BasisBibel (BB)
143

Kein Mensch ist gerecht

Der siebte Bußpsalm143,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden Psalm 6; 32; 38; 51; 102; 130 und Psalm 143 von Christen als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

1431EIN PSALM, VON DAVID143,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Herr143,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., höre mein Gebet143,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Öffne dein Ohr für mein Flehen!

In deiner Treue antworte mir,

tu es um deiner Gerechtigkeit willen!

2Geh mit deinem Knecht143,2 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen. nicht ins Gericht!

Denn kein Mensch ist vor dir gerecht.

3Ja, der Feind hat mich verfolgt.

Er hat mein Leben mit Füßen getreten.

Er stieß mich in tiefe Finsternis143,3 Finsternis: Bild für das Totenreich, das als ein Ort der Dunkelheit gilt.

wie die Toten, die für immer tot sind.

4Ich habe allen Mut verloren.

Mein Herz ist öde und leer in mir.

5Ich dachte an die früheren Zeiten.

Meine Gedanken kreisten um all dein Tun.

Ich will verstehen, was du geschaffen hast.

6Da streckte ich meine Hände aus nach dir.

Meine Seele143,6 Seele: Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. war wie trockenes Land,

so sehr sehnte sie sich nach dir. Sela143,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Gib mir bald Antwort, Herr!

Ich verliere noch allen Mut.

Verbirg dein Angesicht143,7 Angesicht verbergen: Wenn Gott sein Gesicht verbirgt, nimmt er die Bitten des Beters nicht an. nicht vor mir!

Sonst gleiche ich den Menschen,

die in die Grube143,7 Grube: Wörtlich »Zisterne«. Der aus dem Felsen gehauene, unterirdische Hohlraum zum Speichern von Wasser ist hier Bild für das Totenreich. hinabmüssen.

8Lass mich am Morgen deine Güte erfahren!

Denn auf dich setze ich mein Vertrauen.

Zeig mir den Weg, den ich gehen soll!

Denn zu dir bringe ich meine Sorgen.

9Rette mich vor meinen Feinden, Herr,

zu dir nehme ich meine Zuflucht143,9 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

10Lehre mich, deinen Willen zu tun!

Denn du bist mein Gott.

Dein guter Geist143,10 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. leitet mich,

wie es recht ist im Land.

11Herr, du hältst mich am Leben.

Dafür stehst du mit deinem Namen143,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..

Du führst mich heraus aus der Bedrängnis.

So entspricht es deiner Gerechtigkeit143,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes..

12In deiner Güte vernichtest du meine Feinde,

lässt alle umkommen, die mich in die Enge treiben.

Denn ich bin dein Knecht143,12 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen..