BasisBibel NT+Ps (BB)
31

Mein Leben in deiner Hand

311FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID31,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Bei dir, HERR, suche ich Zuflucht31,2 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. !

Enttäusche mich nicht, zu keiner Zeit!

Rette mich, du bist doch gerecht31,2 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.!

3Hab ein offenes Ohr für mich!

Befreie mich, so schnell es geht!

Sei für mich ein Fels31,3 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., ein Versteck31,3 Versteck: Anspielung auf den Tempel als Schutz vor Verfolgung, vgl. Psalm 90,1 und Psalm 91,9.!

Sei für mich ein befestigtes Haus,

in das ich mich retten kann!

4Ja, du bist mein Fels31,4 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht. und meine Festung!

Dafür stehst du mit deinem Namen31,4 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. ein.

Zeige mir den Weg und führe mich!

5Lass mich dem Fangnetz31,5 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden. entkommen,

das man heimlich für mich ausgelegt hat.

Denn du bist es, der mich beschützt.

6In deine Hand lege ich mein Leben.

Gewiss wirst du mich befreien, HERR.

Du bist doch ein treuer Gott.

7Hass erfüllte mich gegen Menschen,

die sich an Nichtigkeiten31,7 Nichtigkeiten: Etwas Wertloses und Nutzloses. Damit können auch trügerische Götzen bezeichnet werden. klammern.

Ich aber vertraute auf den HERRN.

8Jetzt kann ich jubeln und fröhlich sein,

weil ich deine Güte erfahren habe:

Du hast gesehen, wie sehr ich leide,

und erkannt, in welcher Not ich bin.

9Du hast mich dem Feind nicht überlassen.

Du hast mich auf weites Feld gestellt,

wo ich mich frei bewegen kann.

10Hab Erbarmen mit mir, HERR!

Denn mir ist angst und bange.

Mein Leben verschwimmt mir vor Augen,

das Leid dringt mir durch Seele31,10 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. und Leib.

11Ja, mein Leben verrinnt unter Schmerzen

und unter Seufzen vergehen meine Jahre.

Durch eigne Schuld31,11 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. schwand mir die Kraft.

Ganz schwach sind meine Glieder.

12In den Augen aller meiner Feinde

bin ich zum Schandfleck31,12 Schandfleck, Schreckgespenst: Die Feinde machen den Beter schlecht, seine Freunde gehen ihm aus dem Weg. geworden –

und das sogar für meine Nachbarn.

Ein Schreckgespenst31,12 Schandfleck, Schreckgespenst: Die Feinde machen den Beter schlecht, seine Freunde gehen ihm aus dem Weg. bin ich

für meine besten Freunde.

Wenn sie mich auf der Straße sehen,

ergreifen sie vor mir die Flucht.

13Vergessen bin ich wie ein Toter –

keiner hat mehr ein Herz für mich.

Ein Scherbenhaufen, das bin ich!

14Ja, ich hörte das ganze üble Gerede.

Welches Grauen umgab mich da.

Sie rotteten sich gegen mich zusammen.

Sie wollten mich zur Strecke bringen.

15Ich aber vertraute auf dich, HERR.

Ich bekannte: Du bist mein Gott!

16In deiner Hand liegt meine Zukunft.

Rette mich aus der Gewalt meiner Feinde

und lass mich meinen Verfolgern entkommen!

17Lass dein Angesicht31,17 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. über deinem Knecht31,17 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. leuchten.

Hilf mir und lass mich so deine Güte erfahren!

18HERR, enttäusche mich nicht,

denn ich habe zu dir um Hilfe gerufen.

Aber die Frevler31,18 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen., die sollen scheitern –

zum Schweigen verurteilt im Totenreich31,18 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

19Ihre Lippen sollen zugebunden sein,

damit ihre Lügen endlich verstummen –

und ihr freches Gerede über den Gerechten31,19 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält.,

das nur Hochmut und Verachtung kennt.

