BasisBibel NT+Ps (BB)
21

Gebet für den König

211FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID21,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2HERR, über deine Macht freut sich der König21,2 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden..

Wie jubelt er so fröhlich über deinen Sieg!

3Seinen Herzenswunsch hast du ihm erfüllt.

Die Bitte, die über seine Lippen kam,

hast du ihm nicht abgeschlagen. SELA21,3 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

4Ja, du hast ihn mit Segensgaben überhäuft.

Die goldene Krone hast du ihm aufgesetzt.

5Um Lebenszeit hat er dich gebeten!

Du hast ihm ein langes Leben geschenkt –

glückliche Jahre für immer und alle Zeit.

6Groß ist sein Ansehen durch deinen Sieg.

Machtvollen Glanz verleihst du ihm.

7Ja, du setzt ihn zum Herrscher ein,

damit er für immer segensreich21,7 segensreich: Die Aufgaben des Königs, für Schutz und Gerechtigkeit zu sorgen, bewirken Segen für sein Volk. wirkt.

Mit Freude erfüllt ihn deine Gegenwart.

8Ja, der König vertraut auf den HERRN!

Er baut auf die Güte des Höchsten21,8 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20.

und kommt deshalb nicht zu Fall.

9Deine Macht soll alle deine Feinde treffen.

Und die dich hassen, strafe mit starker Hand.

10Lass sie brennen wie in einem Ofen,

wenn du, HERR, zum Gericht21,10 Gericht, verurteilen: Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat. erscheinst.

In seinem Zorn wird er sie vernichten.

Und Feuer wird sie ganz verzehren.

11Vertilge ihre Nachkommen von der Erde

und ihre Kinder aus der Menschenwelt.

12Ja, Unheil wollten sie über dich bringen.

Sie schmiedeten Pläne – doch ohne Erfolg!

13Ja, mit dem Rücken zu dir laufen sie davon,

sobald du deinen Bogen auf sie richtest.

14Erhebe dich, HERR! Zeige deine Macht!

Dann wollen wir singen und deine Stärke preisen.

22

Von Gott verlassen – und gerettet

Der Leidenspsalm Jesu22,0 Leidenspsalm Jesu: Mit Worten aus diesem Psalm betete Jesus am Kreuz, vgl. Matthäus 27,46.

221FÜR DEN CHORLEITER.

NACH DER MELODIE:

HIRSCHKUH DER MORGENRÖTE.

EIN PSALM, MIT DAVID22,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2»Mein Gott, mein Gott,

warum hast du mich verlassen?«

Weit entfernt ist meine Rettung.

Ungehört verhallt mein Hilfeschrei.

3»Mein Gott«, so rufe ich am Tag,

doch du gibst keine Antwort.

Und so rufe ich in der Nacht,

doch nur Schweigen umgibt mich.

4Du aber, du bist der Heilige!

Du thronst über den Lobgesängen Israels22,4 über den Lobgesängen Israels: Poetischer Ausdruck für den Gottesdienst, in dem Gottes Gegenwart durch Lobgesänge gepriesen wird.!

5Auf dich vertrauten schon unsere Eltern.

Sie vertrauten darauf, dass du sie rettest.

6Sie riefen zu dir und wurden gerettet.

Auf dich haben sie sich verlassen

und wurden nicht enttäuscht.

7Aber ich bin ein Wurm22,7 Wurm: Verachtet von seinen Feinden fühlt sich der Beter so elend wie ein am Boden kriechendes Tier. und kein Mensch mehr –

ein Gespött der Leute und verachtet vom Volk!

8Alle, die mich sehen, lachen nur über mich.

Sie spitzen die Lippen, sie schütteln den Kopf:

9»Soll er doch seine Last auf den HERRN abwälzen22,9 abwälzen: Die Feinde machen sich lustig über den Beter, der seine Sorgen vor Gott bringt und ihn um Hilfe bittet.!

Dann soll der ihn auch retten!

Dann soll der ihn aus dem Elend reißen.

Schließlich ist er ja sein Freund!«

10Ja, du hast mich aus dem Mutterleib gezogen.

An der Mutterbrust lehrtest du mich Vertrauen.

11Auf dich bin ich angewiesen seit meiner Geburt.

Vom ersten Atemzug an bist du allein mein Gott!

12Bleib nicht fern von mir! Denn die Not ist so nahe.

Und sonst habe ich niemand, der mir hilft.

13Stiere ohne Zahl haben mich umstellt.

Baschan-Büffel22,13 Baschan-Büffel: Benannt nach dem fruchtbaren Weideland auf der Hochebene Baschan östlich des Sees Gennesaret. Die Tiervergleiche lassen die Feinde des Beters als mächtig und grausam erscheinen. halten mich umringt.

14Da sperrt einer sein Maul auf, um mich zu packen –

es ist ein reißender und brüllender Löwe!

15Ich fühle mich wie ausgeschüttetes Wasser

und habe keine Gewalt mehr über meine Glieder.

Mein Lebensmut ist weich wie Wachs,

dahingeschmolzen in meinem Innern.

