BasisBibel (BB)
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Die Signaltrompeten

101Der Herr10,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sagte zu Mose10,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.:2»Lass zwei Trompeten10,2 Trompete: Ein Musik- und Signalinstrument, das aus einem Metallrohr mit Schalltrichter besteht. Es kommt sowohl im Gottesdienst als auch beim Militär zum Einsatz. für dich anfertigen,die aus Silber gehämmert werden sollen.Sie sind dazu da, die Gemeinde zusammenzurufen.Außerdem gibt man mit ihnen das Signalzum Aufbruch des Heeres10,2 Heer: Die Aufstellung des Volkes Israel ist von Gott genau festgelegt, vgl. 4. Mose/Numeri 2. Sie erinnert an das Militär.:3Wenn beide Trompeten geblasen werden,soll die ganze Gemeinde bei dir zusammenkommen.Vor dem Zelt der Begegnung10,3 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. soll sie sich versammeln.4Wenn eine Trompete geblasen wird,sollen nur die führenden Männer bei dir zusammenkommen:die Kommandanten10,4 Kommandant: Befehlshaber einer militärischen Einheit. der Truppen Israels.5Blast ihr aber ein Aufbruchssignal,sollen die Stämme10,5 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. losziehen,die im östlichen Lager untergebracht waren.6Blast ihr das Aufbruchssignal noch einmal,sollen die Stämme losziehen,die im südlichen Lager untergebracht waren.Das Aufbruchssignal gibt das Zeichen zum Losziehen.7Zur Einberufung einer Versammlungdient das Sammelsignal.Das Aufbruchssignal darf dann nicht geblasen werden.8Nur die Priester10,8 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes., die Nachkommen des Aaron10,8 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester.,dürfen die Trompeten blasen.Diese Vorschriften sollen bei euch für immer gelten,von Generation zu Generation.

9Wenn ihr später in euer Land10,9 euer Land: Meint das Land, das Gott Abraham, dem Stammvater der Israeliten, versprochen hat; vgl. beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. kommt,müsst ihr vielleicht gegen einen Angreifer kämpfen.Dann blast auf den Trompeten10,9 Trompete: Ein Musik- und Signalinstrument, das aus einem Metallrohr mit Schalltrichter besteht. Es kommt sowohl im Gottesdienst als auch beim Militär zum Einsatz. das Alarmsignal!Der Herr, euer Gott, wird an euch denken,und ihr werdet vor euren Feinden gerettet.10Auch bei freudigen Anlässensollt ihr die Trompeten blasen.Blast sie bei euren Feiern und Neumondfesten10,10 Feiern und Neumondfeste: Meint religiöse Feste, die im Laufe eines Jahres gefeiert wurden; vgl. 3. Mose/Levitikus 23..Wenn ihr dabei Brand-10,10 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und Schlachtopfer10,10 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. darbringt,werden sie euren Gott an seine Zusage erinnern:Ich bin der Herr, euer Gott.«

Israel in der Wüste

4. Mose/Numeri 10,11–21,35

Aufbruch am Berg Sinai

4. Mose/Numeri 10,11-36

Die Marschordnung der Israeliten

11Im zweiten Jahr10,11 zweites Jahr: Gerechnet wird vom Auszug aus Ägypten an. war es so weit,am zwanzigsten Tag im zweiten Monat:Die Wolke10,11 Wolke: Damit zeigt Gott an, dass er bei seinem Volk ist. erhob sich von der Zeltwohnung10,11 Zeltwohnung: Bezeichnet das Heiligtum, in dem die Israeliten Gott in der Wüste verehren.,in der die Tafeln mit den Geboten10,11 Tafeln mit den Geboten: Meint die Steintafeln mit den Zehn Geboten, die Mose von Gott erhält; vgl. 2. Mose/Exodus 34,27-28. Sie stehen sinnbildlich für alle Gebote, die Gott seinem Volk gegeben hat. aufbewahrt wurden.12Da brachen die Israeliten aus der Wüste Sinai10,12 Sinai: Wüstengebiet auf der gleichnamigen Halbinsel zwischen Kanaan und Ägypten. auf,wie es die Anordnung für den Aufbruch vorsah.Sie folgten der Wolke bis in die Wüste Paran10,12 Paran: Wüstengebiet auf der Sinaihalbinsel.,wo sie sich niederließ.13Zum ersten Aufbruch gab der Herr10,13 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. selbstden Israeliten durch Mose10,13 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. den Befehl.