20Wie unerschöpflich ist doch deine Güte!

Du hältst sie bereit für die, die dich verehren.

Aus deinem Vorrat31,20 Vorrat: Gottes Güte ist ein unermesslicher Schatz, den er aufspart und daraus in Zeiten der Not austeilt. an Güte können alle leben,

die bei dir Zuflucht31,20 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. suchen vor den Menschen.

21Du nimmst sie unter deinen persönlichen Schutz

vor dem Toben der Leute.

Du bewahrst sie in deiner Hütte.

Dort sind sie sicher vor Zank und Streit.

22Gepriesen sei der HERR!

Wie wunderbar ist doch seine Güte,

die ich erfahren durfte in der befestigten Stadt31,22 befestigte Stadt: Gemeint ist die Stadt Jerusalem, die mit Wehrmauern geschützt war..

23Aber in meiner Angst dachte ich:

Ich bin dir aus den Augen geraten!

Doch du hast mein lautes Flehen gehört,

als ich zu dir um Hilfe schrie.

24Liebt den HERRN, ihr Frommen31,24 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. miteinander!

Der Herr schützt alle, die zu ihm halten.

Aber wer sich überheblich verhält,

den zieht er gründlich zur Rechenschaft.

25Seid stark und fasst neuen Mut –

ihr alle, deren Hoffnung der HERR ist!

32

Vergebung von Schuld

Der zweite kirchliche Bußpsalm32,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden die Psalmen 6, 32, 38, 51, 102, 130 und 143 als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

321MIT DAVID32,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN,

EIN WEISHEITSLIED.

Glücklich darf sich jeder schätzen,

dessen Vergehen verziehen wird,

dessen Sünde32,1 Sünde, Sünder: Das grundsätzliche Gestörtsein der Beziehung des Menschen zu Gott. Die Sünde kennzeichnet das gesamte irdische Leben und kommt in der Missachtung von Gottes Willen zum Ausdruck. zugedeckt ist.

2Glücklich zu preisen ist der Mensch,

dem der HERR die Schuld32,2 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. nicht anrechnet.

So macht er sich selbst nichts vor.

3Doch als ich meine Schuld32,3 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. verschwieg,

begannen meine Glieder zu schmerzen.

Da stöhnte ich den ganzen Tag.

4Tag und Nacht spürte ich,

wie deine Hand mich niederdrückte.

Hingestreckt lag ich da wie ein Feld32,4 Feld: Bildwort für den Beter, der krank auf dem Boden liegt (hebräischer Text korrigiert).,

das die Sommerhitze ausgedörrt hat. SELA32,4 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

5Jetzt möchte ich dir meine Sünde32,5 Sünde, Sünder: Das grundsätzliche Gestörtsein der Beziehung des Menschen zu Gott. Die Sünde kennzeichnet das gesamte irdische Leben und kommt in der Missachtung von Gottes Willen zum Ausdruck. gestehen

und meine Schuld32,5 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. nicht länger verstecken.

Ich sagte: »Ich bekenne dem HERRN meine Vergehen!«

Da hast du die Schuld von mir genommen,

die ich auf mich geladen hatte. SELA32,5 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

6Deshalb sollen alle Frommen32,6 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. zu dir beten,

wenn sie in Bedrängnis geraten sind.

Und wenn die Wellen hochschlagen,

wird sie das Wasser nicht erreichen.

7Du bist mein Schutz, nimmst mir die Angst!

Du umgibst mich mit Menschen,

die meine Rettung bejubeln. SELA32,7 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

8Ich will dir eine Weisheit32,8 Weisheit: Die Fähigkeit zu erkennen, wie die Welt und das Leben geordnet sind und wie der Mensch sich am besten in diese Ordnung einfügt. Die Weisheit hat ihren Ursprung bei Gott, der die Welt weise gegründet hat. anvertrauen

und den Weg zeigen, den du gehen sollst.

