BasisBibel NT+Ps (BB)
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Meine Zuflucht

111FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DAVID11,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

Beim HERRN suche ich Zuflucht11,1 Zuflucht: Ein Ort, der Schutz bietet. Im alten Israel konnte man im Tempel von Jerusalem um Asyl bitten. !

Wie könnt ihr da zu mir sagen:

»Flieh in die Berge wie ein Vogel!«

2Seht nur, was die Frevler11,2 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. tun:

Sie spannen schon den Bogen!

Schussbereit liegt ihr Pfeil auf der Sehne.

Im finsteren Versteck zielen sie auf Menschen,

die ein ehrliches Herz haben.

3Ja, sie zerstören die Grundlagen der Ordnung.

Doch der Gerechte11,3 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. kann nichts dagegen tun.

4Der HERR ist in seinem heiligen Palast.

Der HERR hat seinen Thron11,4 Thron: Sinnbild für die Königsherrschaft Gottes. im Himmel11,4 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt..

Seine Augen schauen herab auf die Menschen.

Er prüft sie, ohne mit der Wimper zu zucken11,4 ohne mit der Wimper zu zucken: Gott urteilt unparteiisch und streng..

5Der HERR prüft den Gerechten11,5 der Gerechte: Der Gerechte ist ein Mensch, der die Gebote Gottes befolgt und sich sozial verhält. wie den Frevler11,5 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

Wer die Gewalttat liebt, den hasst er zutiefst.

6Er lässt glühende Kohlen11,6 glühende Kohlen: Sinnbild der Vernichtung, das an einen Vulkanausbruch denken lässt. Im Hintergrund steht die Erzählung von der Zerstörung Sodoms und Gomorras, vgl. 1. Mose/Genesis 19,24. auf die Frevler11,6 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. fallen –

einen Regen aus Schwefel und glutheißem Wind.

Das ist der Becher11,6 Becher: Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. , der sie schuldig spricht.

7Denn der Herr ist gerecht, er liebt gerechte11,7 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. Taten.

Wer aufrichtig ist, darf sein Angesicht schauen11,7 Angesicht schauen/suchen: Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren. .

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Gottes Worte sind klar wie Silber

121FÜR DEN CHORLEITER.

ZU SPIELEN AUF DER ACHTEN SAITE12,1 achte Saite: Musikbegleitung auf der untersten Saite in tiefer Tonlage..

EIN PSALM, MIT DAVID12,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Ach hilf doch, HERR!

Denn es ist aus mit dem guten Miteinander12,2 Miteinander: Der Beter beklagt die fehlende Solidarität in der Gesellschaft..

Es ist vorbei mit der Zuverlässigkeit unter den Menschenkindern12,2 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit..

3Sie lügen sich ins Gesicht, der eine dem andern.

Sie reden doppelzüngig, mal so und mal so.

4HERR, vernichte alle, die doppelzüngig reden.

Schneide ihnen die großen Worte ab,

die sie im Mund führen.

5Das sind doch Leute, die damit prahlen:

»Mit unserem Mundwerk sind wir stark!

Unsere Lippen streiten für uns!

Wer könnte uns überlegen sein?«

6»Weil sie die Armen unterdrücken

und die Wehrlosen zum Seufzen bringen,

stehe ich jetzt auf!«, spricht der Herr.

»Ich rette den, den man hart bedrängt!«

7Die Worte des HERRN sind klar und rein:

wie Silber, das man im Schmelzofen läutert12,7 läutern, Läuterung: Verfahren zur Reinigung von Edelmetallen, vor allem von Gold, durch das Verbrennen von unerwünschten Fremdstoffen.

und sieben Mal zur Erde hin gereinigt12,7 gereinigt: Beim Schmelzvorgang wird die Schlacke mehrmals aus dem Ofen über eine Rinne zur Erde abgeleitet. hat.

8Du, HERR, wirst dafür sorgen,

dass deine Worte in Erfüllung gehen.

Den Armen wirst du immer beschützen

vor dieser schlimmen Generation.

9Noch treiben sich Frevler12,9 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. überall herum.

Noch werden Gemeinheiten begangen

unter den Menschenkindern12,9 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.!

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Wie lange noch?

131FÜR DEN CHORLEITER.

EIN PSALM, MIT DAVID13,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Ach HERR, wie lange13,2 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch?

Willst du mich etwa für immer vergessen?

Wie lange13,2 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch willst du dein Angesicht vor mir verbergen13,2 Angesicht verbergen: Redewendung im alten Orient. Wenn der König sein Gesicht zur Seite dreht, bekommt der Bittsteller keine Hilfe. ?

3Wie lange13,3 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. muss ich mich um mein Leben sorgen,

tagaus, tagein Kummer in meinem Herzen tragen?

Wie lange13,3 wie lange: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. noch darf mein Feind gegen mich sein?

4Schau doch her! Antworte mir, HERR, mein Gott!

Lass meine Augen bei deinem Anblick glänzen!

Sonst wird mich der Tod in den Schlaf wiegen!

5Sonst sagt mein Feind: »Ich habe ihn erledigt!«

Und meine Gegner können jubeln,

weil ich ins Straucheln13,5 Straucheln: Die Feinde hatten gehofft, dass der Beter angeschlagen ist und bald stürzt. gekommen bin.

6Doch13,6 doch: Der Beter hat Gottes Hilfe erfahren. Seine Klage wandelt sich zum Lob. nein! Fest habe ich auf deine Güte vertraut.

Jetzt lacht mein Herz vor Freude,

weil du mir geholfen hast.

Ich will ein Lied singen für den HERRN!

Denn er hat mir Gutes getan.