14Zuerst zogen die Abteilungen aus dem Lager ab,die dem Feldzeichen10,14 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. des Stammes10,14 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Juda folgten.Das waren:das Heer von Juda selbst,unter dem Befehl von Nachschon,dem Sohn des Amminadab;15das Heer des Stammes10,15 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Issachar,unter dem Befehl von Netanel,dem Sohn des Zuar;16das Heer des Stammes10,16 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Sebulon,unter dem Befehl von Eliab,dem Sohn des Helon.17Inzwischen war die Zeltwohnung10,17 Zeltwohnung: Bezeichnet das Heiligtum, in dem die Israeliten Gott in der Wüste verehren. abgebaut worden.Darauf zogen die Familien von Gerschon und Merari10,17 Familien von Gerschon und Merari: Als Leviten waren sie für bestimmte Aufgaben am Heiligtum verantwortlich, vgl. 4. Mose/Numeri 4,21-33. los.Sie trugen die Bestandteile der Zeltwohnung.

18Als Nächstes brachen die Abteilungen auf,die dem Feldzeichen10,18 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. von Ruben folgten.Das waren:das Heer des Stammes10,18 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Ruben selbst,unter dem Befehl von Elizur,dem Sohn des Schedeur;19das Heer des Stammes 10,19 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Simeon,unter dem Befehl von Schelumiel,dem Sohn des Zurischaddai;20das Heer des Stammes10,20 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Gad,unter dem Befehl von Eljasaf,dem Sohn des Reguel.21Dann zog die Familie von Kehat10,21 Familie von Kehat: Als Leviten waren sie für bestimmte Aufgaben am Heiligtum verantwortlich, vgl. 4. Mose/Numeri 4,1-20. los.Sie trug die Geräte des Heiligtums10,21 Geräte des Heiligtums: Gemeint sind Gegenstände, die für den Gottesdienst benötigt werden..Wenn sie beim neuen Lager ankam,war die Zeltwohnung10,21 Zeltwohnung: Bezeichnet das Heiligtum, in dem die Israeliten Gott in der Wüste verehren. schon aufgebaut.

22Danach brachen die Abteilungen auf,die dem Feldzeichen10,22 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. des Stammes10,22 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Efraim folgten.Das waren:das Heer von Efraim selbst,unter dem Befehl von Elischama,dem Sohn des Ammihud;23das Heer des Stammes10,23 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Manasse,unter dem Befehl von Gamliel,dem Sohn des Pedazur;24das Heer des Stammes10,24 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Benjamin,unter dem Befehl von Abidan,dem Sohn des Gidoni.

25Schließlich zogen die Abteilungen aus dem Lager ab,die dem Feldzeichen10,25 Feldzeichen: Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt. des Stammes10,25 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Dan folgten.Sie waren die Letzten, die aufbrachen.Es waren:das Heer von Dan selbst,unter dem Befehl von Ahieser,dem Sohn des Ammischaddai;26das Heer des Stammes10,26 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Ascher,unter dem Befehl von Pagiel,dem Sohn des Ochran;27das Heer des Stammes10,27 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. Naftali,unter dem Befehl von Ahira,dem Sohn des Enan.

28Dieser Anordnung folgten die Israeliten beim Aufbruch,Abteilung für Abteilung.

