BasisBibel NT+Ps (BB)
105

Gott sorgt für sein Volk

1051Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen aus!

Verkündet seine Taten unter den Völkern!

2Singt für ihn, musiziert für ihn!

Sprecht über alle seine Wunder105,2 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. !

3Seid stolz auf seinen heiligen105,3 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Namen!

Von Herzen sollen sich alle freuen,

die den HERRN suchen!

4Fragt nach dem HERRN und seiner Macht!

Kommt vor sein Angesicht zu jeder Zeit!

5Denkt an seine Wunder105,5 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. , die er getan hat,

an seine Zeichen und Urteilssprüche –

6ihr Nachkommen Abrahams105,6 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. , seines Knechts105,6 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.,

ihr Söhne Jakobs105,6 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. , die er auserwählt hat!

7Er allein ist der HERR, unser Gott!

Seine Gesetze105,7 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. gelten im ganzen Land.

8Er hält sich für immer an seinen Bund105,8 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben..

Tausend Generationen gab er sein Wort.

9Diesen Bund105,9 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. hat er mit Abraham105,9 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. geschlossen

und gegenüber Isaak105,9 Isaak: Einziger Sohn von Abraham und Sara. durch einen Eid bekräftigt.

10Für Jakob105,10 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. hat er ihn als Verheißung festgesetzt

und für Israel105,10 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. zum dauerhaften Bund105,10 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben. erklärt:

11»Dir will ich das Land Kanaan105,11 Kanaan: Das Gebiet zwischen Jordansenke und Mittelmeer bis hinauf nach Sidon. geben.

Als euer Erbbesitz105,11 Erbbesitz: Gott hat den Stämmen Israels das Land verheißen und es ihnen zum Besitz gegeben. soll es euch zufallen.«

12Damals waren sie nur eine kleine Schar,

eine Handvoll Leute und Fremde105,12 Fremde: Ausländer, die nicht zur Rechtsgemeinde Israels gehören, aber durch das Gastrecht geschützt sind. im Land.

13Sie zogen von einem Staat zum nächsten,

von einem Königreich zu einem andern Volk.

14Doch er ließ nicht zu, dass man sie unterdrückte.

Zu ihrem Schutz warnte er sogar Könige:

15»Vergreift euch nicht an meinen Gesalbten!

Und tut meinen Propheten105,15 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. keine Gewalt an!«

16Dann ließ er eine Hungersnot kommen.

Landauf, landab zerbrach er jeden Stab105,16 Stab: Ein Holzstock, auf dem im Orient ringförmige Brote aufgereiht werden.,

auf dem noch ein Ring Brot105,16 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel als Vorrat lag.

17Zuvor hatte er ihnen jemanden vorausgeschickt:

Josef105,17 Josef: Sohn Jakobs, der als Sklave nach Ägypten verkauft wurde; vgl. 1. Mose/Genesis 37,26. wurde als Sklave105,17 Sklave, Sklavin: Sklaverei gab es in der ganzen Alten Welt in mannigfachen Formen und unter den verschiedensten Bedingungen. nach Ägypten105,17 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. verkauft.

18Sie fesselten seine Füße mit Ketten,

ein Eisen legte man ihm um den Hals.

19Doch bald sollte sich sein Wort erfüllen.

Die Traumdeutung105,19 Traumdeutung: Anspielung auf die Träume, die Josef in Ägypten mit Gottes Hilfe deuten konnte; vgl. 1. Mose/Genesis 40. des HERRN gab ihm recht.

20Er schickte einen König, der kettete ihn los –

einen Befehlshaber der Völker, der ließ ihn frei.

21Er machte ihn zum Verwalter über sein Haus

und zum Befehlshaber über all seinen Besitz.

22So konnte Josef die Beamten an sich binden

und die Ältesten klug und weise unterrichten.

23Dann kam Israel105,23 Israel: Name, den Jakob von Gott erhalten hat; vgl. 1. Mose/Genesis 32,29. mit seiner Familie nach Ägypten105,23 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur.

und Jakob105,23 Jakob: Bezeichnung für Israel und Name des Vaters der zwölf Stämme. wohnte als Fremder im Lande Hams105,23 Ham: Einer der drei Söhne Noahs und Stammvater Kanaans, hier Bezeichnung für Ägypten..

