BasisBibel NT+Ps (BB)
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Die Verständnislosigkeit der jüdischen Autoritäten und das Wirken von Jesus unter den Heiden

7,1–8,21

Gottes Gebote und menschliche Vorschriften

Matthäus 15,1-9
71Einmal kamen die Pharisäer7,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. bei Jesus zusammen,dazu einige Schriftgelehrte7,1 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. aus Jerusalem7,1 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .2Sie sahen,wie einige seiner Jünger7,2 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. mit unreinen7,2 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. Händen Brot7,2 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel aßen –das heißt:ihre Hände waren ungewaschen7,2 ungewaschen: Gemeint ist eine Waschung, die im übertragenen Sinn für den Gottesdienst »rein« macht..

3Die Pharisäer7,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und überhaupt alle Juden7,3 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. essen nicht,wenn sie nicht ihre Händemit einer Handvoll Wasser gewaschen haben.So halten sie die Vorschriften7,3 Vorschriften: Gemeint sind die entsprechenden Vorschriften zur Reinheit im Mose-Gesetz. der Vorfahren ein.4Und wenn sie vom Markt kommen,essen sie nicht,wenn sie kein Bad genommen haben7,4 haben: Wörtlich: »Wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, bevor sie sich nicht untergetaucht haben.«.So gibt es noch viele andere Vorschriften,an denen sie festhalten.Sie waschen auch ihre Becher7,4 Becher: Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. , Krüge7,4 Krüge: Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt.,Kupferschüsseln7,4 Kupferschüssel: Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch. und Matten7,4 Matte: Zur Zeit von Jesus schliefen die meisten Menschen lediglich auf einer geflochtenen Strohmatte..

5Die Pharisäer7,5 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und die Schriftgelehrten7,5 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. fragten Jesus:»Warum halten sich deine Jünger7,5 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. nichtan die Vorschriften7,5 Vorschriften: Gemeint sind die entsprechenden Vorschriften zur Reinheit im Mose-Gesetz. der Vorfahren,sondern essen das Brot7,5 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel mit unreinen7,5 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. Händen?«6Aber Jesus sagte zu ihnen:»Was Jesaja7,6 Jesaja: Er wirkte um 700 v. Chr. als Prophet und verkündete den Menschen den Willen Gottes. , der Prophet7,6 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.,über euch Heuchler gesagt hat,stimmt genau!In seinem Buch steht7,6 steht: Jesus zitiert an dieser Stelle aus dem Alten Testament Jesaja 29,13.:›Dieses Volk ehrt mich mit seinen Lippen,aber im Herzen ist es weit weg von mir.7Ihre ganze Verehrung ist sinnlos.Denn die Lehren, die sie verbreiten,sind Gebote von Menschen.‹8Gottes Gebote7,8 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. schiebt ihr beiseiteund haltet an Vorschriften von Menschen fest.«

9Weiter sagte er zu ihnen:»Ihr seid sehr geschickt darin,Gottes Gebote7,9 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. für ungültig zu erklären.So setzt ihr eure eigenen Vorschriften in Kraft.10Mose7,10 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. hat gesagt7,10 gesagt: Jesus zitiert an dieser Stelle ein Gebot aus den Zehn Geboten (vgl. 2. Mose/Exodus 20,12).:Ehre7,10 Eltern ehren: Gemeint ist auch das Sorgen für die Eltern, wenn sie alt geworden sind. deinen Vater und deine Mutter.‹Weiter heißt es7,10 es: In Kapitel 20 des Buchs 3. Mose/Levitikus werden Vergehen aufgelistet, die als besonders schrecklich eingestuft werden. Zu diesen Vergehen gehört das Verfluchen der eigenen Eltern (vgl. 3. Mose/Levitikus 20,9).:›Wer Vater und Mutter verflucht,soll mit dem Tod bestraft werden.‹11Ihr dagegen behauptet:Wenn jemand zu Vater und Mutter sagt:Korban7,11 Korban: Das Wort bezeichnet im Alten Testament ein Opfer, das Gott dargebracht wurde.‹ –das bedeutet:›Die Unterstützung,die ich euch schulde,soll dem Tempelschatz zugutekommen‹ –,12dann braucht er für den Vater und die Mutternichts mehr tun.13So setzt ihr das Wort Gottes außer Kraftfür eure eigenen Vorschriften,die ihr weitergebt.Und so macht ihr es immer wieder.«

