BasisBibel NT+Ps (BB)
25

Leben nach Gottes Wahrheit

Alphabetpsalm

251MIT DAVID25,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

א

Zu dir, HERR, trage ich,

was mir auf der Seele25,1 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. brennt.

ב

2Mein Gott, auf dich vertraue ich!

Lass mich keine Enttäuschung erleben!

Sonst triumphieren meine Feinde über mich.

ג

3Es wird ja keiner enttäuscht, der auf dich hofft.

Enttäuscht wird nur, wer dich treulos verlässt.

ד

4Zeige mir die Wege, HERR, die du bestimmst!

Und lehre mich, deinen Pfaden zu folgen!

ה

5Bringe mir bei, nach deiner Wahrheit zu leben!

Denn du bist es, Gott, der mir hilft!

ו

Und so will ich auf dich hoffen den ganzen Tag!

ז

6Denk an deine Barmherzigkeit und Güte, HERR!

Denn schon seit Urzeiten25,6 seit Urzeiten: Der Beter erinnert Gott daran, dass seine Güte schon mit der Schöpfung begann und seitdem besteht. handelst du danach.

ח

7Aber an meine Vergehen sollst du nicht denken –

auch nicht an die Sünden25,7 Sünde, Sünder: Das grundsätzliche Gestörtsein der Beziehung des Menschen zu Gott. Die Sünde kennzeichnet das gesamte irdische Leben und kommt in der Missachtung von Gottes Willen zum Ausdruck. aus meinen Jugendtagen!

Denk so an mich, wie es deiner Güte entspricht!

Du meinst es doch gut mit mir, HERR.

ט

8Gut und gerecht ist der HERR.

Darum weist er den Sündern den Weg.

י

9Er hilft den Unterdrückten dabei,

ihr Anliegen vor Gericht zu bringen.

Er lehrt die Unterdrückten seinen Weg.

כ

10Alle Wege, die der HERR bestimmt,

sind geprägt von Güte und Wahrheit.

So hilft er denen, die seinen Bund25,10 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. halten

und seine Vorschriften befolgen.

ל

11Bleib deinem Namen25,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. treu, HERR,

und vergib mir meine Schuld25,11 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. – sie ist so groß!

מ

12Und wie steht es mit dem Menschen,

der dem HERRN mit Ehrfurcht25,12 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. begegnet?

Ihm zeigt er den Weg, den er nehmen soll.

נ

13So wird er über Nacht sein Glück finden,

und seine Kinder werden das Land erben.

ס

14Der HERR zieht die Menschen ins Vertrauen,

die ihm mit Ehrfurcht25,14 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. begegnen.

Sein Bund25,14 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. dient dazu, sie zu unterweisen.

ע

15Meine Augen blicken stets auf den HERRN.

Denn er selbst zieht meine Füße aus dem Netz25,15 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden..

פ

16Wende dich zu mir und hab Erbarmen mit mir!

Denn ich fühle mich einsam und unglücklich.

צ

17Befreie mich von der Angst,

die mir das Herz zusammenschnürt.

Führe mich aus meiner Bedrängnis!

ק

18Nimm mein Unglück und Leid von mir!

Schaff alle meine Sünden25,18 Sünde, Sünder: Das grundsätzliche Gestörtsein der Beziehung des Menschen zu Gott. Die Sünde kennzeichnet das gesamte irdische Leben und kommt in der Missachtung von Gottes Willen zum Ausdruck. aus der Welt!

ר

19Sieh nur, wie zahlreich meine Feinde sind

und wie abgrundtief sie mich hassen!

ש

20Schütze mein Leben und rette mich!

Lass mich keine Enttäuschung erleben!

Denn bei dir suche ich Zuflucht25,20 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

ת

21Vorbildlich und ehrlich will ich leben.

Darum behüte mein Tun!

Denn auf dich hoffe ich.

22Ach Gott, befreie Israel25,22 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. aus all seiner Not!

26

Prüfe mich auf Herz und Nieren

261MIT DAVID26,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Verhilf mir zu meinem Recht, HERR!

Denn ich ging vorbildlich durchs Leben.

Ich habe auf den HERRN vertraut.

Nichts konnte mich davon abbringen.

2Prüfe mich nur, HERR, erforsche mein Tun!

Untersuche mich auf Herz und Nieren26,2 Nieren: Die Nieren gelten im Alten Testament als Sitz innerer Gefühlsregungen. Mit den Nieren prüft Gott die geheimsten Motive eines Menschen.!

3Ja, deine Güte hatte ich stets vor Augen.

Und ich lebte nach deiner Wahrheit:

4Ich saß nicht mit denen beisammen,

die ein falsches Spiel trieben.

Und mit heimtückischen Leuten

ließ ich mich schon gar nicht ein.

5Ich hasste die Gesellschaft von Übeltätern

und hielt mich von den Frevlern26,5 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. fern.