24Gott aber ließ sein Volk sehr zahlreich werden.

Er machte es mächtiger als seine Unterdrücker.

25Das änderte ihre Einstellung und sie begannen,

sein Volk zu hassen und hinterhältig zu täuschen.

26Also schickte er Mose105,26 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament., seinen Knecht105,26 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen.,

und Aaron105,26 Aaron: Bruder von Mose. Aaron gilt als der erste Oberste Priester, von dem die gesamte jüdische Priesterschaft abstammt. , den er dazu auserwählt hat.

27Sie taten bei ihnen die angekündigten Zeichen105,27 Zeichen: Gemeint sind die ägyptischen Plagen, von denen anschließend berichtet wird; vgl. 2. Mose/Exodus 7–11.

und vollbrachten Wunder im Lande Hams105,27 Ham: Einer der drei Söhne Noahs und Stammvater Kanaans, hier Bezeichnung für Ägypten..

28Er schickte eine Finsternis, da wurde es stockfinster.

Doch die Ägypter achteten nicht auf sein Wort.

29Er verwandelte ihre Gewässer in Blut

und ließ die Fische in ihnen sterben.

30Es wimmelte von Fröschen in ihrem Land,

sogar in den Zimmern des königlichen Palasts.

31Auf seinen Befehl kamen Schwärme von Fliegen,

Stechmücken bedeckten ihr gesamtes Gebiet.

32Er ließ Regen als Hagel niedergehen,

Blitz und Feuer verheerten ihr Land.

33Er zerschlug ihre Weinstöcke105,33 Weinstock: Bezeichnung für den einzelnen Strauch der Weinrebe. und Feigenbäume105,33 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln.,

zerschmetterte die Bäume in ihrem Gebiet.

34Auf seinen Befehl kamen Wanderheuschrecken

und Ungeziefer in zahlloser Menge.

35Alles Grüne in ihrem Land fraßen sie kahl

und vertilgten die Früchte des Feldes.

36Er ließ alle Erstgeburt105,36 Erstgeburt: Der erste Sohn, den eine Frau zur Welt bringt, und ebenso jedes erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wird. in ihrem Land sterben,

die erstgeborenen Kinder, ihr ganzer Stolz.

37Beladen mit Gold und Silber, so führte er sie heraus.

Und keiner unter Israels Stämmen105,37 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. zweifelte noch.

38Doch die Ägypter waren froh, dass sie wegzogen.

Denn sie hatten Angst vor ihnen bekommen.

39Er formte eine Wolke, um sein Volk zu bedecken –

und einen Feuerschein, um die Nacht zu erhellen.

40Sie baten um Essen – da schickte er Wachteln105,40 Wachtel: Kleine, niedrig fliegende Vögel. Mit ihnen versorgte Gott die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste.

und stillte ihren Hunger mit Himmelsbrot105,40 Himmelsbrot: Auch Manna genannt. Nahrung in der Wüste, die auf wundersame Weise vom Himmel kommt; vgl. Psalm 78,24-25..

41Er spaltete Felsen – da sprudelte Wasser hervor.

Es floss und wurde zum Bach in der Wüste.

42Denn er erinnerte sich an sein heiliges Wort,

das er seinem Knecht105,42 Knecht/Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst stellt, und Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn so als ihren Herrn anerkennen. Abraham105,42 Abraham: Stammvater des Volkes Israel. Sein Name bedeutet »Vater einer großen Menge«. gegeben hat.

43Er führte sein Volk voll Freude in die Freiheit,

unter dem Jubel seines auserwählten Volks.

44Er gab ihnen die Länder von fremden Völkern.

So konnten sie die Güter in Besitz nehmen,

die sich die Nationen erworben hatten.

45Darum sollen sie nach seinen Gesetzen105,45 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. leben

und seine Gebote105,45 Gebote: Die Zehn Gebote und weitere biblische Anweisungen, die ein gerechtes und gottgewolltes Leben ermöglichen. halten. – Halleluja105,45 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den HERRN«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde durch diesen Ruf aufgefordert, ihr Lob vor Gott zu bringen.!

