BasisBibel (BB)
22

Israel im Gebiet von Moab

4. Mose/Numeri 22,1–36,13

Der Seher Bileam

4. Mose/Numeri 22,1–24,25

Der König ruft um Hilfe

221Die Israeliten brachen aufund lagerten in den Steppen von Moab22,1 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland..Das war am Ostufer des Jordan22,1 Jordan: Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt., gegenüber von Jericho22,1 Jericho: Oasenstadt in der judäischen Wüste nördlich des Toten Meers..2Balak22,2 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24., der Sohn des Zippor, hatte alles gesehen,was die Israeliten den Amoritern22,2 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich und westlich des Jordan lebte, bevor das Volk Israel das Land in Besitz nahm. angetan hatten.Er war zu dieser Zeit König von Moab22,2 König von Moab: Aus Vers 4 vorgezogen..3Die Moabiter22,3 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland. fürchteten sich sehr vor dem Volk Israel22,3 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.,weil es so groß war.Die Moabiter verabscheuten die Israeliten4und sagten zu den Ältesten der Midianiter22,4 Midianiter: Nomadenstämme, von denen sich einige Moab als Schutzmacht unterstellt hatten.:»Dieser Haufen wird alles um uns herum fressen,so wie ein Ochse die Weide kahl frisst!«5Da schickte Balak Boten zu Bileam22,5 Bileam: Wurde vom König der Moabiter beauftragt, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24.,dem Sohn des Beor.Der wohnte in Petor am Eufrat22,5 Eufrat: Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.,das im Heimatland von Bileam lag.Die Boten sollten ihn um Hilfe bitten und ihm sagen:»Ein Volk ist aus Ägypten22,5 Ägypten: Bevor Gott die Israeliten befreite, lebten sie als Sklaven in Ägypten; vgl. 2. Mose/Exodus 1–15. hierhergekommen.Sie besetzen wirklich schon das ganze Land,so weit das Auge reicht.Sie haben sich ganz in meiner Nähe niedergelassen.6Bitte komm her! Verfluche22,6 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. dieses Volk für mich!Denn es ist stärker als meines.Vielleicht kann ich es dann besiegenund aus dem Land vertreiben.Denn ich weiß:Wen du segnest22,6 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken., der ist gesegnet.Und wen du verfluchst, der ist verflucht!«

7Die Ältesten22,7 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. von Moab22,7 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. und Midian22,7 Midian: Nomadenstämme, von denen sich einige Moab als Schutzmacht unterstellt hatten.überbrachten Bileam die Botschaft von Balak22,7 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24..Sie hatten Lose zum Wahrsagen22,7 Lose zum Wahrsagen: Unterschiedlich markierte Steinchen, die in einem Behälter geschüttelt und auf den Boden geworfen werden. Sie dienen dazu, zukünftige Ereignisse vorherzusagen. dabei.8Bileam sagte zu ihnen: »Übernachtet hier!Morgen kann ich euch sagen,was der Herr22,8 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. mir aufträgt.«So blieben die führenden Männer von Moab bei Bileam.

9Gott kam zu Bileam und fragte ihn:»Wer sind diese Männer bei dir?«10Bileam antwortete Gott:»Sie wurden von Balak22,10 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. geschickt,dem Sohn des Zippor und König von Moab22,10 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland..Er hat ausrichten lassen:11Da ist ein Volk aus Ägypten gekommen.Es besetzt schon das ganze Land,so weit das Auge reicht.Bitte komm her! Verfluche22,11 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. es für mich!Vielleicht kann ich es dann im Kampf vertreiben.«12Gott aber entgegnete Bileam:»Du wirst nicht mit den Männern gehen!Und du darfst das Volk nicht verfluchen,denn ich habe es gesegnet22,12 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen. Gott schenkt durch seinen Segen Leben, Kraft und Wohlergehen.13Am nächsten Morgen stand Bileam aufund sagte zu den Boten von Balak:»Kehrt zurück in euer Land!Der Herr erlaubt es mir nicht, mit euch zu gehen.«

