BasisBibel NT+Ps (BB)
6

Entscheidung für oder gegen Jesus

6,1-29

Jesus in Nazaret

Matthäus 13,53-58; Lukas 4,16-30
61Jesus ging vom Haus6,1 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. des Jaïrus6,1 Jaïrus: Jesus war im Haus des Jaïrus gewesen (Markus 5,21-43), und hatte dort die Tochter des Jaïrus vom Tod auferweckt. wegund kam in seine Heimatstadt Nazaret6,1 Nazaret: Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf..Seine Jünger6,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. begleiteten ihn.

2Am Sabbat6,2 Sabbat: Der letzte Tag der jüdischen Woche. An diesem Tag wird Gottesdienst gefeiert und keine Arbeit verrichtet. lehrte Jesus in der Synagoge6,2 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden..Viele, die ihn hörten,waren tief beeindruckt.Sie fragten:»Wo hat er das her?Woher hat er solche Weisheit bekommen?Und wieso geschehendurch seine Hände solche Wunder6,2 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. ?3Ist das nicht der Zimmermann,der Sohn von Maria?Und ist das nicht der Bruder vonJakobus, Joses, Judas und Simon?Leben nicht auch seine Schwestern hier bei uns?«Deshalb lehnten sie ihn ab.

4Aber Jesus sagte zu ihnen:»Nirgendwo gilt ein Prophet6,4 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. so wenigwie in seiner Heimatstadt,bei seinen Verwandtenund bei seiner Familie.«5Deshalb konnte er dort auch keine Wunder6,5 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. tun.Er legte nur einigen Kranken die Hände aufund heilte sie.6aUnd Jesus wunderte sich über ihren Unglauben6,6a Glaube: »Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott..

Jesus sendet seine Jünger aus

Matthäus 10,1.5-14; Lukas 9,1-6
6bJesus zog durch die Dörfer in der Umgebungund lehrte.

7Und er rief die Zwölf6,7 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens immer bei Jesus waren. zu sich.Er sandte sie aus,immer zu zweit.Und er gab ihnen die Vollmachtüber die bösen Geister6,7 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. .8Und er ordnete an:»Außer einem Wanderstocksollt ihr auf dem Weg nichts mitnehmen:kein Brot6,8 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel , keine Tragetascheund auch kein Geld im Gürtel.9Ihr dürft Sandalen6,9 Sandale: Im Altertum lief die einfache Bevölkerung innerhalb des Hauses und in der Ortschaft in der Regel barfuß. Für Reisen und bei der Arbeit auf dem Feld trug man jedoch Sandalen. anziehen,aber kein Untergewand6,9 Hemd, Untergewand: Kurz- oder langärmeliges Hemdkleid, das unter dem Mantel getragen wurde. Wohlhabendere Menschen trugen oft ein zweites Hemd als Untergewand.10Außerdem sagte er:»Wenn ihr in einem Haus6,10 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. aufgenommen werdet,bleibt so lange dort,bis ihr von dort weiterzieht.11Wenn euch die Leute in einem Ort nicht aufnehmenund euch nicht zuhören wollen,dann zieht gleich weiter.Schüttelt den Staub6,11 Staub abschütteln: Eine zeichenhafte Handlung, die den Abbruch der Beziehungen und die Überantwortung an Gottes Gericht zum Ausdruck bringt. von dort ab,der an euren Füßen hängt.Dadurch sollen die Leute erkennen,worum es geht.«

12Und die Jünger6,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zogen los.Sie verkündeten den Menschen:»Ändert euer Leben!«13Und sie trieben viele Dämonen6,13 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. aus.Sie salbten viele Kranke mit Öl6,13 Öl: Galt zur Zeit von Jesus als universelles Heilmittel. Wenn die Jünger Kranke mit Öl salben, zeigt sich darin, wie sich Gott den Menschen zuwendet und ihnen helfen will.und heilten sie.

