BasisBibel NT+Ps (BB)
28

In höchster Not

281MIT DAVID28,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Zu dir, HERR, will ich rufen.

Mein Fels28,1 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., stell dich nicht taub gegen mich!

Wenn du nämlich mir gegenüber schweigst,

dann bin ich gleich den Menschen,

die in die Zisterne28,1 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser; auch Bildwort für das Totenreich. hinabmüssen.

2Höre doch mein lautes Flehen,

wenn ich zu dir um Hilfe schreie –

wenn ich im Gebet28,2 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. meine Hände erhebe

zum Allerheiligsten28,2 Allerheiligstes: Ort der Gegenwart Gottes im hinteren Teil der Haupthalle des Jerusalemer Tempels. in deinem Heiligtum:

3Vernichte mich nicht zusammen mit den Frevlern28,3 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.

und mit denen, die nichts als Unheil anrichten!

Die reden zwar freundlich mit ihren Nachbarn,

aber dabei haben sie nur Böses im Sinn.

4Gib ihnen, was sie verdienen!

Bestrafe sie für ihre bösen Taten!

Zieh sie zur Verantwortung für das,

was sie mit eigenen Händen getan haben!

Und lass ihr Tun auf sie zurückfallen28,4 zurückfallen auf jemanden: Nach biblischer Vorstellung von Tun und Ergehen wird der Mensch von seiner bösen Tat eingeholt und muss dann die Verantwortung dafür tragen.!

5Denn sie wollen nicht sehen, was der HERR tut,

und nicht anerkennen, was er vollbringt.

Darum wird er sie niederwerfen

und niemals wieder aufrichten.

6Gepriesen sei der HERR!

Denn er hat mein lautes Flehen gehört.

7Der HERR ist mein Schutz und mein Schild28,7 Schild: Der Schild dient als Abwehrwaffe im Gefecht und kann auch als Sinnbild für Gottes Schutz verwendet werden..

Ihm vertraute ich in meinem Herzen –

und mir wurde geholfen.

Jetzt jubelt mein Herz vor Freude.

Mit meinem Lied will ich ihm danken.

8Der HERR ist eine Zuflucht28,8 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. für sein Volk,

eine rettende Burg für seinen Gesalbten28,8 Gesalbter: Hebräisch »Messias«, bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter..

9Hilf deinem Volk und segne dein Eigentum!

Weide sie wie ein Hirte28,9 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. seine Herde

und bringe sie sicher durch alle Zeiten!

29

Gottes machtvolle Stimme

291EIN PSALM,

MIT DAVID29,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Gebt dem HERRN die Ehre29,1 Ehre, ehren: Das Ansehen bzw. die Bedeutung Gottes oder eines Menschen. Jemanden ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es diesem Ansehen entspricht., ihr himmlischen Wesen29,1 himmlische Wesen: Hebräisch »Göttersöhne«, die zur Götterversammlung im Himmel gehören.!

Gebt sie dem HERRN und erkennt seine Macht an!

2Gebt dem HERRN die Ehre29,2 Ehre, ehren: Das Ansehen bzw. die Bedeutung Gottes oder eines Menschen. Jemanden ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es diesem Ansehen entspricht., die seinem Namen29,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. gebührt!

Fallt auf die Knie vor dem HERRN,

wenn er in heiligem29,2 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Glanz erscheint.

3Die Stimme29,3 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN erschallt über den Meeren.

Der Gott, dem Ehre29,3 Ehre, ehren: Das Ansehen bzw. die Bedeutung Gottes oder eines Menschen. Jemanden ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es diesem Ansehen entspricht. gebührt, lässt es donnern:

Ja, der HERR thront über gewaltigen Meeren!

4Die Stimme29,4 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN dröhnt mit aller Kraft.

Die Stimme des HERRN tönt voller Majestät.

5Die Stimme29,5 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN zerschmettert Zedern29,5 Zeder: Großer und starker Gebirgsbaum, der im Libanon wächst. .

So zerbrach der HERR die Zedern im Libanon29,5 Libanon: Nördlich von Israel gelegener bis zu 3000 m aufragender Gebirgszug mit üppiger Vegetation.:

6Da hüpfte29,6 hüpfte: Dahinter steht die Vorstellung von einem Erdbeben. der Libanon29,6 Libanon: Nördlich von Israel gelegener bis zu 3000 m aufragender Gebirgszug mit üppiger Vegetation. vor ihm wie ein Kalb,

das Hermongebirge29,6 Hermon: Hohes Bergmassiv im Süden des Libanon. wie ein junger Wildstier.

