BasisBibel NT+Ps (BB)
29

Gottes machtvolle Stimme

291EIN PSALM,

MIT DAVID29,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Gebt dem HERRN die Ehre29,1 Ehre, ehren: Das Ansehen bzw. die Bedeutung Gottes oder eines Menschen. Jemanden ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es diesem Ansehen entspricht., ihr himmlischen Wesen29,1 himmlische Wesen: Hebräisch »Göttersöhne«, die zur Götterversammlung im Himmel gehören.!

Gebt sie dem HERRN und erkennt seine Macht an!

2Gebt dem HERRN die Ehre29,2 Ehre, ehren: Das Ansehen bzw. die Bedeutung Gottes oder eines Menschen. Jemanden ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es diesem Ansehen entspricht., die seinem Namen29,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. gebührt!

Fallt auf die Knie vor dem HERRN,

wenn er in heiligem29,2 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Glanz erscheint.

3Die Stimme29,3 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN erschallt über den Meeren.

Der Gott, dem Ehre29,3 Ehre, ehren: Das Ansehen bzw. die Bedeutung Gottes oder eines Menschen. Jemanden ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es diesem Ansehen entspricht. gebührt, lässt es donnern:

Ja, der HERR thront über gewaltigen Meeren!

4Die Stimme29,4 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN dröhnt mit aller Kraft.

Die Stimme des HERRN tönt voller Majestät.

5Die Stimme29,5 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN zerschmettert Zedern29,5 Zeder: Großer und starker Gebirgsbaum, der im Libanon wächst. .

So zerbrach der HERR die Zedern im Libanon29,5 Libanon: Nördlich von Israel gelegener bis zu 3000 m aufragender Gebirgszug mit üppiger Vegetation.:

6Da hüpfte29,6 hüpfte: Dahinter steht die Vorstellung von einem Erdbeben. der Libanon29,6 Libanon: Nördlich von Israel gelegener bis zu 3000 m aufragender Gebirgszug mit üppiger Vegetation. vor ihm wie ein Kalb,

das Hermongebirge29,6 Hermon: Hohes Bergmassiv im Süden des Libanon. wie ein junger Wildstier.

7Die Stimme29,7 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN spuckt Feuerflammen29,7 Feuerflammen: Eine weitere Machtdemonstration Gottes, die an einen Vulkanausbruch denken lässt..

8Die Stimme29,8 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN lässt Wüsten29,8 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. beben:

Da bebte die Wüste Kadesch29,8 Kadesch: Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel, die hier nach der Oase »Kadesch« benannt wird. vor dem HERRN.

9Die Stimme29,9 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN wirbelt Bäume umher:

Da waren die Wälder wie kahl geschlagen.

Und alle in seinem Palast rufen aus: »Ehre sei ihm!«

10Ja, der HERR thront über der großen Flut29,10 große Flut: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2..

So bestieg der HERR den Königsthron29,10 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes..

Jetzt herrscht er als König29,10 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. für alle Zeit!

11Der HERR schenke seinem Volk Kraft!

Der HERR segne29,11 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. sein Volk mit Frieden29,11 Friede: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft.!

30

Gottes Güte bedeutet Leben

301EIN PSALM,

EIN LIED ZUR TEMPELEINWEIHUNG30,1 Tempeleinweihung: Der Psalm wird dem jüdischen Lichterfest (Chanukka) zugeordnet, das an die Wiedereinweihung des Tempels im Jahr 164 v. Chr. erinnert..

MIT DAVID30,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Hoch über alles will ich dich loben, HERR!

Denn du hast mich aus der Tiefe gezogen.

Du hast meine Feinde nicht über mich triumphieren lassen.

3HERR, mein Gott, ich schrie zu dir um Hilfe.

Da hast du mich wieder gesund gemacht.

4HERR, aus dem Totenreich30,4 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. hast du mich geholt.

Du hast mir ein neues Leben geschenkt –

dabei zählte ich schon zu den Menschen,

die hinabmussten ins Grab.

5Singt für den HERRN, die ihr zu ihm gehört30,5 zum Herrn gehören: Fromme, die sich zu Gott und zu seiner Gemeinschaft halten.!

Dankt ihm und denkt daran: Heilig30,5 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. ist er!

6Nur einen Augenblick dauert sein Zorn30,6 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. ,

doch seine Güte umfasst das ganze Leben.

Am Abend muss einer viel weinen,

doch am Morgen wird er sich wieder freuen.

7Ich aber dachte in meiner Sorglosigkeit:

Nichts kann mich umwerfen, nichts in der Welt!

8Denn du, HERR, hast in deiner Güte dafür gesorgt,

dass ich fest wie ein Berg dastand.

Doch dann hast du dein Angesicht verborgen30,8 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. .

Da verlor ich vor Schreck jeden Halt.

9Ich rufe zu dir, HERR!

Zu dir, mein Gott, flehe ich:

10»Was hast du denn davon,

wenn ich ins Grab hinabmuss?

Kann etwa der Staub30,10 Staub: Gemeint sind die Verstorbenen, die unten im Totenreich in staubtrockener Erde ruhen. dir danken?

Oder kann er deine Treue verkünden?

11Höre mich, HERR, und hab Erbarmen mit mir!

Du bist es doch, HERR, der mir helfen kann!«

12Ja, du hast meine Totenklage30,12 Totenklage: Ausdrucksformen der Trauer um einen Verstorbenen sind die Totenklage und der Weheruf.

in einen Freudentanz verwandelt.

