BasisBibel (BB)
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Widerstand gegen den Mauerbau

41Die Wiederherstellung der Mauer von Jerusalem4,1 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr …kam gut voran.Ihre Lücken wurden nach und nach geschlossen.Das hörten auch Sanballat4,1 Sanballat: Verwalter der persischen Provinz Samaria. Samaria und Jerusalem gehörten damals zur selben Verwaltungseinheit. und Tobija,die Araber, Ammoniter und Aschdoditer4,1 Araber, Ammoniter, Aschdoditer: Die Gebiete dieser drei Völker grenzen im Osten, Süden und Westen an die Provinz Juda. Im Norden liegt die Provinz Samaria..Da packte sie der Zorn.2Sie verschworen sich und beschlossen,Jerusalem anzugreifen und dort Verwirrung zu stiften.3Wir aber beteten zu unserem Gott.Außerdem stellten wir zum Schutz vor ihnenbei Tag und Nacht Wachen auf.4Zu der Zeit klagte man in Juda4,4 Juda: Provinz im persischen Reich. Seit der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. gab es in Israel keine unabhängigen Königreiche mehr. Mehr …:»Den Trägern wird die Last zu schwer,der Schutt ist viel zu viel.Den Bau vollenden wir nicht mehrund kommen nicht ans Ziel.«

5Unsere Feinde4,5 Feinde: Meint Sanballat und seine Verbündeten. dachten:»Sie sollen von unserem Plan nichts erfahren.Auch sollen sie nichts von uns sehen,bis wir mitten unter ihnen sind und sie töten.So setzen wir ihrer Arbeit ein Ende.«6Es wohnten aber Juden in ihrer Nähe.Die kamen zu uns und erzählten uns zehnmal alles,was unsere Feinde gegen uns vorhatten.7In der Mauer gab es immer noch offene Stellen.Dahinter stellte ich das Volk auf.Die Männer waren nach Familien geordnetund mit Schwertern4,7 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde., Lanzen4,7 Lanze: Waffe eines Soldaten, die im Nahkampf eingesetzt wird. Mehr … und Bogen4,7 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. bewaffnet.8Ich sah mir ihre Aufstellung an.Dann trat ich vor die einflussreichen Leute,die führenden Männer und den Rest des Volkes.Ich sagte zu ihnen:»Habt keine Angst vor ihnen!Denkt an den großen und furchterregenden Gott!Kämpft für eure Brüder, eure Söhne und Töchter,eure Frauen und euren Besitz!«9Unsere Feinde erfuhren, dass wir Bescheid wusstenund dass Gott ihren Anschlag verhindert hatte.Wir alle kehrten wieder an die Mauer zurück,jeder an seine Arbeit.

Der Mauerbau wird geschützt

10Von diesem Tag an arbeitetenur noch die Hälfte meiner Leute am Mauerbau.Die andere Hälfte hielt Wache.Sie war ausgerüstet mit Lanzen4,10 Lanze: Waffe eines Soldaten, die im Nahkampf eingesetzt wird. Mehr …, Schilden4,10 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz. Mehr …,Bogen4,10 Bogen: Waffe für die Jagd oder den Krieg, mit der Pfeile abgeschossen werden können. und Brustpanzern4,10 Brustpanzer: Eine Art Hemd mit aufgenähten Metallplättchen, das als Schutz im Kampf getragen wurde..Die Heerführer standen hinter den Leuten von Juda4,10 Juda: Provinz im persischen Reich. Seit der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. gab es in Israel keine unabhängigen Königreiche mehr. Mehr …,11die an der Mauer bauten.Sogar die Lastenträger waren bewaffnet:Mit der einen Hand arbeiteten sie,in der anderen Hand hielten sie ihre Waffe.12Die Bauleute hatten während der Arbeitihr Schwert4,12 Schwert: Angriffswaffe für den Nahkampf, die von Soldaten getragen wurde. um die Hüften geschnallt.Der Mann, der das Widderhorn4,12 Widderhorn: Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird. Mehr … blasen sollte,blieb die ganze Zeit bei mir.13Den einflussreichen Leuten, den führenden Männernund dem Rest des Volkes schärfte ich ein:»Die Baustelle ist groß und weitläufig.Wir sind über die ganze Mauer verstreutund arbeiten weit voneinander entfernt.14Wenn ihr das Widderhorn hört,kommt sofort und sammelt euch bei uns.Unser Gott wird für uns kämpfen.«15Wir machten uns wieder an die Arbeit.Dabei hielt die Hälfte von unsihre Lanzen immer bereit.So arbeiteten wir vom Morgengrauen an,bis die Sterne aufgingen.

