten.

Dafür wird man ihn glücklich preisen im Land.

Du überlässt ihn nicht der Willkür seiner Feinde!

4Wenn er krank ist und das Bett hüten muss,

lässt der HERR ihn wieder zu Kräften kommen.

Wenn ihn die Krankheit ans Bett fesselt,

sorgst du für seine Genesung.

5Ich sagte: »HERR, hab Erbarmen mit mir!

Lass mich doch wieder gesund werden!

Denn meine Schuld41,5 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. trennt mich von dir.«

6Meine Feinde aber wünschen mir Böses:

»Soll er doch sterben und sein Name

für immer in Vergessenheit geraten!«

7Es kam einer, um mich zu besuchen.

Doch sein Mitleid war nur geheuchelt.

Lügenmärchen will er über mich sammeln.

Dann geht er und verbreitet sie auf der Straße.

8Da stecken sie schon die Köpfe zusammen.

In ihrem Hass auf mich sind sie sich alle einig.

Sie führen Böses gegen mich im Schild.

9Gehässige Worte schütten sie über mich aus:

»Wie der daliegt! Der steht nicht mehr auf!«

10Sogar mein bester Freund! –

Ihm habe ich immer vertraut.

Ich habe mein Brot41,10 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel mit ihm geteilt. –

Der tritt mich jetzt mit Füßen!

11Du aber, HERR, hab Erbarmen mit mir!

Lass mich doch wieder aufstehen!

Dann kann ich’s ihnen heimzahlen.

12Daran habe ich erkannt, dass du mich lieb hast:

Mein Feind darf nicht über mich triumphieren!

13Weil ich unschuldig bin, hast du an mir festgehalten.

Du lässt mich alle Zeit vor dein Angesicht41,13 Angesicht schauen/suchen: Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren. treten.

14Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels!

Von Anfang an bis in alle Zukunft!

Amen! Und nochmals: Amen!

42

Zweites Buch: Psalm 42–72

Von der Sehnsucht einer Pilgerreise

421FÜR DEN CHORLEITER. EIN WEISHEITSLIED,

MIT DEN KORACHITEN42,1 Korach: Führender Levit zur Zeit des Mose. In 4 Mose/Numeri 16 wird von einem Streit zwischen Korach und Mose berichtet, bei dem es um die Ausübung des Priesteramts ging. VERBUNDEN.

2Wie eine Hirschkuh im trockenen Bachtal42,2 trockenes Bachtal: Das Wadi (arabischer Name) bildet eine Schlucht, die nur in den Wintermonaten Wasser führt.

nach frischen Wasserströmen schreit –

so sehne ich mich, Gott, nach dir!

3Meine Seele42,3 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. dürstet nach Gott,

nach dem lebendigen Gott.

Wann darf ich zum Tempel42,3 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. kommen

und dort das Angesicht Gottes schauen42,3 Angesicht schauen/suchen: Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren. ?

4Tränen sind mein einziges Brot42,4 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel ,

am Tag und in der Nacht.

Ja, die ganze Zeit sagt man zu mir:

»Wo ist denn nun dein Gott?«

5An meine Tränen will ich denken

und meinem Gott das Herz ausschütten42,5 Herz ausschütten: Vom Gedanken an die Pilgerreise überwältigt will der Beter alles Gott erzählen, was ihn bewegt.

wenn ich hinüberziehe42,5 hinüberziehen: Hier verrät der Beter seinen Standort fern von Jerusalem im Exil (= trockenes Bachtal). in festlicher Schar,

wenn ich wandere zu Gottes Haus42,5 Haus: Bezeichnung für den Tempel..

Dem Lärmen der Feiernden will ich folgen,

dem Schall ihrer Jubel- und Dankgesänge.

6Was bist du so bedrückt, meine Seele42,6 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.?

Warum bist du so aufgewühlt?

Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn gewiss werde ich ihm noch danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue42,6 Angesicht schauen/suchen: Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren. ,

ist mir schon geholfen.

7Mein Gott, so bedrückt ist meine Seele42,7 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. in mir.

Darum will ich an dich denken –

im fernen Land bei den Quellen des Jordans42,7 Jordan: Der Jordan ist der wichtigste Fluss im Land der Bibel.

und beim Hermongebirge42,7 Hermon: Hohes Bergmassiv im Süden des Libanon.: am »kleinen Berg42,7 kleiner Berg: Berg Mizar, wahrscheinlich ein Hügel bei der Stadt Dan im äußersten Norden Israels.«.

8Dort rauschen die Fluten der Urzeit42,8 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2..

Dort tosen deine Wasserströme.

»Alle deine Wellen42,8 alle deine Wellen: Das Zitat aus Jona 2,4 versetzt den Beter mitten in die Wasserflut. und Wogen –

sie schlugen über mir zusammen!«

9Am Tag schenkt der HERR mir seine Güte

und bei Nacht dank ich ihm mit einem Lied –

mit einem Gebet42,9 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. zum Gott meines Lebens!

10Zu Gott, meinem Fels, will ich sagen:

Warum hast du mich nur vergessen?

Warum muss ich so traurig durchs Leben gehen –

bedrängt von meinem Feind?

11Todesschmerz fährt mir durch Mark und Bein,

wenn meine Gegner mich verhöhnen.

Ja, die ganze Zeit sagt man zu mir:

»Wo ist denn nun dein Gott?«

12Was bist du so bedrückt, meine Seele42,12 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen.?

Warum bist du so aufgewühlt?

Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn gewiss werde ich ihm noch danken.

Wenn ich nur sein Angesicht schaue42,12 Angesicht schauen/suchen: Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren. ,

hat mir mein Gott schon geholfen.