BasisBibel (BB)
23

6

231Wenn du dich zum Essen mit einem Herrscher hinsetzt,

achte genau darauf, wen du vor dir hast.

2Wenn du deine Gier nicht bezwingen kannst,

dann halte dir ein Messer an die Kehle!

3Greif nicht gleich nach den Leckerbissen,

wenn du Verlangen danach hast!

Vielleicht wirst du auf die Probe gestellt23,3 auf die Probe gestellt: Wörtlich »es ist nämlich eine trügerische Speise«. Das kann bedeuten, dass die köstlichen Speisen nur dazu dienen, die Selbstbeherrschung der Gäste zu prüfen.?

7

4Setz nicht alles daran, reich zu werden!

Oder hast du deinen Verstand aufgegeben?

5Kaum richtest du die Augen auf deinen Reichtum,

ist er auch schon verschwunden.

Denn er hat Flügel bekommen wie ein Adler23,5 Adler: Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Er steht sinnbildlich für Kraft und Stärke. Mehr …

und fliegt davon.

8

6Iss nicht das Brot eines Menschen,

der es dir missgönnt!

Hab kein Verlangen nach den Leckerbissen,

die er dir anbietet!

7Denn er tut es nur aus Berechnung.

Er sagt zwar zu dir: »Komm, iss und trink!«

Aber er meint es nicht so.

8Was du gegessen hast, musst du erbrechen,

und deine freundlichen Worte wirst du bereuen.

9

9Rede nicht auf einen dummen Menschen ein!

Denn er weiß deine klugen Worte nicht zu schätzen.

10

10Verrücke nicht bestehende Grenzen

und taste die Felder der Waisen nicht an!

11Denn sie haben einen starken Anwalt23,11 starker Anwalt: Gott selbst wird den schutzlosen Waisen zum Recht verhelfen..

Der wird vor Gericht gegen dich antreten.

Eine gute Erziehung ist viel wert

11

12Sei mit dem Herzen bei dem, der dich erzieht,

und mit den Ohren bei dem, der Wissen vermittelt!

12

13Schreck nicht davor zurück,

einen jungen Mann mit Härte zu erziehen!

Bestraf ihn mit dem Stock!

Er wird davon nicht sterben.

14Schlägst du ihn aber mit dem Stock,

so rettest du sein Leben vor dem Totenreich23,14 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen unter der Erde. Hier Bild für den Machtbereich des Todes..

13

15Mein Sohn23,15 mein Sohn: Damals die übliche Anrede für Schüler im Unterricht., wenn du dir Weisheit erworben hast,

ist das auch für mich eine große Freude.

16Und hast du gelernt, deine Worte gut zu wählen,

erfüllt mich das mit tiefem Stolz.

14

17Sei nicht eifersüchtig auf die Sünder,

die in Saus und Braus leben!

Bleib du beim Herrn und hab Ehrfurcht23,17 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor ihm!

18Denn wenn du das tust, hast du eine sichere Zukunft.

Deine Hoffnung wird nicht enttäuscht.

15

19Hör zu, mein Sohn! Nimm deinen Verstand zu Hilfe

und folge dem Weg, den dein Herz dich lehrt!

20Sei nicht einer von denen, die Wein saufen

oder unmäßig Fleisch essen.

21Denn wer säuft und sich den Bauch vollstopft, wird arm.

Wer immer müde ist, trägt bald Lumpen am Leib.

16

22Gehorche deinem Vater und deiner Mutter!

Denn sie haben dir das Leben geschenkt.

Verachte sie nicht, wenn sie alt geworden sind!

23Erwirb dir Weisheit, Bildung und Einsicht!

So bleibst du bei der Wahrheit, verkauf sie nicht!

24Besitzt der Vater einen gerechten Sohn,

hat er allen Grund zum Jubeln.

Hat er ein kluges Kind in die Welt gesetzt,

ist seine Freude an ihm riesengroß.

25Dein Vater und deine Mutter können sich freuen.

Die dich geboren hat, darf stolz auf dich sein.

17

26Mein Sohn, schenk mir deine ganze Aufmerksamkeit!