16Auch nachts sollte uns nichts geschehen,daher gab ich dem Volk damals den Befehl:»Jeder, der nicht hier wohnt, soll mit seinen Leutendie Nacht über in Jerusalem4,16 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. Mehr … bleiben.Auf diese Weise helfen sie uns nachts bei der Wacheund tagsüber bei der Arbeit.«17Wer Wachdienst hatte,zog auch in der Nacht seine Kleidung nicht aus.Das galt auch für meine Verwandten und mich,meine eigenen Leute und meine Leibwache.Jeder von uns hatte seine Waffe griffbereit.
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Nehemia bewirkt einen Schuldenerlass

51Im Volk breitete sich große Unzufriedenheit aus.Männer und Frauen kamen zu mirund klagten über Leute aus ihrem eigenen Volk.2Einige sagten:»Wir haben viele Söhne und Töchter.Um zu überleben,brauchen wir mehr Getreide5,2 Getreide: Getreide, vor allem Weizen, war ein Grundnahrungsmittel, das hauptsächlich zum Backen von Brot verwendet wurde. Mehr … zum Essen!«3Andere klagten:»Wir müssen unsere Felder, Weinberge5,3 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr …und Häuser verpfänden.Sonst haben wir in der Hungersnotnicht genug zu essen.«4Wieder andere beklagten sich:»Wir mussten uns Geld leihen.Sonst hätten wir dem König die Pachtfür unsere Felder und Weinberge nicht zahlen können.5Wir sind doch aus demselben Fleisch und Blutwie die anderen aus unserem Volk.Unsere Kinder sind genauso viel wert wie ihre Kinder.Aber wir müssen ihnen unsere Söhne und Töchterals Sklaven geben.Einige unserer Töchter sind zu Sklavinnen gewordenund wir konnten nichts dagegen tun!Unsere Felder und unsere Weinbergegehören doch schon anderen.«

6Als ich ihre Klagen und diese Geschichten hörte,packte mich der Zorn.7Ich dachte gründlich über all das nach.Dann zog ich die einflussreichen Leuteund die führenden Männer zur Rechenschaft.Ich sagte zu ihnen:»Was seid ihr nur für Wucherer5,7 Wucherer: Verleihen Geld zu überhöhten Zinsen.,die ihr eigenes Volk belasten?«Dann berief ich ihretwegen eine große Versammlung ein.8Dort sagte ich zu ihnen:»Wir haben Leute aus unserem eigenen Volk freigekauft,die zuvor an andere Völker verkauft worden waren –soweit es uns möglich war.Wollt ihr sie jetzt wieder verkaufen,damit wir sie noch mal zurückkaufen müssen?«Da schwiegen sie, denn sie wussten keine Antwort.9Ich fuhr fort:»Das, was ihr da macht, ist nicht gut.Solltet ihr nicht so leben,wie es der Ehrfurcht5,9 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor Gott entspricht?Sonst macht ihr uns nur zum Gespött anderer Völker,die unsere Feinde sind.10Meine Verwandten, meine Leute und ich,auch wir haben Geld und Getreide verliehen.Wir wollen den Leuten nun ihre Schulden erlassen.11Gebt auch ihr ihnen heute ihre Felder und Weinberge5,11 Weinberg: Ein mit einer Mauer umgebener Garten, in dem Wein angebaut wird. In Israel war das ein wertvoller Besitz. Mehr …,ihre Olivenbäume5,11 Olivenbaum: Im östlichen Mittelmeerraum weitverbreiteter Baum, aus dessen Früchten Öl hergestellt wird. Es gehörte in der Antike zu den Grundnahrungsmitteln. Mehr … und ihre Häuser zurück!Erlasst ihnen die Rückgabe von allem,was ihr ihnen geliehen habt:Geld, Getreide5,11 Getreide: Getreide, vor allem Weizen, war ein Grundnahrungsmittel, das hauptsächlich zum Backen von Brot verwendet wurde. Mehr …, Traubenmost5,11 Traubenmost: Vorstufe von Wein. Der Prozess, der den im Traubensaft enthaltenen Zucker in Alkohol umwandelt, hat begonnen. und Olivenöl5,11 Öl: Aus den Früchten des Olivenbaums gepresstes Öl, das zu den Grundnahrungsmitteln gehörte.12Die Männer stimmten zu:»Ja, wir wollen alles zurückgebenund die Schulden nicht einfordern.Wir machen es so, wie du gesagt hast.«Dann rief ich die Priester5,12 Priester: Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes. Mehr … herbei.In ihrer Anwesenheit ließ ich die Geldgeber schwören,ihr Versprechen einzuhalten.13Auch leerte ich die Taschen meines Gewands aus.Dabei sagte ich:»Genauso soll Gott jeden, der sein Wort nicht hält,aus seinem Haus und Besitz hinauswerfen.Leer und hinausgeworfen5,13 leer und hinausgeworfen: Meint ohne Haus und Besitz. – so steht er dann da.«Da sagte die ganze Versammlung: »Amen5,13 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!« Mehr …!«,und lobte den Herrn.Das Volk hielt sich an diese Abmachung.