106

Gott hat Mitleid mit seinem Volk

1061Halleluja106,1 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den HERRN«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde durch diesen Ruf aufgefordert, ihr Lob vor Gott zu bringen.!

Dankt dem HERRN! Denn er ist gut!

Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen!

2Wer kann die Taten des HERRN in Worte fassen?

Wer kann ihn so loben, wie er es verdient?

3Glücklich ist, wer sich an das Recht hält,

wer zu jeder Zeit für Gerechtigkeit106,3 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach den Vorstellungen Gottes. eintritt.

4So denk auch an mich, HERR!

Tu es aus Liebe zu deinem Volk!

Schau nach mir! Du kannst mir helfen!

5Lass mich das Glück deiner Auserwählten106,5 Auserwählte: Der Beter gehört nicht zum auserwählten Gottesvolk, wünscht sich aber Gemeinschaft mit Israel. erfahren!

Lass mich an der Freude deines Volkes teilhaben!

Dann werde ich mich glücklich preisen,

dass ich zu ihm gehöre, deinem Eigentum106,5 Eigentum: Hinweis auf das enge Verhältnis zwischen Gott und Israel..

6Wir haben Sünden begangen wie unsere Vorfahren.

Wir haben Unrecht getan und schlecht gehandelt.

7Als unsere Vorfahren in Ägypten waren,

haben sie nichts aus deinen Wundern106,7 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. gelernt.

Keiner wollte sich an deine große Güte erinnern.

Als sie am Schilfmeer106,7 Schilfmeer: Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte. in Bedrängnis kamen,

haben sie sich sogar dem Höchsten106,7 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. widersetzt.

8Dennoch half er ihnen! Er tat es für seinen Namen106,8 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart im Tempel.!

Er wollte ihnen seine Macht vor Augen führen.

9Er drohte dem Schilfmeer106,9 Schilfmeer: Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte. – da trocknete es aus.

So konnte er sie durch die Fluten führen

wie durch eine Wüste.

10Er rettete sie vor dem Hass ihrer Verfolger

und befreite sie aus feindlicher Gewalt.

11Wasser bedeckte die nachdrängenden Feinde.

Kein Einziger von ihnen blieb am Leben.

12Da glaubten sie an seine Verheißungen,

sangen wieder Lieder zu seinem Lob.

13Doch bald hatten sie seine Taten vergessen.

Sie hatten keine Geduld mit seinem Plan106,13 Plan: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte..

14Als sie in der Wüste waren, packte sie die Gier.

In trockenem Land forderten sie Gott heraus.

15Dennoch gab er ihnen, wonach sie verlangten.

Mit Essen versorgte er ihre gierigen Kehlen.

16Danach erregte Mose106,16 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. im Lager ihre Eifersucht,

ebenso Aaron106,16 Aaron: Bruder von Mose. Aaron gilt als der erste Oberste Priester, von dem die gesamte jüdische Priesterschaft abstammt. , der Heilige106,16 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. des HERRN.

17Da öffnete sich die Erde und verschlang Datan106,17 Datan, Abiram: Sie haben sich auf der Wüstenwanderung gegen Mose aufgelehnt, vgl. 4. Mose/Numeri 16..

Auch die Schar um Abiram106,17 Datan, Abiram: Sie haben sich auf der Wüstenwanderung gegen Mose aufgelehnt, vgl. 4. Mose/Numeri 16. wurde verschüttet.

18Ein Feuer entflammte gegen die abtrünnige Schar,

eine Flamme vernichtete vollends die Frevler106,18 Frevler: Menschen, die sich über Gottes Gebote hinwegsetzen und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen..

19Danach machten sie am Berg Horeb106,19 Horeb: Andere Bezeichnung für den Gottesberg Sinai. ein Kalb106,19 Goldenes Kalb: Figur eines jungen Stiers als Inbegriff von Fruchtbarkeit, Kraft und Wildheit. Kein Götterbild, sondern Träger des unsichtbar auf ihm thronenden Gottes..

