BasisBibel NT+Ps (BB)
131

Gebet einer Pilgerin

1311EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

MIT DAVID131,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

HERR, Hochmut hat in meinem Herzen keinen Platz.

In meinen Augen liegt keine Überheblichkeit.

Ich habe mich nicht mit Dingen abgegeben,

die zu groß sind und zu wunderbar für mich.

2Vielmehr fand ich zur Gelassenheit zurück.

Da konnte meine Seele131,2 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. zur Ruhe kommen.

Wie ein gestilltes Kind131,2 gestilltes Kind: Die Mutter-Kind-Beziehung ist hier das Bildwort für die Gott-Mensch-Beziehung. Gott ist der Nährende und gibt alles, was der Mensch zum Leben braucht. bei seiner Mutter,

wie das gestillte Kind an meiner Brust –

so ist meine Seele zur Ruhe gekommen.

3So soll auch Israel131,3 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. auf den HERRN warten

von heute an bis in alle Zukunft.

132

Gottes Wohnung – Davids Haus

1321EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

Erinnere dich, HERR, an David132,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. ,

wie selbstlos er gewesen ist!

2Dies hat er dem HERRN geschworen,

dem starken Gott Jakobs132,2 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck. versprochen:

3»Ich werde nicht ins Zelt132,3 Zelt: Das Zelt ist eine transportable Unterkunft für Nomaden, in der Bibel auch Bild für den Tempel als Wohnort Gottes. meiner Familie gehen

und mich auf meinem Bett zur Ruhe legen.

4Keinen Schlaf werde ich meinen Augen gönnen.

Nicht einmal für einen kurzen Schlummer

werde ich meine Augenlider senken.

5Nein! Das werde ich so lange nicht tun,

bis ich für den HERRN einen Platz gefunden habe –

eine Wohnung für den starken Gott Jakobs132,5 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck.

6Seht doch, in Efrata132,6 in Efrata: In der Gegend von Betlehem. hörten wir von der Lade132,6 Bundeslade: Ein an Stangen tragbarer hölzerner »Kasten« mit goldener Deckplatte, die als Fußschemel vor dem Thronsitz des unsichtbaren Gottes gedeutet werden kann. !

Im Gebiet von Jaar haben wir sie gefunden.

7Lasst uns zu Gottes Wohnung gehen!

Lasst uns vor dem Schemel seiner Füße132,7 Schemel seiner Füße: Bildwort für die Lade, vgl. 1. Chronik 28,2. Über ihr wird Gott unsichtbar thronend vorgestellt. auf die Knie fallen!

8Komm, HERR, zu deinem Ruheplatz132,8 Ruheplatz: Der Zion und damit der Tempelberg von Jerusalem, auf dem Gott seinen Wohnsitz genommen hat; vgl. Psalm 132.,

du mit deiner machtvollen Lade132,8 Bundeslade: Ein an Stangen tragbarer hölzerner »Kasten« mit goldener Deckplatte, die als Fußschemel vor dem Thronsitz des unsichtbaren Gottes gedeutet werden kann. !

9Deine Priester132,9 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. sollen die Gerechtigkeit132,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.

wie die Kleider am Leib tragen132,9 wie die Kleider: Wörtlich »sich kleiden mit«. Tugend und Laster werden im alten Orient gerne als Kleider vorgestellt..

Und deine Frommen132,9 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. sollen jubeln.

10Du liebst doch David132,10 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. , deinen Knecht132,10 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.!

Darum denk an den König132,10 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden., den du gesalbt132,10 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. hast:

Weise ihn nicht zurück, wenn er vor dich tritt!

11Der HERR hat David132,11 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. etwas geschworen,

kein einziges Wort davon nimmt er zurück:

»Von deinen leiblichen Nachkommen

will ich einen auf deinen Thron setzen!

12Deine Söhne aber sollen meinen Bund132,12 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. halten

und meine Vorschriften, die ich ihnen einschärfe.

Wenn sie das tun, werde ich auch ihre Söhne

für immer auf deinem Thron folgen lassen.«

13Ja, der HERR hat den Berg Zion132,13 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. ausgewählt,

er hat ihn sich als Wohnsitz gewünscht:

14»Hier soll für immer mein Ruheplatz sein.

An diesem Ort will ich gerne wohnen.

15Was in der Stadt Zion132,15 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. auf den Tisch kommt,

werde ich gewiss segnen132,15 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt..

Und ihre Armen mache ich satt mit Brot132,15 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel .

16Ihre Priester132,16 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. lasse ich das Glück

wie die Kleider am Leib tragen132,16 wie die Kleider: Wörtlich »sich kleiden mit«. Tugend und Laster werden im alten Orient gerne als Kleider vorgestellt..

Und ihre Frommen132,16 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. sollen vor Freude jubeln.

17Dort werde ich Davids132,17 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. Macht wachsen lassen

wie das Horn132,17 Horn: Das Horn des Wildstiers ist ein Sinnbild für Stärke und Macht. eines wilden Stieres.

Ich habe ja für meinen gesalbten132,17 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. König132,17 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden.

eine Leuchte132,17 Leuchte: Bildwort für den Fortbestand des Königtums, vgl. 1. Könige 15,4. in seinem Haus aufgestellt.

18Seine Feinde lasse ich die Schande

wie die Kleider am Leib tragen132,18 wie die Kleider: Wörtlich »sich kleiden mit«. Tugend und Laster werden im alten Orient gerne als Kleider vorgestellt..

Aber über ihm wird seine Krone glänzen.«

133

Leben in Gemeinschaft

1331EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

MIT DAVID133,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Seht, wie gut es ist und wie wohltuend,

wenn Menschen beisammen wohnen –

als wären sie Bruder und Schwester.

2Es ist so wohltuend wie köstliches Salböl133,2 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes Öl, das aus Oliven frisch gepresst wird.,

das über den Kopf ausgegossen wird:

Es fließt herab auf den Bart, den Bart Aarons133,2 Bart Aarons: Anspielung auf die Salbung bei der Priesterweihe. Aaron war der Bruder von Mose und erster Priester in Israel..

Sogar auf seinen Kleidern verströmt es

noch einen herrlichen Duft.

3Es ist so wohltuend wie der Tau vom Hermon133,3 Hermon: Hohes Bergmassiv im Süden des Libanon.:

Seine Frische benetzt die Berge des Zion133,3 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. .

Ja, dort schenkt der Herr seinen Segen133,3 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt.:

Er verheißt Leben bis in alle Zukunft.