BasisBibel NT+Ps (BB)
108

Gottes Güte in Kriegszeiten

Zusammengesetzt aus Psalm 57,8-12 und 60,7-14

1081EIN LIED, EIN PSALM.

MIT DAVID108,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN.

2Mein Vertrauen steht fest, Gott.

Darum will ich singen und musizieren

für dich, du herrlicher Glanz108,2 herrlicher Glanz: Der Aufgang der Sonne wird zum Sinnbild für die kommende Gerechtigkeit Gottes.:

3»Erwache, du Klang von Harfe und Leier108,3 Leier: Die Leier (Jochlaute) ist ein antikes Saiteninstrument aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie war das typische Instrument am Hof und im Tempel.!

Ich will das Morgenrot wecken.«

4Dir danke ich unter den Völkern, HERR,

und für dich musiziere ich vor den Nationen.

5Denn deine Güte reicht über den Himmel hinaus

und deine Treue bis zu den Wolken.

6Erhebe dich, Gott, über den Himmel

und über die ganze Erde in deiner Herrlichkeit108,6 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor..

7So werden deine Freunde gerettet.

Hilf mir mit deiner starken Hand

und antworte mir!

8In seinem Heiligtum hat Gott gesagt:

»Ich werde jubeln über meinen Sieg!

Das Land von Sichem werde ich verteilen108,8 verteilen: Die Verse schildern die neuen Machtverhältnisse. Gott ordnet die Völkerwelt neu.

und das Tal von Sukkot108,8 Tal von Sukkot: Unteres Flusstal des Jabbok bei der Stadt Sukkot (heute: Tell Deir Alla). Hier wohnte Jakob, vgl. 1. Mose/Genesis 33,17. ausmessen.

9Mir gehört Gilead und mir gehört Manasse108,9 Manasse, Efraim, Juda: Stämme Israels..

Efraim108,9 Manasse, Efraim, Juda: Stämme Israels. ist mein Helm, Juda108,9 Manasse, Efraim, Juda: Stämme Israels. mein Herrscherstab108,9 Herrscherstab: Der Herrscherstab ist das Symbol für die königliche Herrschaft..

10Moab108,10 Moab, Moabiter: Nachbarland Israels im Osten. soll mir als Waschbecken108,10 Waschbecken: Anspielung auf das Tote Meer, an dessen Ostseite der Staat Moab liegt. dienen.

Auf Edom108,10 Edom, Edomiter: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. will ich meinen Schuh werfen108,10 Schuh werfen: Die Redewendung bedeutet, dass man von etwas Besitz ergreift..

Über die Philister108,10 Philister: Volk, das etwa zeitgleich mit dem Volk Israel im Land der Bibel lebte. werde ich triumphieren.«

11108,11 Vers 11: Ab hier redet der König, der Gott befragt und um den Sieg bittet.»Wer kann mich in die befestigte Stadt bringen?

Wer wird mich sicher bis nach Edom108,11 Edom, Edomiter: Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird. führen?

12Ach Gott, hast du uns wirklich verstoßen?

Ziehst du nicht mehr mit uns in den Krieg, Gott?

13Steh uns bei und rette uns vor dem Feind!

Hilfe von Menschen kann da nichts ausrichten.

14Doch mit Gott werden wir siegreich sein.

Er selbst wird unsere Feinde zertreten.«

109

Unschuldig vor Gericht

1091FÜR DEN CHORLEITER.

MIT DAVID109,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN, EIN PSALM.

Gott, dir gilt mein Lobgesang!

Schweige nicht zu meiner Klage!

2Denn sie109,2 sie: Die Feinde des Beters. haben ihren Mund aufgerissen,

boshaft und hinterhältig verleumdeten sie109,2 sie: Die Feinde des Beters. mich.

Mit falscher Zunge redeten sie109,2 sie: Die Feinde des Beters. gegen mich.

3Sie schürten den Hass um mich herum

und bekämpften mich ohne Grund.

4Statt mich zu lieben, klagten sie mich an.

Trotzdem bleibe ich bei meinem Gebet109,4 Gebet: Reden des Menschen mit Gott..

5Statt Gutes zu tun, wollten sie mir schaden.

Statt mich zu lieben, hassten sie mich.

6109,6 Vers 6: Der Beter zitiert die hasserfüllte Rede seiner Gegner, vgl. Vers 20.Sie sprachen:

»Man soll einen falschen Zeugen gegen ihn aufstellen

und einen harten Ankläger an seine Seite stellen.

7Aus dem Gericht soll er als Frevler109,7 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. hervorgehen.

Sogar sein Gebet109,7 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. soll ihm angelastet werden.

8Sein Leben soll nur eine kurze Zeit dauern

und sein Amt ein anderer übernehmen.

9Seine Kinder sollen zu Waisen werden

und seine Frau zur schutzlosen Witwe109,9 Witwe: Witwen gehören zur Zeit der Bibel zu den Personen, für die das Mose-Gesetz besonderen Schutz forderte. .

10Als Bettler sollen seine Kinder umherstreifen

und in den Trümmern suchen, was übrig ist.

11Sein Gläubiger soll seine gesamte Habe einziehen.

Fremde sollen plündern, was er erarbeitet hat.

12Kein Mensch soll ihm noch die Treue halten

und keiner mit seinen Waisen Mitleid haben.

13Seine Nachkommen sollen vernichtet werden.

