BasisBibel (BB)
14

Gott schaut vom Himmel herab

141FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID14,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Dumme Menschen sprechen in ihren Herzen:

»Es gibt keinen Gott!«

Sie handeln abscheulich und verkehrt.

Es ist niemand da, der etwas Gutes tut.

2Doch der Herr14,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. schaut vom Himmel14,2 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab

und prüft die Menschenkinder14,2 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

Er möchte sehen, ob jemand da ist,

der Verstand hat und nach Gott fragt.

3Doch sie sind alle von Gott abgefallen,

allesamt sind sie verdorben.

Es ist niemand da, der etwas Gutes tut,

auch nicht ein Einziger!

4Haben denn die Übeltäter kein Einsehen?

Sie fressen mein Volk, wie man Brot verschlingt.

Aber zum Herrn rufen sie nicht!

5Auf der Stelle soll sie ein Schrecken packen.

Denn Gott ist bei denen, die gerecht14,5 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. sind.

6Was ihr auch gegen den Armen plant,

ihr werdet damit scheitern.

Denn der Herr ist seine Zuflucht14,6 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

7Wer wird vom Zion14,7 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. kommen

und Israel14,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. die Befreiung bringen?

Wenn der Herr das Schicksal14,7 Schicksal: Meint die Verbannung. Nach der Zerstörung Jerusalems 586 v. Chr. wurde ein Teil der Bevölkerung dorthin verschleppt. seines Volkes

zum Guten wendet,

wird Jakob14,7 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. jubeln, Israel sich freuen.

15

Besuch im Tempel

Frage und Antwort15,0 Frage und Antwort: Im Hintergrund des Psalms stehen Fragen für Pilger, die von den Torwächtern gestellt und nach einer vorgegebenen Form beantwortet werden. am Tor zum Tempelhof

151EIN PSALM, VON DAVID15,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Herr15,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., wer darf zu Gast sein in deinem Zelt15,1 Zelt: Bild für den Tempel in Jerusalem. Bevor der Tempel gebaut wurde, wurde Gott in einem Zelt verehrt.?

Wer darf ausruhen15,1 ausruhen: Bei Ankunft im Tempel von Jerusalem, der das Ziel der Pilgerreise ist. auf deinem heiligen Berg15,1 heiliger Berg: Andere Bezeichnung für den Zion, den Tempelberg in Jerusalem.?

2Einer, der ein vorbildliches Leben führt.

Einer, der in jeder Hinsicht das Rechte tut

und aus tiefstem Herzen die Wahrheit sagt:

3Er verleumdet niemanden mit loser Zunge.

Er fügt seinem Mitmenschen nichts Böses zu

und bringt seinen Nachbarn nicht in Verruf.

4Wer in seinen Augen verworfen ist,

den straft er mit Verachtung.

Wer aber dem Herrn mit Ehrfurcht15,4 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. begegnet,

dem zeigt er seine Wertschätzung.

Wenn er etwas geschworen hat,

dann steht er zu seinem Wort –

auch wenn es zu seinem Nachteil ist.

5Er verleiht kein Geld zu hohen Zinsen15,5 Zinsen: Das Verleihen von Geld gegen Zinsen war in Israel verboten, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 23,20..

Und er nimmt keine Bestechungsgeschenke an,

damit der Unschuldige keinen Schaden erleidet.

Wer so handelt, kommt niemals zu Fall.

16

Gott ist mein ganzes Glück

161EINE INSCHRIFT16,1 Inschrift: Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unklar. Die Übersetzung folgt der griechischen Überlieferung. Sie deutet darauf hin, dass der Text als Inschrift am Heiligtum angebracht war., VON DAVID16,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Behüte mich, Gott!

Denn bei dir suche ich Zuflucht16,1 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

2Ich sprach zum Herrn16,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.: »Du bist mein Herr!

Du allein bist mein ganzes Glück.«

3Doch über die Scheinheiligen16,3 Scheinheilige: Leute, die sich durch Götzendienst zusätzlich absichern möchten. Die Deutung des Textes ist unsicher. im Land,

über sie und die Mächtigen sagte ich:

»Nichts gefällt mir an ihrem Tun!«

4Zahlreich sind ihre Götterbilder16,4 Götterbilder: Das hebräische Wort kann »Götzenbild« oder »Schmerz« bedeuten. Deshalb übersetzen andere mit: »Zahlreich sind ihre Schmerzen.«,

sie umwerben einen anderen Gott.

Sie spenden Trankopfer von Blut16,4 Trankopfer von Blut: Vielleicht eine verbotene Opferart. Normalerweise wurden Wein, Wasser oder Öl an einem Altar ausgegossen und der Gottheit so als Opfer dargebracht..

Doch ich will so etwas nicht darbringen.

Und die Namen der Spender sollen

nicht über meine Lippen kommen.

5Der Herr ist mein Erbteil16,5 Erbteil: Der Beter ist wahrscheinlich ein Nachkomme aus dem Stamm Levi, dem kein Land, sondern der Dienst am Tempel als Erbe zugewiesen wurde. Deshalb nennt er Gott sein Erbteil.

und bestimmt mein Schicksal.

Du bist es, der mein Los festgelegt hat.

6Mein Los fiel auf ein schönes Land.

Ja, ein solches Erbteil gefällt mir gut.

7Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.

Selbst in den Nächten denke ich darüber nach.

8Der Herr steht mir immer vor Augen.

Mit ihm an meiner Seite falle ich nicht.

9Darum ist mein Herz so fröhlich

und meine Seele16,9 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. jubelt vor Freude.

Auch für meinen Leib ist gesorgt.

10Denn du gibst mich nicht dem Totenreich16,10 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. preis.

Du lässt mich das Grab noch nicht sehen.

Ich gehöre doch zu denen, die dir dienen.

11Du zeigst mir den Weg zum Leben.

Große Freude finde ich in deiner Gegenwart

und Glück an deiner Seite für immer.