Vertrauen in Gottes Führung auf dem Weg

29Mose10,29 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. sagte zu dem Midianiter10,29 Midianiter: Nomadenstamm, der durch die Wüsten nördlich und östlich des Roten Meers zog. Hobab,dem Sohn des Reguel10,29 Reguel: Von der Hochzeit des Mose mit Reguels Tochter Zippora erzählt 2. Mose/Exodus 2,15-22. und Schwager des Mose:»Wir gehen jetzt in das Land,von dem uns der Herr10,29 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. versprochen hat:›Ich will euch diesen Ort10,29 dieser Ort: Meint das Land, das Gott Abraham, dem Stammvater der Israeliten, versprochen hat; vgl. beispielsweise 1. Mose/Genesis 13,14-18. geben!‹Geh mit uns!Wir werden dich versorgen.Denn der Herr hat versprochen,Israel Gutes zu tun.«30Hobab antwortete: »Nein, ich komme nicht mit!Ich gehe in mein Land10,30 mein Land: Der Midianiter Hobab stammt aus dem Wüstengebiet Midian, östlich des Roten Meers gelegen. und zu meinen Verwandten.«31Darauf bat Mose: »Lass uns nicht im Stich!Denn du weißt, wo wir in der Wüste lagern können.Du kannst dich für uns nach geeigneten Plätzen umsehen.32Wenn du mit uns gehst, werden wir dich versorgen.Denn der Herr wird auch uns Gutes tun!«

33So brachen die Israeliten vom Berg des Herrn 10,33 Berg des Herrn: Meint den Berg Sinai, an dessen Fuß die Israeliten noch immer lagern; vgl. 2. Mose/Exodus 19. auf.Sie gingen drei Tagesreisen weit.Die Bundeslade10,33 Lade: Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht. 2. Mose/Exodus 25,16 zufolge werden in ihr die Tafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt. des Herrn zog vor ihnen her –die ganzen drei Tagesreisen weit.Sie zeigte ihnen auch den Ort für die Rast.34Die Wolke10,34 Wolke: Damit zeigt Gott an, dass er bei seinem Volk ist. des Herrn begleitete sie tagsüber,während sie unterwegs waren.35Wenn die Lade aufbrach, sagte Mose10,35 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.:»Steh auf, Herr!Dann zerstreuen sich deine Feinde,und deine Gegner fliehen vor dir!«36Und wenn die Lade anhielt, sagte Mose:»Komm zurück, Herr,zu den Tausenden und Zehntausenden Israels!«
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Das Volk ist unzufrieden

4. Mose/Numeri 11,1–12,16

Das Volk verlangt Fleisch zu essen

111Das Volk beschwerte sich beim Herrn11,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.,wie schlecht es ihm gehe.Als der Herr das hörte, geriet er in Zorn11,1 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten..Sein Feuer brach unter ihnen aus.Es setzte den Rand des Lagers in Brand.2Da schrie das Volk zu Mose11,2 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote..Mose betete für sie zum Herrn,und das Feuer erlosch.3Deshalb nannten sie den Ort Tabera,das heißt: Brandstätte.Denn hier war das Feuer des Herrnunter ihnen ausgebrochen.

4Von überall her hatten sich ihnen Leute angeschlossen,die gierig auf Fleisch waren.Da fingen auch die Israeliten wieder an zu jammern:»Warum haben wir kein Fleisch zu essen?5In Ägypten11,5 Ägypten: Bevor Gott die Israeliten befreite, lebten sie als Sklaven in Ägypten; vgl. 2. Mose/Exodus 1–15. hatten wir Fisch umsonst,dazu Gurken, Melonen, Lauch, Zwiebeln und Knoblauch.6Doch hier haben wir nur Manna11,6 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16.!Das können wir nicht mehr sehen!«

7Das Manna11,7 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. war weiß wie Koriandersamenund sah aus wie Harz.8Das Volk ging umher, um es aufzusammeln.Man zerrieb es mit der Handmühle11,8 Handmühle: Besteht aus einem flachen Unterstein und einem faustgroßen, runden Oberstein. Durch Reiben mit dem oberen auf dem unteren Stein wird das Korn zwischen beiden zu Mehl zermahlen.oder zerstieß es im Mörser.Es wurde im Topf gekochtund dann zu Fladen gebacken.Die schmeckten wie Brot,das mit Öl zubereitet war.9Zusammen mit dem nächtlichen Taufiel Manna11,9 Manna: Nahrung, die direkt vom Himmel kommt. Mit ihr versorgte Gott die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste, vgl. 2. Mose/Exodus 16. auf das Lager.