14Die Ältesten von Moab22,14 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. kamen zu Balak22,14 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. zurück und sagten:»Bileam hat sich geweigert, mit uns zu kommen.«15Aber Balak schickte noch einmal Boten los.Diesmal waren es noch mehr Männer,und sie hatten noch größeres Ansehen.16Als sie zu Bileam kamen, sagten sie zu ihm:»So spricht Balak, der Sohn des Zippor:Lass dich nicht davon abhalten, zu mir zu kommen!17Ich will dich reich belohnenund alles tun, was du von mir verlangst.Komm jetzt und verfluche22,17 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. dieses Volk für mich!«18Bileam antwortete den Dienern von Balak:»Balak könnte mir alles Silber und Gold geben,das er besitzt.Trotzdem kann ich den Befehldes Herrn, meines Gottes, nicht missachten.Das gilt im Kleinen wie im Großen.19Aber bleibt doch die Nacht über hier!Dann werde ich wissen,ob der Herr mir noch etwas sagt.«20In der Nacht kam Gott zu Bileam und sagte zu ihm:»Wenn die Männer wiedergekommen sind,um dich zu rufen, dann geh ruhig mit ihnen.Du darfst aber nur das tun, was ich dir sage!«21Am nächsten Morgen stand Bileam auf.Er sattelte seine Eselin22,21 Esel: In der Antike das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da es selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist.und ging mit den Ältesten von Moab mit.

Bileam und seine Eselin

22Gott geriet aber doch in Zorn darüber,dass Bileam die Männer von Balak22,22 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. begleitete.Darum stellte sich ihm ein Engel22,22 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. des Herrn22,22 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.als Gegner in den Weg.Bileam ritt auf seiner Eselin22,22 Esel: In der Antike das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da es selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist.und hatte zwei seiner Knechte dabei.23Die Eselin sah den Engel des Herrn,der mit gezogenem Schwert auf dem Weg stand.Die Eselin wich vor ihm ausund lief vom Weg aufs Feld.Da schlug Bileam die Eselin,um sie auf den Weg zurückzutreiben.24Der Engel des Herrn aber ging zu einer Engstellezwischen den Mauern der Weinberge22,24 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz..25Die Eselin sah den Engel des Herrnund drängte sich an eine der Mauern.Dabei klemmte sie Bileams Fuß an der Mauer ein,und er schlug sie noch einmal.26Der Engel des Herrn ging ein Stück weiter.Er stellte sich an eine noch engere Stelle.Dort konnte die Eselin nicht mehr ausweichen,weder nach rechts noch nach links.27Als die Eselin diesmal den Engel des Herrn sah,legte sie sich unter Bileam einfach hin.Bileam wurde wütendund schlug die Eselin mit dem Stock.

28Da verlieh der Herr der Eselin22,28 Esel: In der Antike das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da es selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. die Fähigkeit zu sprechen,und sie sagte zu Bileam: »Was habe ich dir getan,dass du mich jetzt zum dritten Mal schlägst?«29Bileam antwortete der Eselin:»Nun, du hast mir übel mitgespielt.Wenn ich ein Schwert in der Hand gehabt hätte,dann hätte ich dich getötet.«30Die Eselin sagte zu Bileam:»Bin ich nicht deine Eselin,auf der du schon dein Leben lang reitest?Habe ich mich dir gegenüber jemals so verhalten?«Er antwortete: »Nein!«

31Da öffnete der Herr Bileam die Augen,und Bileam konnte den Engel22,31 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. des Herrn sehen.Er stand mit gezogenem Schwert auf dem Weg.Bileam verneigte sich und verbeugte sich bis zum Boden.32Der Engel des Herrn fragte ihn:»Warum hast du deine Eselin22,32 Esel: In der Antike das Last-, Zug- und Reittier schlechthin, da es selbst in schwierigem Gelände einsetzbar ist. drei Mal geschlagen?Ich selbst trete dir als Gegner entgegen,weil du auf dem falschen Weg bist.33Die Eselin hat mich gesehenund ist mir drei Mal ausgewichen.Wenn sie nicht ausgewichen wäre,dann hätte ich dich getötet!Aber die Eselin hätte ich am Leben gelassen.«34Bileam sagte zu dem Engel des Herrn:»Ich habe Unrecht begangen.Ich habe nicht erkannt,dass du selbst dich mir in den Weg gestellt hast.Wenn ich in deinen Augen in die falsche Richtung gehe,dann kehre ich sofort um.«35Der Engel des Herrn entgegnete Bileam:»Geh ruhig mit den Männern!Aber du darfst ihnen nur das weitergeben,was ich dir sage.«So ging Bileam mit den Boten Balaks22,35 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24..

