BasisBibel NT+Ps (BB)
130

Tief aus dem Abgrund

Der sechste kirchliche Bußpsalm130,0 Bußpsalm: Seit frühester Zeit werden die Psalmen 6, 32, 38, 51, 102, 130 und 143 als persönliche Schuldbekenntnisse gebetet.

1301EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

Tief aus dem Abgrund130,1 Abgrund: Anspielung auf das Totenreich unter der Erde, dem sich der Beter nahe fühlt., HERR, rufe ich dich:

2»Mein Herr, höre meinen Hilfeschrei!

Deine Ohren sollen aufmerksam sein!

Vernimm mein Flehen um Gnade130,2 Gnade: Gott wendet sich den Menschen liebevoll und ohne jede Vorbedingung zu.!

3Wenn du, HERR, die Vergehen zählen würdest:

Mein Herr, wer könnte vor dir bestehen?

4Doch bei dir liegt die Kraft der Vergebung.

Dafür begegnet man dir mit Ehrfurcht130,4 Furcht, Ehrfurcht: Das Gefühl des Erschreckens und des Staunens, das die Menschen erfasst, wenn sie Gott unmittelbar begegnen.

5Ich hoffe auf den HERRN.

Voller Sehnsucht hoffe ich auf ihn

und warte auf seinen Freispruch.

6Voller Sehnsucht warte ich auf den Herrn,

mehr als die Wächter130,6 Wächter: Bildwort vom Wächter einer Stadt. Er wartet sehnsüchtig darauf, dass die Nacht mit ihren Gefahren bald zu Ende geht. auf den Morgen –

ja, mehr als die Wächter130,6 Wächter: Bildwort vom Wächter einer Stadt. Er wartet sehnsüchtig darauf, dass die Nacht mit ihren Gefahren bald zu Ende geht. auf den Morgen.

7So soll auch Israel130,7 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. auf den HERRN warten!

Denn nur beim HERRN ist Güte zu finden.

Sie umfasst auch die Befreiung von Schuld130,7 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet..

8Ja, er wird Israel130,8 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. von Schuld130,8 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. befreien.

Er wird ihnen alle Vergehen verzeihen.

131

Gebet einer Pilgerin

1311EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

MIT DAVID131,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

HERR, Hochmut hat in meinem Herzen keinen Platz.

In meinen Augen liegt keine Überheblichkeit.

Ich habe mich nicht mit Dingen abgegeben,

die zu groß sind und zu wunderbar für mich.

2Vielmehr fand ich zur Gelassenheit zurück.

Da konnte meine Seele131,2 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. zur Ruhe kommen.

Wie ein gestilltes Kind131,2 gestilltes Kind: Die Mutter-Kind-Beziehung ist hier das Bildwort für die Gott-Mensch-Beziehung. Gott ist der Nährende und gibt alles, was der Mensch zum Leben braucht. bei seiner Mutter,

wie das gestillte Kind an meiner Brust –

so ist meine Seele zur Ruhe gekommen.

3So soll auch Israel131,3 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. auf den HERRN warten

von heute an bis in alle Zukunft.

132

Gottes Wohnung – Davids Haus

1321EIN LIED FÜR DIE PILGERREISE.

Erinnere dich, HERR, an David132,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. ,

wie selbstlos er gewesen ist!

2Dies hat er dem HERRN geschworen,

dem starken Gott Jakobs132,2 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck. versprochen:

3»Ich werde nicht ins Zelt132,3 Zelt: Das Zelt ist eine transportable Unterkunft für Nomaden, in der Bibel auch Bild für den Tempel als Wohnort Gottes. meiner Familie gehen

und mich auf meinem Bett zur Ruhe legen.

4Keinen Schlaf werde ich meinen Augen gönnen.

Nicht einmal für einen kurzen Schlummer

werde ich meine Augenlider senken.