Was unrein macht

Matthäus 15,10-15
14Dann rief Jesus die ganze Volksmenge wieder zu sich.Er sagte zu ihnen:»Hört mir alle zuund versteht mich richtig!15Nicht das,was von außen in den Menschen hineinkommt,kann ihn unrein7,15 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. machen.Sondern das,was aus dem Menschen herauskommt,macht den Menschen unrein7,15 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen.16[…]7,16 […]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören.«

17Als Jesus von der Volksmenge wegnach Hause7,17 Haus von Jesus: Es handelt sich vermutlich um das Haus von Simon und Andreas (vgl. Markus 1,29). Es befand sich in der Stadt Kafarnaum und diente Jesus und seinen Jüngern immer wieder als Ausgangspunkt (vgl. Markus 9,33). gegangen war,fragten ihn seine Jünger nach den rätselhaften Worten.18Und er sagte zu ihnen:»Also habt auch ihr nichts begriffen?Versteht ihr denn nicht:Alles, was von außen in den Menschen hineinkommt,kann ihn nicht unrein7,18 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. machen.19Denn es kommt nicht in sein Herz,sondern in seinen Magen.Dann wird es vom Körper wieder ausgeschieden.«Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein7,19 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen..

20Weiter sagte er:»Das, was aus dem Menschen herauskommt,das macht den Menschen unrein7,20 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen..21Denn alle bösen Gedanken kommen von innen,aus dem Herzen des Menschen:sexuelles Fehlverhalten, Diebstahl, Mord,22Ehebruch, Habgier, Bosheit,Betrug, Zügellosigkeit, Neid,Lästerung, Überheblichkeit und Unvernunft.23Alle diese bösen Dingekommen aus dem Inneren des Menschenund machen ihn unrein7,23 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen.

Eine nichtjüdische Frau vertraut Jesus

Matthäus 15,21-28
24Von dort7,24 dort: Vermutlich befand sich Jesus zu diesem Zeitpunkt in der Nähe des Ortes Gennesaret (vgl. Markus 6,53). brach er aufund ging in das Gebiet von Tyrus7,24 Tyrus: Hauptstadt der Phönizier am Mittelmeer, nördlich von Israel (Libanon)..Er zog sich in ein Haus7,24 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. zurückund wollte nicht,dass es bekannt wird.Aber es war nicht möglich,es geheim zu halten.25Im Gegenteil:Sogleich hörte eine Frau von ihm.Sie hatte eine Tochter,die von einem bösen Geist7,25 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. beherrscht wurde.Sie kam und warf sich vor ihm nieder.26Die Frau war eine Griechin,die in Syrophönizien7,26 Syrophönizien: Gemeint ist die Gegend um die Städte Tyrus und Sidon (das Land Phönizien), die zur Zeit von Jesus politisch nicht mehr selbständig waren und zur römischen Provinz Syrien gehörten. zu Hause war.Und sie bat ihn:»Treib meiner Tochter den Dämon7,26 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. aus!«27Jesus antwortete ihr:»Lass zuerst die Kinder7,27 Kinder: Gemeint ist das Volk Israel. Jesus muss zuerst zu dem Volk Israel gehen, um es zur Umkehr zu Gott aufzurufen. satt werden.Es ist nicht richtig,den Kindern das Brot7,27 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel wegzunehmenund es den Hunden vorzuwerfen.«28Darauf antwortete sie ihm:»Herr! Aber unter dem Tischfressen auch die Hundevon den Krümeln der Kinder.«29Da sagte Jesus zu ihr:»Wegen dieser Antwort sage ich dir:Geh nach Hause!Der Dämon7,29 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. hat deine Tochter verlassen.«30Sie kehrte nach Hause zurückund fand das Kind:Es lag auf dem Bettund der Dämon7,30 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. hatte es verlassen.

