BasisBibel NT+Ps (BB)
37

Vom Ende der Gewalt

Alphabetpsalm37,0 Alphabetpsalm: Poetische Kunstform, die jeden Vers oder Abschnitt mit einem Buchstaben in der Reihenfolge des hebräischen Alphabets beginnt.

371MIT DAVID37,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

א

Reg dich nicht auf über die Verbrecher!

Entrüste dich nicht über die Übeltäter!

2Denn wie das Gras verdorren sie bald

und verwelken wie das grüne Kraut.

ב

3Vertraue auf den HERRN und tue Gutes!

Wohne im Land und bleib bei der Wahrheit.

4Freue dich über den HERRN, er ist dein Glück!

Er wird dir jeden Herzenswunsch erfüllen!

ג

5Lass den HERRN deinen Weg bestimmen!

Vertraue auf ihn! Und er wird es tun.

6Er bringt deine Gerechtigkeit37,6 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. zum Leuchten

und deine Rechtschaffenheit zum Glänzen

wie die helle Mittagssonne.

ד

7Warte ruhig, was der HERR tut!

Sei gespannt, was er unternimmt!

Reg dich nicht auf, wenn jemand Erfolg hat,

auch wenn er List und Tücke gebraucht.

ה

8Vergiss deinen Zorn! Hör auf, dich zu ärgern!

Reg dich nicht auf, sonst schadest du dir nur!

9Denn die Verbrecher werden vernichtet.

Aber die auf den HERRN hoffen,

werden das Land besitzen37,9 Land besitzen: Leitmotiv des Psalms, bezieht sich auf das verheißene Land Israel als Lebensgrundlage für die Gerechten..

ו

10Es dauert nur noch eine kurze Zeit,

dann gibt es keinen Frevler37,10 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. mehr.

Und schaust du dich um, wo er war,

dann ist er nicht mehr da.

11Aber die Armen werden das Land besitzen

und sich freuen über den dauerhaften Frieden.

ז

12Der Frevler37,12 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. führt Böses im Schild.

Er wendet sich gegen den Gerechten37,12 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält.

und zeigt ihm drohend die Zähne.

13Der Herr kann über ihn nur lachen.

Denn er sieht, dass für diesen Menschen

der Tag der Abrechnung gekommen ist.

ח

14Die Frevler37,14 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. haben das Schwert gezogen.

Sie haben ihren Bogen zum Schuss gespannt.

Sie wollen den Armen und Wehrlosen treffen.

Sie wollen ehrliche Menschen abschlachten.

15Doch ihr Schwert dringt ihnen ins eigene Herz.

Und ihre Bogen liegen zerbrochen am Boden.

ט

16Besser das Wenige, das ein Gerechter37,16 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. besitzt,

als die geraubten Schätze vieler Frevler37,16 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

17Denn die Macht der Frevler37,17 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. wird gebrochen.

Aber die Gerechten37,17 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. unterstützt der HERR.

י

18Der HERR kennt die Lebenszeit der Menschen,

die sich vorbildlich verhalten.

Für die Dauer sichert er ihren Besitz.

19In schlechten Zeiten enttäuscht er sie nicht.

Herrscht eine Hungersnot, macht er sie satt.

כ

20Doch die Frevler37,20 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. werden untergehen

und ebenso die Feinde des HERRN.

Wie üppige Wiesen werden sie vergehen.

Sie werden schließlich in Rauch aufgehen.

ל

21Der Frevler37,21 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. leiht Geld37,21 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. und zahlt es nicht zurück.

Doch der Gerechte37,21 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. schenkt, was er geben kann.

22Die der HERR segnet, werden das Land besitzen.

Aber die er verflucht, werden vernichtet werden.

מ

23Der HERR achtet auf die Schritte eines Menschen.

Gefällt ihm sein Weg, sichert er seinen Tritt.

24Und wenn er stolpert, stürzt er trotzdem nicht.

Denn der HERR hält ihn fest an der Hand.

נ

25Ich bin jung gewesen und alt geworden.

Doch nie sah ich einen Gerechten37,25 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. verlassen

und nie seine Kinder um Brot37,25 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel betteln.

26Nein! Sein Leben lang schenkt er und leiht.

Auch seine Kinder wirken segensreich.

ס

27Halte dich fern vom Bösen und tue Gutes!

So wirst du für immer im Land wohnen.

28Ja, der HERR liebt die Rechtschaffenheit

und lässt seine Frommen37,28 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. nicht im Stich.

ע

Aber die Verbrecher werden für immer beseitigt

und die Nachkommen der Frevler37,28 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. vernichtet.

29So werden die Gerechten37,29 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. das Land besitzen

und für immer darin wohnen bleiben.

