BasisBibel (BB)
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Zweite Lehrrede: Weisheit schützt vor Verderben

21Mein Sohn2,1 mein Sohn: Damals die übliche Anrede für Schüler im Unterricht., nimm meine Worte an

und bewahre meine Gebote wie einen Schatz!

2Leih der Weisheit dein Ohr

und bemühe dich mit Verstand um Einsicht!

3Ruf die Vernunft zu Hilfe

und bitte mit lauter Stimme um Einsicht!

4Suche nach ihr wie nach Silber,

forsche nach ihr wie nach verborgenen Schätzen!

5Wenn du das tust, dann wirst du lernen,

dem Herrn mit Ehrfurcht2,5 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … zu begegnen.

Dann wirst du Erkenntnis von Gott erlangen.

6Denn es ist der Herr, der Weisheit verleiht.

Aus seinem Mund kommen Wissen und Einsicht.

7Er verhilft Menschen zum Erfolg,

die sich aufrichtig verhalten.

Und die ein vorbildliches Leben führen,

schützt er wie mit einem Schild.

8Er wacht über die Einhaltung des Rechts.

Er behütet den Lebensweg seiner Frommen.

9Wenn du das tust, dann wirst du lernen,

ein gutes Leben nach Recht und Ordnung zu führen.

Dann bewegst du dich in einer sicheren Spur2,9 Spur: Wörtlich »Gleise«. Zu denken ist an die Fahrspur der Erntewagen, die sich tief in den aufgeweichten Boden eindrückt. Nach dem Trocknen ist sie so fest wie ein Gleis..

10Weisheit kommt in dein Herz.

Wissen wird deiner Seele guttun.

11Besonnenheit wacht über dein Leben.

Einsicht behütet dich auf Schritt und Tritt.

12Besonnenheit und Einsicht können dich retten

vor dem bösen Weg:

vor dem Mann, der dich mit falschen Worten lockt.

13Solche Leute führen kein ehrliches Leben.

Sie wollen nur finsteren Wegen folgen.

14Sie freuen sich, wenn sie böse handeln.

Sie jubeln, wenn sie das Verkehrte tun.

15Das sind Leute, die krumme Wege gehen.

Ihre Spur führt auf die schiefe Bahn.

16Besonnenheit und Einsicht können dich retten

vor der fremden Frau:

vor der Fremden, die dich mit Schmeicheleien lockt.

17Ihren eigenen Mann hat sie verlassen,

auch ihrem Gott ist sie nicht treu geblieben.

18Ja, wer sich in ihr Haus begibt,

ist schon auf dem Weg ins Totenreich2,18 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt. Mehr ….

Ihre Spur führt hinab zu den Geistern der Toten.

19Wer sich mit ihr einlässt, der ist verloren.

Er findet nicht zurück auf den Weg des Lebens.

20Deshalb sollst du den guten Weg einschlagen

und ein gerechtes Leben führen.

21Denn wer ehrlich ist, wird im Land wohnen2,21 im Land wohnen: Das Wohnen im Land ist für Israel der Inbegriff der Zuwendung Gottes und steht unter seinem Segen, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 28,3-8..

Wer vorbildlich lebt, wird in ihm bleiben.

22Aber die Frevler2,22 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … werden aus dem Land ausgerottet

und die Verräter wie Unkraut herausgerissen.

3

Dritte Lehrrede: Vertraue Gott und seinen Geboten

31Mein Sohn3,1 mein Sohn: Damals die übliche Anrede für Schüler im Unterricht., vergiss meine Weisung nicht!

Und nimm dir meine Gebote zu Herzen!

2Denn sie sind dazu da, dass es dir gut geht

und du ein langes und glückliches Leben führst.

3Liebe und Treue werden dir nicht fehlen.

Binde meine Weisung und meine Gebote um deinen Hals!

Schreib sie auf die Tafel, die du im Herzen trägst!

4Dann findest du Zustimmung und Anerkennung

bei Gott und bei den Menschen.

5Vertraue dem Herrn von ganzem Herzen!

Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand!

6Erkenne seinen Willen auf allen deinen Wegen,

so wird er dir den Weg bahnen.

7Halte dich nicht selbst für klug!

Begegne dem Herrn mit Ehrfurcht3,7 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … und meide das Böse!