Jesus heilt einen Taubstummen

Matthäus 15,29-31
31Danach verließ Jesus die Gegend von Tyrus7,31 Tyrus: Hauptstadt der Phönizier am Mittelmeer, nördlich von Israel (Libanon). wieder.Er kam über Sidon7,31 Sidon: Eine alte und bedeutende Hafenstadt in Phönizien. zum See7,31 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret. von Galiläa7,31 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.,mitten ins Gebiet der Zehn Städte7,31 Zehn Städte: Zur Zeit des Neuen Testaments ein Verbund aus ursprünglich zehn Städten (Dekapolis). .

32Da brachten Leute einen Taubstummen zu ihm.Sie baten Jesus:»Leg ihm deine Hand auf.«33Und Jesus führte ihn ein Stückvon der Volksmenge weg.Er legte seine Finger in die Ohren des Taubstummenund berührte dessen Zunge mit Speichel7,33 Speichel: In bestimmten Situationen gebrauchte Jesus Speichel zu Heilungszwecken (vgl. Markus 7,33 bei einem Taubstummen; Markus 8,23; Johannes 9,6 bei einem Blinden)..34Dann blickte er zum Himmel7,34 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auf,seufzte und sagte zu ihm: »Effata!«Das heißt: »Öffne dich!«35Und sofort öffneten sich seine Ohren,seine Zunge löste sichund er konnte normal sprechen.36Und Jesus schärfte ihnen ein,nichts davon weiterzuerzählen.Aber je mehr er darauf bestand,desto mehr machten sie es bekannt.

37Die Leute gerieten außer sich vor Staunenund sagten:»Wie gut ist alles, was er getan hat.Er macht,dass die Tauben hörenund dass die Stummen reden können.«
8

Jesus macht viertausend Menschen satt

Matthäus 15,32-39
81Zu dieser Zeit war wieder eine große Volksmenge bei Jesus zusammengekommen.

Da die Menschen nichts zu essen hatten,rief Jesus die Jünger8,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu sich.Er sagte zu ihnen:2»Die Volksmenge tut mir leid.Sie sind nun schon drei Tage bei mirund haben nichts zu essen.3Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke,werden sie unterwegs zusammenbrechen –denn einige sind von weit her gekommen.«4Seine Jünger8,4 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. antworteten ihm:»Wo soll in dieser einsamen Gegend das Brot8,4 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel herkommen,um diese Leute satt zu machen?«5Und er fragte sie:»Wie viele Brote8,5 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel habt ihr?«Sie antworteten:»Sieben.«

6Und er forderte die Volksmenge auf,sich auf dem Boden niederzulassen.Dann nahm er die sieben Brote8,6 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel .Er dankte Gott, brach sie in Stückeund gab sie seinen Jüngern8,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zum Verteilen.Und die Jünger8,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. teilten das Brot8,6 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel an die Volksmenge aus.7Sie hatten auch noch einige kleine Fische8,7 Fische: Fische hatten als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert für die Menschen im Land der Bibel..Jesus sprach das Segensgebet8,7 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. über sieund ließ sie ebenfalls austeilen.8Die Menschen aßen und wurden satt.Danach sammelten sie die Resteund füllten damit sieben Körbe.9Es waren etwa viertausend Menschen.Jetzt schickte Jesus sie nach Hause.

10Gleich darauf stieg Jesus mit seinen Jüngern8,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. in ein Bootund fuhr in die Gegend von Dalmanuta8,10 Dalmanuta: Ein sonst unbekannter Ort, der vermutlich am westlichen Ufer des See Gennesaret lag. .

Die Pharisäer fordern von Jesus ein Wunderzeichen

Matthäus 16,1-4
11Da kamen die Pharisäer8,11 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm..Sie fingen an,mit ihm zu diskutieren,und forderten von ihm ein Zeichen8,11 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. seiner göttlichen Vollmacht.Damit wollten sie ihn auf die Probe stellen.