פ

30Aus dem Mund des Gerechten37,30 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. sprudelt37,30 sprudeln: Wie das Murmeln einer Wasserquelle strömen die Weisheiten aus Herz und Mund. Weisheit37,30 Weisheit: Die Fähigkeit zu erkennen, wie die Welt und das Leben geordnet sind und wie der Mensch sich am besten in diese Ordnung einfügt. Die Weisheit hat ihren Ursprung bei Gott, der die Welt weise gegründet hat. .

Seine Zunge redet, was dem Recht entspricht.

31Die Weisung37,31 Tora, Weisung: Im Judentum die »Tora«. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Willensmitteilung Gottes. seines Gottes trägt er im Herzen.

Nichts bringt seine Schritte aus dem Tritt.

צ

32Der Frevler37,32 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. mag einen Hinterhalt legen

und versuchen, den Gerechten37,32 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. zu töten.

33Doch der HERR gibt ihn nicht in seine Gewalt.

Er lässt ihn im Gericht nicht verurteilt werden.

ק

34Hoffe auf den HERRN und bleib auf seinem Weg!

Er wird dafür sorgen, dass du das Land besitzt.

Dann wirst du das Ende der Frevler37,34 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. erleben.

ר

35Ich sah einen Frevler37,35 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen., gewalttätig trat er auf.

Er machte sich breit wie eine saftig grüne Zeder37,35 Zeder: Großer und starker Gebirgsbaum, der im Libanon wächst. .

36Als ich wieder vorbeikam, war er nicht mehr da.

Ich suchte ihn, aber ich konnte ihn nicht finden.

ש

37Sei ein Vorbild und verhalte dich aufrichtig!

Denn wer so handelt, geht dem Frieden entgegen.

38Aber die Verbrecher werden allesamt beseitigt.

Die Frevler37,38 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. gehen ihrer Vernichtung entgegen.

ת

39Die Hilfe für die Gerechten37,39 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. kommt vom HERRN.

Geraten sie in Not, finden sie bei ihm Schutz.

40Ja, der HERR kommt ihnen zu Hilfe und rettet sie.

Er rettet sie vor den Frevlern37,40 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. und hilft ihnen.

Denn sie suchten Zuflucht37,40 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. bei ihm.

38

Gebet eines Verzweifelten

Der dritte kirchliche Bußpsalm38,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden die Psalmen 6, 32, 38, 51, 102, 130 und 143 als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

381EIN PSALM, MIT DAVID38,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

ZUR ERINNERUNG.

2HERR, straf mich nicht voller Zorn38,2 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. !

Schlag mich nicht in deiner Wut!

3Denn deine Pfeile haben mich getroffen.

Ebenso hat deine Hand mich getroffen.

4Kein Fleck an meinem Körper ist mehr heil.

Der Grund dafür ist dein Zorn38,4 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. .

Sämtliche Knochen tun mir weh.

Der Grund dafür ist meine Sünde38,4 Sünde, Sünder: Das grundsätzliche Gestörtsein der Beziehung des Menschen zu Gott. Die Sünde kennzeichnet das gesamte irdische Leben und kommt in der Missachtung von Gottes Willen zum Ausdruck..

5Ja, ich habe schwere Fehler gemacht.

Sie sind mir über den Kopf gewachsen.

Sie sind so schwer wie eine Last –

zu schwer für mich, um sie zu tragen.

6Meine Wunden beginnen zu stinken, zu eitern.

Der Grund dafür ist meine Dummheit.

7Ich bin gekrümmt und tief gebeugt.

Den ganzen Tag gehe ich traurig umher.

8Ja, mein Unterleib brennt vor Schmerzen.

Kein Fleck an meinem Körper ist mehr heil.

9Ich bin erschöpft und ganz und gar zerschlagen.

Ich brülle38,9 brüllen: Der Beter klagt so laut, wie ein Löwe brüllt. heraus, was mein Herz bedrückt.

10Ach Herr, du kennst meine ganze Sehnsucht.

Mein Stöhnen bleibt dir nicht verborgen.

11Mein Herz pocht heftig, die Kraft geht mir aus.

Sogar mein Augenlicht lässt mich im Stich.

12Meine Lieben und Freunde halten sich fern,

wollen mit meinem Elend nichts zu tun haben.

Auch meine Verwandten meiden mich.

13Leute, die mich zur Strecke bringen wollen,

haben Schlingen38,13 Schlinge: Ein zur Jagd verwendetes Seil mit einer Schlaufe, das am Boden versteckt wird. auf meinem Weg ausgelegt.

Und die auf mein Unglück aus sind,

setzen böse Gerüchte über mich in die Welt.

Die ganze Zeit denken sie sich Lügen aus.

14Ich aber stelle mich taub und höre nicht zu.

Ich bleibe stumm und halte den Mund.

