BasisBibel NT+Ps (BB)
140

Schlag um Schlag

1401FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DAVID140,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EIN PSALM.

2Rette mich, HERR, vor bösen Menschen!

Vor gewalttätigen Leuten behüte mich!

3Sie tragen böse Absichten im Herzen.

Jeden Tag suchen sie von Neuem Streit.

4Sie züngeln gefährlich wie die Schlangen.

Schlangengift steckt unter ihren Lippen. SELA140,4 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

5Schütze mich, HERR, vor den Fäusten der Frevler140,5 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.!

Vor den gewalttätigen Leuten behüte mich!

Die wollen doch nur, dass ich zu Fall komme.

6Hochmütige haben ein Klappnetz140,6 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnappen. für mich versteckt.

Sie haben ein Netz von Fußschlingen140,6 Schlinge: Ein zur Jagd verwendetes Seil mit einer Schlaufe, das am Boden versteckt wird. ausgelegt.

Falle um Falle stellten sie mir unterwegs. SELA140,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Ich sagte zum HERRN: »Du bist mein Gott!

Höre doch, HERR, mein lautes Flehen!

8HERR, mein Herr, mein starker Schutz:

Wenn die Waffen sprechen, verteidigst du mich.

9Gib den Forderungen der Frevler140,9 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. nicht nach, HERR!

Lass ihre Anschläge nicht gelingen!

Sonst werden sie noch überheblicher.« SELA140,9 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

10Das Gift140,10 Gift: Das Thema von Psalm 140,4 wird wieder aufgenommen, vgl. das Stichwort »Lippen«., das sie um mich herum versprühen –

das Unheil, das über ihre Lippen kommt,

soll über sie selbst hereinbrechen!

11Er lasse glühende Kohlen140,11 glühende Kohlen: Sinnbild der Vernichtung, das an einen Vulkanausbruch denken lässt. auf sie fallen.

Er lasse sie in abgrundtiefes Wasser stürzen,

dass sie nicht wieder nach oben kommen.

12Wer lästert, soll keinen Platz auf Erden haben.

Wer Gewalt anwendet, soll sich nicht täuschen:

Das Böse trifft ihn selbst – Schlag um Schlag.

13Ich weiß, wofür der HERR sich einsetzt:

Er vertritt den Armen vor Gericht,

er verhilft den Wehrlosen zu ihrem Recht.

14Ja, die Gerechten140,14 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. werden deinen Namen140,14 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. loben.

Die Menschen, die sich ehrlich verhalten,

werden Platz finden in deiner Gegenwart.

141

Wie der Duft des Weihrauchs

1411EIN PSALM, MIT DAVID141,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

HERR, ich habe zu dir gerufen. Komm schnell!

Höre meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!

2Mein Bittgebet sei dir stets willkommen

wie der morgendliche Duft des Weihrauchs141,2 Weihrauch: Harz eines bestimmten Baums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen würzigen Duft. .

Wie das Speiseopfer141,2 Speiseopfer, Trankopfer: Beim Speiseopfer wurden Getreide, Mehl, ungesäuerte Backwaren und Öl auf dem Brandopferaltar verbrannt, beim Trankopfer Wein oder Wasser am Altar ausgegossen. am Abend soll es sein,

wenn ich meine Hände zum Gebet141,2 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. erhebe.

3Stelle eine Wache141,3 Wache: Der Beter bittet Gott darum, dass kein Wort über seine Lippen kommt, das er später bereuen muss. vor meinen Mund, HERR,

einen Posten an die Türe meiner Lippen!

4Lass mich nicht einmal in Gedanken

eine schlechte Sache in Betracht ziehen!

Ich möchte keine bösen Taten begehen.

Ich will nichts zu tun haben mit den Übeltätern.

Von ihren Leckerbissen141,4 Leckerbissen: Die Übeltäter wollen durch Einladungen zum Essen größeren Einfluss gewinnen. mag ich nichts essen.

5Wenn mich ein Gerechter141,5 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. straft,

dann geschieht es aus Freundschaft.

Und weist er mich scharf zurecht,

dann ist es Balsam für meine Seele141,5 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen..

Dagegen habe ich nichts einzuwenden.

Denn mein Bittgebet richtet sich nur gegen die,

die mir wirklich Schaden zufügen wollen.

6Die müssten ihren Richtern in die Hände fallen!

Dann würden sie auf meine Worte hören

und merken, wie freundlich sie sind.

7Sonst ergeht es uns noch wie beim Pflügen,

wenn einer das Erdreich aufreißt und umgräbt:

Dann liegen unsere Knochen verstreut –

bereit für den Rachen des Totenreichs141,7 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

8Doch meine Augen richten sich auf dich, HERR!

Nur bei dir, mein Herr, suche ich Zuflucht141,8 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

Gib mein Leben nicht preis!

9Bewahre mich vor dem Klappnetz141,9 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnappen.,

das sie schon für mich ausgespannt haben –

und vor den anderen Fallen der Übeltäter.

10Sie sollen sich in ihren eigenen Netzen141,10 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden. verfangen.

Alle Frevler141,10 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. miteinander sollen sich verfangen,

während ich sicher daran vorübergehe.

142

Weit und breit kein Freund

1421EIN WEISHEITSLIED,

MIT DAVID142,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

DAMALS142,1 damals: David versteckte sich vor Saul in einer Höhle, vgl. 1. Samuel 24,4., ALS ER IN DER HÖHLE WAR. EIN BITTGEBET.

2Aus voller Kehle schreie ich zum HERRN.

Laut flehe ich zum HERRN um Gnade142,2 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu..

3In seiner Gegenwart schütte ich mein Herz aus.

In seiner Gegenwart klage ich ihm meine Not.

4Auch wenn ich allen Mut verlieren sollte –

du weißt immer einen Ausweg für mich.

Ich musste einen bestimmten Weg gehen.

Dort versteckten sie ein Klappnetz142,4 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnappen. für mich.

5Blicke ich nach rechts und schaue mich um:

Weit und breit ist kein Freund zu sehen!

Jede Zuflucht142,5 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. hab ich aus den Augen verloren.

Keiner ist da, der sich um mich kümmert.

6Da schrie ich zu dir, HERR.

Ich sagte: »Du bist doch meine Zuflucht142,6 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. !

Nur dich habe ich im Land der Lebenden142,6 Land der Lebenden: Lebenswelt des Beters im Gegensatz zum Totenreich.

7Gib acht auf mein Klagen!

Denn ich bin völlig hilflos.

Rette mich vor meinen Verfolgern!

Denn sie sind viel zu stark für mich.

8Führe mich heraus aus diesem Gefängnis142,8 Gefängnis: Sinnbild für die Situation des Beters, der für sich keinen Ausweg mehr sieht.,

damit ich deinen Namen142,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. preisen kann!

So werden sich die Gerechten142,8 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. um mich scharen.

Denn du tust mir Gutes.