Und wenn die nächste Generation kommt,

sollen ihre Namen bereits vergessen sein.

14Die Schuld seiner Väter soll beim HERRN zählen,

die Sünde seiner Mutter nicht vergeben werden.

15Das soll dem HERRN immer vor Augen stehen.

Er schafft die Erinnerung an sie aus der Welt.

16So soll es geschehen, weil er nicht daran dachte,

andere mit Nachsicht zu behandeln.

Vielmehr verfolgte er einen Armen und Wehrlosen,

um ihn in die Verzweiflung zu treiben.

17Er liebte den Fluch, so kam er über ihn selbst.

Den Segen wollte er nicht, so blieb er ihm fern.

18Er trug den Fluch wie ein Kleid an seinem Leib.

Er nahm ihn auf wie das Wasser, das man trinkt –

wie das Salböl109,18 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes Öl, das aus Oliven frisch gepresst wird., mit dem man die Glieder einreibt.

19Darum soll der Fluch109,19 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. um ihn sein wie ein Kleid

und wie ein Ledergürtel, den man täglich trägt.«

20So handelten meine Ankläger, fern vom HERRN.

Sie haben voller Bosheit über mich geredet.

21Du aber, HERR, mein Gott, tritt für mich ein!

Dafür stehst du doch mit deinem Namen109,21 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel..

Ja, deine Güte wird mir guttun.

Reiß mich heraus aus dem Unglück!

22Denn ich bin arm und wehrlos.

Tief im Herzen bin ich verzweifelt.

23Mein Leben zieht sich dahin

wie ein Schatten, der immer länger wird.

Ich bin wie eine Heuschrecke,

die man aus den Bäumen schüttelt.

24Vom Fasten109,24 Fasten: Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken. schlottern mir schon die Knie.

Mein Leib ist abgemagert, das Fett ist weg.

25Ja, für viele bin ich eine lächerliche Gestalt.

Sehen sie mich, schütteln sie nur den Kopf.

26Ach HERR, mein Gott, hilf mir doch!

Rette mich, wie es deiner Güte entspricht!

27Lass sie erkennen, dass es deine Hand ist –

dass du es bist, HERR, der das getan hat!

28Sollen sie nur fluchen109,28 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll., du aber wirst segnen109,28 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt..

Als sie mich angriffen, wurden sie enttäuscht.

So hat dein Knecht109,28 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. allen Grund zur Freude.

29Meine Ankläger sollen die Schmach am Leib tragen

und sich die Schande umhängen wie einen Mantel.

30Ich will den Herrn preisen aus vollem Mund.

Mitten unter den Menschen will ich ihn loben.

31Denn er steht fest an der Seite des Wehrlosen.

Er wird sein Leben vor denen retten,

die ihn schuldig sprechen.

110

Priester und König

1101MIT DAVID110,1 David: David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.). Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder. VERBUNDEN,

EIN PSALM.

Eine Enthüllung110,1 Enthüllung: Fachbegriff in der Prophetie zur Einleitung eines Prophetenwortes., die vom HERRN kommt.

Er sagte zu meinem Herrn und König:

»Setze dich an meine rechte Seite,

während ich deine Feinde zu Boden werfe.

Ich mache sie zum Schemel110,1 Schemel: Bildwort für die Unterwerfung der Feinde. Sie liegen vor dem König, der seine Füße auf sie stellt wie auf eine Fußbank. für deine Füße.«

2Regiere mit deinem Herrscherstab110,2 Herrscherstab: Der Herrscherstab ist das Symbol für die königliche Herrschaft.!

Der HERR verleiht dir Macht dazu vom Zion110,2 Zion/Zionsstadt: Ursprünglicher Name der von König David eroberten Jebusiterfestung. Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. her.

Herrsche mitten unter deinen Feinden!

3Dein Volk steht bereit, wenn du dein Heer führst

in heiligem Schmuck.

Aus der Morgenröte110,3 Morgenröte, Tau: Bildwort für die Lebenskraft. Die Einsetzung des Königs wird als eine Neugeburt verstanden. wirst du neu geboren.

Frisch wie der Tau110,3 Morgenröte, Tau: Bildwort für die Lebenskraft. Die Einsetzung des Königs wird als eine Neugeburt verstanden. ist deine Jugendkraft.

4Der HERR hat es geschworen.

Seine Zusage bereut er nicht:

»Du bist ein Priester110,4 Priester: Er hatte den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. für alle Zeit –

Priester und König110,4 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden. in einer Person,

wie es nur Melchisedek110,4 Melchisedek: Der hebräische Name bedeutet »König der Gerechtigkeit«. Nach 1 Mose/Genesis 14,18 war er zur Zeit Abrahams König von Salem (= Jerusalem). gewesen ist!«

5Der Herr steht an deiner rechten Seite.

Und kommt die Zeit für seinen Zorn110,5 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. ,

zerschmettert er die Macht der Könige110,5 König: Der König ist nach dem Verständnis des Alten Testaments ein von Gott eingesetzter Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat. »König« kann auch als Ehrenbezeichnung für Gott selbst verwendet werden..

6Er hält Gericht über die Völker.

Leichen häufen sich in der Schlacht.

Er zerschmettert die feindliche Macht

weit und breit auf der Erde.

7Er trinkt unterwegs110,7 unterwegs: Der König und sein Heer erfrischen sich auf dem Rückweg von der Schlacht. Wasser aus einem Bach.

Dann kehrt er heim mit erhobenem Kopf.