Vor dem gegossenen Bild fielen sie auf die Knie.

20Sie tauschten die Herrlichkeit106,20 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. ihres Gottes

gegen das Abbild eines grasfressenden Stiers.

21Wieder hatten sie Gott, ihren Retter, vergessen,

der große Dinge in Ägypten106,21 Ägypten: Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur. geschehen ließ:

22Wunderzeichen106,22 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. im Lande Hams106,22 Ham: Einer der drei Söhne Noahs und Stammvater Kanaans, hier Bezeichnung für Ägypten.,

gewaltige Taten am Schilfmeer106,22 Schilfmeer: Beim Auszug aus Ägypten rettete Gott sein Volk, indem er es durch das Schilfmeer führte..

23Gott aber dachte daran, sie zu vernichten,

wäre nicht Mose106,23 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. gewesen, sein Auserwählter.

Der sprang für das Volk in die Bresche,

um ihn von seinem Zorn106,23 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. abzubringen.

24Danach verschmähten sie das köstliche Land106,24 köstliches Land: Bezieht sich auf das verheißene Land, das Gott den Stämmen Israels zum Besitz gegeben hat..

Sie wollten seiner Verheißung nicht glauben.

25Vielmehr schimpften sie darüber in ihren Zelten106,25 Zelt: Das Zelt ist eine transportable Unterkunft für Nomaden, in der Bibel auch Bild für den Tempel als Wohnort Gottes. .

Keiner hörte mehr auf die Stimme des HERRN.

26Da streckte er seine Hand gegen sie aus,

um sie in der Wüste niederzuzwingen.

27So zwang er ihre Nachkommen unter die Völker

und zerstreute sie in aller Herren Länder.

28Danach wurden sie Anhänger des Baal Pegor106,28 Baal Pegor: Ein Heiligtum für den Gott Baal am Berg Pegor im Ostjordanland.

und hielten Opfermahlzeiten für die Toten.

29Durch ihr Treiben verärgerten sie Gott so sehr,

dass eine Plage über sie hereinbrach.

30Da trat Pinhas106,30 Pinhas: Priester aus dem Geschlecht Aarons, der gegen den sexuellen Umgang der Israeliten mit moabitischen Frauen einschritt; vgl. 4. Mose/Numeri 25,1-9. als Anwalt für sie ein.

So konnte er die Plage noch aufhalten.

31Sein Eintreten achtete man als gerecht,

über Generationen hinweg für alle Zeit.

32Danach reizten sie Gott am Wasser von Meriba106,32 Meriba: Ein Ort auf der Wüstenwanderung Israels, wo sich das Volk gegen Mose auflehnte; vgl. 2. Mose/Exodus 17,7..

Diesmal hatte Mose106,32 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. die Folgen zu tragen.

33Denn sie forderten seinen Zorn so lange heraus,

bis er sich zu unbedachten Worten hinreißen ließ.

34Die Völker hatten sie nicht vernichtet,

wie der HERR es ihnen aufgetragen hat.

35Vielmehr vermischten sie sich mit den Völkern

und übernahmen ihre Sitten und Gebräuche.

36Sie verehrten ihre Götzenbilder.

Dadurch liefen sie in die Falle.

37Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar,

als Kinderopfer106,37 Kinderopfer: In höchster Gefahr wurden im Alten Orient auch die eigenen Kinder als Opfer dargebracht, um Götter oder Dämonen zum Eingreifen zu bewegen; vgl. 2 Könige 3,27. für die Dämonen.

38Sie vergossen unschuldiges Blut,

das Blut ihrer eigenen Söhne und Töchter.

Die hatten sie den Göttern106,38 Götter: Im Blick sind die Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel aber verehrt nur einen einzigen Gott, der wirkliche Macht besitzt; vgl. Psalm 136,2. Kanaans106,38 Kanaan: Das Gebiet zwischen Jordansenke und Mittelmeer bis hinauf nach Sidon. geopfert

und durch ihr Blut das Land entweiht.

39So wurden sie unrein durch ihr Handeln

und treulos gegen Gott durch ihr Treiben.