12Jesus seufzte tief und sagte:»Warum fordert diese ganze Generation8,12 Generation: Anspielung auf die Zeitgenossen Noahs, die für ihre Bosheit durch die Sintflut bestraft wurden (1. Mose/Genesis 6,9-12). Aber auch eine Anspielung auf die Zeitgenossen von Mose, die immer wieder gegen Gottes Gebote verstießen (Psalm 95,10). Zeichen8,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. ?Amen8,12 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Ich werde dieser Generation8,12 Generation: Anspielung auf die Zeitgenossen Noahs, die für ihre Bosheit durch die Sintflut bestraft wurden (1. Mose/Genesis 6,9-12). Aber auch eine Anspielung auf die Zeitgenossen von Mose, die immer wieder gegen Gottes Gebote verstießen (Psalm 95,10).ganz bestimmt kein Zeichen8,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. geben.«13Und er ließ sie stehen,stieg wieder ins Bootund fuhr ans andere Seeufer.

Die Jünger verstehen Jesus nicht

Matthäus 16,5-12
14Die Jünger8,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. hatten vergessen,Brote8,14 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel zu besorgen.Deshalb hatten sie nur ein einziges Brot8,14 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel bei sich im Boot.15Und Jesus schärfte ihnen ein:»Nehmt euch in Acht,hütet euch vor dem Sauerteig8,15 Sauerteig: Eine kleine Menge gegorener Teig, der beim Brotbacken nötig ist, damit der Teig zu einem großen Laib »aufgeht«. der Pharisäer8,15 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.und vor dem Sauerteig8,15 Sauerteig: Eine kleine Menge gegorener Teig, der beim Brotbacken nötig ist, damit der Teig zu einem großen Laib »aufgeht«. von Herodes8,15 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr.16Aber sie machten sich nur Gedanken darüber,dass sie kein Brot8,16 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel hatten.

17Jesus merkte dasund sagte zu ihnen:»Warum macht ihr euch Gedanken darüber,dass ihr kein Brot8,17 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel habt?Versteht ihr immer noch nicht?Begreift ihr denn gar nichts?Sind eure Herzen so fest verschlossen?18Ihr habt doch Augen – seht ihr denn nichts?Ihr habt doch Ohren – hört ihr denn nichts?Erinnert ihr euch noch daran,19wie ich fünf Brote8,19 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel unter fünftausend Menschen ausgeteilt habe?Wie viele Körbe habt ihr mit den Resten gefüllt?«Sie antworteten ihm:»Zwölf.«20»Und als ich sieben Brote8,20 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel unter viertausend ausgeteilt habe?Wie viele Körbe habt ihr da mit Resten gefüllt?«Sie antworteten ihm:»Sieben.«21Da sagte Jesus zu ihnen:»Begreift ihr denn immer noch nichts?«

Nachfolge auf dem Weg des Leidens

8,22–10,52

Das Kreuz wirft seinen Schatten voraus

8,22–9,29

Jesus heilt einen Blinden

22Und Jesus und seine Jünger8,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. kamen nach Betsaida8,22 Betsaida: Stadt nordöstlich des See Gennesaret und Heimatstadt der Jünger Petrus, Andreas und Philippus. .Dort brachten die Leute einen Blinden zu ihm.Sie baten Jesus:»Berühre ihn!«

23Und er nahm den Blinden bei der Handund führte ihn aus dem Dorf heraus.Dann spuckte8,23 Speichel: In bestimmten Situationen gebrauchte Jesus Speichel zu Heilungszwecken (vgl. Markus 7,33 bei einem Taubstummen; Markus 8,23; Johannes 9,6 bei einem Blinden). Jesus ihm auf die Augen,legte seine Hände daraufund fragte ihn:»Was siehst du?«24Er blickte auf und antwortete:»Ich sehe Menschen.Sie sehen aus wie Bäume,die herumgehen.«25Noch einmal legte Jesus ihmdie Hände auf seine Augen.Da konnte er klar sehen.Er war geheiltund konnte alles deutlich erkennen.

