BasisBibel NT+Ps (BB)
139

Gott kennt mich

1391FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DAVID139,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EIN PSALM139,1 Psalmen: Lieder oder Gebete von Menschen, die sich mit ihrer Klage und ihrem Lob an Gott wenden..

HERR, du hast mich erforscht

und kennst mich genau.

2Ob ich sitze oder stehe: Du weißt es.

Meine Absicht erkennst du von fern.

3Ob ich gehe oder ruhe: Du bemerkst es.

Alle meine Wege sind dir bekannt.

4Noch liegt mir kein Wort auf der Zunge,

schon weißt du, Herr, was ich sagen will.

5Von hinten und vorn hast du mich umschlossen.

Und deine Hand hast du auf mich gelegt.

6Zu wunderbar ist dieses Wissen für mich.

Es ist mir zu hoch: Ich kann es nicht fassen.

7Wohin könnte ich gehen vor deinem Geist139,7 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt.,

wohin fliehen vor deiner Gegenwart?

8Würde ich in den Himmel139,8 Himmel, Unterwelt: Himmel und Unterwelt meinen hier den höchsten und tiefsten Punkt der mythischen Welt. steigen: Du bist dort.

Würde ich mich in der Unterwelt139,8 Himmel, Unterwelt: Himmel und Unterwelt meinen hier den höchsten und tiefsten Punkt der mythischen Welt. verstecken:

Du bist auch da.

9Würde ich hoch fliegen, wo das Morgenrot139,9 Morgenrot, Meer: Morgenrot und Meer bezeichnen hier die äußersten Grenzen der geographischen Welt: Das Morgenrot ist Bildwort für den Osten (Sonnenaufgang), der Rand des Mittelmeers bezeichnet den Westen (Sonnenuntergang). leuchtet,

mich niederlassen, wo die Sonne im Meer139,9 Morgenrot, Meer: Morgenrot und Meer bezeichnen hier die äußersten Grenzen der geographischen Welt: Das Morgenrot ist Bildwort für den Osten (Sonnenaufgang), der Rand des Mittelmeers bezeichnet den Westen (Sonnenuntergang). versinkt:

10Selbst dort nimmst du mich an die Hand

und legst deinen starken Arm um mich.

11Da sagte ich: »Finsternis komme über mich!

Nacht soll mich umhüllen wie sonst das Licht139,11 Licht: Das Licht ist das erste Werk in Gottes Schöpfung. Im übertragenen Sinn bedeutet das Licht Leben, während Dunkelheit für den Tod steht. Im Neuen Testament wird Jesus als Licht der Welt bezeichnet, weil die Menschen durch ihn das ewige Leben erhalten.

12Doch für dich ist die Finsternis gar nicht finster.

Und die Nacht leuchtet so hell wie der Tag:

Finsternis ist für dich gleich wie das Licht139,12 Licht: Das Licht ist das erste Werk in Gottes Schöpfung. Im übertragenen Sinn bedeutet das Licht Leben, während Dunkelheit für den Tod steht. Im Neuen Testament wird Jesus als Licht der Welt bezeichnet, weil die Menschen durch ihn das ewige Leben erhalten..

13Ja, du hast meine Nieren139,13 Nieren: Die Nieren gelten im Alten Testament als Sitz innerer Gefühlsregungen. Mit den Nieren prüft Gott die geheimsten Motive eines Menschen. geschaffen,

mich im Bauch meiner Mutter gebildet.

14Ich danke dir dafür,

dass ich so unglaublich wunderbar geschaffen bin.

Ich weiß, wie wundervoll deine Werke sind.

15Nichts war dir unbekannt an meinem Körperbau139,15 Körperbau: Der Schöpfer kennt den Aufbau des menschlichen Skeletts.,

als ich im Verborgenen139,15 im Verborgenen: Nach Vorstellung des Beters liegt tief in der Erde ein geheimer Ort, an dem sich die Werkstatt des Schöpfers befindet. geschaffen wurde –

ein buntes Gewebe139,15 buntes Gewebe: Bei der Menschenschöpfung verknüpft Gott wie ein Weber die Sehnen und Knochen miteinander, vgl. Hiob 10,22. in den Tiefen der Erde.

16Ich hatte noch keine Gestalt gewonnen,

da sahen deine Augen schon mein Wesen.

Ja, alles steht in deinem Buch139,16 Buch des Lebens: Nach biblischer Vorstellung führt Gott eine Liste über die Menschen, die gerettet werden; vgl. Daniel 12,1; Offenbarung 13,8. geschrieben:

Die Tage meines Lebens sind vorgezeichnet,

noch bevor ich zur Welt gekommen bin.

17Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!

Wie zahlreich sind sie doch in ihrer Summe!

18Wollte ich sie zählen: Es sind mehr als der Sand.

Käme ich zum Ende: Noch immer bin ich bei dir.

19Ach Gott! Ich wünschte mir, dass du die Frevler139,19 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. tötest!

Und ihr Mörder, lasst mich doch endlich in Ruhe!

20Ja, sie widersetzen sich dir in böser Absicht,

sie erheben sich voller Tücke – deine Feinde!

21Sie hassen dich, HERR! Sollte ich sie nicht hassen?

Sollte ich deine Widersacher nicht verabscheuen?

22Ja, ich hasse sie mit aller Leidenschaft.

Für mich sind sie zu Feinden geworden.

23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz!

Verstehe mich und begreife, was ich denke!

24Schau doch, ob ich auf einem falschen Weg139,24 falscher Weg: Nach dem hebräischen Text ein Weg, der zum Götzendienst verführt und damit weg von Gott. bin!