Was die Leute über Jesus denken

Matthäus 14,1-2; Lukas 9,7-9
14Der König Herodes6,14 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. hörte von Jesus.Denn sein Name war überall bekannt geworden.Die Leute sagten:»Er ist Johannes der Täufer6,14 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. ,der von den Toten auferstanden ist.Deshalb hat er solche Wunderkräfte6,14 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. 15Andere sagten:»Er ist Elija6,15 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr.Wieder andere behaupteten:»Er ist ein Prophet6,15 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.wie einer der Propheten6,15 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. aus vergangener Zeit.«16Als Herodes6,16 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. das hörte,sagte er:»Es ist Johannes6,16 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. ,dem ich den Kopf abschlagen ließ.Er ist auferstanden.«

Der Tod von Johannes dem Täufer

Matthäus 14,3-12
17Herodes6,17 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. hatte Johannes6,17 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. festnehmenund ins Gefängnis werfen lassen.Der Grund war:Herodes6,17 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. hatte Herodias6,17 Herodias: Eine Nichte von Herodes dem Großen. Sie ließ Johannes den Täufer töten. geheiratet,die Frau seines Bruders Philippus6,17 Herodes Philippus: Ein Sohn von Herodes dem Großen, der von 4 v.–34 n. Chr. über Ituräa und Trachonitis herrschte..18Daraufhin hatte Johannes6,18 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. zu Herodes6,18 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. gesagt:»Du hast die Frau deines Bruders6,18 Frau deines Bruders: In 2. Mose/Exodus 20,17 und 3. Mose/Levitikus 20,21 sind alttestamentliche Gebote zum Thema »Ehe« zu finden. geheiratet.Das ist verboten!«19Deshalb war Herodias6,19 Herodias: Eine Nichte von Herodes dem Großen. Sie ließ Johannes den Täufer töten. voller Hass auf Johannes6,19 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. .Sie wollte ihn töten,hatte aber keine Möglichkeit dazu.20Denn Herodes6,20 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. scheute sich,Johannes6,20 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. etwas anzutun.Er wusste,dass Johannes6,20 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. ein frommerund heiliger Mann6,20 heilig: Heilig ist in der Bibel alles, was zu Gott gehört und mit ihm in Verbindung steht. war.Er hielt seine schützende Hand über ihn.Was er von Johannes6,20 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. zu hören bekam,brachte ihn oft in große Verlegenheit.Dennoch hörte er ihm gerne zu.

21Aber es kam der Tag,dass die Gelegenheit für Herodias6,21 Herodias: Eine Nichte von Herodes dem Großen. Sie ließ Johannes den Täufer töten. günstig war:Herodes6,21 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. hatte Geburtstagund veranstaltete ein Festessenfür seine hohen Regierungsbeamten,die höchsten Offiziereund die angesehensten Bürger von Galiläa6,21 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene..22Da kam die Tochter von Herodias6,22 Herodias: Eine Nichte von Herodes dem Großen. Sie ließ Johannes den Täufer töten. hereinund tanzte.Herodes6,22 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr. und seine Gäste waren überwältigt.Der König sagte zu dem Mädchen:»Wünsche dir, was du willst –ich werde es dir geben.«23Er versprach ihr hoch und heilig,und zwar mehrfach:»Um was du mich auch bittest,ich werde es dir geben –und wenn es die Hälfte meines Königreichs ist.«

24Da ging das Mädchen hinausund fragte seine Mutter:»Was soll ich mir wünschen?«Die Mutter sagte:»Den Kopf von Johannes dem Täufer6,24 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. 25Eilig ging sie wieder zum Königund sagte ihm ihren Wunsch:»Ich will,dass du mir sofortden Kopf von Johannes dem Täufer6,25 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. auf einer Schale überreichst.«

26Der König war bestürzt.Aber weil er es vor seinen Gästenfeierlich versprochen hatte,wollte er ihr die Bitte nicht abschlagen.27Sofort schickte der König den Henker los.Er befahl ihm,den Kopf von Johannes6,27 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. zu bringen.Und er ging ins Gefängnisund schlug ihm den Kopf ab.28Und er brachte den Kopf von Johannes6,28 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. auf einer Schale.Und er gab ihn dem Mädchenund das Mädchen gab ihn seiner Mutter.

29Als die Jünger6,29 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. von Johannes6,29 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. davon erfuhren,kamen sie,holten seine Leicheund legten sie in eine Grabkammer6,29 Grabkammer: Tote wurden in Israel zur Zeit des Alten und Neuen Testaments meist in Grabkammern bestattet, die in den Felsen hineingehauen waren..