26Jesus schickte ihn nach Hause und sagte:»Geh aber nicht in das Dorf hinein.«

Petrus spricht aus, wer Jesus ist

Matthäus 16,13-20; Lukas 9,18-21
27Jesus zog mit seinen Jüngern8,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. weiterin die Dörfer bei Cäsarea Philippi8,27 Cäsarea Philippi: Stadt am südlichen Abhang des Hermongebirges, im Norden vom Land der Bibel. .Unterwegs fragte er sie:»Für wen halten mich eigentlich die Leute?«28Sie antworteten ihm:»Manche halten dich für Johannes8,28 Johannes der Täufer: Gemeint ist der wieder auferstandene Täufer; vgl. den Bericht von seiner Hinrichtung in Markus 6,17-29. den Täufer8,28 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. ,andere für Elija8,28 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr.und wieder andere für einen8,28 einen: Gemeint ist einer der Propheten, wie sie im Alten Testament von Gott zu den Menschen gesandt wurden (vgl. Markus 6,15). der Propheten8,28 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.29Da fragte er sie:»Und für wen haltet ihr mich?«Petrus antwortete ihm:»Du bist der Christus8,29 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. 30Und er schärfte ihnen ein,mit niemandem darüber zu reden.

Jesus kündigt zum ersten Mal seinen Tod an

Matthäus 16,21-23; Lukas 9,22
31Danach erklärte Jesus seinen Jüngern8,31 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zum ersten Mal,was Gott mit ihm vorhatte:»Der Menschensohn8,31 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. wird viel leiden müssen.Die Ratsältesten8,31 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren.,die führenden Priester8,31 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.und die Schriftgelehrten8,31 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.werden ihn als Verbrecher behandeln.Sie werden ihn hinrichten lassen,aber nach drei Tagen wird er vom Tod auferstehen8,31 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. 32Das sagte er ihnen ganz offen.

Da nahm Petrus ihn zur Seiteund fing an,ihm das auszureden.33Aber Jesus drehte sich um,sah seine Jünger8,33 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. anund wies Petrus streng zurecht:»Geh weg von mir, Satan8,33 Satan, Teufel: Der Gegenspieler Gottes. Sein Ziel ist das Verderben der Menschen.!Dir geht es nicht um das,was Gott will,sondern um das,was Menschen wollen.«

Jesus folgen heißt: das Kreuz auf sich nehmen

Matthäus 16,24-28; Lukas 9,23-27
34Dann rief Jesus das Volkund seine Jünger8,34 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu sich.Er sagte:»Wer mir folgen8,34 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen. will,darf nicht an seinem Leben hängen.Er muss sein Kreuz8,34 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. auf sich nehmenund mir auf meinem Weg folgen8,34 folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen..35Wer sein Leben retten will,wird es verlieren.Wer aber sein Leben verliert,weil er an michund die Gute Nachricht8,35 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. glaubt,wird es retten.

36Was nützt es einem Menschen,wenn er die ganze Welt gewinnt,aber sein Leben dabei verliert?37Was kann ein Mensch einsetzen,um sein Leben dafür einzutauschen?

38Denn es gilt:Wer sich schämt,anstatt zu mir und meinen Worten zu stehenvor dieser treulosenund schuldbeladenen Generation8,38 Generation: Anspielung auf die Zeitgenossen Noahs, die für ihre Bosheit durch die Sintflut bestraft wurden (1. Mose/Genesis 6,9-12). Aber auch eine Anspielung auf die Zeitgenossen von Mose, die immer wieder gegen Gottes Gebote verstießen (Psalm 95,10).,soll wissen:Der Menschensohn8,38 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. wird sich auchfür ihn schämen,wenn er wiederkommtin der Herrlichkeit8,38 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor. seines Vatersund mit den heiligen Engeln8,38 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes.
991Und er sagte zu ihnen:»Amen9,1 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Hier stehen einige,die werden nicht sterben,sondern erleben,wie das Reich Gottes9,1 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. machtvoll in diese Welt kommt.«

Die Jünger sehen Jesus in der Herrlichkeit Gottes

Matthäus 17,1-13; Lukas 9,28-36
2Sechs Tage später nahm JesusPetrus, Johannes und Jakobus mit sich.Er führte sie auf einen hohen Berg,wo sie ganz für sich waren.

