BasisBibel NT+Ps (BB)
13

Wie lange noch?

131FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID13,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Ach HERR, wie lange13,2 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch?

Willst du mich etwa für immer vergessen?

Wie lange13,2 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch willst du dein Angesicht vor mir verbergen13,2 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. ?

3Wie lange13,3 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. muss ich mich um mein Leben sorgen,

tagaus, tagein Kummer in meinem Herzen tragen?

Wie lange13,3 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch darf mein Feind gegen mich sein?

4Schau doch her! Antworte mir, HERR, mein Gott!

Lass meine Augen bei deinem Anblick glänzen!

Sonst wird mich der Tod in den Schlaf wiegen!

5Sonst sagt mein Feind: »Ich habe ihn erledigt!«

Und meine Gegner können jubeln,

weil ich ins Straucheln13,5 Straucheln: Die Feinde hatten gehofft, dass der Beter angeschlagen ist und bald stürzt. gekommen bin.

6Doch13,6 doch: Der Beter hat Gottes Hilfe erfahren. Seine Klage wandelt sich zum Lob. nein! Fest habe ich auf deine Güte vertraut.

Jetzt lacht mein Herz vor Freude,

weil du mir geholfen hast.

Ich will ein Lied singen für den HERRN!

Denn er hat mir Gutes getan.

14

Gott schaut vom Himmel herab

Ähnlich überliefert in Psalm 53

141FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DAVID14,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Verständnislose Menschen14,1 verständnislose Menschen: Gewöhnlich mit »Tor, Narr« übersetzt, häufig dem »Weisen, Klugen« gegenübergestellt. sprechen

in ihrem Herzen: »Es gibt keinen Gott!«

Sie handeln abscheulich und verkehrt.

Es gibt keinen, der etwas Gutes tut.

2Doch der HERR schaut vom Himmel14,2 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. herab

und prüft die Menschenkinder14,2 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

Er möchte sehen, ob jemand da ist,

der Verstand hat und nach Gott fragt.

3Doch sie sind alle von Gott abgefallen,

allesamt sind sie verdorben14,3 verdorben: Das seltene Verb bedeutet eigentlich »sauer werden (von Milch)«..

Es gibt keinen, der etwas Gutes tut!

Auch nicht einen Einzigen!

4Haben denn die Übeltäter kein Einsehen?

Sie fressen mein Volk, wie man Brot14,4 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel verschlingt.

Aber zum HERRN rufen sie nicht!

5Auf der Stelle soll sie ein Schrecken packen14,5 Schrecken packen: Wörtlich »ein Schrecken wird sie erschrecken«, im hebräischen Text eine poetische Stilfigur..

Denn Gott ist bei denen, die gerecht14,5 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. sind.

6Was ihr auch gegen den Armen plant,

ihr werdet damit scheitern!

Denn der HERR ist seine Zuflucht14,6 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. .

7Wer wird vom Zion14,7 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. kommen

und Israel14,7 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. die Befreiung bringen?

Wenn Gott das Schicksal14,7 Schicksal: Gemeint ist das Exil des jüdischen Volkes in Babylon. Dorthin wurde es nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 587 v. Chr. verschleppt. seines Volkes

zum Guten wendet,

wird Jakob jubeln, Israel sich freuen.

15

Besuch im Tempel

Frage und Antwort15,0 Frage und Antwort: Im Hintergrund des Psalms stehen die Einlassfragen für Pilger, die von den Torwächtern gestellt und nach einer vorgegebenen Form beantwortet werden. am Tor zum Tempelhof

151EIN PSALM,

MIT DAVID15,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

»HERR, wer darf zu Gast sein in deinem Zelt15,1 Zelt: Das Zelt ist eine transportable Unterkunft für Nomaden, in der Bibel auch Bild für den Tempel als Wohnort Gottes. ?

Wer darf ausruhen15,1 ausruhen: Die Einkehr in den Tempel von Jerusalem ist das Ziel der Pilgerreise. auf deinem heiligen15,1 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Berg?«

2»Einer, der ein vorbildliches Leben führt.

Einer, der in jeder Hinsicht das Rechte tut

und aus tiefstem Herzen die Wahrheit sagt:

3Er verleumdet niemanden mit loser Zunge.

Er fügt seinem Mitmenschen nichts Böses zu

und bringt seinen Nachbarn nicht in Verruf.

4Wer in seinen Augen verworfen ist,

den straft er mit Verachtung.

Wer aber dem HERRN mit Ehrfurcht15,4 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen. begegnet,

dem zeigt er seine Wertschätzung.

Wenn er etwas geschworen hat,

dann steht er zu seinem Wort –

auch wenn es zu seinem Nachteil ist.

5Er verleiht kein Geld15,5 Geld: Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert. zu hohen Zinsen15,5 Zinsen: In Israel wurde der Geldverleih als eine Hilfeleistung verstanden. Es war deshalb verboten, sich dadurch zu bereichern. .

Und er nimmt keine Bestechungsgeschenke an,

damit der Unschuldige keinen Schaden erleidet.«

»Wer so handelt, kommt niemals zu Fall.«