Jesus vollbringt weitere Wunder

6,30-52

Die Rückkehr der Jünger

Lukas 9,10
30Die Apostel6,30 Apostel: Wörtlich »Ausgesandter«. Jemand, der mit einem bestimmten Auftrag zu einem Adressaten geschickt wird. kamen zu Jesus zurück.Sie berichteten ihm alles,was sie getanund gelehrt hatten.31Und er sagte zu ihnen:»Kommt mit an einen ruhigen Ort,nur ihr allein,und ruht euch ein wenig aus.«Denn ständig kamenund gingen die Leuteund sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen.32So fuhren sie mit dem Bootan eine abgelegene Stelle,um für sich allein zu sein.

Jesus macht fünftausend Menschen satt

Matthäus 14,13-21; Lukas 9,11-17; Johannes 6,1-13
33Die Leute sahen,wie sie abfuhren,und viele erkannten,wo sie hinwollten.So strömten sie auf dem Landwegaus allen umliegenden Orten herbeiund kamen noch vor ihnen dorthin.34Als Jesus ausstieg,sah er die große Volksmengeund bekam Mitleid mit den Menschen.Sie waren wie Schafe,die keinen Hirten6,34 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. haben.Und er redete lange zu ihnen.

35So vergingen viele Stunden.Da kamen seine Jünger6,35 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu ihmund sagten:»Es ist eine einsame Gegend hierund es ist sehr spät.36Lass doch die Leute gehen.Dann können sie zu den umliegenden Höfenund in die Dörfer ziehen,und sich etwas zu essen kaufen.«37Aber Jesus antwortete ihnen:»Gebt ihr ihnen etwas zu essen.«Da sagten sie zu ihm:»Sollen wir etwa losgehenund für zweihundert Silbermünzen6,37 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. Brot6,37 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel kaufenund es ihnen zu essen geben?«38Jesus fragte sie:»Wie viele Brote6,38 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel habt ihr dabei?Geht und seht nach.«Als sie es herausgefunden hatten,sagten sie:»Fünf, und zwei Fische6,38 Fische: Fische hatten als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert für die Menschen im Land der Bibel.

39Und er ordnete an:»Alle sollen sich in Gruppenzum Essen im grünen Gras niederlassen.«40So lagerten sich die Leutein Gruppen zu hundert oder zu fünfzig.41Dann nahm Jesus die fünf Brote6,41 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel und die zwei Fische6,41 Fische: Fische hatten als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert für die Menschen im Land der Bibel..Er blickte zum Himmel6,41 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. aufund sprach das Dankgebet6,41 Dankgebet: In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott. .Dann brach er die Brote6,41 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel in Stückeund gab sie seinen Jüngern6,41 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. ,die sie verteilen sollten.Auch die zwei Fische6,41 Fische: Fische hatten als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert für die Menschen im Land der Bibel.ließ er an alle austeilen.

42Alle aßen und wurden satt.43Sie sammelten noch zwölf Körbe voll mit den Brot-6,43 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel und Fischresten6,43 Fische: Fische hatten als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert für die Menschen im Land der Bibel..44Es waren fünftausend Männer6,44 Männer: Gezählt wurden offensichtlich nur die Männer. Es ist aber davon auszugehen, dass auch viele Frauen und Kinder anwesend waren.,die von den Broten6,44 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel gegessen hatten.

Jesus geht über das Wasser

Matthäus 14,22-33; Johannes 6,16-21
45Sofort danach drängte Jesus seine Jünger6,45 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. ,in das Boot zu steigen.Sie sollten an die andere Seite des Sees6,45 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret.nach Betsaida6,45 Betsaida: Stadt nordöstlich des See Gennesaret und Heimatstadt der Jünger Petrus, Andreas und Philippus. vorausfahren.Er selbst wollte inzwischendie Volksmenge verabschieden.46Nachdem er sich von der Menge getrennt hatte,stieg er auf einen Berg,um zu beten.