Da veränderte sich sein Aussehen vor ihren Augen:3Seine Kleider wurden strahlend weiß –kein Tuchhersteller dieser Weltkann Stoff so hell machen.4Dazu erschienen vor ihnen Elija9,4 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. und Mose9,4 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament..Die redeten mit Jesus.5Und Petrus sagte zu Jesus:»Rabbi9,5 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer., es ist gut,dass wir hier bei euch sind.Wir wollen drei Zelte aufschlagen:eins für dich,eins für Mose9,5 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament.und eins für Elija9,5 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr.6Aber Petrus wusste nicht,was er sagte –so erschrocken waren sie9,6 sie: Gemeint sind Petrus, Johannes und Jakobus (s. Vers 2)..

7Dann zog eine Wolke aufund ihr Schatten legte sich über sie.Und eine Stimme erklang aus der Wolke:»Das ist mein Sohn9,7 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.,ihn habe ich lieb.Hört auf ihn!«

8Plötzlich waren sie mit Jesus allein.Als sie sich umsahen,konnten sie niemanden mehr erblicken.9Während sie vom Berg herabstiegen,schärfte Jesus ihnen ein:»Redet mit keinem über das,was ihr gesehen habt –so lange, bis der Menschensohn9,9 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. vom Tod auferstanden9,9 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. ist.«10Diese Worte beschäftigten sieund sie überlegten:Was bedeutet das,dass er von den Toten aufersteht?

Elija und Johannes der Täufer

Matthäus 17,10-13
11Die drei Jünger9,11 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. fragten Jesus:»Warum sagen die Schriftgelehrten9,11 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.,dass vor dem Ende9,11 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. Elija9,11 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. wiederkommen muss9,11 muss: Die Jünger wollen nicht wahrhaben, dass Jesus sterben muss und suchen nach Argumenten, die dagegen sprechen, hier: Bevor Elija nicht wiedergekommen ist, kann nicht eintreten, was Jesus angekündigt hat (Maleachi 3,23 und Sirach 48,10).12Jesus antwortete:»Es stimmt zwar,dass Elija9,12 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. vor dem Ende9,12 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. kommtund alles für Gott bereit macht.Aber wieso heißt es dann in den Heiligen Schriften9,12 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.vom Menschensohn9,12 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck.:Er muss viel leidenund wird verachtet werden9,12 werden: In Jesaja 52,13–53,12 ist von dem sog. »Bevollmächtigten Gottes« die Rede. Er ist eine einzigartige Gestalt mit einer unvergleichlichen Nähe zu Gott. Im Buch des Propheten Jesaja wird beschrieben, wie Gott durch ihn seine Pläne verwirklicht – aber auch, wie dieser Mensch leiden und sterben muss.?13Aber ich sage euch:Elija9,13 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr. ist schon gekommen9,13 gekommen: Jesus spricht hier von Johannes dem Täufer (vgl. Markus 1,2-8)..Und sie haben mit ihm gemacht,was sie wollten.So steht es auch in der Heiligen Schrift9,13 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind.

Jesus heilt ein Kind und fordert zum Vertrauen auf

Matthäus 17,14-20; Lukas 9,37-42
14Jesus kam mit den drei Jüngern9,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu den anderen zurück.Er fand eine große Volksmenge um sie versammelt.Darunter waren auch einige Schriftgelehrte9,14 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.,die mit den Jüngern9,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. stritten.15Die Volksmenge sah ihn sofortund wurde ganz aufgeregt.Die Leute liefen zu ihm hinund begrüßten ihn.16Und er fragte sie:»Worüber hattet ihr Streit mit meinen Jüngern9,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. 17Ein Mann aus der Volksmenge antwortete:»Lehrer9,17 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., ich habe meinen Sohn zu dir gebracht.Er ist von einem bösen Geist9,17 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. besessen,der ihn stumm gemacht hat.18Wenn der Geist9,18 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. ihn packt,wirft er ihn zu Boden.Er bekommt Schaum vor den Mund,knirscht mit den Zähnenund sein ganzer Körper verkrampft sich.Ich habe deine Jünger9,18 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. gebeten,dass sie den Geist9,18 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. austreiben –aber sie konnten es nicht.«19Da antwortete er ihnen:»Was seid ihr nur für eine ungläubige Generation?Wie lange soll ich noch bei euch bleiben?Wie lange soll ich euch noch ertragen?Bringt ihn zu mir!«