Den Sack30,12 Sack: Ein Kleid aus rauem Sackleinen, das man zum Zeichen der Trauer oder Buße auf bloßer Haut trug. hast du von mir genommen

und ein Festkleid hast du mir angelegt.

13Darum will ich dir ein Loblied singen

und es soll nicht mehr verklingen:

HERR, mein Gott, für immer

will ich dir ein Danklied singen!

31

Mein Leben in deiner Hand

311FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID31,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Bei dir, HERR, suche ich Zuflucht31,2 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. !

Enttäusche mich nicht, zu keiner Zeit!

Rette mich, du bist doch gerecht31,2 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.!

3Hab ein offenes Ohr für mich!

Befreie mich, so schnell es geht!

Sei für mich ein Fels31,3 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., ein Versteck31,3 Versteck: Anspielung auf den Tempel als Schutz vor Verfolgung, vgl. Psalm 90,1 und Psalm 91,9.!

Sei für mich ein befestigtes Haus,

in das ich mich retten kann!

4Ja, du bist mein Fels31,4 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht. und meine Festung!

Dafür stehst du mit deinem Namen31,4 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. ein.

Zeige mir den Weg und führe mich!

5Lass mich dem Fangnetz31,5 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden. entkommen,

das man heimlich für mich ausgelegt hat.

Denn du bist es, der mich beschützt.

6In deine Hand lege ich mein Leben.

Gewiss wirst du mich befreien, HERR.

Du bist doch ein treuer Gott.

7Hass erfüllte mich gegen Menschen,

die sich an Nichtigkeiten31,7 Nichtigkeiten: Etwas Wertloses und Nutzloses. Damit können auch trügerische Götzen bezeichnet werden. klammern.

Ich aber vertraute auf den HERRN.

8Jetzt kann ich jubeln und fröhlich sein,

weil ich deine Güte erfahren habe:

Du hast gesehen, wie sehr ich leide,

und erkannt, in welcher Not ich bin.

9Du hast mich dem Feind nicht überlassen.

Du hast mich auf weites Feld gestellt,

wo ich mich frei bewegen kann.

10Hab Erbarmen mit mir, HERR!

Denn mir ist angst und bange.

Mein Leben verschwimmt mir vor Augen,

das Leid dringt mir durch Seele31,10 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. und Leib.

11Ja, mein Leben verrinnt unter Schmerzen

und unter Seufzen vergehen meine Jahre.

Durch eigne Schuld31,11 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. schwand mir die Kraft.

Ganz schwach sind meine Glieder.

12In den Augen aller meiner Feinde

bin ich zum Schandfleck31,12 Schandfleck, Schreckgespenst: Die Feinde machen den Beter schlecht, seine Freunde gehen ihm aus dem Weg. geworden –

und das sogar für meine Nachbarn.

Ein Schreckgespenst31,12 Schandfleck, Schreckgespenst: Die Feinde machen den Beter schlecht, seine Freunde gehen ihm aus dem Weg. bin ich

für meine besten Freunde.

Wenn sie mich auf der Straße sehen,

ergreifen sie vor mir die Flucht.

13Vergessen bin ich wie ein Toter –

keiner hat mehr ein Herz für mich.

Ein Scherbenhaufen, das bin ich!

14Ja, ich hörte das ganze üble Gerede.

Welches Grauen umgab mich da.

Sie rotteten sich gegen mich zusammen.

Sie wollten mich zur Strecke bringen.

15Ich aber vertraute auf dich, HERR.

Ich bekannte: Du bist mein Gott!

16In deiner Hand liegt meine Zukunft.

Rette mich aus der Gewalt meiner Feinde

und lass mich meinen Verfolgern entkommen!

17Lass dein Angesicht31,17 Angesicht leuchten lassen: Die Redewendung, dass Gott sein Angesicht über jemandem leuchten lässt, bezeichnet Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen. über deinem Knecht31,17 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. leuchten.

Hilf mir und lass mich so deine Güte erfahren!

18HERR, enttäusche mich nicht,

denn ich habe zu dir um Hilfe gerufen.

Aber die Frevler31,18 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen., die sollen scheitern –

zum Schweigen verurteilt im Totenreich31,18 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

19Ihre Lippen sollen zugebunden sein,

damit ihre Lügen endlich verstummen –

und ihr freches Gerede über den Gerechten31,19 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält.,

das nur Hochmut und Verachtung kennt.

20Wie unerschöpflich ist doch deine Güte!

Du hältst sie bereit für die, die dich verehren.

Aus deinem Vorrat31,20 Vorrat: Gottes Güte ist ein unermesslicher Schatz, den er aufspart und daraus in Zeiten der Not austeilt. an Güte können alle leben,

die bei dir Zuflucht31,20 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. suchen vor den Menschen.

21Du nimmst sie unter deinen persönlichen Schutz

vor dem Toben der Leute.

Du bewahrst sie in deiner Hütte.

Dort sind sie sicher vor Zank und Streit.

22Gepriesen sei der HERR!

Wie wunderbar ist doch seine Güte,

die ich erfahren durfte in der befestigten Stadt31,22 befestigte Stadt: Gemeint ist die Stadt Jerusalem, die mit Wehrmauern geschützt war..

23Aber in meiner Angst dachte ich:

Ich bin dir aus den Augen geraten!

Doch du hast mein lautes Flehen gehört,

als ich zu dir um Hilfe schrie.

24Liebt den HERRN, ihr Frommen31,24 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. miteinander!

Der Herr schützt alle, die zu ihm halten.

Aber wer sich überheblich verhält,

den zieht er gründlich zur Rechenschaft.

25Seid stark und fasst neuen Mut –

ihr alle, deren Hoffnung der HERR ist!