Balak tadelt Bileam für sein Zögern

36Balak22,36 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. erfuhr, dass Bileam zu ihm unterwegs war.Da ging er ihm bis zu einer Stadt in Moab22,36 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. entgegen.Sie lag in der Nähe des Arnon22,36 Arnon: Fluss, der am östlichen Ufer ins Tote Meer mündet., an der Grenze zu Moab.37Balak warf Bileam vor:»Habe ich dich nicht dringend hierherrufen lassen?Warum bist du nicht sofort zu mir gekommen?Kann ich dich etwa nicht ausreichend belohnen?«38Bileam entgegnete Balak:»Ich bin doch zu dir gekommen.Jetzt fragst du dich,ob ich nicht einfach alles sagen kann.Nein, ich kann nur das weitergeben,was Gott mir in den Mund legt.«

39Darauf ging Bileam mit Balak22,39 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. nach Kirjat-Huzot.40Dort brachte Balak Rinder und Schafeals Schlachtopfer22,40 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. dar.Das Fleisch ließ er Bileam und den Boten auftischen,die bei ihm waren.

Der erste Segensspruch über Israel

41Am nächsten Morgen führte Balak22,41 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24.Bileam hinauf nach Bamot-Baal22,41 Bamot-Baal: Ortschaft nordöstlich des Toten Meers.,das heißt: auf die Höhe des Baal22,41 Baal: Palästinisch-syrischer Wettergott. Er galt als Herrscher über Wolken, Wind und Regen, der für die Fruchtbarkeit des Landes sorgt..Von dort sah Bileam einen Teil des Volkes Israel22,41 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.,das in den Steppen von Moab22,41 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. lagerte.
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231Bileam sagte zu Balak23,1 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24.: »Bau hier sieben Altäre23,1 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden..

Binde in der Nähe sieben junge Stiereund sieben Widder23,1 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. fest.«2Balak tat, was Bileam gesagt hatte.Dann brachten sie gemeinsam auf jedem Altarje einen Stier und einen Widder als Brandopfer23,2 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. dar.3Bileam sagte zu Balak:»Bleib hier bei deinem Brandopfer stehen.Ich aber will ein Stück weitergehen;vielleicht begegnet mir der Herr.Was er mir zeigt, werde ich dir weitersagen.«

Bileam ging auf eine kahle Anhöhe.4Dort begegnete ihm Gott.Bileam sagte zu ihm:»Ich habe sieben Altäre23,4 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. für dich errichtet.Auf jedem davon habe icheinen jungen Stier und einen Widder23,4 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern.als Brandopfer23,4 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. dargebracht.«5Der Herr legte Bileam einen Spruch in den Mundund sagte zu ihm:»Kehr zu Balak23,5 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. zurückund bring ihm diesen Spruch!«6Daraufhin ging Bileam wieder zu Balak.

Balak23,6 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. stand noch bei seinem Brandopfer23,6 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt.,zusammen mit den Boten aus Moab23,6 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland..7So begann Bileam mit seinem Spruch:

Aus Aram23,7 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien. ließ mich Balak23,7 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. holen.

Aus den Bergen im Osten rief Moabs23,7 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. König mich her:

»Komm und verfluche23,7 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. Jakob23,7 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. für mich,

komm und verwünsche Israel23,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.

8Warum soll ich dieses Volk verdammen,

das nicht von Gott verdammt worden ist?

Und warum soll ich es verfluchen,

da es nicht vom Herrn verflucht worden ist?