7Die Stimme29,7 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN spuckt Feuerflammen29,7 Feuerflammen: Eine weitere Machtdemonstration Gottes, die an einen Vulkanausbruch denken lässt..

8Die Stimme29,8 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN lässt Wüsten29,8 Wüste: Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z. B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. beben:

Da bebte die Wüste Kadesch29,8 Kadesch: Wüstenregion auf der Sinaihalbinsel, die hier nach der Oase »Kadesch« benannt wird. vor dem HERRN.

9Die Stimme29,9 Stimme: Leitwort des Psalms. Siebenmal demonstriert die Stimme Gottes ihre gewaltige Macht. des HERRN wirbelt Bäume umher:

Da waren die Wälder wie kahl geschlagen.

Und alle in seinem Palast rufen aus: »Ehre sei ihm!«

10Ja, der HERR thront über der großen Flut29,10 große Flut: Das Wasser, das vor der Schöpfung die gesamte Erde bedeckte; vgl. 1. Mose/Genesis 1,2..

So bestieg der HERR den Königsthron29,10 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes..

Jetzt herrscht er als König29,10 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. für alle Zeit!

11Der HERR schenke seinem Volk Kraft!

Der HERR segne29,11 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. sein Volk mit Frieden29,11 Friede: Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft.!

30

Gottes Güte bedeutet Leben

301EIN PSALM,

EIN LIED ZUR TEMPELEINWEIHUNG30,1 Tempeleinweihung: Der Psalm wird dem jüdischen Lichterfest (Chanukka) zugeordnet, das an die Wiedereinweihung des Tempels im Jahr 164 v. Chr. erinnert..

MIT DAVID30,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Hoch über alles will ich dich loben, HERR!

Denn du hast mich aus der Tiefe gezogen.

Du hast meine Feinde nicht über mich triumphieren lassen.

3HERR, mein Gott, ich schrie zu dir um Hilfe.

Da hast du mich wieder gesund gemacht.

4HERR, aus dem Totenreich30,4 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt. hast du mich geholt.

Du hast mir ein neues Leben geschenkt –

dabei zählte ich schon zu den Menschen,

die hinabmussten ins Grab.

5Singt für den HERRN, die ihr zu ihm gehört30,5 zum Herrn gehören: Fromme, die sich zu Gott und zu seiner Gemeinschaft halten.!

Dankt ihm und denkt daran: Heilig30,5 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. ist er!

6Nur einen Augenblick dauert sein Zorn30,6 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. ,

doch seine Güte umfasst das ganze Leben.

Am Abend muss einer viel weinen,

doch am Morgen wird er sich wieder freuen.

7Ich aber dachte in meiner Sorglosigkeit:

Nichts kann mich umwerfen, nichts in der Welt!

8Denn du, HERR, hast in deiner Güte dafür gesorgt,

dass ich fest wie ein Berg dastand.

Doch dann hast du dein Angesicht verborgen30,8 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. .

Da verlor ich vor Schreck jeden Halt.

9Ich rufe zu dir, HERR!

Zu dir, mein Gott, flehe ich:

10»Was hast du denn davon,

wenn ich ins Grab hinabmuss?

Kann etwa der Staub30,10 Staub: Gemeint sind die Verstorbenen, die unten im Totenreich in staubtrockener Erde ruhen. dir danken?

Oder kann er deine Treue verkünden?

11Höre mich, HERR, und hab Erbarmen mit mir!

Du bist es doch, HERR, der mir helfen kann!«

12Ja, du hast meine Totenklage30,12 Totenklage: Ausdrucksformen der Trauer um einen Verstorbenen sind die Totenklage und der Weheruf.

in einen Freudentanz verwandelt.

Den Sack30,12 Sack: Ein Kleid aus rauem Sackleinen, das man zum Zeichen der Trauer oder Buße auf bloßer Haut trug. hast du von mir genommen

und ein Festkleid hast du mir angelegt.

13Darum will ich dir ein Loblied singen

und es soll nicht mehr verklingen:

HERR, mein Gott, für immer

will ich dir ein Danklied singen!