BasisBibel (BB)
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Mein Leben in Gottes Hand

311FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, VON DAVID31,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr ….

2Bei dir, Herr, suche ich Zuflucht31,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. Mehr ….

Lass mich nicht scheitern, zu keiner Zeit!

Rette mich, du bist doch gerecht!

3Hab ein offenes Ohr für mich und hilf mir schnell!

Sei für mich ein Fels31,3 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt., ein Versteck31,3 Versteck: Anspielung auf den Tempel, der Schutz vor Verfolgung bietet.,

eine feste Burg, in die ich mich retten kann!

4Ja, du bist mein Fels und meine Burg!

Zeig mir den Weg und führe mich!

Dafür stehst du mit deinem Namen31,4 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr … ein.

5Lass mich dem Fangnetz31,5 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. Mehr … entkommen,

das sie heimlich für mich ausgelegt haben.

Denn du bist meine Zuflucht.

6In deine Hand lege ich mein Leben.

Gewiss wirst du mich befreien, Herr.

Du bist doch ein treuer Gott.

7Hass erfüllte mich gegen Menschen,

die sich an Nichtigkeiten31,7 Nichtigkeiten: Das hebräische Wort wird auch als abwertende Bezeichnung für fremde Götter verwendet. klammern.

Ich aber vertraute auf den Herrn.

8Jetzt kann ich jubeln und fröhlich sein,

weil ich deine Güte erfahren habe:

Du hast gesehen, wie sehr ich leide,

und erkannt, in welcher Not ich bin.

9Du hast mich nicht dem Feind überlassen.

Du hast mir weiten Raum gegeben,

wo ich mich frei bewegen kann.

10Hab Erbarmen mit mir, Herr!

Denn mir ist angst und bange.

Mein Leben verschwimmt mir vor Augen,

mein Leid durchdringt Seele31,10 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. Mehr … und Leib.

11Ja, mein Leben verrinnt unter Schmerzen,

und unter Seufzen vergehen meine Jahre.

Durch eigene Schuld31,11 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … schwand mir die Kraft.

Ganz schwach sind meine Glieder.

12In den Augen aller meiner Feinde

bin ich zum Schandfleck geworden –

und ebenso für meine Nachbarn.

Ein Schreckgespenst bin ich

für meine besten Freunde.

Wenn sie mich auf der Straße sehen,

ergreifen sie vor mir die Flucht.

13Vergessen hat man mich wie einen Toten.

Ein Scherbenhaufen, das bin ich!

14Ja, ich hörte das ganze üble Gerede:

»Der verbreitet nur Schrecken um sich herum.«

Sie rotteten sich gegen mich zusammen.

Sie wollten mich zur Strecke bringen.

15Ich aber vertraute auf dich, Herr.

Ich bekannte: Du bist mein Gott!

16Meine Zukunft liegt in deiner Hand.

Rette mich aus der Gewalt meiner Feinde

und lass mich meinen Verfolgern entkommen!

17Lass dein Angesicht leuchten31,17 Angesicht leuchten lassen: Meint die liebevolle Zuwendung Gottes zu den Menschen. Mehr … über deinem Knecht31,17 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mehr ….

Hilf mir und lass mich so deine Güte erfahren!

18Herr, lass mich nicht scheitern,

denn ich habe zu dir um Hilfe gerufen.

Aber die Frevler31,18 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … sollen scheitern,

zum Schweigen verurteilt im Totenreich31,18 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr ….

19Verstummen sollen die Lügen auf ihren Lippen

und ihr freches Gerede gegen den Gerechten31,19 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.,

das voller Hochmut und Verachtung ist.

20Wie unerschöpflich ist deine Güte!

Du hältst sie bereit für die, die dir folgen.

Aus deinem Vorrat an Güte können alle leben,

die bei dir Zuflucht31,20 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. Mehr … suchen vor den Menschen.

21Wenn sie im Tempel vor dein Angesicht treten,

sind sie sicher vor dem Toben der Leute.

Wenn sie in deiner Hütte31,21 Hütte: Bezeichnung für den Tempel in Jerusalem. sind,

bewahrst du sie vor allen Anfeindungen.

22Gepriesen sei der Herr!

Wie wunderbar ist seine Güte,

die ich erfahren habe in der befestigten Stadt31,22 befestigte Stadt: Meint Jerusalem, das durch starke Stadtmauern geschützt wurde..

23Ich aber dachte in meiner Angst:

Ich bin verloren, verstoßen aus deinen Augen!

Doch du hast mein lautes Flehen gehört,

als ich zu dir um Hilfe schrie.

24Liebt den Herrn, ihr Frommen31,24 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen.!

Der Herr schützt alle, die zu ihm halten.

Aber wer sich überheblich verhält,

den zieht er gründlich zur Rechenschaft.

25Seid stark und fasst neuen Mut,

alle, die ihr auf den Herrn hofft!

32

Vergebung von Schuld

Der zweite Bußpsalm32,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet. Mehr …

321VON DAVID32,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Mehr …, EIN WEISHEITSLIED.

Glücklich darf sich jeder schätzen,

dessen Vergehen vergeben werden,

dessen Sünden32,1 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … zugedeckt sind.

2Glücklich zu preisen ist der Mensch,

dem der Herr die Schuld32,2 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … nicht anrechnet.

So täuscht er sich nicht über sich selbst.

3Doch als ich meine Schuld verschwieg,

verloren meine Glieder jede Kraft.