9Vom Gipfel der Felsen aus sehe ich es,

von den Hügeln hinunter betrachte ich Israel23,9 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:

Sie wohnen als Volk für sich allein

und mischen sich nicht mit den andern.

10Wer kann die Nachkommen Jakobs23,10 Nachkommen Jakobs: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. zählen,

Wer zählt die Staubkörner Israels23,10 Staubkörner Israels: Das Bild spielt an auf Gottes Versprechen an Abraham, seine Nachkommen so zahlreich zu machen wie Staubkörner, die man nicht zählen kann; vgl. 1. Mose/Genesis 13,14-18. Abraham ist als Großvater Jakobs einer der Stammväter Israels.?

Könnte ich doch sterben wie rechtschaffene Menschen!

Wie bei ihnen soll mein Ende in Frieden sein.

11Da sagte Balak23,11 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. zu Bileam: »Was hast du mir angetan?Ich habe dich geholt, um meine Feinde zu verfluchen23,11 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll..Aber du segnest23,11 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. sie stattdessen!«12Bileam antwortete: »Muss ich nicht genau das weitergeben,was der Herr mir in den Mund legt?«

Der zweite Segensspruch über Israel

13Balak23,13 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. sagte zu Bileam:»Komm mit mir an einen anderen Ort,von dem aus du das Volk Israel23,13 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. sehen kannst.Auch dort wirst du nur einen Teil sehen, nicht alles.Verfluche23,13 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll. das Volk von dort aus für mich!«14Und Balak nahm Bileam mit zu einem Aussichtsplatz,der auf dem Gipfel des Pisga23,14 Pisga: Berg etwa 20 km östlich der Nordspitze des Toten Meers, im heutigen Jordanien gelegen. liegt.Dort baute er sieben Altäre23,14 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden..Auf jedem brachte er einen jungen Stierund einen Widder23,14 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. als Brandopfer23,14 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. dar.15Darauf sagte Bileam zu Balak:»Bleib hier neben deinem Brandopfer stehen!Ich will dort drüben warten.«

16Der Herr23,16 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. begegnete Bileamund legte ihm einen Spruch in den Mund.Er sagte zu Bileam: »Kehr zu Balak23,16 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. zurückund bring ihm diesen Spruch!«17Als Bileam wieder zu Balak kam,stand der noch bei seinem Brandopfer23,17 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt..Die Boten aus Moab23,17 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland. waren dabei.Balak fragte Bileam: »Was hat der Herr gesagt?«18So begann Bileam mit seinem Spruch:

Erhebe dich und hör mir zu, Balak23,18 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24.!

Pass nun gut auf, Sohn des Zippor!

19Gott ist kein Mann, also wird er nicht lügen.

Gott ist kein Mensch, daher bereut er auch nichts.

Hat er je etwas gesagt und es dann nicht getan?

Hat er je was versprochen und es nicht gehalten?

20Gott gab mir den Auftrag, einen Segen23,20 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. zu sprechen.

Wenn er mich segnen lässt,

kann ich nicht verfluchen23,20 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll..

21Über Jakobs Volk23,21 Jakobs Volk: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. sieht man kein Unheil kommen,

man entdeckt kein Unglück in Israel23,21 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen..

Der Herr, ihr Gott, ist mit diesem Volk,

er ist ihr König, sie jubeln ihm zu.

22Aus Ägypten23,22 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat ihr Gott sie geführt,

er kämpft für sie – stark wie ein Stier.

23Ja, es gibt keine Zauberei23,23 Zauberei: Praktiken und Methoden, um Ereignisse, Menschen oder Gegenstände auf übernatürliche Art und Weise zu beeinflussen. mehr in Jakobs Volk

und keine Wahrsagerei23,23 Wahrsagerei, wahrsagen: Praktiken und Methoden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen oder gegenwärtig Verborgenes zu enthüllen. mehr in Israel.

Jetzt sagt man zu Jakob und Israel:

»Welch große Dinge hat Gott getan!«

24Sieh, das Volk erhebt sich wie ein Löwe,

es steht auf wie der König der Tiere:

Es legt sich nicht hin, bis es Beute frisst

und das Blut von Erschlagenen trinkt.