15So weit ist es mit mir gekommen:

Ich will nichts mehr davon hören

und niemandem mehr widersprechen.

16Doch auf dich, HERR, setze ich meine Hoffnung.

Du wirst gewiss antworten, mein HERR und Gott.

17Ich möchte ihre Schadenfreude nicht erleben.

Niemand soll sich darüber lustig machen,

dass ich den Boden unter den Füßen verlor.

18Ja, ich stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

Mein Leiden erinnert mich ständig daran.

19Ja, ich bereue meine schweren Fehler.

Ich bekenne meine Sünde von Herzen.

20Doch meine Feinde sind stark,

sie bekämpfen mich ohne Grund.

Und viele hassen mich zu Unrecht.

21Gutes vergelten sie mir mit Bösem.

Sie verklagen mich, weil ich Gutes tun will.

22HERR, lass mich nicht im Stich!

Mein Gott, bleib nicht fern von mir!

23Komm mir schnell zu Hilfe!

Mein Herr, du bist meine Rettung!

39

Nur ein Hauch ist der Mensch

391FÜR DEN CHORLEITER, FÜR JEDUTUN39,1 Jedutun: Name eines Musikers, der das Orchester am Tempel leitete; vgl. 1. Chronik 25,6..

EIN PSALM, MIT DAVID39,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Ich habe mir vorgenommen:

Ich will auf meine Worte achtgeben.

Meine Zunge soll keine Sünde39,2 Sünde, Sünder: Das grundsätzliche Gestörtsein der Beziehung des Menschen zu Gott. Die Sünde kennzeichnet das gesamte irdische Leben und kommt in der Missachtung von Gottes Willen zum Ausdruck. begehen.

Ich will meinen Mund verschließen

mit einem Silberblech39,2 Silberblech: Eine Lippenmaske aus Silber oder Gold, die man Verstorbenen auf den Mund legte. für die Lippen,

solange der Frevler39,2 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. vor mir steht.

3So blieb ich stumm und still.

Ich schwieg, um nicht zu fluchen39,3 um nicht zu fluchen: Infinitiv von dem sonst nicht belegten Verb »(lästerlich) reden«. Im Blick ist eine Sünde, die mit der Zunge begangen wird (vgl. Psalm 39,2)..

Doch der Schmerz wühlte mich auf.

4Mein Herz brannte in meiner Brust.

Schon mein Seufzen setzte es in Flammen.

Da löste sich mir die Zunge

und es brach aus mir heraus:

5Ach HERR, lass mich wissen:

Wie wird es mit mir zu Ende gehen?

Und wie viele Tage bleiben mir noch?

Gib mir die Einsicht,

dass ich sterben muss!

6Sieh doch, nur eine Handvoll Tage

hast du mir auf der Erde gegeben.

Die Zeit, die mir zum Leben bleibt,

ist vor dir so gut wie nichts.

Nur ein Hauch39,6 Hauch: Bildwort für das flüchtige und vergängliche Dasein des Menschen. ist jeder Mensch.

Er steht da mit leeren Händen. SELA39,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Nur wie die Bilder in einem Traum,

so geht der Mensch durchs Leben.

Nur um einen Hauch macht er viel Lärm.

Er sammelt Schätze, ohne zu wissen,

wer sie am Ende an sich nimmt.

8Was habe ich noch zu erwarten, mein Herr?

Meine Hoffnung setze ich ganz auf dich.

9Befreie mich von allen meinen Vergehen!

Setz mich nicht dem Spott der Dummen aus!

10Jetzt bin ich still und halte den Mund.

Denn du bist es, der mir das angetan hat.

11Du hast mich geschlagen, lass ab von mir!

Deine Hand hat mich so schwer getroffen,

dass ich zu Boden gegangen bin.

12Mit Strafen erziehst du die Menschen,

die Schuld39,12 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. auf sich geladen haben.

So zerstörst du ihren stolzen Schein39,12 stolzer Schein: Die Pracht, mit der sich der Mensch umgibt, die aber nur eine schöne Fassade ist.,

wie die Motten ein Kleid zerfressen.

Nur ein Hauch ist jeder Mensch. SELA39,12 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

13Höre mein Bittgebet39,13 Gebet: Reden des Menschen mit Gott., HERR!

Öffne dein Ohr für meinen Hilfeschrei!

Schweige nicht zu meinen Tränen!

Denn ich bin doch ein Gast bei dir.

Ich bin ein Fremder39,13 Fremde: Ausländer, die nicht zur Rechtsgemeinde Israels gehören, aber durch das Gastrecht geschützt sind. unter deinem Schutz

so wie alle meine Vorfahren.

14Schau darüber hinweg, was mir misslungen ist.

Ich möchte noch einmal fröhlich sein,

bevor ich gehen muss und nicht mehr bin.