Lenk deine Augen auf die Wege, die ich dich lehre!

Nur sie sollen dir gefallen.

27Denn die Hure ist gefährlich wie eine tiefe Grube

und die fremde Frau wie ein enger Brunnenschacht.

28Ja, sie lauert wie ein Räuber im Hinterhalt.

Sie will noch mehr Männer zur Untreue verführen.

Ein Spottlied auf die Weinsäufer

18

29Wer ruft »ach«, wer ruft »o weh«?

Bei wem gibt’s Streit, bei wem gibt’s Klagen?

Wer prügelt sich grundlos, wer hat gerötete Augen?

30Das sind die Leute, die noch spät beim Wein sitzen,

die in der Schenke dem gemischten Wein23,30 gemischter Wein: Wein, dem Wasser, andere Flüssigkeiten oder Gewürze zugesetzt wurden. zusprechen.

31Doch du, schau nicht zu tief ins Glas,

wenn der Wein darin so rötlich schimmert!

Allzu leicht geht er die Kehle hinunter,

wenn er so wunderbar im Becher funkelt.

32Aber hinterher fühlst du dich so,

als hätte dich eine Schlange gebissen

und ihr tödliches Gift verspritzt.

33Deine Augen sehen seltsame Dinge

und dein Herz redet wirres Zeug.

34Du schläfst wie ein Matrose auf hoher See,

wie einer hoch oben im Mastkorb des Schiffes.

35Am andern Morgen sagst du:

»Man muss mich geschlagen haben – es tat aber nicht weh.

Man hat mich verprügelt – ich weiß es nicht mehr.

Wann werd ich endlich wieder wach?

Ich will doch weitertrinken.«

24

Nimm dir nicht die falschen Leute zum Vorbild

19

241Sei nicht eifersüchtig auf böse Menschen!

Wünsch dir nicht, zu ihnen zu gehören!

2Denn sie haben nur Gewalttaten im Sinn.

Wenn sie den Mund aufmachen,

bewirken sie Unheil.

20

3Durch Weisheit24,3 Weisheit: Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird. Mehr … wird ein Haus gebaut,

durch Verstand wird es erhalten.

4Durch Wissen richtet man die Zimmer ein,

füllt sie mit kostbaren und schönen Gütern.

21

5Ein kluger Mensch ist stark.

Wer über Wissen verfügt, gewinnt an Kraft.

6Mit der richtigen Strategie gewinnst du den Krieg.

Mit vielen Beratern besteht Aussicht auf Sieg.

22

7Die Weisheit ist für den Dummen zu hoch.

Bei Beratungen im Stadttor wagt er es nicht,

seinen Mund aufzumachen.

23

8Wenn einer Böses im Schilde führt,

nennt man ihn einen Meister der Durchtriebenheit.

24

9Die Sünde24,9 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. Mehr … kommt aus dem Unverstand.

Spötter werden von den Menschen verabscheut.

25

10Zeigst du dich schwach am Tag der Not,

ist es mit deiner Kraft nicht weit her.

11Befreie die Gefangenen, die zum Tod verurteilt sind.

Lass nicht zu, dass sie hingerichtet werden.

12Sag nicht: »Wir haben das nicht gewusst!«

Denn Gott prüft die Herzen und durchschaut sie.

Er wacht über dein Leben und weiß Bescheid.

Jeden Menschen zieht er zur Verantwortung

für das, was er getan hat.

26

13Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut!

Ja, der Honig ist süß für deinen Gaumen.

14Erkenne, dass die Weisheit wie der Honig ist!

Ja, die Weisheit ist gut für dein Leben.

Findest du sie, hast du eine sichere Zukunft.

Deine Hoffnung wird nicht enttäuscht.

27

15Du sollst dich nicht wie ein Frevler24,15 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … verhalten

und den Gerechten24,15 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. in seinem Haus überfallen.

Zerstör auch nicht seinen Lagerplatz auf dem Feld!

16Denn siebenmal mag der Gerechte stürzen

und steht doch immer wieder auf.

Aber wenn Frevler über ihre Bosheit stolpern,

ist es mit ihnen aus.