16Trocken wie eine Tonscherbe22,16 Tonscherbe: Beim Brennen wird dem Tongefäß sämtliche Flüssigkeit entzogen. ist meine Kehle

und die Zunge klebt mir schon am Gaumen.

So bettest du mich in den Staub22,16 Staub: Poetischer Ausdruck für das Totenreich unter der Erde. zu den Toten.

17Ja, Hunde rotteten sich um mich zusammen!

Eine Meute von Bösen hat mich eingekreist –

wie ein Löwe, der bereit ist zum Sprung,

um mich an Händen und Füßen zu packen.

18Schon zähle ich alle meine Knochen.

Sie aber schauen zu, sie gaffen mich an.

19Schon verteilen sie meine Kleider unter sich

und werfen das Los22,19 Los: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behältergeschüttelt und auf den Boden geworfen wurden. über meinen Mantel.

20Doch du, HERR, bleib nicht fern von mir!

Du bist meine Stärke, hilf mir schnell!

21Bewahre mein Leben vor dem Schwert,

mein einziges Gut vor der Gewalt der Hunde!

22Rette mich aus dem Rachen des Löwen

und vor den Hörnern der Wildstiere!

– Mein Gebet22,22 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. hast du erhört. –

23Ich will meinen Schwestern und Brüdern

von deinem Namen22,23 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. erzählen.

Im Kreis der Gemeinde will ich dich loben.

24Die ihr den HERRN verehrt, lobt ihn mit mir!

All ihr Nachkommen Jakobs22,24 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. , gebt ihm die Ehre!

Lasst euch ergreifen von seiner Herrlichkeit22,24 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor.,

all ihr Nachkommen Israels22,24 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. !

25Denn das Elend, das mich Armen bedrückt,

hat er nicht übersehen und nicht missachtet.

Sein Angesicht22,25 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. hat er nicht vor mir verborgen22,25 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. .

Er hat mich gehört, als ich um Hilfe schrie.

26Von dir geht mein Lobgesang aus

und erschallt in der Festversammlung.

Vor den Augen deiner Gemeinde

will ich meine Gelübde22,26 Gelübde: Feierliches Versprechen, das nach Gottes Hilfeleistung im Rahmen einer Dankfeier eingelöst wird. erfüllen:

27»Arme sollen essen und satt werden.

Die den HERRN suchen, sollen ihn loben.«

Bekommt also neuen Lebensmut, für immer!

28Alle Länder der Erde sollen daran denken

und zu dem HERRN umkehren!

Die ganze Gemeinschaft der Völker

soll vor ihm auf die Knie fallen!

29Denn das Königreich gehört dem HERRN.

Er ist der Herrscher über die Völker.

30Alle sollen vor ihm auf die Knie fallen,

die im Vollbesitz ihrer Kräfte stehen!

Alle sollen vor ihm die Knie beugen,

die in den Staub22,30 Staub: Poetischer Ausdruck für das Totenreich unter der Erde. zu den Toten gehen.

Und wenn sie nicht mehr am Leben sind,

31werden die Nachkommen ihm dienen.

Dann kommt die nächste Generation –

auch ihr wird man vom Herrn erzählen.

32Und dem Volk, das noch geboren wird,

wird man über seine Gerechtigkeit22,32 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. sagen:

»Er hat es getan!«

23

Der Herr ist mein Hirte

231EIN PSALM,

MIT DAVID23,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Der HERR ist mein Hirte23,1 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott..

Mir fehlt es an nichts.

2Die Weiden sind saftig grün.

Hier lässt er mich ruhig lagern.

Er leitet mich zu kühlen Wasserstellen.

3Dort erfrischt er meine Seele23,3 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen..

Er führt mich gerecht23,3 gerecht: Gott führt den Beter diejenigen Wege, die für ihn gut und richtig sind. durchs Leben.

Dafür steht er mit seinem Namen23,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. ein.

4Und muss ich durch ein finsteres Tal23,4 finsteres Tal: Poetischer Ausdruck, der sich auch als »Tal der Todesschatten« übersetzen lässt.,

fürchte ich keine Gefahr.

Denn du bist an meiner Seite!

Dein Stock und dein Stab23,4 Hirtenstab, Stab: Langer Stab, der oft mit einem Metallhaken am Ende versehen ist. Er dient dazu, eine Schafherde zu lenken, einzelne Tiere zur Herde zurückzuholen und wilde Tiere abzuwehren.

schützen und trösten mich.

5Du deckst für mich einen Tisch

vor den Augen meiner Feinde.

Du salbst23,5 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. mein Haar mit duftendem Öl23,5 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes Öl, das aus Oliven frisch gepresst wird.

und füllst mir den Becher23,5 Becher: Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. bis zum Rand.

6Nichts als Liebe und Güte begleiten mich

alle Tage meines Lebens.

Mein Platz ist im Haus des HERRN23,6 Haus des HERRN: Bezeichnung für den Tempel..

Dorthin werde ich zurückkehren23,6 zurückkehren: Der Beter wünscht sich, auch in Zukunft die Gottesdienste im Tempel zu besuchen.

mein ganzes Leben lang!

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