Ich will dir folgenden Rat geben

und dich im Auge behalten:

9»Sei nicht wie das Pferd oder Maultier!

Die besitzen doch keinen Verstand!

Mit Zaum und Zügel muss man

ihren Eigensinn bändigen.

Sonst folgen sie dir nicht!«

10Wer sich gegen Gott auflehnt,

wird viele Schmerzen erleiden.

Wer sich aber auf den HERRN verlässt,

den umgibt seine Güte von allen Seiten.

11Freut euch über den HERRN und jubelt, ihr Gerechten32,11 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält.!

Seid alle fröhlich, die ihr ein ehrliches Herz habt!

33

Gott sprach und es geschah

331Preist den Herrn, ihr Gerechten33,1 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält.!

Es ist Sache ehrlicher Menschen,

den Lobgesang anzustimmen.

2Dankt dem HERRN mit der Leier33,2 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel.!

Spielt auf der Bassleier mit zehn Saiten!

3Singt für ihn ein neues Lied!

Greift voller Jubel in die Saiten!

4Denn das Wort des HERRN ist vollkommen.

Auf sein Tun ist ganz und gar Verlass.

5Er sorgt gerne für Recht und Ordnung.

Die Güte des HERRN erfüllt die Welt.

6Durch das Wort des HERRN

wurde der Himmel33,6 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. geschaffen.

Und durch den Hauch33,6 Hauch: Gott reicht schon der Hauch eines Befehls, um das Weltall ins Dasein zu rufen. seines Mundes

entstand das ganze Heer der Sterne.

7Er sammelte das Wasser des Ozeans

und staute es zurück durch einen Damm.

Er verschloss die Fluten der Urzeit33,7 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2.

in himmlischen Speichern.

8Die ganze Welt soll den HERRN fürchten.

Vor ihm sollen alle in Ehrfurcht33,8 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. leben,

die den Erdkreis bewohnen.

9Ja, wirklich: Er sprach und es geschah.

Er gab den Befehl und alles war da.

10Der HERR durchkreuzt den Plan der Völker.

Er vereitelt die Beschlüsse der Nationen.

11Aber der Plan des HERRN33,11 Plan: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte. gilt für immer.

Was er in seinem Herzen beschlossen hat,

überdauert Generation um Generation.

12Glücklich das Land, dessen Gott der HERR ist –

das Volk, das er als sein Eigentum33,12 Eigentum: Hinweis auf das enge Verhältnis zwischen Gott und Israel. erwählt hat!

13Der HERR schaut vom Himmel33,13 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab

und blickt auf alle Menschenkinder33,13 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

14Von seinem Wohnsitz aus sieht er alle,

die auf der Erde wohnen.

15Er hat ihnen den Verstand ins Herz gelegt.

Aufmerksam beobachtet er all ihr Tun.

16Ein König kann den Sieg nicht erzwingen,

auch nicht durch das stärkste Heer.

Ein Kämpfer kann sich nicht retten,

auch nicht durch größten Heldenmut.

17Wer sich auf Schlachtrosse verlässt,

wiegt sich in falscher Sicherheit.

Durch ihre Schnelligkeit und Kraft

entkommt niemand aus der Schlacht.

18Seht, der HERR wacht über denen,

die ihm mit Ehrfurcht33,18 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. begegnen –

die zuversichtlich auf seine Güte warten:

19Er wird ihr Leben aus Todesgefahr erretten

und sie in Hungersnot am Leben erhalten.

20Mit ganzer Seele33,20 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. warten wir auf den HERRN.

Er allein ist unsere Hilfe und unser Schild33,20 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden..

21Ja, über ihn freuen wir uns von Herzen.

Ja, wir vertrauen seinem heiligen Namen33,21 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

22Deine Güte, HERR, soll über uns wachen.

So wollen auch wir auf dich warten.