28

17Wenn dein Feind stürzt, freu dich nicht darüber!

Wenn er stolpert, brich nicht in Jubel aus!

18Der Herr könnte es sehen

und dein Verhalten missbilligen.

Dann könnte er von seinem Zorn ablassen,

mit dem er gegen deinen Feind vorgeht.

29

19Reg dich nicht auf, wenn es bösen Menschen gut geht!

Sei nicht eifersüchtig auf die Frevler!

20Denn böse Menschen werden keine Zukunft haben,

die Lampe24,20 Lampe: Sinnbild für das Leben und Lebensglück. der Frevler verlöscht.

30

21Hab Ehrfurcht24,21 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor dem Herrn, mein Sohn,

und achte den König!

Mit Leuten aber, die anders darüber denken,

lass dich nicht ein!

22Denn plötzlich trifft sie das Verderben.

Es kommt von beiden, von Gott und dem König.

Doch welches Unglück das ist, wer weiß das schon?

Anhang: Eine weitere Sammlung von Ratschlägen

23Auch dies sind Worte,

die von Weisen stammen:

Bei Gericht ist es nicht gut,

auf die Person zu sehen.

24Wer zu einem Frevler24,24 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … sagt: »Du bist im Recht!«,

den verfluchen Völker, den verabscheuen Nationen.

25Wer aber auf Unrecht hinweist, ist gern gesehen.

Viel Glück und Segen wird er erfahren.

26Es ist wie ein Kuss auf die Lippen,

wenn einer eine ehrliche Antwort gibt.

27Tu die Arbeit, die draußen auf dich wartet!

Bestell dein Feld, sodass du zu essen hast!

Danach magst du dir ein Haus bauen24,27 Haus bauen: Bevor man eine Familie gründen kann, muss man sich zuerst eine wirtschaftliche Grundlage schaffen..

28Tritt nicht als Zeuge gegen deinen Nächsten auf,

wenn du nichts zur Aufklärung beitragen kannst.

Oder willst du eine Falschaussage machen?

29Sag nicht: »Wie du mir, so ich dir!

Ich will das Recht selbst in die Hand nehmen.«

30Ich kam am Acker eines Faulen vorbei

und am Weinberg eines Menschen ohne Verstand.

31Dort sah ich überall Unkraut wuchern,

Dornen und Disteln bedeckten das Land.

Die schützende Mauer war schon eingefallen.

32Ich sah es mir an, nahm’s mir zu Herzen.

Ich schaute hin und zog meine Lehre daraus:

33»Noch ein wenig schlafen, ein wenig schlummern,

ein wenig die Arme verschränken, um auszuruhen.«

34So rückt die Armut im Eilmarsch heran.

Die Not dringt in dein Haus ein wie ein Soldat.

25

Die Spruchsammlung am Königshof des Hiskija

Sprichwörter 25,1–29,27

Überschrift

251Auch25,1 auch: Bezieht sich auf die Überschrift in Sprichwörter 10,1 und erinnert daran, dass Salomo eine Vielzahl von Sprichwörtern gedichtet hat; vgl. 1. Könige 5,12. hier folgen Sprichwörter von Salomo.Sie wurden zusammengestellt von Schreibern,die Hiskija25,1 Hiskija: König des Südreichs Juda (725–697 v. Chr.), der bedeutende Reformen durchführte., dem König von Juda, dienten.

Sprichwörter über Könige

2Es gehört zur Ehre Gottes,

eine Sache im Verborgenen25,2 im Verborgenen: Gott allein steht die Entscheidung zu, etwas im Geheimen zu belassen, was der Mensch so oder so nicht begreifen kann. zu halten.

Es gehört zur Ehre von Königen,

einer Sache auf den Grund zu gehen.

3So hoch wie der Himmel und so tief wie die Erde,

so unergründlich sind die Gedanken von Königen.

4Entfernt man die Schlacke aus dem Silber,

so gelingt dem Gold- und Silberschmied sein Werk.

5Entfernt man den Frevler25,5 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … aus der Umgebung des Königs,

so wird sein Thron durch Gerechtigkeit gefestigt.