40Da tobte der HERR vor Zorn106,40 Zorn: Gottes Wille, Gericht zu halten. gegen sein Volk.

Voller Abscheu sah er auf sein Eigentum.

41Er gab sie in die Gewalt von fremden Völkern.

Die herrschten über sie mit blindem Hass.

42Ihre Feinde bedrängten sie hart.

Sie mussten sich ihrer Gewalt beugen.

43Aus vielen Gefahren hat Gott sie gerettet.

Sie aber widersetzten sich hartnäckig seinem Plan106,43 Plan: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte.

und verstrickten sich immer tiefer in ihre Schuld106,43 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet..

44Dennoch schaute er nach ihnen in ihrer Not,

wann immer er ihr Klagegeschrei hörte.

45Aus Liebe zu ihnen dachte er an seinen Bund106,45 Bund: Gott verpflichtet sich, für sein Volk Israel zu sorgen. Die Menschen entsprechen seinem Bund dadurch, dass sie nach seinen Geboten leben..

Ja, sein Mitleid war so groß wie seine Güte.

46Da zeigte er ihnen seine Barmherzigkeit

vor den Augen aller, die sie gefangen hielten.

47HERR, unser Gott, befreie uns doch!

Bring uns aus den Völkern wieder heim!

Dann wollen wir deinen heiligen106,47 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. Namen loben.

Wir schätzen uns glücklich, dich zu preisen.

48Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels106,48 Israel: Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk. ,

von Anfang an bis in alle Zukunft!

Dazu soll das ganze Volk sagen: Amen!

Halleluja106,48 Halleluja: Hebräisch für »Lobt den HERRN«. Im Gottesdienst wird die Gemeinde durch diesen Ruf aufgefordert, ihr Lob vor Gott zu bringen.!

107

Fünftes Buch: Psalm 107–150

Viel Grund zum Danken

1071Dankt dem HERRN! Denn er ist gut.

Ja, für immer bleibt seine Güte bestehen.

2So sollen die sprechen, die der HERR befreit hat.

Er befreite sie aus Gewalt und Unterdrückung.

3Er sammelte sie aus aller Herren Länder:

aus dem Osten und aus dem Westen,

aus dem Norden und dem Gebiet am Meer107,3 Gebiet am Meer: Bezeichnet eigentlich den Westen, obwohl man hier den Süden als Himmelsrichtung erwartet..

4Manche irrten in menschenleerer Wüste umher.

Sie suchten nach einer bewohnten Stadt,

konnten aber den Weg dorthin nicht finden.

5Sie waren hungrig und durstig,

ihre Lebenskraft schwand dahin.

6Da riefen sie zum Herrn in ihrer Not

und er riss sie aus ihrer Verzweiflung.

7Er führte sie auf den richtigen Weg,

sodass sie zu einer bewohnten Stadt kamen.

8Nun sollen sie dem Herrn danken für seine Güte

und für seine Wundertaten107,8 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. an den Menschen.

9Denn er hat sie erfrischt, als sie erschöpft waren,

und mit Gutem gestärkt, als sie Hunger hatten.

10Andere hockten in finsteren Kerkern.

Sie waren gefesselt und in Eisen gelegt.

11Denn sie hatten sich Gottes Anweisungen widersetzt.

Sie wollten dem Plan107,11 Plan: Gott leitet und bestimmt das Leben des Einzelnen wie auch den Fortgang der Geschichte. des Höchsten107,11 Höchster: Alter Gottestitel aus dem Jerusalemer Tempelkult, vgl. 1. Mose/Genesis 14,18-20. nicht folgen.

12Er aber brach ihren Widerstand in der Gefangenschaft.

Sie lagen am Boden und niemand half ihnen auf.

13Da schrien sie zum Herrn in ihrer Not

und er rettete sie aus ihrer Verzweiflung.

14Er befreite sie aus den finsteren Kerkern

und zerriss die Fesseln um ihre Hände.

15Nun sollen sie dem Herrn danken für seine Güte

und für seine Wundertaten107,15 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. an den Menschen.