10Mose11,10 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. hörte das Volk jammern.Alle Familien standen vor ihren Zeltenund beklagten sich.Da geriet der Herr in großen Zorn11,10 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten..Auch Mose war böse auf das Volk.11Er fragte den Herrn:»Was spielst du deinem Knecht11,11 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. so übel mit?Warum bist du nicht auf meiner Seite?Du hast mir das ganze Volk aufgeladen.12Bin ich etwa seine Mutter?Habe ich es zur Welt gebracht?Wie kannst du da zu mir sagen:›Trag es so fürsorglich auf deinen Armen,wie man einen Säugling trägt!Trag es in das Land,das ich seinen Vorfahren versprochen11,12 seinen Vorfahren versprochen: Ein solches Versprechen findet sich beispielsweise in 1. Mose/Genesis 13,14-18. habe!‹13Woher soll ich Fleisch nehmen für dieses ganze Volk?Sie liegen mir in den Ohren: ›Gib uns Fleisch zu essen!‹14Ich kann diese Last nicht allein tragen,sie ist zu schwer für mich.15Bevor du das von mir verlangst,lass mich lieber sterben!Ich kann mein Elend nicht mehr mitansehen.«

16Da sagte der Herr zu Mose11,16 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.:»Versammle vor mir 70 Männervon den Ältesten11,16 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. Israels!Sie sollen dir als Älteste des Volkesund als Verwalter bekannt sein.Bring sie zum Zelt der Begegnung11,16 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem.!Dort sollen sie sich zusammen mit dir aufstellen.17Ich werde herabkommen und dort mit dir reden.Ich will ihnen etwas von dem Geist übertragen,den ich dir gegeben habe.Dann können sie zusammen mit dirdie Last des Volkes tragen,und du bist nicht mehr allein.18Aber zum Volk sollst du sagen:Bereitet euch vor und macht euch heilig11,18 heilig: Die Israeliten sollen sich darauf vorbereiten, in die Nähe Gottes zu kommen. für morgen!Ihr sollt Fleisch zu essen bekommen.Denn ihr habt euch beim Herrn beklagt:›Warum haben wir kein Fleisch zu essen?In Ägypten11,18 Ägypten: Bevor Gott die Israeliten befreite, lebten sie als Sklaven in Ägypten; vgl. 2. Mose/Exodus 1–15. ging es uns gut.‹Aber der Herr wird euch Fleisch zu essen geben.19Ihr sollt es nicht nur für einen Tag bekommen,auch nicht nur für zwei, fünf, zehn oder zwanzig Tage.20Einen ganzen Monat lang sollt ihr es essen –bis es euch zum Hals heraushängtund euch speiübel davon wird.Das ist die Strafe dafür,dass ihr den Herrn zurückgewiesen habt.Obwohl er mitten unter euch ist,habt ihr euch bei ihm beklagt und gefragt:›Warum nur sind wir aus Ägypten weggezogen?‹«

21Mose11,21 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. antwortete:»600.000 Leute zählt das Volk, in dem ich lebe.Da sagst du:›Ich will ihnen einen ganzen Monat langFleisch zu essen geben!‹22Gibt es denn so viele Schafe, Ziegen und Rinder,die für sie geschlachtet werden können?Müsste man nicht das ganze Meer leer fischen,damit es für sie reicht?«23Darauf sagte der Herr zu Mose:»Ist der Arm des Herrn etwa zu schwach?Du wirst sehen,ob mein Wort in Erfüllung geht oder nicht.«