6In Unschuld wasche ich meine Hände

und schreite feierlich um deinen Altar26,6 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, an dem einer Gottheit die für sie bestimmten Gaben übereignet bzw. verbrannt wurden. , HERR.

7Dazu singe ich ein Danklied mit lauter Stimme

und erzähle von deinen wunderbaren Taten.

8HERR, ich liebe dein Haus26,8 Haus: Bezeichnung für den Tempel., in dem du wohnst,

und den Raum, den deine Herrlichkeit26,8 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. erfüllt.

9Vernichte mich nicht zusammen mit den Sündern

und mit den Menschen, die Blut26,9 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. vergießen!

10An ihren Händen klebt ja schändliches Tun26,10 schändliches Tun: Meint besonders sexuelle Übergriffe..

Und Bestechungsgelder füllen ihre Hände.

11Ich aber gehe vorbildlich durchs Leben.

Befreie mich und schenke mir Gnade26,11 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu.!

12Jetzt habe ich festen Boden unter den Füßen.

Dafür will ich den Herrn preisen –

beim Gottesdienst in den Versammlungen.

27

Ihr sollt mein Angesicht suchen

271MIT DAVID27,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Der HERR ist mein Licht27,1 Licht: Das Licht ist das erste Werk in Gottes Schöpfung. Im übertragenen Sinn bedeutet das Licht Leben, während Dunkelheit für den Tod steht. Im Neuen Testament wird Jesus als Licht der Welt bezeichnet, weil die Menschen durch ihn das ewige Leben erhalten. und mein Glück.

Vor wem sollte ich mich fürchten?

Der HERR ist der Schutz meines Lebens.

Vor wem sollte ich erschrecken?

2Böswillige Leute machten sich an mich heran,

um mich mit Haut und Haar zu verschlingen27,2 verschlingen: Die Gegner werden so beschrieben, als wären es Raubtiere..

Es waren meine Gegner und meine Feinde,

doch sie mussten scheitern und stürzen.

3Auch wenn ein Heer mich belagern sollte,

bleibt mein Herz ganz ohne Furcht!

Auch wenn ein Krieg gegen mich ausbrechen sollte,

halte ich trotzdem an meinem Vertrauen fest.

4Ich hatte eine einzige Bitte an den HERRN!

Nichts anderes wünsche ich mir:

Ich möchte im Haus des HERRN27,4 Haus des HERRN: Bezeichnung für den Tempel. sein

alle Tage meines Lebens.

Ich möchte die Schönheit des Herrn schauen

und sie im Inneren seines Tempels27,4 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. betrachten.

5Denn er bewahrt mich in seiner Hütte27,5 Hütte, Fels, Zelt: Bezeichnungen für den Tempel, vgl. Psalm 31,21.

am Tag, an dem mir Unheil droht.

Er bietet mir Schutz unterm Dach seines Zeltes27,5 Hütte, Fels, Zelt: Bezeichnungen für den Tempel, vgl. Psalm 31,21.,

er hebt mich hoch auf einen sicheren Felsen27,5 Hütte, Fels, Zelt: Bezeichnungen für den Tempel, vgl. Psalm 31,21..

6Jetzt kann ich über meine Feinde triumphieren,

die mich von allen Seiten umgeben.

Mit Jubel will ich Opfer27,6 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt. darbringen in seinem Zelt27,6 Hütte, Fels, Zelt: Bezeichnungen für den Tempel, vgl. Psalm 31,21..

Für den HERRN will ich singen und musizieren.

7Höre doch, HERR, mein lautes Rufen!

Hab Erbarmen mit mir und antworte mir!

8Ich dachte nach über dein Wort:

»Ihr sollt mein Angesicht suchen27,8 Angesicht schauen/suchen: Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren.

Ja, dein Angesicht, HERR, will ich suchen!

9Verbirg dein Angesicht27,9 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. nicht vor mir!

Weise deinen Knecht27,9 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. nicht im Zorn zurück!

Du bist doch mein Beistand!

Gib meinen Fall nicht verloren

und lass mich nicht im Stich!

Gott, du bist doch mein Anwalt27,9 Anwalt: Es geht um ein Gerichtsverfahren, in dem der Beter zu Unrecht beschuldigt wird (Vers 12).!

10Denn Vater und Mutter haben mich verlassen.

Doch der HERR steht fest an meiner Seite.

11Zeige mir, HERR, deinen Weg

und führe mich geradlinig durchs Leben!

Dann haben meine Verleumder das Nachsehen.

12Überlass mich nicht dem Druck meiner Feinde!

Denn falsche Zeugen haben sich erhoben,

um die Unwahrheit gegen mich auszusagen.

13Was wäre mit mir geschehen,

wenn ich nicht fest darauf vertraut hätte:

Ich werde die Güte des HERRN erfahren,

solange ich im Land der Lebenden27,13 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich. bin.

14Darum hoffe auf den HERRN!

Sei stark und fasse neuen Mut!

Setze deine Hoffnung auf den HERRN!