47Als es dunkel wurde,war das Boot mitten auf dem See6,47 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret.und Jesus war allein an Land.48Da sah er,wie sich die Jünger6,48 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. beim Rudern abquälten,denn der Wind blies ihnen direkt entgegen.Um die vierte Nachtwache6,48 vierte Nachtwache: Nach römischem Brauch war die Nacht in vier »Nachtwachen« aufgeteilt. Die vierte ging von 3 bis 6 Uhr morgens. kam er zu ihnen.Er lief über den See6,48 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret.und wollte an ihnen vorübergehen.49Aber die Jünger6,49 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. erblickten ihn,wie er über den See6,49 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret. lief.Sie hielten ihn für ein Gespenstund schrien laut auf.50Denn sie sahen ihn alleund wurden von Furcht gepackt.Aber Jesus redete mit ihnenund sagte:»Erschreckt nicht.Ich bin es.Ihr braucht keine Angst zu haben.«

51Er stieg zu ihnen ins Bootund der Wind legte sich.Da waren die Jünger6,51 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. völlig fassungslos.52Denn trotz der wunderbaren Brotvermehrung6,52 Brotvermehrung: In Markus 6,33-44 wird berichtet, wie Jesus mehr als 5000 Menschen satt gemacht hat.hatten sie nichts verstanden.Ihre Herzen waren wie verschlossen6,52 Verstockung: Der Begriff beschreibt den Zustand eines Menschen, der gegenüber Gott und seinem Willen verschlossen ist. .

Jesus heilt Kranke in Gennesaret

Matthäus 14,34-36
53Jesus und die Jünger6,53 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. setzten die Überfahrt fortund legten in Gennesaret6,53 Gennesaret, Ort: Der Ort liegt am Westufer des gleichnamigen Sees Gennesaret südwestlich von Kafarnaum. an.54Als sie aus dem Boot stiegen,erkannten ihn die Leute sofort.55Sie liefen in der ganzen Gegend überall hin,um die Kranken zu holen.Sie brachten sie auf ihren Matten6,55 Matte: Zur Zeit von Jesus schliefen die meisten Menschen lediglich auf einer geflochtenen Strohmatte. dorthin,wo sie hörten,dass Jesus war.56Wo Jesus auch hinkam,in Dörfer, Städte oder Bauernhöfe:Sie legten die Kranken auf den Plätzen nieder.Dort flehten sie ihn an:»Lass uns nur die Quasten6,56 Quasten: Fäden aus Wolle, die durch ein Loch im Gewand gezogen und dann verknotet wurden, sodass die Fäden sichtbar herunterhingen. deines Mantels berühren.«Und wer immer ihn berührte,wurde gesund.
7

Die Verständnislosigkeit der jüdischen Autoritäten und das Wirken von Jesus unter den Heiden

7,1–8,21

Gottes Gebote und menschliche Vorschriften

Matthäus 15,1-9
71Einmal kamen die Pharisäer7,1 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. bei Jesus zusammen,dazu einige Schriftgelehrte7,1 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. aus Jerusalem7,1 Jerusalem: Hauptstadt des Königreichs Juda und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David. .2Sie sahen,wie einige seiner Jünger7,2 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. mit unreinen7,2 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. Händen Brot7,2 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel aßen –das heißt:ihre Hände waren ungewaschen7,2 ungewaschen: Gemeint ist eine Waschung, die im übertragenen Sinn für den Gottesdienst »rein« macht..

3Die Pharisäer7,3 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und überhaupt alle Juden7,3 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. essen nicht,wenn sie nicht ihre Händemit einer Handvoll Wasser gewaschen haben.So halten sie die Vorschriften7,3 Vorschriften: Gemeint sind die entsprechenden Vorschriften zur Reinheit im Mose-Gesetz. der Vorfahren ein.4Und wenn sie vom Markt kommen,essen sie nicht,wenn sie kein Bad genommen haben7,4 haben: Wörtlich: »Wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, bevor sie sich nicht untergetaucht haben.«.So gibt es noch viele andere Vorschriften,an denen sie festhalten.Sie waschen auch ihre Becher7,4 Becher: Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. , Krüge7,4 Krüge: Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt.,Kupferschüsseln7,4 Kupferschüssel: Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch. und Matten7,4 Matte: Zur Zeit von Jesus schliefen die meisten Menschen lediglich auf einer geflochtenen Strohmatte..