20Und sie brachten den Jungen zu Jesus.Sobald der Geist9,20 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. Jesus sah,schüttelte er den Jungen durch heftige Krämpfe.Er fiel zu Boden,wälzte sich hin und herund bekam Schaum vor den Mund.21Da fragte Jesus den Vater:»Wie lange hat er das schon?«Er antwortete:»Von klein auf.22Der böse Geist9,22 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. hat ihn auch schon oft ins Feuer oder ins Wasser geworfen,um ihn umzubringen.Wenn du kannst,dann hilf uns!Hab doch Erbarmen mit uns!«23Jesus sagte:»Was heißt hier: ›Wenn du kannst‹?Wer glaubt9,23 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott., kann alles.«24Da schrie der Vater des Jungen auf:»Ich glaube9,24 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott., hilf meinem Unglauben9,24 Unglauben: Gemeint ist: Trotz aller Anstrengung reicht mein Glaube nicht aus. Hilf, dass mein Glaube so fest wird, wie es nötig ist.

25Immer mehr Menschen kamen zu der Volksmenge.Als Jesus das sah,gebot er dem unreinen9,25 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. Geist9,25 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. :»Du stummer und tauber Geist9,25 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. ,ich befehle dir:Verlasse den Jungenund kehre nie wieder in ihn zurück!«26Da schrie der Geist9,26 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. aufund schüttelte den Jungen durch Krämpfe hin und her.Dann verließ er ihn.Der Junge lag da wie tot.Schon sagten viele:»Er ist tot.«27Aber Jesus nahm seine Handund zog den Jungen hoch.Da stand er auf.

28Dann gingen Jesus und seine Jünger9,28 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. nach Hause9,28 Haus von Jesus: Es handelt sich vermutlich um das Haus von Simon und Andreas (vgl. Markus 1,29). Es befand sich in der Stadt Kafarnaum und diente Jesus und seinen Jüngern immer wieder als Ausgangspunkt (vgl. Markus 9,33)..Als sie allein waren,fragten die Jünger9,28 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. ihn:»Warum konnten wir den bösen Geist9,28 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. nicht austreiben?«29Er antwortete ihnen:»Solche bösen Geister9,29 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. können nurdurch das Gebet9,29 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. ausgetrieben werden.«

Die Lehre von Jesus im Zeichen des Kreuzes

9,30–10,31

Die Botschaft vom Kreuz

9,30-32

Jesus kündigt zum zweiten Mal seinen Tod an

Matthäus 17,22-23; Lukas 9,43-45
30Von dort9,30 dort: Vermutlich die Gegend um Cäsarea Philippi (vgl. Markus 8,27). brachen sie aufund zogen durch Galiläa9,30 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene..Und Jesus wollte nicht,dass es jemand erfährt.31Denn Jesus wollte seine Jünger9,31 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. lehrenund ihnen sagen,was ihm bevorstand:»Der Menschensohn9,31 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. wird ausgeliefert werdenin die Hände der Menschen.Sie werden ihn töten.Aber nach drei Tagen wird er auferstehen9,31 Auferstehung: Meint die Auferweckung vom Tod und das ewige Leben bei Gott in seinem Reich. 32Aber die Jünger9,32 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. verstanden nicht,was Jesus sagen wollte.Und sie scheuten sich,ihn danach zu fragen.

Verhaltensregeln für Menschen, die Jesus nachfolgen

9,33–10,12

Wer ist bei Gott wichtig?