8Das hält dich gesund

und ist eine Arznei für deinen Körper.

9Ehre den Herrn mit deinem Besitz

und gib ihm das Beste vom Ertrag deiner Ernte!

10So füllen sich deine Scheunen mit Getreide,

und deine Fässer laufen über von Wein.

11Mein Sohn, verachte nicht die Maßnahmen,

mit denen der Herr dich erzieht!

Widersetz dich nicht, wenn er dich zurechtweist!

12Denn so geht der Herr mit einem Menschen um,

den er liebt.

Er erzieht ihn wie ein Vater seinen Sohn,

den er gern hat.

Die Bedeutung der Weisheit für Mensch und Gott

13Glücklich zu preisen ist der Mensch,

der Weisheit gefunden hat und Einsicht gewinnt.

14Denn die Weisheit bringt mehr ein als Silber

und ist wertvoller als reines Gold.

15Kostbarer ist sie als Korallen3,15 Korallen: Korallen aus dem Meer galten als Kostbarkeit. Wegen ihrer rötlich schimmernden Farbe wurden sie zu Schmuck verarbeitet..

Und all dein Schmuck ist nichts wert

im Vergleich mit ihr.

16Ihre rechte Hand schenkt dir langes Leben,

ihre linke Hand gibt dir Reichtum und Ehre.

17Ihre Wege sind mühelos zu gehen

und führen zu einem erfüllten Leben.

18Weisheit ist für den, der sie ergreift,

ein Baum des Lebens3,18 Baum des Lebens: Steht für die Leben spendende Kraft der Weisheit und lässt sich auch als Sinnbild des Glücks betrachten..

Wer sie nicht mehr loslässt,

ist glücklich zu preisen.

19Mit Weisheit hat der Herr die Erde gegründet,

mit Einsicht hat er das Dach3,19 Dach: Meint eine Art Platte, die auf den Bergen am äußeren Rand der Erde aufliegt; vgl. 1. Mose/Genesis 1,6-8. des Himmels gebaut.

20Durch sein Wissen sprudelt das Wasser aus der Tiefe,

und die Wolken laufen über von Tau.

Vierte Lehrrede: Sicheres Leben und soziale Verantwortung

21Mein Sohn3,21 mein Sohn: Damals die übliche Anrede für Schüler im Unterricht., du kennst meine Weisung und Gebote,

verlier sie nicht aus den Augen!

Lass dich von Verstand und Besonnenheit leiten!

22Sie verhelfen dir zu einem guten Leben

und liegen wie Schmuck um deinen Hals.

23Dann wirst du deinen Weg sicher gehen,

und dein Fuß wird nirgends anstoßen.

24Legst du dich ins Bett, hast du keine Angst.

Bist du eingeschlafen, schläfst du ruhig und fest.

25Ein plötzliches Unglück musst du nicht fürchten,

kein Unwetter, das über die Frevler3,25 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … hereinbricht.

26Denn der Herr ist deine Zuversicht.

Er behütet deinen Fuß vor allen Gefahren.

27Wenn jemand deine Hilfe braucht, verweigere sie nicht!

Kannst du ihm helfen, dann tu es auch!

28Sag nicht zu deinem Nächsten:

»Geh und komm ein anderes Mal wieder!«

Wenn du etwas für ihn hast, sag nicht:

»Morgen will ich es dir geben.«

29Plane nichts Böses gegen deinen Nächsten!

Er wohnt doch friedlich in deiner Nachbarschaft.

30Fang niemals einen Streit mit jemandem an,

wenn es keinen Grund dafür gibt –

wenn er dir nichts Böses getan hat!

31Sei nicht neidisch auf einen Menschen,

der sich durch Unrecht einen Vorteil verschafft!

Zieh niemals einen seiner Wege in Betracht!

32Denn der Herr verabscheut Menschen,

die auf verkehrten Wegen gehen.

Aber denen, die aufrecht durchs Leben gehen,

schenkt er seine Freundschaft.

33Der Fluch3,33 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Mehr … des Herrn lastet auf dem Haus des Frevlers3,33 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr ….

Doch auf der Wohnung des Gerechten3,33 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. ruht sein Segen3,33 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen. Mehr ….

34Für die Spötter hat er nichts übrig als Spott.

Den Bedürftigen aber wendet er sich liebevoll zu.