5Die Pharisäer7,5 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm. und die Schriftgelehrten7,5 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst. fragten Jesus:»Warum halten sich deine Jünger7,5 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. nichtan die Vorschriften7,5 Vorschriften: Gemeint sind die entsprechenden Vorschriften zur Reinheit im Mose-Gesetz. der Vorfahren,sondern essen das Brot7,5 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel mit unreinen7,5 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. Händen?«6Aber Jesus sagte zu ihnen:»Was Jesaja7,6 Jesaja: Er wirkte um 700 v. Chr. als Prophet und verkündete den Menschen den Willen Gottes. , der Prophet7,6 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.,über euch Heuchler gesagt hat,stimmt genau!In seinem Buch steht7,6 steht: Jesus zitiert an dieser Stelle aus dem Alten Testament Jesaja 29,13.:›Dieses Volk ehrt mich mit seinen Lippen,aber im Herzen ist es weit weg von mir.7Ihre ganze Verehrung ist sinnlos.Denn die Lehren, die sie verbreiten,sind Gebote von Menschen.‹8Gottes Gebote7,8 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. schiebt ihr beiseiteund haltet an Vorschriften von Menschen fest.«

9Weiter sagte er zu ihnen:»Ihr seid sehr geschickt darin,Gottes Gebote7,9 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose. für ungültig zu erklären.So setzt ihr eure eigenen Vorschriften in Kraft.10Mose7,10 Mose: Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament. hat gesagt7,10 gesagt: Jesus zitiert an dieser Stelle ein Gebot aus den Zehn Geboten (vgl. 2. Mose/Exodus 20,12).:Ehre7,10 Eltern ehren: Gemeint ist auch das Sorgen für die Eltern, wenn sie alt geworden sind. deinen Vater und deine Mutter.‹Weiter heißt es7,10 es: In Kapitel 20 des Buchs 3. Mose/Levitikus werden Vergehen aufgelistet, die als besonders schrecklich eingestuft werden. Zu diesen Vergehen gehört das Verfluchen der eigenen Eltern (vgl. 3. Mose/Levitikus 20,9).:›Wer Vater und Mutter verflucht,soll mit dem Tod bestraft werden.‹11Ihr dagegen behauptet:Wenn jemand zu Vater und Mutter sagt:Korban7,11 Korban: Das Wort bezeichnet im Alten Testament ein Opfer, das Gott dargebracht wurde.‹ –das bedeutet:›Die Unterstützung,die ich euch schulde,soll dem Tempelschatz zugutekommen‹ –,12dann braucht er für den Vater und die Mutternichts mehr tun.13So setzt ihr das Wort Gottes außer Kraftfür eure eigenen Vorschriften,die ihr weitergebt.Und so macht ihr es immer wieder.«

Was unrein macht

Matthäus 15,10-15
14Dann rief Jesus die ganze Volksmenge wieder zu sich.Er sagte zu ihnen:»Hört mir alle zuund versteht mich richtig!15Nicht das,was von außen in den Menschen hineinkommt,kann ihn unrein7,15 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. machen.Sondern das,was aus dem Menschen herauskommt,macht den Menschen unrein7,15 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen.16[…]7,16 […]: Einige spätere Handschriften fügen hinzu: »Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören.«

17Als Jesus von der Volksmenge wegnach Hause7,17 Haus von Jesus: Es handelt sich vermutlich um das Haus von Simon und Andreas (vgl. Markus 1,29). Es befand sich in der Stadt Kafarnaum und diente Jesus und seinen Jüngern immer wieder als Ausgangspunkt (vgl. Markus 9,33). gegangen war,fragten ihn seine Jünger nach den rätselhaften Worten.18Und er sagte zu ihnen:»Also habt auch ihr nichts begriffen?Versteht ihr denn nicht:Alles, was von außen in den Menschen hineinkommt,kann ihn nicht unrein7,18 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen. machen.19Denn es kommt nicht in sein Herz,sondern in seinen Magen.Dann wird es vom Körper wieder ausgeschieden.«Damit erklärte Jesus alle Speisen für rein7,19 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen..