Matthäus 18,1-5; Lukas 9,46-48
33Jesus und seine Jünger9,33 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. gingen nach Kafarnaum9,33 Kafarnaum: Stadt am Nordufer des Sees Gennesaret und Ort, an dem Jesus vermutlich wohnte..Als sie zu Hause9,33 Haus von Jesus: Es handelt sich vermutlich um das Haus von Simon und Andreas (vgl. Markus 1,29). Es befand sich in der Stadt Kafarnaum und diente Jesus und seinen Jüngern immer wieder als Ausgangspunkt (vgl. Markus 9,33). angekommen waren,fragte er sie:»Worüber habt ihr euch unterwegs gestritten?«34Die Jünger9,34 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. schwiegen.Sie hatten unterwegs darüber gestritten,wer von ihnen der Wichtigste ist.35Jesus setzte sich,rief die Zwölf9,35 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren. zu sichund sagte zu ihnen:»Wer der Erste sein will,muss der Letzte von allen werdenund allen anderen dienen.«

36Dann rief er ein Kind herbeiund stellte es in ihre Mitte.Er nahm es in den Armund sagte zu den Jüngern9,36 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :37»Wer ein Kind wie dieses aufnimmtund sich dabei auf mich beruft,der nimmt mich auf.Und wer mich aufnimmt,nimmt nicht nur mich auf,sondern auch den,der mich gesandt hat.«

Wer nicht gegen uns ist, ist für uns

Matthäus 10,42; Lukas 9,49-50
38Johannes sagte zu Jesus:»Lehrer9,38 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., wir haben gesehen,wie jemand deinen Namen dazu benutzt hat,Dämonen9,38 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. auszutreiben.Wir wollten ihn davon abhalten,denn er gehört nicht zu uns.«39Aber Jesus antwortete:»Hindert ihn nicht daran!Denn niemand benutzt meinen Namen dazu,Wunder9,39 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. zu tun,und redet kurz darauf schlecht über mich.40Denn wer nicht gegen uns ist,der ist für uns.41Wer euch auch nur einen Becher9,41 Becher: Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. Wasser zu trinken gibt,weil ihr zu Christus9,41 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. gehört –Amen9,41 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Ein solcher Mensch wird ganz bestimmtseine Belohnung dafür erhalten.«

Warnung vor jeder Art von Verführung

Matthäus 18,6-9; Lukas 17,1-2
42Jesus sagte:»Wer einen von diesen kleinen, unbedeutenden Menschen,die an mich glauben9,42 Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.,von mir abbringt,für den wird es schrecklich:Es wäre am besten für ihn,wenn man ihn mit einem Eselsmühlstein9,42 Eselsmühlstein: Der Eselsmühlstein ist der obere Mühlstein von größeren Mühlen. um den Hals ins Meer wirft.43Wenn dich deine Hand von mir abbringt:schlag sie ab.Es ist besser für dich,verstümmelt ewig bei Gott zu lebenals mit zwei Händen in der Hölle9,43 Hölle, Totenreich, Unterwelt: In der Antike Reich, in dem die Toten wohnen; auch Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht.in der das Feuer nie ausgeht.44[…]9,44 […]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Dort nehmen die Qualen kein Ende und das Feuer erlöscht nie.« (vgl. Vers 48)45Wenn dich dein Fuß von mir abbringt:schlag ihn ab.Es ist besser für dich,mit nur einem Fuß ewig bei Gott zu leben,als mit zwei Füßen in die Hölle9,45 Hölle, Totenreich, Unterwelt: In der Antike Reich, in dem die Toten wohnen; auch Strafort für die Gottlosen nach dem Endgericht. geworfen zu werden.46[…]9,46 […]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Dort nehmen die Qualen kein Ende und das Feuer erlöscht nie.« (vgl. Vers 48)47Wenn dich dein Auge von mir abbringt:reiß es aus.Es ist besser für dich,mit nur einem Auge in das Reich Gottes9,47 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. zu kommen,als mit zwei Augen in die Hölle9,47 Hölle, Totenre