Nehemia geht mit gutem Beispiel voran

14Nach meiner Einsetzung zum Statthalter5,14 Einsetzung zum Statthalter: Nehemia verwaltete die Provinz Juda 445–433 v. Chr. stellvertretend für den König. im Land Judaübte ich das Amt zwölf Jahre lang aus –vom 20. Regierungsjahr des Königs Artaxerxes5,14 Artaxerxes I.: König von Persien 464–424 v. Chr.bis zu seinem 32. Regierungsjahr.In dieser Zeit verzichteten meine Verwandten und ichauf die Einkünfte eines Statthalters.15Meine Vorgänger hatten das Volk schwer belastet.Täglich verlangten sie von ihm Brot und Wein,dazu noch 40 Silbermünzen5,15 Silbermünzen: Wörtlich »Silber-Schekel«. Ein Silber-Schekel ist eine Münze mit einem Wert, der etwa 12 g Silber entspricht..Auch ihre Leute beuteten das Volk aus.Aber ich handelte nicht so,aus Ehrfurcht5,15 Ehrfurcht: Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt. Mehr … vor Gott.16Auch bei der Erneuerung der Mauer habe ich mitgeholfen,ohne Grundbesitz zu erwerben.Ebenso waren dort alle meine Leutezur Arbeit versammelt.17An meinem Tisch saßen regelmäßigdie führenden Männer der Juden,insgesamt 150 Personen.Dazu kamen noch die Leute,die aus den Nachbarvölkern zu uns gekommen waren.18Täglich bereitete man für unsein Rind, sechs ausgewählte Schafe und Geflügel zu.Das alles geschah auf meine Kosten.Dazu kamen alle zehn Tageverschiedene Weine in großer Menge.Aber die Einkünfte eines Statthaltersforderte ich zu keiner Zeit ein.Die Bauarbeiten lasteten schwer genug auf dem Volk.

19Mein Gott, behalte all das Gute in Erinnerung,das ich für dieses Volk getan habe!
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Pläne gegen Nehemia

61Sanballat6,1 Sanballat: Verwalter der persischen Provinz Samaria. Samaria und Jerusalem gehörten damals zur selben Verwaltungseinheit., Tobija, der Araber Geschemund unsere übrigen Feinde erfuhren,dass die Mauer wieder aufgebaut war.Alle Lücken waren geschlossen.Nur die Torflügel hatten wir damalsnoch nicht in die Tore eingesetzt.2Da ließen Sanballat und Geschem mir ausrichten:»Komm! Wir wollen uns mit dir in Kefirim treffen,das in der Ebene Ono6,2 Ebene Ono: Einige Kilometer östlich der Hafenstadt Jafo gelegen. liegt.«Sie hatten aber vor, mir etwas anzutun.3Daher schickte ich Boten zu ihnenund ließ ihnen mitteilen:»Ich arbeite gerade an einem großen Werkund kann unmöglich zu euch herabkommen.Die Arbeit gerät ins Stocken,wenn ich sie unterbreche und euch treffe.«4Sie schickten mir noch viermal dieselbe Nachrichtund bekamen jedesmal dieselbe Antwort von mir.

