BasisBibel NT+Ps (BB)
142

Weit und breit kein Freund

1421EIN WEISHEITSLIED,

MIT DAVID142,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

DAMALS142,1 damals: David versteckte sich vor Saul in einer Höhle, vgl. 1. Samuel 24,4., ALS ER IN DER HÖHLE WAR. EIN BITTGEBET.

2Aus voller Kehle schreie ich zum HERRN.

Laut flehe ich zum HERRN um Gnade142,2 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu..

3In seiner Gegenwart schütte ich mein Herz aus.

In seiner Gegenwart klage ich ihm meine Not.

4Auch wenn ich allen Mut verlieren sollte –

du weißt immer einen Ausweg für mich.

Ich musste einen bestimmten Weg gehen.

Dort versteckten sie ein Klappnetz142,4 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnappen. für mich.

5Blicke ich nach rechts und schaue mich um:

Weit und breit ist kein Freund zu sehen!

Jede Zuflucht142,5 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. hab ich aus den Augen verloren.

Keiner ist da, der sich um mich kümmert.

6Da schrie ich zu dir, HERR.

Ich sagte: »Du bist doch meine Zuflucht142,6 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. !

Nur dich habe ich im Land der Lebenden142,6 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich.

7Gib acht auf mein Klagen!

Denn ich bin völlig hilflos.

Rette mich vor meinen Verfolgern!

Denn sie sind viel zu stark für mich.

8Führe mich heraus aus diesem Gefängnis142,8 Gefängnis: Sinnbild für die Situation des Beters, der für sich keinen Ausweg mehr sieht.,

damit ich deinen Namen142,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. preisen kann!

So werden sich die Gerechten142,8 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. um mich scharen.

Denn du tust mir Gutes.

143

Kein Mensch ist gerecht

Der siebte kirchliche Bußpsalm143,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden die Psalmen 6, 32, 38, 51, 102, 130 und 143 als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

1431EIN PSALM,

MIT DAVID143,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

HERR, höre mein Bittgebet143,1 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.!

Öffne dein Ohr für mein Flehen!

Du kennst die Wahrheit! Antworte mir!

Dafür stehst du mit deiner Gerechtigkeit143,1 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

2Geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht143,2 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.!

Denn vor dir ist kein Mensch gerecht143,2 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

3Ja, der Feind hat mich verfolgt.

Er hat mein Leben mit Füßen getreten.

Er stieß mich in tiefe Finsternis143,3 Finsternis: Bildwort für das Totenreich unter der Erde, das als ein Ort der Dunkelheit gilt. hinein –

wie die Toten, die für immer tot sind.

4Ich habe allen Mut verloren.

Mein Herz ist öde und leer in mir.

5Ich dachte nach über die früheren Zeiten.

Meine Gedanken kreisten um all dein Tun.

Das Werk deiner Hände kam mir in den Sinn.

6Da streckte ich meine Hände aus nach dir.

Ich fühlte mich wie trockenes Land.

So sehr sehnte sich meine Seele143,6 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. nach dir. SELA143,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Gib mir bald Antwort, HERR!

Ich verliere noch allen Mut.

Verbirg dein Angesicht143,7 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. nicht vor mir!

Sonst bin ich gleich den Menschen,

die in die Zisterne143,7 Zisterne: In den Boden geschlagene Kammer oder Beckenanlage zum Sammeln und Speichern von Regenwasser; auch Bildwort für das Totenreich. hinabmüssen.

8Lass mich am Morgen deine Güte erfahren!

Denn auf dich setze ich mein Vertrauen.

Zeige mir den Weg, den ich gehen soll!

Denn zu dir bringe ich meine Sorgen.

9Rette mich vor meinen Feinden, HERR!

Denn zu dir nehme ich meine Zuflucht143,9 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

10Lehre mich, deinen Willen zu tun!

Denn du bist doch mein Gott.

Dein guter Geist143,10 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt. leite mich,

wie es recht ist im Land.

11HERR, du hältst mich am Leben.

Dafür stehst du mit deinem Namen143,11 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

Du führst mich heraus aus der Bedrängnis.

So entspricht es deiner Gerechtigkeit143,11 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes..

12In deiner Güte vernichtest du meine Feinde.

Und alle, die mich in die Enge treiben,

lässt du umkommen.

Denn ich bin dein Knecht143,12 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen..

144

Glückliches Volk – Gottes Volk

1441MIT DAVID144,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Gepriesen sei der HERR, mein Fels144,1 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht.!

Er lehrt meine Hände, wie man kämpft –

meine Finger, wie man mit Waffen umgeht.

2Er ist meine Stärke und meine Burg144,2 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht.,

meine Festung und bestimmt mein Retter.

Er ist mein Schild144,2 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für den Gott Israels und Sinnbild seiner Macht., und ich vertraue ihm!

Er unterwirft Völker meiner Herrschaft.

3HERR, was ist der Mensch, dass du ihn kennst?

Wie wertvoll ist das Menschenkind144,3 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.,

dass du ihm Beachtung schenkst?

4Der Mensch gleicht doch einem Hauch144,4 Hauch: Bildwort für das flüchtige und vergängliche Dasein des Menschen..

Seine Tage ziehen vorüber wie ein Schatten.

5HERR, neige deinen Himmel144,5 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. und steig herab144,5 herabsteigen: Die Verse 5-7 schildern eine Gotteserscheinung. Die Vorlage dazu bildet Psalm 18,8-16.!

Berühre die Berge, dass sie rauchen!

6Schleudere Blitze und zerstreue die Feinde.

Schieß deine Pfeile ab und jage sie auseinander.

7Aus der Höhe strecke mir deine Hände entgegen!

Rette mich und reiß mich heraus

aus den tosenden Wassermassen –

aus der Gewalt fremder Herrscher!

8Wenn es zum Schwur144,8 Schwur, Handschlag: Im Blick sind die Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden. kommt, lügen sie.

Kommt es zum Handschlag144,8 Schwur, Handschlag: Im Blick sind die Verträge zwischen Staaten, die von den fremden Herrschern gebrochen werden., täuschen sie.

9Gott, ein neues Lied will ich für dich singen.

Auf den zehn Saiten der Bassleier144,9 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel.

will ich für dich spielen.

10Denn du schenkst Königen den Sieg

und rettest David144,10 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. , deinen Knecht144,10 Knecht Gottes (David): Ehrenvolle Bezeichnung für David, den von Gott erwählten König.,

vor dem mörderischen Schwert!

11Rette mich und reiß mich heraus

aus der Gewalt fremder Herrscher!

Wenn es zum Schwur kommt, lügen sie.

Kommt es zum Handschlag, täuschen sie.

12Unsere Söhne sind wie junge Bäume,

hochgewachsen in ihren Jugendtagen.

Unsere Töchter sind wie schlanke Säulen,

geschnitzt nach einem Palastmodell144,12 Palastmodell: Solche aus Holz oder Elfenbein geschnitzte Modelle von Bauwerken wurden bei Ausgrabungen im Orient gefunden..

13Unsere Speicher sind gut gefüllt,

mit Vorräten jeglicher Art.

Unser Kleinvieh vermehrt sich tausendfach,

zehntausendfach auf unseren Weiden.

14Unsere Rinder sind fruchtbar und trächtig.

Es gibt keinen Verlust und keine Fehlgeburt.

Man hört keine Klagen aus unseren Dörfern.

15Du glückliches Volk, dem es so ergeht!

Du glückliches Volk, dessen Gott der HERR ist!