BasisBibel (BB)
139

Gott kennt mich

1391FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID139,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM.

Herr139,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., du hast mich erforscht

und kennst mich genau.

2Ob ich sitze oder stehe: Du weißt es.

Meine Absicht erkennst du von fern.

3Ob ich gehe oder ruhe: Du merkst es.

Alle meine Wege sind dir bekannt.

4Noch liegt mir kein Wort auf der Zunge,

schon weißt du, Herr, was ich sagen will.

5Von hinten und von vorn hast du mich umfasst

und hast deine Hand auf mich gelegt.

6Zu wunderbar ist dieses Wissen für mich.

Es ist mir zu hoch: Ich kann es nicht begreifen.

7Wohin könnte ich gehen vor deinem Geist139,7 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.,

wohin fliehen vor deiner Gegenwart?

8Würde ich in den Himmel139,8 Himmel: Höchster Punkt der mythischen Welt. steigen: Du bist dort.

Würde ich mich in der Unterwelt139,8 Unterwelt: Tiefster Punkt der mythischen Welt. verstecken:

Dort bist du auch.

9Würde ich hochfliegen, wo das Morgenrot leuchtet139,9 wo das Morgenrot leuchtet: Meint den äußersten Osten der Welt.,

mich niederlassen, wo die Sonne im Meer versinkt139,9 wo die Sonne im Meer versinkt: Meint den äußersten Westen der Welt.:

10Selbst dort nimmst du mich an die Hand

und legst deinen starken Arm um mich.

11Da sagte ich: »Finsternis komme über mich!

Nacht soll mich umhüllen wie sonst das Licht!«

12Doch für dich ist die Finsternis nicht finster,

und die Nacht leuchtet so hell wie der Tag:

Finsternis ist für dich wie das Licht.

13Ja, du hast meine Nieren139,13 Nieren: Sitz innerer Gefühlsregungen und des Gewissens. geschaffen,

mich im Bauch meiner Mutter gebildet.

14Ich danke dir und staune,

dass ich so wunderbar geschaffen bin.

Ich weiß, wie wundervoll deine Werke sind.

15Nichts war dir unbekannt am Aufbau meines Körpers,

als ich im Verborgenen geschaffen wurde –

ein buntes Gewebe139,15 buntes Gewebe: Gott, der Schöpfer, wird hier als Handwerker vorgestellt, der den Körper »herstellt« wie ein Weber den Stoff auf seinem Webrahmen. in den Tiefen der Erde.

16Ich hatte noch keine Gestalt gewonnen,

da sahen deine Augen schon mein Wesen.

Ja, alles steht in deinem Buch139,16 dein Buch: Dahinter steht der Gedanke, dass Gott ein Buch über alle Menschen führt. geschrieben:

Die Tage meines Lebens sind vorgezeichnet,

noch ehe ich zur Welt gekommen bin.

17Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, Gott!

Wie zahlreich sind sie doch in ihrer Summe!

18Wollte ich sie zählen: Es sind mehr als der Sand.

Würde ich erwachen: Noch immer bin ich bei dir.

19Ach Gott! Ich wünschte mir, dass du die Frevler139,19 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. tötest!

Und ihr Mörder, lasst mich doch endlich in Ruhe!

20Ja, sie widersetzen sich dir in böser Absicht,

voller Tücke erheben sie sich – deine Feinde!

21Sie hassen dich, Herr. Sollte ich sie nicht hassen?

Sollte ich deine Widersacher nicht verabscheuen?

22Ja, ich hasse sie mit aller Leidenschaft.

Zu Feinden sind sie für mich geworden.

23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz139,23 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens.!

Verstehe mich und begreife, was ich denke!

24Sieh doch, ob ich auf einem falschen Weg139,24 falscher Weg: Bild für eine Lebensweise, die nicht Gottes Willen entspricht. bin,

und führe mich auf dem Weg, der Zukunft hat!

140

Schlag um Schlag

1401FÜR DEN CHORLEITER.

VON DAVID140,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete., EIN PSALM.

2Rette mich, Herr140,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., vor bösen Menschen!

Vor gewalttätigen Leuten behüte mich!

3Sie tragen böse Absichten im Herzen.

Jeden Tag suchen sie von Neuem Streit.

4Sie züngeln gefährlich wie die Schlangen.

Schlangengift steckt hinter ihren Lippen. Sela140,4 Sela: Zeichen zum Atemholen..

5Schütze mich, Herr, vor den Fäusten der Frevler140,5 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.!