5Nein! Das werde ich so lange nicht tun,

bis ich für den HERRN einen Platz gefunden habe –

eine Wohnung für den starken Gott Jakobs132,5 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie bringt das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes zum Ausdruck.

6Seht doch, in Efrata132,6 in Efrata: In der Gegend von Betlehem. hörten wir von der Lade132,6 Bundeslade: Ein an Stangen tragbarer hölzerner »Kasten« mit goldener Deckplatte, die als Fußschemel vor dem Thronsitz des unsichtbaren Gottes gedeutet werden kann. !

Im Gebiet von Jaar haben wir sie gefunden.

7Lasst uns zu Gottes Wohnung gehen!

Lasst uns vor dem Schemel seiner Füße132,7 Schemel seiner Füße: Bildwort für die Lade, vgl. 1. Chronik 28,2. Über ihr wird Gott unsichtbar thronend vorgestellt. auf die Knie fallen!

8Komm, HERR, zu deinem Ruheplatz132,8 Ruheplatz: Der Zion und damit der Tempelberg von Jerusalem, auf dem Gott seinen Wohnsitz genommen hat; vgl. Psalm 132.,

du mit deiner machtvollen Lade132,8 Bundeslade: Ein an Stangen tragbarer hölzerner »Kasten« mit goldener Deckplatte, die als Fußschemel vor dem Thronsitz des unsichtbaren Gottes gedeutet werden kann. !

9Deine Priester132,9 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. sollen die Gerechtigkeit132,9 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes.

wie die Kleider am Leib tragen132,9 wie die Kleider: Wörtlich »sich kleiden mit«. Tugend und Laster werden im alten Orient gerne als Kleider vorgestellt..

Und deine Frommen132,9 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. sollen jubeln.

10Du liebst doch David132,10 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. , deinen Knecht132,10 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.!

Darum denk an den König132,10 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden., den du gesalbt132,10 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. hast:

Weise ihn nicht zurück, wenn er vor dich tritt!

11Der HERR hat David132,11 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. etwas geschworen,

kein einziges Wort davon nimmt er zurück:

»Von deinen leiblichen Nachkommen

will ich einen auf deinen Thron setzen!

12Deine Söhne aber sollen meinen Bund132,12 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. halten

und meine Vorschriften, die ich ihnen einschärfe.

Wenn sie das tun, werde ich auch ihre Söhne

für immer auf deinem Thron folgen lassen.«

13Ja, der HERR hat den Berg Zion132,13 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. ausgewählt,

er hat ihn sich als Wohnsitz gewünscht:

14»Hier soll für immer mein Ruheplatz sein.

An diesem Ort will ich gerne wohnen.

15Was in der Stadt Zion132,15 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. auf den Tisch kommt,

werde ich gewiss segnen132,15 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt..

Und ihre Armen mache ich satt mit Brot132,15 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel .

16Ihre Priester132,16 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. lasse ich das Glück

wie die Kleider am Leib tragen132,16 wie die Kleider: Wörtlich »sich kleiden mit«. Tugend und Laster werden im alten Orient gerne als Kleider vorgestellt..

Und ihre Frommen132,16 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. sollen vor Freude jubeln.

17Dort werde ich Davids132,17 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. Macht wachsen lassen

wie das Horn132,17 Horn: Das Horn des Wildstiers ist ein Sinnbild für Stärke und Macht. eines wilden Stieres.

Ich habe ja für meinen gesalbten132,17 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. König132,17 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden.

eine Leuchte132,17 Leuchte: Bildwort für den Fortbestand des Königtums, vgl. 1. Könige 15,4. in seinem Haus aufgestellt.

18Seine Feinde lasse ich die Schande

wie die Kleider am Leib tragen132,18 wie die Kleider: Wörtlich »sich kleiden mit«. Tugend und Laster werden im alten Orient gerne als Kleider vorgestellt..

Aber über ihm wird seine Krone glänzen.«