Und führe mich auf dem Weg, der Zukunft hat!

140

Schlag um Schlag

1401FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DAVID140,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EIN PSALM.

2Rette mich, HERR, vor bösen Menschen!

Vor gewalttätigen Leuten behüte mich!

3Sie tragen böse Absichten im Herzen.

Jeden Tag suchen sie von Neuem Streit.

4Sie züngeln gefährlich wie die Schlangen.

Schlangengift steckt unter ihren Lippen. SELA140,4 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

5Schütze mich, HERR, vor den Fäusten der Frevler140,5 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.!

Vor den gewalttätigen Leuten behüte mich!

Die wollen doch nur, dass ich zu Fall komme.

6Hochmütige haben ein Klappnetz140,6 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnappen. für mich versteckt.

Sie haben ein Netz von Fußschlingen140,6 Schlinge: Ein zur Jagd verwendetes Seil mit einer Schlaufe, das am Boden versteckt wird. ausgelegt.

Falle um Falle stellten sie mir unterwegs. SELA140,6 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

7Ich sagte zum HERRN: »Du bist mein Gott!

Höre doch, HERR, mein lautes Flehen!

8HERR, mein Herr, mein starker Schutz:

Wenn die Waffen sprechen, verteidigst du mich.

9Gib den Forderungen der Frevler140,9 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. nicht nach, HERR!

Lass ihre Anschläge nicht gelingen!

Sonst werden sie noch überheblicher.« SELA140,9 SELA: Zeichen zum Atemholen.!

10Das Gift140,10 Gift: Das Thema von Psalm 140,4 wird wieder aufgenommen, vgl. das Stichwort »Lippen«., das sie um mich herum versprühen –

das Unheil, das über ihre Lippen kommt,

soll über sie selbst hereinbrechen!

11Er lasse glühende Kohlen140,11 glühende Kohlen: Sinnbild der Vernichtung, das an einen Vulkanausbruch denken lässt. auf sie fallen.

Er lasse sie in abgrundtiefes Wasser stürzen,

dass sie nicht wieder nach oben kommen.

12Wer lästert, soll keinen Platz auf Erden haben.

Wer Gewalt anwendet, soll sich nicht täuschen:

Das Böse trifft ihn selbst – Schlag um Schlag.

13Ich weiß, wofür der HERR sich einsetzt:

Er vertritt den Armen vor Gericht,

er verhilft den Wehrlosen zu ihrem Recht.

14Ja, die Gerechten140,14 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. werden deinen Namen140,14 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel. loben.

Die Menschen, die sich ehrlich verhalten,

werden Platz finden in deiner Gegenwart.

141

Wie der Duft des Weihrauchs

1411EIN PSALM, MIT DAVID141,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

HERR, ich habe zu dir gerufen. Komm schnell!

Höre meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!

2Mein Bittgebet sei dir stets willkommen

wie der morgendliche Duft des Weihrauchs141,2 Weihrauch: Harz eines bestimmten Baums. Es wird beim Räucheropfer in bronzenen Pfannen verbrannt und verbreitet einen würzigen Duft. .

Wie das Speiseopfer141,2 Speiseopfer, Trankopfer: Beim Speiseopfer wurden Getreide, Mehl, ungesäuerte Backwaren und Öl auf dem Brandopferaltar verbrannt, beim Trankopfer Wein oder Wasser am Altar ausgegossen. am Abend soll es sein,

wenn ich meine Hände zum Gebet141,2 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. erhebe.

3Stelle eine Wache141,3 Wache: Der Beter bittet Gott darum, dass kein Wort über seine Lippen kommt, das er später bereuen muss. vor meinen Mund, HERR,

einen Posten an die Türe meiner Lippen!

4Lass mich nicht einmal in Gedanken

eine schlechte Sache in Betracht ziehen!

Ich möchte keine bösen Taten begehen.

Ich will nichts zu tun haben mit den Übeltätern.

Von ihren Leckerbissen141,4 Leckerbissen: Die Übeltäter wollen durch Einladungen zum Essen größeren Einfluss gewinnen. mag ich nichts essen.

5Wenn mich ein Gerechter141,5 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. straft,

dann geschieht es aus Freundschaft.

Und weist er mich scharf zurecht,

dann ist es Balsam für meine Seele141,5 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen..

Dagegen habe ich nichts einzuwenden.

Denn mein Bittgebet richtet sich nur gegen die,

die mir wirklich Schaden zufügen wollen.

6Die müssten ihren Richtern in die Hände fallen!

Dann würden sie auf meine Worte hören

und merken, wie freundlich sie sind.

7Sonst ergeht es uns noch wie beim Pflügen,

wenn einer das Erdreich aufreißt und umgräbt:

Dann liegen unsere Knochen verstreut –

bereit für den Rachen des Totenreichs141,7 Totenreich: Aufenthaltsort aller Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

8Doch meine Augen richten sich auf dich, HERR!

Nur bei dir, mein Herr, suche ich Zuflucht141,8 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

Gib mein Leben nicht preis!

9Bewahre mich vor dem Klappnetz141,9 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnappen.,

das sie schon für mich ausgespannt haben –

und vor den anderen Fallen der Übeltäter.

10Sie sollen sich in ihren eigenen Netzen141,10 Netz: Ein Jagdgerät, mit dem Tiere gefangen werden. verfangen.

Alle Frevler141,10 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. miteinander sollen sich verfangen,

während ich sicher daran vorübergehe.