20Weiter sagte er:»Das, was aus dem Menschen herauskommt,das macht den Menschen unrein7,20 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen..21Denn alle bösen Gedanken kommen von innen,aus dem Herzen des Menschen:sexuelles Fehlverhalten, Diebstahl, Mord,22Ehebruch, Habgier, Bosheit,Betrug, Zügellosigkeit, Neid,Lästerung, Überheblichkeit und Unvernunft.23Alle diese bösen Dingekommen aus dem Inneren des Menschenund machen ihn unrein7,23 rein, unrein: Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen.

Eine nichtjüdische Frau vertraut Jesus

Matthäus 15,21-28
24Von dort7,24 dort: Vermutlich befand sich Jesus zu diesem Zeitpunkt in der Nähe des Ortes Gennesaret (vgl. Markus 6,53). brach er aufund ging in das Gebiet von Tyrus7,24 Tyrus: Hauptstadt der Phönizier am Mittelmeer, nördlich von Israel (Libanon)..Er zog sich in ein Haus7,24 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. zurückund wollte nicht,dass es bekannt wird.Aber es war nicht möglich,es geheim zu halten.25Im Gegenteil:Sogleich hörte eine Frau von ihm.Sie hatte eine Tochter,die von einem bösen Geist7,25 böser Geist: Eine dämonische Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. beherrscht wurde.Sie kam und warf sich vor ihm nieder.26Die Frau war eine Griechin,die in Syrophönizien7,26 Syrophönizien: Gemeint ist die Gegend um die Städte Tyrus und Sidon (das Land Phönizien), die zur Zeit von Jesus politisch nicht mehr selbständig waren und zur römischen Provinz Syrien gehörten. zu Hause war.Und sie bat ihn:»Treib meiner Tochter den Dämon7,26 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. aus!«27Jesus antwortete ihr:»Lass zuerst die Kinder7,27 Kinder: Gemeint ist das Volk Israel. Jesus muss zuerst zu dem Volk Israel gehen, um es zur Umkehr zu Gott aufzurufen. satt werden.Es ist nicht richtig,den Kindern das Brot7,27 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel wegzunehmenund es den Hunden vorzuwerfen.«28Darauf antwortete sie ihm:»Herr! Aber unter dem Tischfressen auch die Hundevon den Krümeln der Kinder.«29Da sagte Jesus zu ihr:»Wegen dieser Antwort sage ich dir:Geh nach Hause!Der Dämon7,29 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. hat deine Tochter verlassen.«30Sie kehrte nach Hause zurückund fand das Kind:Es lag auf dem Bettund der Dämon7,30 Dämon: Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt dabei einen Menschen völlig in Besitz. hatte es verlassen.

Jesus heilt einen Taubstummen

Matthäus 15,29-31
31Danach verließ Jesus die Gegend von Tyrus7,31 Tyrus: Hauptstadt der Phönizier am Mittelmeer, nördlich von Israel (Libanon). wieder.Er kam über Sidon7,31 Sidon: Eine alte und bedeutende Hafenstadt in Phönizien. zum See7,31 Gennesaret, See: Die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas berichten v. a. über das Wirken von Jesus in der Gegend um den See Gennesaret. von Galiläa7,31 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.,mitten ins Gebiet der Zehn Städte7,31 Zehn Städte: Zur Zeit des Neuen Testaments ein Verbund aus ursprünglich zehn Städten (Dekapolis). .

32Da brachten Leute einen Taubstummen zu ihm.Sie baten Jesus:»Leg ihm deine Hand auf.«33Und Jesus führte ihn ein Stückvon der Volksmenge weg.Er legte seine Finger in die Ohren des Taubstummenund berührte dessen Zunge mit Speichel7,33 Speichel: In bestimmten Situationen gebrauchte Jesus Speichel zu Heilungszwecken (vgl. Markus 7,33 bei einem Taubstummen; Markus 8,23; Johannes 9,6 bei einem Blinden)..34Dann blickte er zum Himmel7,34 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. auf,seufzte und sagte zu ihm: »Effata!«Das heißt: »Öffne dich!«35Und sofort öffneten sich seine Ohren,seine Zunge löste sichund er konnte normal sprechen.36Und Jesus schärfte ihnen ein,nichts davon weiterzuerzählen.Aber je mehr er darauf bestand,desto mehr machten sie es bekannt.