25Daraufhin sagte Balak23,25 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. zu Bileam:»Wenn du das Volk schon nicht verfluchst23,25 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll.,dann segne23,25 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken. es wenigstens nicht!«26Bileam antwortete Balak:»Habe ich dir das nicht angekündigt?Ich werde genau das tun, was der Herr mir sagt.«

Der dritte Segensspruch über Israel

27Balak23,27 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. sagte zu Bileam:»Komm, ich bringe dich noch an einen anderen Ort.Vielleicht ist es Gott recht,dass du Israel von dort aus für mich verfluchst23,27 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll.28Er nahm Bileam mit auf den Gipfel des Pegor23,28 Pegor: Ein Berg in Moab, östlich des Jordan.,der auf das Jordantal hinabsieht.29Bileam sagte zu Balak: »Baue hier sieben Altäre23,29 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden..Binde in der Nähe sieben junge Stiereund sieben Widder23,29 Widder: Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern. für mich fest.«30Balak tat, was Bileam gesagt hatte.Dann brachte er auf jedem Altarje einen Stier und einen Widder als Brandopfer23,30 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. dar.
24241Bileam hatte inzwischen erkannt,was der Herr wollte:Er sollte Israel segnen24,1 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken..Darum ging er dieses Mal nicht weg,um ein Zeichen zu erhalten.Stattdessen wandte er sich der Wüste zu2und blickte umher.Er sah das Volk Israel24,2 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.,das nach seinen Stämmen geordnet dort lagerte.Da kam der Geist Gottes24,2 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. über ihn,3und so begann Bileam mit seinem Spruch:

Das ist ein Ausspruch von Bileam, dem Sohn des Beor,

dem Mann, dessen Augen offen sind.

4Es spricht einer, der Gottes Worte hört.

Er sieht eine Vision24,4 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. des Allmächtigen24,4 der Allmächtige: Hebräisch Schaddaj. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt.

und stürzt mit offenen Augen zu Boden.

5Wie schön sind deine Zelte, Jakob24,5 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt.,

und wie schön deine Wohnungen, Israel24,5 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.!

6Wie Wäldchen aus Palmen24,6 Palmen: Gehört mit Olivenbaum und Feigenbaum zu den wirtschaftlich bedeutsamen Obstbäumen. Der 10–20 m hohe Baum trägt im Sommer süße Früchte. liegen sie da,

wie Gärten an einem Bach.

Wie Aloepflanzen24,6 Aloepflanzen: Besitzen tiefgrüne dicke Blätter, die Wasser speichern. hat der Herr sie gesetzt,

wie Zedern24,6 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. am Wasser.

7Wasser fließt aus Israels Eimern,

die Saat hat Wasser genug.

Israels24,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. König wird König Agag24,7 König Agag: 1. Samuel 15,7-9 erzählt davon, dass Saul diesen König der Amalekiter besiegt. besiegen,

sein Königreich wird stolz und groß.

8Aus Ägypten24,8 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. hat ihr Gott die Israeliten geführt.

Er kämpft für sie – stark wie ein Stier.

Sie selbst verschlingen Völker und Feinde.

Sie brechen ihnen die Knochen

und erschießen sie mit Pfeilen.

9Sie kauern sich hin und liegen wie Löwen.

Wer wagt es, den König der Tiere zu wecken?

Wer dich segnet24,9 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken., Israel24,9 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen., ist gesegnet,

und wer dich verflucht, ist selbst verflucht24,9 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll..