35Wer Weisheit erwirbt, kommt zu Ehren.

Aber die Dummen tragen Schande davon.

4

Fünfte Lehrrede: Weisheit ist das Allerbeste

41Ihr jungen Leute, hört auf die Worte,

mit denen der Vater euch erzieht!

Passt genau auf, lernt und gewinnt Einsicht!

2Denn was ich euch lehre, ist nützlich und gut.

Meine Weisung lasst nicht außer Acht!

3Als ich selbst noch ein Kind war,

liebevoll umsorgt von meiner Mutter,

ging ich bei meinem Vater in die Schule.

4Er war mein Lehrer und sagte zu mir:

»Nimm dir meine Worte zu Herzen!

Halte meine Gebote! Dann wirst du leben.

5Erwirb dir Weisheit, erwirb dir Verstand!

Vergiss meine Worte nicht, weich davon nicht ab!

6Lass die Weisheit nicht außer Acht,

so wird sie dich beschützen.

Liebe sie, so wird sie dich behüten.

7Die Weisheit ist das Allerbeste, erwirb sie dir!

Koste es auch dein Vermögen, erwirb dir Verstand!

8Schätze die Weisheit hoch, sie verleiht dir Ansehen.

Sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umarmst.

9Sie setzt dir einen Lorbeerkranz auf den Kopf

und schmückt dich mit einer prächtigen Krone.«

Sechste Lehrrede: Geh auf dem Weg der Weisheit

10Höre, mein Sohn4,10 mein Sohn: Damals die übliche Anrede für Schüler im Unterricht., nimm meine Worte an!

Dann wirst du viele Jahre leben.

11Ich habe dir den Weg der Weisheit gezeigt

und dich auf die richtige Spur4,11 Spur: Wörtlich »Gleise«. Zu denken ist an die Fahrspur der Erntewagen, die sich tief in den aufgeweichten Boden eindrückt. Nach dem Trocknen ist sie so fest wie ein Gleis. gesetzt.

12Wenn du weiter auf diesem Weg gehst,

wird kein Hindernis deinen Schritt hemmen.

Und wenn du läufst, wirst du nicht stolpern.

13Bemühe dich um Bildung, lass nicht locker!

Bewahre sie, denn sie ist dein Leben.

14Betritt nicht den Weg der Frevler4,14 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr …,

begib dich nicht auf die schiefe Bahn!

15Meide ihren Weg und geh nicht auf ihm,

weiche ihm aus und geh vorbei!

16Denn die Frevler finden keine Ruhe,

bevor sie nicht etwas Böses getan haben.

Es bringt sie um den Schlaf,

wenn sie niemanden ins Unglück stürzen konnten.

17Denn Unrecht ist ihr tägliches Brot.

Gewalt ist der Wein, an dem sie sich berauschen.

18Der Weg der Gerechten glänzt wie der Morgen.

Sein Licht wird immer heller bis zum Mittag.

19Doch der Weg der Frevler ist finster wie die Nacht.

Sie erkennen nicht, wodurch sie zu Fall kommen.

Siebte Lehrrede: Achte mit allen Sinnen auf deinen Weg

20Mein Sohn4,20 mein Sohn: Damals die übliche Anrede für Schüler im Unterricht., pass auf, was ich zu sagen habe!

Spitz die Ohren und hör auf meine Worte!

21Lass sie nicht aus den Augen!

Bewahre sie tief in deinem Herzen!

22Denn diese Worte bedeuten Leben für jeden,

der ihren Sinn erfasst.

Sie sind eine Arznei für den ganzen Körper.

23Folge deinem Herzen mehr als allem anderen!

Denn davon hängt dein Leben ab.

24Lass deinen Mund die Wahrheit nicht verdrehen!

Nichts Verkehrtes soll über deine Lippen kommen.

25Lass deine Augen geradeaus blicken!

Richte deinen Blick auf das, was vor dir liegt!

26Gib acht, dass dein Fuß in der Spur4,26 Spur: Wörtlich »Gleise«. Zu denken ist an die Fahrspur der Erntewagen, die sich tief in den aufgeweichten Boden eindrückt. Nach dem Trocknen ist sie so fest wie ein Gleis. geht!

Bewege dich nur auf sicheren Wegen!

27Bieg nicht ab nach rechts oder nach links!

Halte deinen Fuß vom Bösen fern!