24Mose11,24 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. ging hinaus zum Volk und sagte ihm,was der Herr angedroht hatte.Er versammelte 70 Männervon den Ältesten11,24 Älteste: Bezeichnung für ein leitendes Amt in der Gemeinschaft, das von älteren Männern ausgeübt wurde. des Volkes.Die stellte er rings um das Zelt der Begegnung11,24 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. auf.25Da kam der Herr in einer Wolke herabund redete mit Mose.Auf die 70 Ältesten übertrug er etwas von dem Geist,den er Mose gegeben hatte.Sobald der Geist mit ihnen war,redeten sie eine Zeit lang wie Propheten11,25 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..

26Zwei Männer waren im Lager zurückgeblieben.Sie hießen Eldad und Medad.Auch zu ihnen war der Geist gekommen,denn sie gehörten zu den 70 Ausgewählten.Aber sie waren nicht zum Zelt der Begegnung11,26 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem. gekommen.Trotzdem redeten sie nun im Lager wie Propheten11,26 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat..27Ein junger Mann lief zu Mose11,27 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote. und berichtete ihm:»Eldad und Medad reden im Lager wie Propheten.«28Da ergriff Josua11,28 Josua: Nachfolger von Mose. Nach dessen Tod führte er Israel in das verheißene Land. das Wort:»Mose, mein Herr! Das musst du verhindern!«Josua war der Sohn von Nunund diente Mose seit seiner Jugend.29Doch Mose entgegnete ihm:»Bist du an meiner Stelle empört?Wenn der Herr doch nur das ganze Volkzu Propheten machen würde!Der Herr könnte doch ihnen allen seinen Geist geben.«30Dann kehrte Mose mit den Ältesten Israelsins Lager zurück.

Das Volk bekommt Fleisch zu essen

31Ein Wind kam auf,den der Herr11,31 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. geschickt hatte.Der trieb vom Meer her Wachteln11,31 Wachtel: Kleiner, tief fliegender Vogel. Gott versorgte die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste mit Wachteln. heranund ließ sie über dem Lager zu Boden gehen.Im Umkreis von einer Tagesreiseblieben sie um das Lager herum liegen.Knapp einen Meter11,31 ein Meter: Wörtlich »zwei Ellen«. Eine Elle entspricht etwa 45 cm und wird vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen gemessen. hoch lagen sie auf der Erde.32Das Volk machte sich daran,die Wachteln einzusammeln –den ganzen Tag und die ganze Nachtund auch noch den ganzen nächsten Tag.Jeder sammelte über 40 Zentner11,32 40 Zentner: Wörtlich »zehn Homer«. Ein Homer ist eigentlich ein Gefäß zum Abmessen von Getreide oder Mehl und fasst etwa 200–210 l. Es geht um eine unvorstellbar große Menge. ein.Rings um das Lager legte man die Wachteln aus.33Das Fleisch war noch zwischen ihren Zähnenund nicht hinuntergeschluckt –da geriet der Herr in Zorn11,33 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. über das Volk.Der Herr bestrafte es mit einer schlimmen Krankheit.34Man nannte den Ort Kibrot-Taawa,das heißt: Giergräber.Hier wurden die Leute begraben,die gierig auf Fleisch gewesen waren.35Von Kibrot-Taawa zog das Volk weiter nach Hazerotund blieb dort.
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Mirjam und Aaron stellen Mose infrage

