BasisBibel (BB)
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Schlag um Schlag

1401FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID140,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM.

2Rette mich, Herr140,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., vor bösen Menschen!

Vor gewalttätigen Leuten behüte mich!

3Sie tragen böse Absichten im Herzen.

Jeden Tag suchen sie von Neuem Streit.

4Sie züngeln gefährlich wie die Schlangen.

Schlangengift steckt hinter ihren Lippen. Sela140,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

5Schütze mich, Herr, vor den Fäusten der Frevler140,5 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.!

Vor den gewalttätigen Leuten behüte mich!

Die wollen doch nur, dass ich zu Fall komme.

6Hochmütige haben ein Klappnetz140,6 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen. für mich versteckt.

Sie haben ein Netz von Fußschlingen140,6 Fußschlinge: Zur Jagd verwendetes Seil mit einer Schlaufe, das am Boden versteckt wird, um wilde Tiere zu fangen. ausgelegt.

Falle um Falle stellten sie mir unterwegs. Sela140,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Ich sagte zum Herrn: »Du bist mein Gott!

Höre doch, Herr, mein lautes Flehen!

8Herr, mein Herr, mein starker Schutz:

Wenn die Waffen sprechen, verteidigst du mich.

9Gib den Forderungen der Frevler140,9 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. nicht nach, Herr!

Lass ihre Anschläge nicht gelingen!

Sonst werden sie noch überheblicher.« Sela140,9 Sela: Zeichen zum Atemholen..

10Das Gift, das sie verspritzen,

das Unheil, das von ihren Lippen kommt,

soll über sie selbst hereinbrechen.

11Er lasse glühende Kohlen140,11 glühende Kohlen: Bild der Vernichtung, das an einen Vulkanausbruch denken lässt. auf sie fallen.

Er lasse sie in abgrundtiefes Wasser stürzen,

dass sie nicht wieder nach oben kommen.

12Wer lästert, soll keinen Platz auf der Erde haben.

Wer Gewalt anwendet, soll sich nicht täuschen:

Das Böse trifft ihn selbst – Schlag um Schlag.

13Ich weiß, wofür der Herr sich einsetzt:

Er vertritt den Armen vor Gericht,

er verhilft den Wehrlosen zu ihrem Recht.

14Ja, die Gerechten140,14 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. werden deinen Namen140,14 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. loben,

die Aufrechten finden Platz in deiner Gegenwart.

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Wie der Duft des Weihrauchs

1411EIN PSALM, VON DAVID141,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Herr141,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ich habe zu dir gerufen, hilf mir schnell!

Höre meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!

2Mein Gebet sei dir willkommen

wie der Duft des Weihrauchs141,2 Duft des Weihrauchs: Steigt beim morgendlichen Räucheropfer im Tempel auf. am Morgen.

Wie das Speiseopfer141,2 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. am Abend soll es sein,

wenn ich meine Hände zu dir erhebe141,2 Hände erheben: Eine in der Antike übliche Gebetshaltung..

3Herr, stelle eine Wache vor meinen Mund141,3 Wache vor meinem Mund: Gott soll dafür sorgen, dass nichts über die Lippen des Beters kommt, das Gott missfällt.,

einen Posten an die Türe meiner Lippen!

4Lass mich nicht einmal in Gedanken

eine schlechte Sache in Betracht ziehen!

Ich möchte keine bösen Taten begehen.

Mit den Übeltätern will ich nichts zu tun haben.

Von ihren Leckerbissen mag ich nichts essen.

5Wenn mich ein Gerechter141,5 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. straft,

dann geschieht es aus Freundschaft.

Und weist er mich scharf zurecht,

dann ist es Balsam für meine Seele.

Dagegen habe ich nichts einzuwenden.

Denn mein Gebet richtet sich nur gegen die,

die mir wirklich Schaden zufügen wollen.

6Die müssten ihren Richtern in die Hände fallen!

Dann würden sie auf meine Worte hören

und merken, wie freundlich mein Urteil ist.

7Sonst ergeht es uns wie beim Pflügen141,7 pflügen: Dient dem Lockern des Ackerbodens zur Vorbereitung für die Aussaat.,

wenn einer das Erdreich aufreißt und umgräbt:

Dann liegen unsere Knochen hingestreut

für den Rachen des Totenreichs141,7 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

8Doch meine Augen richten sich auf dich, Herr!

Nur bei dir, mein Herr, suche ich Zuflucht141,8 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

Gib mein Leben nicht preis!

9Bewahre mich vor dem Klappnetz141,9 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen.,

das sie für mich ausgespannt haben,

und vor den anderen Fallen der Übeltäter.

10Die Frevler141,10 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sollen sich in den eigenen Netzen verfangen,

alle miteinander, während ich sicher vorübergehe.

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Weit und breit kein Freund

1421EIN WEISHEITSLIED, VON DAVID142,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.,

ALS ER IN DER HÖHLE WAR142,1 in der Höhle war: Von einem Aufenthalt Davids in einer Höhle erzählt beispielsweise 1. Samuel 24., EIN GEBET.

2Aus voller Kehle schreie ich zum Herrn142,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..

Laut flehe ich zum Herrn um Gnade142,2 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt..

3Vor ihm schütte ich mein Herz aus.

Vor ihm erzähle ich von meiner Not.

4Auch wenn ich allen Mut verlieren sollte,

du weißt immer einen Ausweg für mich.

Auf dem Weg, den ich gehen musste,

haben sie ein Klappnetz142,4 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen. für mich versteckt.

5Blicke ich nach rechts und schaue mich um:

Weit und breit ist kein Freund zu sehen!

Jede Zuflucht142,5 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. habe ich aus den Augen verloren.

Keiner ist da, der sich um mich kümmert.

6Da schrie ich zu dir, Herr.

Ich sagte: Du bist doch meine Zuflucht142,6 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt.!

Ich habe nur dich im Land der Lebenden142,6 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich.!

7Gib acht auf mein Klagen!

Denn ich bin völlig hilflos.

Rette mich vor meinen Verfolgern!

Denn sie sind viel zu stark für mich.

8Führe mich heraus aus diesem Gefängnis142,8 Gefängnis: Bild für die Situation des Beters.,

damit ich deinen Namen142,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. preisen kann!

So werden sich die Gerechten142,8 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. um mich scharen.

Denn du tust mir Gutes.