37Die Leute gerieten außer sich vor Staunenund sagten:»Wie gut ist alles, was er getan hat.Er macht,dass die Tauben hörenund dass die Stummen reden können.«
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Jesus macht viertausend Menschen satt

Matthäus 15,32-39
81Zu dieser Zeit war wieder eine große Volksmenge bei Jesus zusammengekommen.

Da die Menschen nichts zu essen hatten,rief Jesus die Jünger8,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu sich.Er sagte zu ihnen:2»Die Volksmenge tut mir leid.Sie sind nun schon drei Tage bei mirund haben nichts zu essen.3Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke,werden sie unterwegs zusammenbrechen –denn einige sind von weit her gekommen.«4Seine Jünger8,4 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. antworteten ihm:»Wo soll in dieser einsamen Gegend das Brot8,4 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel herkommen,um diese Leute satt zu machen?«5Und er fragte sie:»Wie viele Brote8,5 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel habt ihr?«Sie antworteten:»Sieben.«

6Und er forderte die Volksmenge auf,sich auf dem Boden niederzulassen.Dann nahm er die sieben Brote8,6 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel .Er dankte Gott, brach sie in Stückeund gab sie seinen Jüngern8,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zum Verteilen.Und die Jünger8,6 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. teilten das Brot8,6 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel an die Volksmenge aus.7Sie hatten auch noch einige kleine Fische8,7 Fische: Fische hatten als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert für die Menschen im Land der Bibel..Jesus sprach das Segensgebet8,7 Segen, segnen: Besondere Zuwendung Gottes zu seinen Geschöpfen, durch die er ihnen Kraft, Leben und Wohlergehen schenkt. über sieund ließ sie ebenfalls austeilen.8Die Menschen aßen und wurden satt.Danach sammelten sie die Resteund füllten damit sieben Körbe.9Es waren etwa viertausend Menschen.Jetzt schickte Jesus sie nach Hause.

10Gleich darauf stieg Jesus mit seinen Jüngern8,10 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. in ein Bootund fuhr in die Gegend von Dalmanuta8,10 Dalmanuta: Ein sonst unbekannter Ort, der vermutlich am westlichen Ufer des See Gennesaret lag. .

Die Pharisäer fordern von Jesus ein Wunderzeichen

Matthäus 16,1-4
11Da kamen die Pharisäer8,11 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm..Sie fingen an,mit ihm zu diskutieren,und forderten von ihm ein Zeichen8,11 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. seiner göttlichen Vollmacht.Damit wollten sie ihn auf die Probe stellen.

12Jesus seufzte tief und sagte:»Warum fordert diese ganze Generation8,12 Generation: Anspielung auf die Zeitgenossen Noahs, die für ihre Bosheit durch die Sintflut bestraft wurden (1. Mose/Genesis 6,9-12). Aber auch eine Anspielung auf die Zeitgenossen von Mose, die immer wieder gegen Gottes Gebote verstießen (Psalm 95,10). Zeichen8,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. ?Amen8,12 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Ich werde dieser Generation8,12 Generation: Anspielung auf die Zeitgenossen Noahs, die für ihre Bosheit durch die Sintflut bestraft wurden (1. Mose/Genesis 6,9-12). Aber auch eine Anspielung auf die Zeitgenossen von Mose, die immer wieder gegen Gottes Gebote verstießen (Psalm 95,10).ganz bestimmt kein Zeichen8,12 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. geben.«13Und er ließ sie stehen,stieg wieder ins Bootund fuhr ans andere Seeufer.

Die Jünger verstehen Jesus nicht

Matthäus 16,5-12
14Die Jünger8,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. hatten vergessen,Brote8,14 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel zu besorgen.Deshalb hatten sie nur ein einziges Brot8,14 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel bei sich im Boot.15Und Jesus schärfte ihnen ein:»Nehmt euch in Acht,hütet euch vor dem Sauerteig8,15 Sauerteig: Eine kleine Menge gegorener Teig, der beim Brotbacken nötig ist, damit der Teig zu einem großen Laib »aufgeht«. der Pharisäer8,15 Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Gesetze sehr ernst nahm.und vor dem Sauerteig8,15 Sauerteig: Eine kleine Menge gegorener Teig, der beim Brotbacken nötig ist, damit der Teig zu einem großen Laib »aufgeht«. von Herodes8,15 Herodes Antipas: Sohn von Herodes dem Großen und Herrscher über Galiläa und Peräa in der Zeit von 4 v.–39 n. Chr.16Aber sie machten sich nur Gedanken darüber,dass sie kein Brot8,16 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel hatten.