Der vierte Segensspruch über Israel

10Balak24,10 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. wurde wütend auf Bileam und beleidigte ihn.Er schrie Bileam an: »Ich habe dich gerufen,damit du meine Feinde verfluchst24,10 Fluch: Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll.!Aber jetzt hast du sie schon drei Mal gesegnet24,10 Segen, segnen: Wer einen anderen Menschen segnet, bittet Gott, dem Gesegneten Kraft, Leben und Wohlergehen zu schenken.!11Mach, dass du nach Hause kommst,und zwar sofort.Ich habe gesagt, dass ich dich reich belohnen werde.So aber hat der Herr24,11 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. dich um deinen Lohn gebracht!«12Bileam erwiderte:»Das habe ich den Boten doch gesagt24,12 gesagt: Bileam wiederholt, was er Balaks Dienern in 4. Mose/Numeri 22,18-19 geantwortet hat.,die du zu mir geschickt hast:13›Balak könnte mir alles Silber und Gold geben,das er besitzt.Trotzdem kann ich den Befehldes Herrn nicht missachtenund eigenmächtig Gutes oder Böses tun!Ich gebe nur genau das weiter,was der Herr mir sagt.‹14Jetzt kehre ich zu meinem Volk zurück.Aber vorher will ich dir noch verraten,was das Volk Israel24,14 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. deinem Volk24,14 dein Volk: Balak ist König von Moab. zuletzt antun wird.Deshalb komm her zu mir.«15So begann Bileam mit seinem Spruch:

Das ist ein Ausspruch von Bileam, dem Sohn des Beor –

dem Mann, dessen Augen offen sind.

16Es spricht einer, der Gottes Worte hört

und das Wissen des Höchsten24,16 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. teilt.

Er sieht eine Vision24,16 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. des Allmächtigen24,16 der Allmächtige: Hebräisch Schaddaj. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt.

und stürzt mit offenen Augen zu Boden.

17Ich sehe einen, der noch kommt,

ich schaue ihn, aber noch nicht in der Nähe:

Ein Stern leuchtet in Jakob24,17 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. auf,

ein Herrscher24,17 Herrscher: Wörtlich Herrscherstab. erhebt sich in Israel24,17 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen..

Er zerschmettert die Schläfen der Moabiter24,17 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.

und die Schädel der Hohlköpfe.

18Edom24,18 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden. nimmt er in Besitz,

und Seir24,18 Seir: Gebirgszug südöstlich des Toten Meers und Siedlungsgebiet der Edomiter. wird sein Feind.

Israel wird stark werden!

19Es wird einer herrschen, der aus Jakob kommt.

Er vernichtet alle,

die sich aus den Städten retten.

Die Rätselsprüche über andere Völker und Bileams Heimkehr

20Dann sah Bileam die Amalekiter24,20 Amalekiter: Räuberisches Nomadenvolk im Südwesten Israels und auf der Sinaihalbinsel. Sie werden als Sinnbild für die Feinde Israels genannt.,und so begann er mit seinem Spruch:»Amalek24,20 Amalek: Andere Bezeichnung für die Amalekiter. ist das erste der feindlichen Völker,aber zuletzt wird es untergehen.«21Als Nächstes sah Bileam die Keniter24,21 Keniter: Eine Gruppe von Nomaden im südlichen Teil des Gebiets, das die Israeliten erobern.,und so begann er mit seinem Spruch:»Ihr wohnt in Sicherheit,und euer Nest sitzt fest auf einem Felsen.22Dennoch wird Kain24,22 Kain: Sohn von Adam und Eva, der seinen Bruder Abel erschlug; vgl. 1. Mose/Genesis 4,1-16. Er gilt als Stammvater der Keniter. vernichtet werden.Wann nehmen die Assyrer24,22 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. euch gefangen?«23Bileam war noch nicht fertig,und so begann er noch einmal mit seinem Spruch:»Wehe, wer kann am Leben bleiben?24Von Norden kommen Schiffe aus Zypern24,24 Schiffe aus Zypern: Wörtlich »Schiffe der Kittäer«. Im Alten Testament werden die Bewohner Zyperns als »Kittäer« bezeichnet.!Sie unterdrücken die Assyrer24,24 Assyrer: Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag. und die Hebräer.Zuletzt werden auch sie untergehen.«

25Nachdem Bileam das gesagt hatte,stand er auf und kehrte in seine Heimat zurück.Balak24,25 Balak: König von Moab, der Bileam damit beauftragte, das Volk Israel zu verfluchen; vgl. 4. Mose/Numeri 22–24. ging in die andere Richtung weg.