6Rühme dich nicht vor dem König

und dräng dich nicht in den Vordergrund!

7Warte, bis man zu dir sagt: »Rück einen Platz vor!«

Das ist besser, als wenn du im Kreis der Vornehmen

nach hinten in die letzte Reihe treten musst.

Wenn du etwas Verdächtiges beobachtet hast,

8zieh deinen Nachbarn nicht vorschnell vor Gericht.

Sonst könntest du am Ende beschämt dastehen,

wenn er deine Anklage entkräftet.

9Lässt es sich nicht vermeiden,

streite dich mit deinem Nachbarn vor Gericht!

Doch verrate dabei keine Geheimnisse,

die dir ein anderer anvertraut hat!

10Sonst wird man dich als Verräter beschimpfen,

wenn es sich herumspricht.

Dann ist dein guter Ruf für immer dahin.

Sprichwörter mit Vergleichen

11Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen,

so ist ein Wort, gesagt im rechten Augenblick.

12Wie ein goldener Ring und feinster Goldschmuck,

so ist eine kluge Mahnung für aufmerksame Ohren.

13Wie kühler Schnee25,13 kühler Schnee: Schon im Altertum beschaffte man sich Eis aus dem Hochgebirge, um Getränke und Früchte zu kühlen. an einem heißen Erntetag,

so ist ein zuverlässiger Bote für seinen Herrn.

Er macht ihm das Leben angenehm.

14Wie Wolken und Wind, die keinen Regen bringen,

so ist ein Mann, der leere Versprechungen macht.

15Mit unendlicher Geduld lassen sich Mächtige umstimmen.

Mit einer sanften Zunge kann man Knochen brechen25,15 Knochen brechen: Bedeutet hier, dass durch einfühlsame Rede auch härtester Widerstand gebrochen werden kann..

16Hast du Honig gefunden, iss nicht zu viel davon!

Sonst hast du ihn satt und musst ihn erbrechen.

17Geh nicht zu oft ins Haus deines Nachbarn!

Sonst hat er dich satt und beginnt dich zu hassen.

18Wie Hammer, Schwert und scharfer Pfeil,

so tödlich ist ein falscher Zeuge vor Gericht.

Gegen seinen Nächsten sagt er die Unwahrheit aus.

19Wie ein bröckelnder Zahn und ein wackeliger Fuß,

so ist das Vertrauen auf einen unzuverlässigen Freund.

Am Tag der Not25,19 am Tag der Not: Der hebräische Text bietet im Anschluss noch eine Variante: »Am Tag der Kälte legt er seine Kleider ab.« Dieser Satz ist nicht in allen Überlieferungen des Textes enthalten. lässt er dich im Stich.

20Wie Essig, den man in eine Wunde25,20 in eine Wunde: Eine mögliche Deutung. Andere Übersetzungen haben: »Wie Essig, den man in Natronlauge gießt.« gießt,

so wirken fröhliche Lieder bei traurigen Menschen.

21Wenn dein Feind hungert, schenk ihm ein Stück Brot!

Wenn er Durst hat, gib ihm einen Schluck Wasser!

22So legst du glühende Kohlen in das Kohlebecken,

das er zum Zeichen der Reue auf dem Kopf trägt.

Der Herr wird dich dafür belohnen.

Verschiedene Sprichwörter

23Der Wind aus dem Norden bringt Regen.

Heimliches Geschwätz bringt missmutige Gesichter.

24Besser in einer Ecke auf dem Dach wohnen

als mit einer streitsüchtigen Frau im selben Haus.

25Wie kühles Wasser für eine durstige Kehle

ist eine gute Nachricht aus fernem Land.

26Wie eine trübe Quelle und ein beschädigter Brunnen

ist ein Gerechter25,26 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt., der vor dem Frevler25,26 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. Mehr … zurückweicht.

27Zu viel Honig zu essen ist nicht gut,

nach Prunk zu streben statt nach Ehre ebenso.

28Wie eine zerstörte Stadt ohne Mauern

ist ein Mann ohne Selbstbeherrschung.