BasisBibel (BB)
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Weit und breit kein Freund

1421EIN WEISHEITSLIED, VON DAVID142,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER IN DER HÖHLE WAR142,1 in der Höhle war: Von einem Aufenthalt Davids in einer Höhle erzählt beispielsweise 1. Samuel 24., EIN GEBET.

2Aus voller Kehle schreie ich zum Herrn142,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..

Laut flehe ich zum Herrn um Gnade142,2 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt..

3Vor ihm schütte ich mein Herz aus.

Vor ihm erzähle ich von meiner Not.

4Auch wenn ich allen Mut verlieren sollte,

du weißt immer einen Ausweg für mich.

Auf dem Weg, den ich gehen musste,

haben sie ein Klappnetz142,4 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen. für mich versteckt.

5Blicke ich nach rechts und schaue mich um:

Weit und breit ist kein Freund zu sehen!

Jede Zuflucht142,5 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. habe ich aus den Augen verloren.

Keiner ist da, der sich um mich kümmert.

6Da schrie ich zu dir, Herr.

Ich sagte: Du bist doch meine Zuflucht142,6 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt.!

Ich habe nur dich im Land der Lebenden142,6 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich.!

7Gib acht auf mein Klagen!

Denn ich bin völlig hilflos.

Rette mich vor meinen Verfolgern!

Denn sie sind viel zu stark für mich.

8Führe mich heraus aus diesem Gefängnis142,8 Gefängnis: Bild für die Situation des Beters.,

damit ich deinen Namen142,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. preisen kann!

So werden sich die Gerechten142,8 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. um mich scharen.

Denn du tust mir Gutes.

143

Kein Mensch ist gerecht

Der siebte Bußpsalm143,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

1431EIN PSALM, VON DAVID143,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Herr143,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., höre mein Gebet143,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Öffne dein Ohr für mein Flehen!

In deiner Treue antworte mir,

tu es um deiner Gerechtigkeit willen!

2Geh mit deinem Knecht143,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. nicht ins Gericht!

Denn kein Mensch ist vor dir gerecht.

3Ja, der Feind hat mich verfolgt.

Er hat mein Leben mit Füßen getreten.

Er stieß mich in tiefe Finsternis143,3 Finsternis: Bild für das Totenreich, das als ein Ort der Dunkelheit gilt.

wie die Toten, die für immer tot sind.

4Ich habe allen Mut verloren.

Mein Herz ist öde und leer in mir.

5Ich dachte an die früheren Zeiten.

Meine Gedanken kreisten um all dein Tun.

Ich will verstehen, was du geschaffen hast.

6Da streckte ich meine Hände aus nach dir.

Meine Seele143,6 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. war wie trockenes Land,

so sehr sehnte sie sich nach dir. Sela143,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Gib mir bald Antwort, Herr!

Ich verliere noch allen Mut.

Verbirg dein Angesicht143,7 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. nicht vor mir!

Sonst gleiche ich den Menschen,

die in die Grube143,7 Grube: Wörtlich »Zisterne«. Der aus dem Felsen gehauene, unterirdische Hohlraum zum Speichern von Wasser ist hier Bild für das Totenreich. hinabmüssen.

8Lass mich am Morgen deine Güte erfahren!

Denn auf dich setze ich mein Vertrauen.

Zeig mir den Weg, den ich gehen soll!

Denn zu dir bringe ich meine Sorgen.

9Rette mich vor meinen Feinden, Herr,

zu dir nehme ich meine Zuflucht143,9 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

10Lehre mich, deinen Willen zu tun!

Denn du bist mein Gott.

Dein guter Geist143,10 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. leitet mich,

wie es recht ist im Land.

11Herr, du hältst mich am Leben.

Dafür stehst du mit deinem Namen143,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..

Du führst mich heraus aus der Bedrängnis.

So entspricht es deiner Gerechtigkeit143,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

12In deiner Güte vernichtest du meine Feinde,

lässt alle umkommen, die mich in die Enge treiben.

Denn ich bin dein Knecht143,12 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen..

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Glückliches Volk – Gottes Volk

1441VON DAVID144,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Gepriesen sei der Herr144,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., mein Fels144,1 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt.!

Er lehrt meine Hände, wie man kämpft –

meine Finger, wie man mit Waffen umgeht.

2Er ist meine Stärke und meine Burg144,2 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort.,

meine Festung und mein Retter.

Er ist mein Schild144,2 Schild: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., und ich vertraue ihm!

Er unterwirft Völker meiner Herrschaft.

3Herr, was ist der Mensch, dass du ihn kennst,

das Menschenkind, dass du ihm Beachtung schenkst?

4Der Mensch gleicht doch einem Hauch144,4 Hauch: Bild für das flüchtige und vergängliche Dasein des Menschen..

Seine Tage ziehen dahin wie ein Schatten.

5Herr, biege deinen Himmel144,5 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. nieder und steig herab!

Berühre die Berge, dass sie rauchen!

6Schleudere Blitze und zerstreue die Feinde.

Schieß deine Pfeile ab und jage sie auseinander.

7Aus der Höhe strecke mir deine Hände entgegen!

Rette mich und reiß mich heraus

aus den tosenden Wassermassen –

aus der Gewalt fremder Herrscher!

8Wenn es zum Schwur144,8 Schwur: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden. kommt, lügen sie.

Kommt es zum Handschlag144,8 Handschlag: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden., täuschen sie.

9Gott, ein neues Lied will ich für dich singen.

Auf den zehn Saiten der Bassleier144,9 Bassleier: Großes Musikinstrument mit tief klingenden Saiten.

will ich für dich spielen.

10Denn du schenkst Königen den Sieg

und rettest David144,10 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., deinen Knecht144,10 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.,

vor dem mörderischen Schwert!

11Rette mich und reiß mich heraus

aus der Gewalt fremder Herrscher!

Wenn es zum Schwur144,11 Schwur: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden. kommt, lügen sie.

Kommt es zum Handschlag144,11 Handschlag: Bekräftigt Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden., täuschen sie.

12Unsere Söhne sind wie junge Bäume,

hochgewachsen in ihren Jugendtagen.

Unsere Töchter sind wie schlanke Säulen,

geschnitzt nach einem Palastmodell144,12 Palastmodell: Solche aus Holz oder Elfenbein geschnitzten Modelle von Bauwerken wurden bei Ausgrabungen gefunden..

13Unsere Speicher sind gut gefüllt

mit Vorräten jeglicher Art.

Unsere Schafe und Ziegen vermehren sich tausendfach,

zehntausendfach auf unseren Weiden.

14Unsere Rinder sind fruchtbar und trächtig.

Es gibt keinen Verlust und keine Fehlgeburt.

Man hört keine Klagen aus unseren Dörfern.

15Du glückliches Volk, dem es so ergeht!

Du glückliches Volk, dessen Gott der Herr ist!