5Doch Sanballat6,5 Sanballat: Verwalter der persischen Provinz Samaria. Samaria und Jerusalem gehörten damals zur selben Verwaltungseinheit. gab nicht auf.Beim fünften Mal schickte er mir einen seiner Leute,der mir einen unverschlossenen Brief brachte.6In ihm stand:»Unter den Völkern geht ein Gerücht umund auch Geschem hat es bestätigt.Es heißt, dass du mit den Juden einen Aufstand planst.Deswegen baust du an der Mauer.Dem Gerücht zufolge willst du ihr König werden.7Auch Propheten sollst du beauftragt haben,in Jerusalem bekannt zu machen:›Er ist der neue König von Juda!‹Das alles wird auch der König6,7 König: Meint den Perserkönig Artaxerxes I., in dessen Diensten Nehemia steht. erfahren.Daher komm jetzt!Wir wollen miteinander beraten,was zu tun ist.«8Da ließ ich ihm ausrichten:»Es stimmt nicht, was du da sagst!Das hast du dir alles nur ausgedacht.«9Denn die Feinde wollten uns Angst einflößenund dadurch die Bauarbeiten zum Stillstand bringen.Da machte ich mich erst recht an die Arbeit.

10Eines Tages besuchte ich Schemaja,den Sohn des Delaja und Enkel von Mehetabel.Ich ging zu seinem Haus,denn er konnte nicht zu mir kommen.Schemaja sagte zu mir:»Lass uns gemeinsam zum Gotteshaus gehenund uns im Innern des Tempels6,10 Inneres des Tempels: Durfte nur von Priestern betreten werden. einschließen.Sie haben vor, dich zu töten –schon heute Nacht wollen sie es tun!«11Daraufhin entgegnete ich ihm:»Soll ein Mann wie ich etwa davonlaufen?Soll sich jemand wie ich im Tempel verstecken,nur um zu überleben?Nein, ich gehe nicht mit!«12Denn ich hatte erkannt,dass er nicht in Gottes Auftrag handelte.Er richtete mir diese Botschaft aus,weil Tobija6,12 Tobija: Einer der Verbündeten von Sanballat, dem Provinzverwalter von Samaria. Die beiden setzten alles daran, Nehemias Arbeit scheitern zu lassen. und Sanballat6,12 Sanballat: Verwalter der persischen Provinz Samaria. Samaria und Jerusalem gehörten damals zur selben Verwaltungseinheit. ihn dafür bezahlt hatten.13Sie benutzten ihn, um mir Angst einzujagen.Ich sollte Unrecht begehen,sodass mein guter Ruf zerstört würde.Dann wäre ich ihrem Spott ausgeliefert.

14Mein Gott, erinnere dich an all das,was Tobija und Sanballat mir angetan haben!Vergiss nicht, dass auch die Prophetin Noadjaund die übrigen Propheten mir Angst einjagen wollten.

Die Mauer wird vollendet

15Am 25. Tag des Monats Elul6,15 Elul: Name des sechsten Monats im biblischen Kalender. Er fällt in den August/September unseres Kalenders., nach 52 Tagen,vollendeten wir die Arbeit an der Mauer.16Als unsere Feinde aus den Völkern ringsum das hörten,bekamen sie Angst.Ihr Hochmut verging ihnen und sie mussten erkennen,dass unser Gott dieses Werk vollbracht hatte.17Zu dieser Zeit standen viele einflussreiche Judenin regem Briefwechsel mit Tobija6,17 Tobija: Einer der Verbündeten von Sanballat, dem Provinzverwalter von Samaria. Die beiden setzten alles daran, Nehemias Arbeit scheitern zu lassen..18Sie waren ihm durch einen Eid verbunden,denn er war ein Schwiegersohn des Schechanja.Der war der Sohn des Arach.Außerdem war Tobijas Sohn Johanan verheiratetmit einer Tochter von Meschullam,dem Sohn des Berechja.19Diese Juden erzählten mir von Tobijas Verdiensten,und ihm teilten sie meine Worte mit.Daraufhin schickte Tobija mir Briefe,um mir Angst einzujagen.