16Denn er hat die Bronzetüren aufgebrochen

und die eisernen Türriegel zerschlagen.

17Manche kamen aus Dummheit auf die schiefe Bahn

und litten furchtbar unter ihren Vergehen.

18Vor Abscheu konnten sie nichts mehr essen

und klopften schon an die Tore des Todes107,18 Tore des Todes: Bildwort für die Nähe des Todes, vgl. Psalm 9,14..

19Da schrien sie zum HERRN in ihrer Not

und er rettete sie aus ihrer Verzweiflung.

20Er schickte ihnen sein Wort, um sie zu heilen

und sie vor dem sicheren Untergang zu retten.

21Nun sollen sie dem HERRN danken für seine Güte

und für seine Wundertaten107,21 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. an den Menschen.

22Sie sollen ihm Dankopfer107,22 Dankopfer: Eine Opfergabe, die Gott zum Dank dargebracht wird. darbringen

und jubelnd von seinen Taten erzählen.

23Andere segelten mit Schiffen über das Meer.

Sie unternahmen Handelsreisen auf hoher See.

24Diese haben die Werke des HERRN gesehen

und seine Wundertaten107,24 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. über dem Abgrund:

25Er rief den Sturmwind107,25 Sturmwind: Nachfolgend werden die Gefahren der Schifffahrt durch einen Seesturm beschrieben, den Gott bewirkt und auch wieder bändigen kann. in seinen Dienst,

der türmte die Wellen zu schwindelnden Höhen.

26Mit dem Schiff fuhren sie dem Himmel entgegen,

dann stürzten sie wieder in die Tiefe hinab.

Das Unwetter ließ ihre Seelen107,26 Seele: Biblischer Ausdruck für die Empfindsamkeit, Sehnsucht und Lebendigkeit des Menschen. verzagen.

27Sie tanzten und torkelten auf Deck wie Betrunkene.

Sie waren am Ende mit all ihrer Seemannskunst.

28Da schrien sie zum HERRN in ihrer Not

und er führte sie aus ihrer Verzweiflung.

29Er brachte den Sturmwind zum Schweigen,

und die aufgepeitschte See beruhigte sich.

30Sie waren froh, dass sich die Wogen legten.

So führte er sie in den ersehnten Hafen.

31Nun sollen sie dem HERRN danken für seine Güte

und für seine Wundertaten107,31 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. an den Menschen.

32Sie sollen ihn ehren in der Versammlung des Volkes

und ihn über alles loben im Kreis der Alten.

33Er kann Wasserströme zur Wüste machen

und Quellgebiete zum wasserlosen Land.

34Er kann fruchtbaren Boden zur Salzwüste machen,

weil seine Bewohner so bösartig sind.

35Umgekehrt kann er die Wüste zur Oase machen

und das trockene Land zum Quellgebiet.

36Dort ließ er sein ausgehungertes Volk siedeln.

Sie gründeten eine Stadt, um dort zu wohnen.

37Sie bestellten die Felder und pflanzten Weinberge107,37 Weinberg: Ein mit einer Mauer aus Feldsteinen umgebener Garten, in dem Wein angebaut wurde. Er galt in Israel als ein wertvoller Besitz. .

Mit der Frucht erzielten sie einen guten Ertrag.

38Er segnete sie, sodass sie viele Kinder bekamen.

Auch ihr Viehbestand wurde nicht kleiner.

39Aber dann wurden sie weniger und beugten sich

unter der Last von Unglück und Kummer.

40Da strafte er die Verantwortlichen mit Verachtung

und ließ sie in der Wüste umherirren107,40 umherirren: Anspielung auf die Wegführung der Oberschicht Israels, die 587 v. Chr. ins Exil nach Babylon gehen musste. ohne Ziel.

41Die Besitzlosen aber beschützte er vor dem Elend

und ließ ihre Familien wachsen wie eine Herde.

42Die Rechtschaffenen sollen es sehen und sich freuen.

Aber alle, die voller Bosheit sind, halten den Mund.

43Wer klug ist, wird sich diese Geschichte merken.

Er soll daraus lernen, dass die Güte des HERRN dies alles bewirkt.