Ich stöhnte den ganzen Tag.

4Tag und Nacht spürte ich,

wie deine Hand mich niederdrückte.

Ich lag da wie ein Feld32,4 Feld: Bild für den Beter, der krank am Boden liegt. Andere deuten das Wort als »Ölkuchen, Lebenssaft«.,

das die Sommerhitze ausgedörrt hat. Sela32,4 Sela: Zeichen zum Atemholen. Mehr ….

5Doch dann gestand ich dir meine Sünden32,5 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr …

und versteckte nicht länger meine Schuld32,5 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr ….

Ich sagte: »Ich bekenne dem Herrn meine Vergehen!«

Da hast du die Schuld von mir genommen,

die ich auf mich geladen hatte. Sela32,5 Sela: Zeichen zum Atemholen. Mehr ….

6Deshalb soll jeder Fromme32,6 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. zu dir beten,

wenn er in Bedrängnis gerät.

Wenn dann die Wellen hochschlagen,

wird ihn das Wasser nicht erreichen.

7Du bist mein Schutz,

bewahrst mich vor Bedrängnis.

Du umgibst mich mit Menschen,

die meine Rettung bejubeln. Sela32,7 Sela: Zeichen zum Atemholen. Mehr ….

8Ich will dir Einsicht schenken,

dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.

Ich will dir folgenden Rat geben

und dich im Auge behalten:

9»Sei nicht wie das Pferd oder Maultier32,9 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt.!

Die besitzen doch keinen Verstand!

Mit Zaum und Zügel muss man

ihren Eigensinn bändigen.

Sonst folgen sie dir nicht!«

10Wer sich gegen Gott auflehnt,

wird viele Schmerzen erleiden.

Wer sich aber auf den Herrn verlässt,

den umgibt seine Güte von allen Seiten.

11Freut euch über den Herrn und jubelt, ihr Gerechten32,11 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.!

Seid alle fröhlich, die ihr aufrichtig seid!

33

Gott sprach und es geschah

331Preist den Herrn, ihr Gerechten33,1 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.!

Es ist Sache ehrlicher Menschen,

den Lobgesang anzustimmen.

2Dankt dem Herrn mit der Leier33,2 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. Mehr …!

Spielt auf der Bassleier33,2 Bassleier: Großes Musikinstrument mit tief klingenden Saiten. mit zehn Saiten!

3Singt für ihn ein neues Lied!

Greift voller Jubel in die Saiten!

4Denn das Wort des Herrn ist vollkommen.

Auf sein Tun ist ganz und gar Verlass.

5Er sorgt gerne für Recht und Ordnung.

Die Güte des Herrn erfüllt die Welt.

6Durch das Wort des Herrn

wurde der Himmel geschaffen33,6 der Himmel geschaffen: Von der Erschaffung der Welt durch Gott erzählt 1. Mose/Genesis 1,1–2,4..

Und durch den Hauch33,6 Hauch: Gott reicht schon der Hauch eines Befehls, um das Weltall ins Dasein zu rufen. seines Mundes

entstand das ganze Heer der Sterne.

7Er sammelte das Wasser des Ozeans

und hielt es zurück durch einen Damm.

Er verschloss die Fluten der Urzeit33,7 Fluten der Urzeit: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2.

in himmlischen Speichern.

8Die ganze Welt soll den Herrn fürchten.

Vor ihm sollen alle in Ehrfurcht33,8 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … leben,

die den Erdkreis bewohnen.

9Ja, wirklich: Er sprach und es geschah.

Er gab den Befehl und alles war da.

10Der Herr durchkreuzt den Plan der Völker.

Er vereitelt die Beschlüsse der Nationen.

11Aber der Plan des Herrn33,11 Plan des HERRN: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte. gilt für immer.

Was er in seinem Herzen beschlossen hat,

besteht von Generation zu Generation.

12Glücklich das Volk, dessen Gott der Herr ist –

das Volk, das er als sein Eigentum33,12 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. erwählt hat!

13Der Herr schaut vom Himmel33,13 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. Mehr … herab

und blickt auf alle Menschenkinder33,13 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

14Von seinem Wohnsitz aus sieht er alle,

die auf der Erde wohnen.

15Er hat ihnen den Verstand gegeben.

Aufmerksam beobachtet er all ihr Tun.

16Ein König kann den Sieg nicht erzwingen,

auch nicht durch das stärkste Heer.

Ein Kämpfer kann sich nicht retten,

auch nicht durch die größte Kraft.

17Wer sich auf Schlachtrosse33,17 Schlachtrosse: Pferde, die vor allem im Krieg eingesetzt wurden. verlässt,

wiegt sich in falscher Sicherheit.

Durch ihre Schnelligkeit und Kraft

übersteht niemand die Schlacht.

18Seht, der Herr wacht über denen,

die ihm mit Ehrfurcht33,18 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … begegnen.

Zuversichtlich warten sie auf seine Güte.

19Er wird ihr Leben aus Todesgefahr erretten

und sie in Hungersnot am Leben erhalten.

20Mit ganzer Seele33,20 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. Mehr … warten wir auf den Herrn.

Er ist unsere Hilfe und unser Schild33,20 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz. Mehr ….

21Ja, über ihn freuen wir uns von Herzen.

Wir vertrauen seinem heiligen Namen33,21 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. Mehr ….

22Deine Güte, Herr, soll über uns wachen,

genauso, wie wir auf dich warten.