Vor den gewalttätigen Leuten behüte mich!

Die wollen doch nur, dass ich zu Fall komme.

6Hochmütige haben ein Klappnetz140,6 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen. für mich versteckt.

Sie haben ein Netz von Fußschlingen140,6 Fußschlinge: Zur Jagd verwendetes Seil mit einer Schlaufe, das am Boden versteckt wird, um wilde Tiere zu fangen. ausgelegt.

Falle um Falle stellten sie mir unterwegs. Sela140,6 Sela: Zeichen zum Atemholen..

7Ich sagte zum Herrn: »Du bist mein Gott!

Höre doch, Herr, mein lautes Flehen!

8Herr, mein Herr, mein starker Schutz:

Wenn die Waffen sprechen, verteidigst du mich.

9Gib den Forderungen der Frevler140,9 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. nicht nach, Herr!

Lass ihre Anschläge nicht gelingen!

Sonst werden sie noch überheblicher.« Sela140,9 Sela: Zeichen zum Atemholen..

10Das Gift, das sie verspritzen,

das Unheil, das von ihren Lippen kommt,

soll über sie selbst hereinbrechen.

11Er lasse glühende Kohlen140,11 glühende Kohlen: Bild der Vernichtung, das an einen Vulkanausbruch denken lässt. auf sie fallen.

Er lasse sie in abgrundtiefes Wasser stürzen,

dass sie nicht wieder nach oben kommen.

12Wer lästert, soll keinen Platz auf der Erde haben.

Wer Gewalt anwendet, soll sich nicht täuschen:

Das Böse trifft ihn selbst – Schlag um Schlag.

13Ich weiß, wofür der Herr sich einsetzt:

Er vertritt den Armen vor Gericht,

er verhilft den Wehrlosen zu ihrem Recht.

14Ja, die Gerechten140,14 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. werden deinen Namen140,14 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. loben,

die Aufrechten finden Platz in deiner Gegenwart.

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Wie der Duft des Weihrauchs

1411EIN PSALM, VON DAVID141,1 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..

Herr141,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., ich habe zu dir gerufen, hilf mir schnell!

Höre meine Stimme, wenn ich zu dir rufe!

2Mein Gebet sei dir willkommen

wie der Duft des Weihrauchs141,2 Duft des Weihrauchs: Steigt beim morgendlichen Räucheropfer im Tempel auf. am Morgen.

Wie das Speiseopfer141,2 Speiseopfer: Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt. am Abend soll es sein,

wenn ich meine Hände zu dir erhebe141,2 Hände erheben: Eine in der Antike übliche Gebetshaltung..

3Herr, stelle eine Wache vor meinen Mund141,3 Wache vor meinem Mund: Gott soll dafür sorgen, dass nichts über die Lippen des Beters kommt, das Gott missfällt.,

einen Posten an die Türe meiner Lippen!

4Lass mich nicht einmal in Gedanken

eine schlechte Sache in Betracht ziehen!

Ich möchte keine bösen Taten begehen.

Mit den Übeltätern will ich nichts zu tun haben.

Von ihren Leckerbissen mag ich nichts essen.

5Wenn mich ein Gerechter141,5 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. straft,

dann geschieht es aus Freundschaft.

Und weist er mich scharf zurecht,

dann ist es Balsam für meine Seele.

Dagegen habe ich nichts einzuwenden.

Denn mein Gebet richtet sich nur gegen die,

die mir wirklich Schaden zufügen wollen.

6Die müssten ihren Richtern in die Hände fallen!

Dann würden sie auf meine Worte hören

und merken, wie freundlich mein Urteil ist.

7Sonst ergeht es uns wie beim Pflügen141,7 pflügen: Dient dem Lockern des Ackerbodens zur Vorbereitung für die Aussaat.,

wenn einer das Erdreich aufreißt und umgräbt:

Dann liegen unsere Knochen hingestreut

für den Rachen des Totenreichs141,7 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt..

8Doch meine Augen richten sich auf dich, Herr!

Nur bei dir, mein Herr, suche ich Zuflucht141,8 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt..

Gib mein Leben nicht preis!

9Bewahre mich vor dem Klappnetz141,9 Klappnetz: Jagdgerät des Vogelfängers. Es besteht aus zwei Hälften, die über den angelockten Vögeln zusammenschnellen.,

das sie für mich ausgespannt haben,

und vor den anderen Fallen der Übeltäter.

10Die Frevler141,10 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. sollen sich in den eigenen Netzen verfangen,

alle miteinander, während ich sicher vorübergehe.