121Mirjam12,1 Mirjam: Prophetin in Israel und Schwester von Mose und Aaron. und Aaron12,1 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. redeten schlecht über Mose12,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote..Der hatte eine Frau aus einem fremden Volk12,1 Frau aus einem fremden Volk: Die Ehe mit Nicht-Israeliten wird in einigen biblischen Texten verboten, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 7,1-6. geheiratet.Sie stammte aus dem Land Kusch12,1 Kusch: Gebiet, das vom südlichen Teil Ägyptens bis in den heutigen Sudan reicht..2Die beiden sagten:»Hat denn der Herr12,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. nur mit Mose geredet?Hat er nicht auch mit uns geredet?«Der Herr hörte das.3Mose aber war sehr fromm.Er übertraf darin alle Menschen auf der Erde.4Sogleich sagte der Herr zu Mose, Aaron und Mirjam:»Ihr drei, geht hinaus zum Zelt der Begegnung12,4 Zelt der Begegnung: Transportables Zeltheiligtum der Israeliten in der Zeit, als sie durch die Wüste ziehen und bis zum Bau des Tempels in Jerusalem.Das taten sie.5Da stieg der Herr in einer Wolkensäule12,5 Wolkensäule: Durch eine Wolke zeigt Gott, dass er bei seinem Volk ist. Auf dem Weg durch die Wüste zeigt eine Wolkensäule den Israeliten die Richtung. herabund stellte sich vor das Zelt.Er rief: »Aaron und Mirjam!«Die beiden traten vor.6Der Herr sagte zu ihnen: »Hört, was ich sage!Wenn es bei euch einen Propheten12,6 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. gibt,erscheine ich ihm in einer Vision12,6 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat..Oder ich rede durch einen Traum mit ihm.7Anders bei meinem Knecht12,7 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. Mose:In meinem ganzen Haus12,7 Haus Israel: Ausdruck für das Zusammengehören Israels als Gottes Volk. gibt es keinen,der so zuverlässig ist wie er.8Darum rede ich von Angesicht zu Angesicht mit ihm,klar und nicht in Rätseln.Er darf sogar mich, den Herrn, selbst sehen.Warum habt ihr euch nicht gescheut,schlecht über meinen Knecht Mose zu reden?«9Dann ging der Herr weg, so zornig war er auf sie.

10Als die Wolke12,10 Wolke: Damit zeigt Gott an, dass er bei seinem Volk ist. über dem Zelt verschwunden war,konnten es alle sehen:Mirjam12,10 Mirjam: Prophetin in Israel und Schwester von Mose und Aaron. hatte Aussatz12,10 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. bekommen,der aussah wie Schnee.Aaron12,10 Aaron: Bruder von Mose und erster Hohepriester Israels. Er gilt in der Bibel als Stammvater der Priester. drehte sich nach Mirjam um und sah den Aussatz.11Da sagte Aaron zu Mose12,11 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.:»Bitte, mein Herr, leg uns diese Sünde12,11 Sünde: Mirjams Krankheit macht Aaron klar, dass er einen Fehler gemacht hat. Indem er Mose kritisiert, greift er auch Gott an. Das ist eine Sünde. nicht zur Last!Wir haben uns dumm verhalten und Unrecht getan.12Mirjam soll doch nicht sein wie ein totgeborenes Kind!Wenn es aus dem Mutterleib herauskommt,ist sein Fleisch schon halb verwest.«13Da schrie Mose zum Herrn:»Ach, Gott, mach sie wieder gesund!«14Der Herr antwortete Mose:»Wenn ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt hätte,müsste sie sich doch sieben Tage lang schämen.So soll sie sieben Tage langaus dem Lager ausgeschlossen12,14 aus dem Lager ausgeschlossen: Wegen ihrer Krankheit gilt Mirjam als unrein. Der Ausschluss aus dem Lager gehört zu den Vorschriften, die in solchen Fällen anzuwenden sind; vgl. 3. Mose/Levitikus 13,45-46. werdenund muss draußen bleiben.Danach soll sie wieder aufgenommen werden.«15Mirjam wurde also sieben Tage lang ausgeschlossenund blieb draußen vor dem Lager.Das Volk zog nicht los,bis Mirjam wieder aufgenommen war.16Erst danach brach es von Hazerot aufund schlug in der Wüste Paran12,16 Wüste Paran: Wüstengebiet auf der Sinaihalbinsel. sein Lager auf.