17Jesus merkte dasund sagte zu ihnen:»Warum macht ihr euch Gedanken darüber,dass ihr kein Brot8,17 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel habt?Versteht ihr immer noch nicht?Begreift ihr denn gar nichts?Sind eure Herzen so fest verschlossen?18Ihr habt doch Augen – seht ihr denn nichts?Ihr habt doch Ohren – hört ihr denn nichts?Erinnert ihr euch noch daran,19wie ich fünf Brote8,19 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel unter fünftausend Menschen ausgeteilt habe?Wie viele Körbe habt ihr mit den Resten gefüllt?«Sie antworteten ihm:»Zwölf.«20»Und als ich sieben Brote8,20 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel unter viertausend ausgeteilt habe?Wie viele Körbe habt ihr da mit Resten gefüllt?«Sie antworteten ihm:»Sieben.«21Da sagte Jesus zu ihnen:»Begreift ihr denn immer noch nichts?«

Nachfolge auf dem Weg des Leidens

8,22–10,52

Das Kreuz wirft seinen Schatten voraus

8,22–9,29

Jesus heilt einen Blinden

22Und Jesus und seine Jünger8,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. kamen nach Betsaida8,22 Betsaida: Stadt nordöstlich des See Gennesaret und Heimatstadt der Jünger Petrus, Andreas und Philippus. .Dort brachten die Leute einen Blinden zu ihm.Sie baten Jesus:»Berühre ihn!«

23Und er nahm den Blinden bei der Handund führte ihn aus dem Dorf heraus.Dann spuckte8,23 Speichel: In bestimmten Situationen gebrauchte Jesus Speichel zu Heilungszwecken (vgl. Markus 7,33 bei einem Taubstummen; Markus 8,23; Johannes 9,6 bei einem Blinden). Jesus ihm auf die Augen,legte seine Hände daraufund fragte ihn:»Was siehst du?«24Er blickte auf und antwortete:»Ich sehe Menschen.Sie sehen aus wie Bäume,die herumgehen.«25Noch einmal legte Jesus ihmdie Hände auf seine Augen.Da konnte er klar sehen.Er war geheiltund konnte alles deutlich erkennen.

26Jesus schickte ihn nach Hause und sagte:»Geh aber nicht in das Dorf hinein.«

Petrus spricht aus, wer Jesus ist

Matthäus 16,13-20; Lukas 9,18-21
27Jesus zog mit seinen Jüngern8,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. weiterin die Dörfer bei Cäsarea Philippi8,27 Cäsarea Philippi: Stadt am südlichen Abhang des Hermongebirges, im Norden vom Land der Bibel. .Unterwegs fragte er sie:»Für wen halten mich eigentlich die Leute?«28Sie antworteten ihm:»Manche halten dich für Johannes8,28 Johannes der Täufer: Gemeint ist der wieder auferstandene Täufer; vgl. den Bericht von seiner Hinrichtung in Markus 6,17-29. den Täufer8,28 Johannes der Täufer: Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor. ,andere für Elija8,28 Elija: Prophet aus der Frühzeit des Volkes Israel. Er lebte im 9. Jahrhundert v. Chr.und wieder andere für einen8,28 einen: Gemeint ist einer der Propheten, wie sie im Alten Testament von Gott zu den Menschen gesandt wurden (vgl. Markus 6,15). der Propheten8,28 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.29Da fragte er sie:»Und für wen haltet ihr mich?«Petrus antwortete ihm:»Du bist der Christus8,29 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. 30Und er schärfte ihnen ein,mit niemandem darüber zu reden.

Jesus kündigt zum ersten Mal seinen Tod an

Matthäus 16,21-23; Lukas 9,22
31Danach erklärte Jesus seinen Jüngern8,31 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zum ersten Mal,was Gott mit ihm vorhatte:»Der Menschensohn8,31 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. wird viel leiden müssen.Die Ratsältesten8,31 Ratsälteste, Ratsmitglieder: