BasisBibel NT+Ps (BB)
13

Die Rede von Jesus über die Endzeit

13,1-37

Jesus kündigt die Zerstörung des Tempels an

Matthäus 24,1-2; Lukas 21,5-6
131Als Jesus den Tempel13,1 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. verließ,sagte einer seiner Jünger13,1 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu ihm:»Lehrer13,1 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde., sieh doch,was für Steine und was für Bauwerke!«2Da sagte Jesus zu ihm:»Du bewunderst diese mächtigen Bauwerke?Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben.Es wird alles zerstört werden.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Wann kommt das Ende?

Matthäus 24,3-8; Lukas 21,7-11
3Jesus ging auf den Ölberg13,3 Ölberg: Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem.und setzte sich genau gegenüber vom Tempel13,3 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes..Nur Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas waren bei ihm.Sie fragten ihn:4»Sag uns,wann wird das13,4 das: Gemeint ist die Zerstörung des Tempels (vgl. Vers 2). sein?Und an welchen Zeichen erkennen wir,dass das Ende13,4 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. von allem bevorsteht?«

5Jesus antwortete ihnen:»Passt auf,dass euch niemand in die Irre führt.6Viele werden unter meinem Namen auftretenund behaupten:›Ich bin es.‹Damit werden sie viele Menschenin die Irre führen.

7Erschreckt nicht,wenn ihr von Kriegenund Kriegsgerüchten hört.Das muss so geschehen.Aber das ist noch nicht das Ende13,7 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit..8Denn ein Volk wird gegen das andere kämpfenund ein Reich das andere angreifen.An vielen Orten wird es Erdbebenund Hungersnöte geben.Doch das ist erst der Anfang der Geburtswehen13,8 Geburtswehen: Damals verbreitetes Bild für eine Schreckenszeit, die dem Kommen des von Gott gesandten Retters vorausgeht.

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Standhalten in Verfolgung

Matthäus 24,9-14; Lukas 21,12-19
9»Ihr selbst aber müsst aufpassen:Man wird euch an die Gerichte13,9 Synagogengericht: Ein örtliches Gericht, das in der Synagoge tagte. ausliefern,die in den Synagogen13,9 Synagoge: Versammlungsstätte jüdischer Gemeinden. tagen,und euch dort auspeitschen lassen.Ihr werdet vor hohen Regierungsbeamtenund Königen stehen müssen,weil ihr euch zu mir bekennt.Auch vor ihnen sollt ihr als Zeugen für mich auftreten.10Es ist Gottes Wille,dass die Gute Nachricht13,10 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. zu allen Völkern gebracht wird,bevor das Ende kommt.11Und wenn sie euch verhaftenund an die Gerichte ausliefern,dann macht euch vorher keine Sorgen darüber,was ihr sagen sollt.Sondern sagt,was euch in dem Augenblick einfällt.Denn nicht ihr werdet dann reden,sondern der Heilige Geist13,11 Geist Gottes, Heiliger Geist: Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt..

12Ein Bruder wird den anderen dem Henker ausliefernund ein Vater seine Kinder.Kinder werden sich gegen ihre Eltern stellenund sie in den Tod schicken.13Alle werden euch hassen,weil ihr euch zu mir bekennt.Aber wer bis zum Ende13,13 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. standhält,wird gerettet werden.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Die Zeit der Not, bevor der Menschensohn kommt

Matthäus 24,15-28; Lukas 21,20-24; Lukas 17,23
14»Ihr werdet sehen,dass das ›Scheusal der Entweihung13,14 Scheusal der Entweihung: Götzenbild, das den Tempel entweiht. Steht hier zugleich für den Antichrist, der vor dem Ende der Welt gegen Christus kämpft (vgl. Daniel 9,27 und Daniel 12,11).‹ dort steht,wo es nicht stehen darf –wer das liest, soll überlegen,was es bedeutet!Wenn das geschieht,dann sollen die Einwohner von Judäa13,14 Juda/Judäa: Der südliche Teil des Landes, in dem das Volk Israel lebte. in die Berge fliehen.15Wer gerade auf dem Dach13,15 Dach: Dächer bestanden zur Zeit des Neuen Testaments aus mehreren Lagen Reisig und Putz. ist,soll nicht erst hinuntersteigen und ins Haus13,15 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. gehen,um noch etwas von dort zu holen.16Und wer gerade auf dem Feld ist,soll nicht zurücklaufen13,16 zurücklaufen: Gemeint ist die Stelle, an der er mit seiner Arbeit begonnen und dazu den Mantel abgelegt hat.,um noch seinen Mantel13,16 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. zu holen.17Wie schrecklich wird diese Zeit für die Frauen sein,die gerade ein Kind erwarten oder stillen!

18Betet13,18 Gebet: Reden des Menschen mit Gott. darum,dass es nicht Winter ist,wenn das geschieht.19Denn eine so schreckliche Not wie in diesen Tagenhat es von allem Anfang an,als Gott die Welt geschaffen hat,bis heute noch nie gegebenund wird es auch bis zu dieser Zeit nicht geben.20Wenn der Herr diese schreckliche Zeit nicht verkürzen würde,dann könnte kein Mensch gerettet werden.Aber er wird diese Zeit verkürzen– denen zuliebe, die er erwählt hat.

21Und wenn jemand zu euch sagt:›Seht her, hier ist der Christus13,21 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. !‹,oder: ›Seht her, dort ist er!‹,dann glaubt es nicht.22Denn mancher falsche Christus13,22 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. und mancher falsche Prophet13,22 falscher Prophet: Mensch, der vorgibt, im Auftrag Gottes zu reden, und so seine Mitmenschen zu falschem Tun verführt. wird auftreten.Sie werden Zeichen und Wunder13,22 Wunder, Zeichen: Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen. tun.So wollen sie möglichst auch die Menschen in die Irre führen,die von Gott erwählt sind.23Passt also auf!Ich habe euch alles vorhergesagt.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Der Menschensohn kommt

Matthäus 24,29-31; Lukas 21,25-28
24»Aber dann, nach dieser schrecklichen Zeit,wird sich die Sonne verdunkeln,und der Mond wird nicht mehr scheinen.25Die Sterne werden vom Himmel13,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. fallen,und die Ordnung des Himmels13,25 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. wird erschüttert werden13,25 werden: In Jesaja 13 wird beschrieben, wie Gott in einem großen Gerichtstag die Völker zur Verantwortung für ihr Handeln ziehen wird. Der große Gerichtstag kommt unausweichlich und wird von kosmischen Ereignissen begleitet (Jesaja 13,10). Ähnliches kündigt auch der Prophet Joel für die Feinde des Volkes Israel an (vgl. Joel 4,14-15)..

26Dann werden alle es sehen:Der Menschensohn13,26 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. kommt auf den Wolkenmit großer Macht und Herrlichkeit13,26 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor..27Dann wird er die Engel13,27 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. ausschicken,um die Menschen zusammenzubringen,die von Gott erwählt sind.Aus allen vier Himmelsrichtungen kommen sie herbei,vom äußersten Rand der Erdebis zum äußersten Rand des Himmels13,27 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Das Gleichnis vom Feigenbaum

Matthäus 24,32-36; Lukas 21,29-33
28»Nehmt den Feigenbaum13,28 Feigen: Feigen gehörten für die Menschen im Land der Bibel zu den Grundnahrungsmitteln. als Gleichnis13,28 Gleichnis: Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen.,an dem ihr etwas lernt.Wenn seine Zweige frisch austreibenund Blätter bekommen,dann wisst ihr:Der Sommer ist bald da.29So ist es auch mit euch:Wenn ihr seht,dass das alles geschieht,dann wisst ihr:Das Ende13,29 Ende: Bezeichnet zugleich das Ende des Lebens und das Ende der Zeit. ist nahe.Der Menschensohn13,29 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. steht vor der Tür.

30Amen13,30 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Diese Generation wird nicht sterben,bevor dies alles geschieht.31Himmel13,31 Himmel: Meint den gesamten Luftraum. Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. und Erde werden vergehen,aber meine Worte vergehen nicht13,31 Worte vergehen nicht: Gemeint ist: Meine Worte gelten für immer..32An welchem Tag oder zu welcherStunde das13,32 das: Bezieht sich auf das Ende dieser Zeit und das Kommen des Menschensohnes (vgl. Vers 29). sein wird,weiß niemand,auch nicht die Engel13,32 Engel: Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes. im Himmel,nicht einmal der Sohn13,32 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.,sondern nur der Vater.«

Die Rede von Jesus über die Endzeit: Bleibt wach!

Matthäus 25,13-15; Matthäus 24,42.44; Lukas 19,12-13; Lukas 12,38-40
33»Passt auf!Seid wachsam!Denn ihr wisst nicht,wann der Zeitpunkt da ist.

34Es ist wie bei einem Mann,der auf Reisen ging.Er verließ sein Haus13,34 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.und übertrug seinen Knechten die Verantwortung.Jedem teilte er seine Arbeit zu.Dem Wächter an der Tür befahl er:›Bleib wach!‹

35Bleibt also wach!Denn ihr wisst nicht,wann der Hausherr kommt:spät am Abend, um Mitternacht,beim Hahnenschrei13,35 Hahnenschrei: Nach römischem Brauch wurde die Nacht in vier Nachtwachen aufgeteilt. Hier ist die dritte gemeint; sie ging von 24 bis 3 Uhr. oder früh am Morgen.36Wenn er plötzlich kommt,soll er euch doch nicht im Schlaf überraschen.

37Was ich euch13,37 euch: Angeredet sind die Jünger Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas (vgl. Vers 3). sage,das sage ich allen:Bleibt wach!«
14

Leiden, Sterben und Auferstehung von Jesus

14,1–15,47

Pläne gegen Jesus

Matthäus 26,1-5; Lukas 22,1-2; Johannes 11,45-53
141Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest14,1 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.und dem Fest der Ungesäuerten Brote14,1 Fest der Ungesäuerten Brote: Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen..Die führenden Priester14,1 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. und die Schriftgelehrten14,1 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.suchten nach einer Möglichkeit,Jesus heimlich zu verhaftenund dann umzubringen.2Aber sie sagten sich:»Auf gar keinen Fall während des Festes,damit es keine Unruhe im Volk gibt.«

Jesus wird gesalbt

Matthäus 26,6-13; Johannes 12,1-8
3Jesus war in Betanien14,3 Betanien: Betanien liegt drei Kilometer südöstlich von Jerusalem auf der Ostseite des Ölbergs. .Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen14,3 Aussatz: Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten. .Als er sich zum Essen niedergelassen hatte,kam eine Frau herein.Sie hatte ein Fläschchen14,3 Fläschchen: Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt. mit Salböl14,3 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. dabei.Es war reines kostbares Nardenöl14,3 Nardenöl: Kostbares Öl, das aus den getrockneten Wurzeln und Stängeln der Narde gewonnen wird, einer Pflanze, die nur im Himalaya wächst..Sie brach das Fläschchen14,3 Fläschchen: Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt. aufund träufelte Jesus das Salböl14,3 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. auf den Kopf.

4Einige ärgerten sich darüberund sagten zueinander:»Wozu verschwendet sie das Salböl14,4 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen.?5Das Salböl14,5 salben, Salbung: Eine Salbung wurde durch Einreiben oder Begießen des Kopfes und Leibes mit Öl (Olivenöl) vorgenommen. war mehr als dreihundert Silberstücke14,5 Silbermünze, Silberstück: Zur Zeit des Neuen Testaments ist eine Silbermünze der übliche Tageslohn eines Lohnarbeiters. wert.Man hätte es verkaufen könnenund das Geld den Armen geben.«Sie überschütteten die Frau mit Vorwürfen.

6Aber Jesus sagte:»Lasst sie doch!Warum macht ihr der Frau das Leben schwer?Sie hat etwas Gutes an mir getan.7Es wird immer Arme bei euch geben,und ihr könnt ihnen helfen,sooft ihr wollt.Aber mich habt ihr nicht für immer bei euch.8Die Frau hat getan, was sie konnte:Sie hat meinen Körper im Vorausfür mein Begräbnis14,8 Begräbnis: In Markus 16,1 wird beschrieben, wie die Frauen, die Jesus nachgefolgt waren, zu seinem Grab gingen, um die Totensalbung vorzunehmen. gesalbt.9Amen14,9 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Überall in der Welt,wo die Gute Nachricht14,9 Gute Nachricht: Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«. weitergesagt wird,wird auch erzählt werden,was sie getan hat.So wird man sich immer an sie erinnern.«

Judas wird zum Verräter

Matthäus 26,14-16; Lukas 22,3-6
10Judas Iskariot, einer der Zwölf14,10 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren.,ging zu den führenden Priestern14,10 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte..Er wollte ihnen Jesus in die Hände liefern.11Als sie das hörten,waren sie hoch erfreutund versprachen,ihm Geld dafür zu geben.Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit,um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.

Vorbereitungen zum Passamahl

Matthäus 26,17-19; Lukas 22,7-13
12Es war der erste Tag vom Fest der Ungesäuerten Brote14,12 Fest der Ungesäuerten Brote: Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen..Das ist der Tag,an dem man die Passalämmer14,12 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. schlachtete.Da sagten die Jünger14,12 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zu Jesus:»Wo sollen wir hingehenund das Passamahl14,12 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. für dich vorbereiten?«13Jesus schickte zwei seiner Jünger14,13 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. los.Er sagte zu ihnen:»Geht in die Stadt14,13 Stadt: Gemeint ist Jerusalem..Dort werdet ihr einem Menschen begegnen,der einen Wasserkrug14,13 Wasserkrug: Flüssigkeiten wie Öl, Wein oder Wasser wurde meist in großen Tonkrügen aufbewahrt und dann je nach Bedarf in kleinere Krüge oder Flaschen abgefüllt. trägt.Folgt ihm!14Wenn er ein Haus14,14 Haus: Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war. betritt,sagt zu dem Eigentümer:›Der Lehrer14,14 Lehrer: Ehrende Anrede für die Schriftgelehrten, die auch Jesus gegenüber gebraucht wurde. lässt fragen:Wo ist der Raum,in dem ich mit meinen Jüngern14,14 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. das Passamahl14,14 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. feiern kann?‹15Er wird euch einen großen Raum im ersten Stock zeigen.Der ist mit Polstern ausgestattetund für das Fest hergerichtet.Dort bereitet alles für uns vor.«

16Da machten sich die Jünger14,16 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. auf den Wegund gingen in die Stadt.Sie fanden alles genau so,wie Jesus es ihnen gesagt hatte.Und sie bereiteten das Passamahl14,16 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. vor.

Jesus feiert mit seinen zwölf Jüngern das Passamahl

Matthäus 26,20-30; Lukas 22,14-23
17Als es Abend geworden war,kam Jesus mit den zwölf Jüngern14,17 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. dorthin14,17 dorthin: Jesus feiert das Passafest mit seinen Jüngern in einem bestimmten Haus in Jerusalem (vgl. Markus 16,13-16)..

18Während sie am Tisch lagen14,18 am Tisch liegen: Bei festlichen Anlässen folgten die Juden zur Zeit von Jesus der griechisch-römischen Sitte und aßen im Liegen. und aßen,sagte Jesus:»Amen14,18 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Einer von euch wird mich verraten,einer, der hier mit mir isst.«19Die Jünger14,19 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. waren tief betroffen.Einer nach dem anderen fragte Jesus:»Doch nicht etwa ich?«20Jesus antwortete ihnen:»Es ist einer von euch zwölf –der sein Brot14,20 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel mit mir in die Schale14,20 Schale: Schalen waren im Land der Bibel als Haushaltsgefäße für vielfältige Zwecke im Gebrauch. taucht.21Der Menschensohn14,21 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. muss sterben.So ist es in den Heiligen Schriften14,21 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. angekündigt.Wie schrecklich für den Menschen,der den Menschensohn14,21 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. verrät.Er wäre besser nie geboren worden.«

22Beim Essen nahm Jesus ein Brot14,22 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel .Er lobte Gottund dankte ihm dafür.Dann brach er das Brot14,22 Brot: Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der Bibel in Stückeund gab es seinen Jüngern14,22 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. .Er sagte:»Nehmt, das ist mein Leib.«

23Dann nahm er den Becher14,23 Becher: Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren. .Er sprach das Dankgebet14,23 Dankgebet: In der jüdischen Familie eröffnet der Hausvater die Mahlzeit mit dem Dank an Gott. ,gab ihn seinen Jüngern14,23 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. und sie tranken alle daraus.24Und Jesus sagte zu ihnen:»Das ist mein Blut14,24 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. .Es steht für den Bund14,24 Bund: Eine gegenseitige Verpflichtung zwischen zwei Partnern, die durch einen förmlichen Vertrag geregelt sein kann. ,den Gott mit den Menschen schließt.Mein Blut14,24 Blut: Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann. wird für die vielen vergossen werden.25Amen14,25 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich euch:Ich werde nun keinen Wein14,25 Wein: Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand. mehr trinken.Erst an dem Tag werde ich neu davon trinken,wenn Gott sein Reich14,25 Reich Gottes: Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. vollendet hat14,25 hat: Wörtlich lautet der Vers: »Ich werde nun keinen Wein mehr trinken bis zu dem Tag, an dem ich neu davon trinke, wenn Gott sein Reich vollendet hat.«

26Jesus und seine Jünger14,26 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. sangen die Dankpsalmen14,26 Dankpsalmen: Nach dem Passamahl werden die Psalmen 114–118 gesungen..Dann gingen sie hinaus zum Ölberg14,26 Ölberg: Ein Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem..

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

Matthäus 26,69-75; Lukas 22,56-62; Johannes 18,15-18.25-27
27Jesus sagte zu seinen Jüngern14,27 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :»Ihr werdet euch alle von mir abwenden,wie es in den Heiligen Schriften14,27 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. steht14,27 steht: Jesus bezieht an dieser Stelle eine Aussage des Propheten Sacharja (vgl. Sacharja 13,7) auf sich und das Verhalten seiner Jünger während seiner Verhaftung und Hinrichtung, die nun unmittelbar bevorsteht.:›Ich werde den Hirten14,27 Hirt: Verantwortlich für den Schutz und Bestand der Herde. Im alten Orient steht das Hirtenbild für den König oder für Gott. töten,und die Schafe werden auseinanderlaufen.‹28Aber nach meiner Auferstehung vom Todwerde ich euch nach Galiläa14,28 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene. vorausgehen.«

29Aber Petrus widersprach ihm:»Auch wenn sie sich alle von dir abwenden –ich nicht.«30Jesus antwortete ihm:»Amen14,30 Amen: Das hebräische Wort hat den Sinn von »So ist es/So sei es!« , das sage ich dir:Heute, in dieser Nacht,noch bevor der Hahn zweimal kräht,wirst du dreimal abstreiten,dass du mich kennst.«31Aber Petrus behauptete noch fester:»Sogar wenn ich mit dir sterben muss– ich werde nie abstreiten,dich zu kennen.«Das Gleiche sagten auch alle anderen.

Jesus betet im Garten Getsemani

Matthäus 26,36-46; Lukas 22,39-46
32Jesus und seine Jünger14,32 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. kamen zu einem Garten,der Getsemani14,32 Getsemani: Der Name Getsemani bedeutet »Ölkelter« und bezeichnet einen Garten mit Olivenbäumen. Er lag außerhalb von Jerusalem am westlichen Abhang des Ölbergs. hieß.Dort sagte Jesus zu seinen Jüngern14,32 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. :»Bleibt hier sitzen,während ich bete14,32 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.

33Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich.Plötzlich überfielen ihn Angst und Schrecken,34und er sagte zu ihnen:»Ich bin ganz verzweifelt.Am liebsten wäre ich tot.Wartet hier und bleibt wach.«

35Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter.Dort warf er sich zu Bodenund bat Gott,ihm diese schwere Stunde zu ersparen,wenn es möglich ist.36Er sagte:»Abba14,36 Abba: Aramäisch für »lieber Vater«. , mein Vater,für dich ist alles möglich.Nimm doch diesen Becher14,36 Becher: Der Becher steht für das Leiden, das Jesus bevorsteht (vgl. Markus 10,38 und Markus 14,36). fort,damit ich ihn nicht trinken muss!Aber nicht, was ich will,soll geschehen,sondern was du willst!«

37Jesus kam zu den drei Jüngern14,37 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. zurückund sah, dass sie eingeschlafen waren.Da sagte er zu Petrus:»Simon, du schläfst?Konntest du nicht diese eine Stunde wach bleiben?38Bleibt wach und betet14,38 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.,damit ihr die kommende Prüfung besteht.Der Geist ist willig14,38 willig: Gemeint ist: Ihr wollt es zwar, …,aber die menschliche Natur ist zu schwach.«

39Dann ging er noch einmal wegund betete mit den gleichen Worten wie vorher.

40Als er zurückkam,sah er, dass seine Jünger14,40 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. wieder eingeschlafen waren.Denn die Augen waren ihnen zugefallen.Und sie wussten nicht,was sie ihm antworten sollten.

41Beim dritten Mal, als Jesus zurückkam,sagte er zu ihnen:»Schlaft ihr immer nochund ruht euch aus?Es ist so weit!Die Stunde ist da!Seht doch,jetzt wird der Menschensohn14,41 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. ausgeliefertan Menschen, die voller Schuld14,41 Schuld: Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet. sind.42Steht auf,wir wollen gehen.Seht doch,der mich verrät,ist schon da.«

Jesus wird verhaftet

Matthäus 26,47-56; Lukas 22,47-53; Johannes 18,3-12
43Noch während Jesus das sagte,näherte sich Judas, einer der Zwölf14,43 Zwölf: Gemeint sind die zwölf Jünger, die während seiner Wirkungszeit immer bei Jesus waren..Mit ihm kam eine Truppe,die mit Schwertern14,43 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen. und Knüppeln bewaffnet war.Die führenden Priester14,43 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte., Schriftgelehrten14,43 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.und Ratsältesten14,43 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. hatten sie geschickt.44Der Verräter hatte mit den Männernein Erkennungszeichen ausgemacht:»Wem ich einen Kuss gebe,der ist es.Nehmt ihn festund führt ihn gut bewacht ab.«45Judas ging sofort auf Jesus zu,sagte »Rabbi14,45 Rabbi: Aramäisch für »mein Herr/mein Meister«; zur Zeit von Jesus ein Titel für angesehene Lehrer.«und gab ihm einen Kuss.46Da packten sie Jesusund nahmen ihn fest.47Einer von denen, die dabeistanden,zog sein Schwert14,47 Schwert: Unter einem Schwert hat man sich in biblischer Zeit einen zweischneidigen Kurzdolch vorzustellen..Er schlug nach dem Anführer der Truppe des Obersten Priesters14,47 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.und hieb ihm ein Ohr ab.

48Jesus sagte zu den Männern:»Mit Schwertern und Knüppelnseid ihr hier angerückt,um mich gefangen zu nehmenwie einen Verbrecher!49Täglich habe ich bei euch im Tempel14,49 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes.zu den Menschen gesprochen.Dabei habt ihr mich nicht festgenommen.Aber alles geschieht so,damit in Erfüllung geht,was in den Heiligen Schriften14,49 Heilige Schrift: Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. steht14,49 steht: In Jesaja 52,13–53,12 wird beschrieben, welchen Weg der Mensch gehen muss, durch den Gott sein Volk retten will.

50Da ließen ihn alle Jünger14,50 Jünger: Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten. im Stichund ergriffen die Flucht.51Nur ein junger Mann blieb bei ihm.Der trug einen Umhang14,51 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. aus Leinen auf dem bloßen Körper.Auch ihn wollten sie festnehmen.52Aber da ließ er seinen Umhang14,52 Mantel, Kleidung: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt. fallenund rannte nackt davon.

Jesus vor dem jüdischen Rat

Matthäus 26,57-68; Lukas 22,54-55.63-71; Johannes 18,12-14.19-24
53Die Männer brachten Jesus zum Obersten Priester14,53 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf..Dort versammelten sich alle führenden Priester14,53 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.,Ratsältesten14,53 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. und Schriftgelehrten14,53 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst..54Petrus folgte Jesus in einiger Entfernungbis zum Palast des Obersten Priesters14,54 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf..Im Innenhof des Palastes setzte er sich zu den Männern14,54 Männer im Innenhof: Gemeint sind die Männer, die Jesus verhaftet haben.und wärmte sich am Feuer.

55Die führenden Priester14,55 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte.und der ganze jüdische Rat14,55 jüdischer Rat: Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums. suchten nach einer Zeugenaussage,die Jesus belastete,damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten.Aber sie fanden nichts.56Viele machten falsche Aussagen gegen ihn,aber ihre Aussagen widersprachen sich.57Einige, die Jesus mit ihren falschen Aussagen belasteten, sagten:58»Wir haben gehört,wie er gesagt hat:›Ich werde diesen Tempel14,58 Tempel: Das zentrale Heiligtum der Juden in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes. niederreißen,der von den Menschen gemacht ist.Und in drei Tagen werde ich einen anderen bauen,der nicht von Menschen gemacht ist.‹«59Aber auch ihre Aussagen widersprachen sich.

60Da stand der Oberste Priester14,60 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. aufund trat in die Mitte.Er fragte Jesus:»Hast du nichts zu sagen zu dem,was diese Leute gegen dich vorbringen?«61Aber Jesus schwiegund sagte kein Wort.Da stellte der Oberste Priester14,61 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. ihm noch eine Frage:»Bist du der Christus14,61 Christus/Messias: Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen. ,der Sohn unseres Gottes14,61 Sohn Gottes: Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt.,den wir verehren?«62Da sagte Jesus:»Ich bin es,und ihr werdet sehen,wie der Menschensohn14,62 Menschensohn: Eine himmlische Gestalt. Der Begriff bringt die besondere Bedeutung von Jesus zum Ausdruck. an der rechten Seite14,62 rechte Seite: Der Platz rechts neben einem Herrscher ist für seinen Stellvertreter bestimmt. Gottes sitzt,der Macht über alles hat,und wie er mit den Wolken des Himmels erscheint.«

63Da zerriss der Oberste Priester14,63 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. sein Gewand14,63 Gewand zerreißen: Das Zerreißen der Kleider war ursprünglich ein Ausdruck von Trauer und Schmerz (vgl. 2. Samuel 1,11-12). In der jüdischen Justiz vollzog es ein Richter, wenn er eine Gotteslästerung hörte.und sagte:»Wozu brauchen wir noch Zeugen?64Ihr habt die Gotteslästerung14,64 Gotteslästerung: Meint das verächtliche Verhöhnen oder sogar Verfluchen des Gottesnamens. gehört.Was ist euer Urteil?«Sie erklärten einstimmig:»Er ist schuldigund muss sterben.«

65Da fingen einige an, ihn anzuspucken.Sie warfen ihm ein Tuch über den Kopf,schlugen ihn mit Fäustenund riefen:»Sag, wer es war,du Prophet14,65 Prophet: Mensch, der verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.Und auch die Männer,die Jesus verhaftet hatten,schlugen ihn.

Petrus bestreitet, dass er Jesus kennt

Matthäus 26,59-75; Lukas 22,56-62; Johannes 18,15-18.25-27
66Petrus war noch immer unten im Hof.Da kam ein Dienstmädchen des Obersten Priesters14,66 Oberster Priester: Er hatte die Aufsicht über alles, was den Tempel, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf. dazu.67Sie sah Petrus,der sich am Feuer wärmte,und betrachtete ihn genauer.Dann sagte sie:»Du warst doch auchmit diesem Jesus von Nazaret14,67 Nazaret: Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. zusammen!«68Petrus stritt das ab und sagte:»Ich habe keine Ahnung,wovon du da sprichst.«Und er ging hinaus auf den Vorhof des Palastes.In dem Moment krähte der Hahn.

69Als ihn das Dienstmädchen dort wieder sah,fing sie noch einmal damit anund sagte zu denen, die dabeistanden:»Der gehört auch zu ihnen.«70Aber Petrus stritt es wieder ab.Kurz darauf sagten dann auch die anderen,die dabei waren, zu Petrus:»Natürlich gehörst du zu denen!Du bist doch auch aus Galiläa14,70 Galiläa: Region im Norden Israels, das Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der Küstenebene.71Da legte Petrus einen Schwur ab:»Gott soll mich strafen, wenn ich lüge!Ich kenne diesen Menschen nicht,von dem ihr redet.«

72In demselben Moment krähte der Hahn zum zweiten Mal.Da erinnerte sich Petrus an das,was Jesus zu ihm gesagt hatte14,72 hatte: Während die Jünger mit Jesus das Passafest als ihr letztes gemeinsames Mahl feierten, hatte Jesus Petrus angekündigt, was passieren sollte (vgl. Markus 14,30).:»Noch bevor der Hahn zweimal kräht,wirst du dreimal abstreiten,dass du mich kennst.«Und er fing an zu weinen.
15

Jesus wird von Pilatus verhört

Matthäus 27,1-2.11-14; Lukas 23,1-5; Johannes 18,28-38
151Früh am Morgen fiel die Entscheidung über Jesus.Die führenden Priester15,1 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. trafen siezusammen mit den Ratsältesten15,1 Ratsälteste, Ratsmitglieder: Mitglieder des jüdischen Rates, die keine Priester oder Theologen waren. und den Schriftgelehrten15,1 Schriftgelehrte: Jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des Gesetzes war. Sie nahmen die biblischen Gebote sehr ernst.– also der ganze jüdische Rat15,1 jüdischer Rat: Zur Zeit von Jesus die oberste Behörde des Judentums. .Sie ließen Jesus fesseln,führten ihn abund übergaben ihn Pilatus15,1 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr..

2Pilatus15,2 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. fragte ihn:»Bist du der König der Juden15,2 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. Jesus antwortete ihm:»Du sagst es.«3Die führenden Priester15,3 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. brachten viele Anklagepunkte gegen ihn vor.4Da wandte sich Pilatus15,4 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. noch einmal an Jesusund fragte ihn:»Hast du gar nichts dazu zu sagen?Sieh doch,was sie dir alles vorwerfen.«5Aber Jesus sagte kein einziges Wort.Pilatus15,5 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. wunderte sich sehr darüber.

Jesus wird zum Tod verurteilt

Matthäus 27,15-26; Lukas 23,13-25; Johannes 18,28-38
6Jedes Jahr zum Passafest15,6 Passafest, Passamahl: Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.begnadigte Pilatus15,6 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. einen Gefangenen,den das Volk bestimmen durfte.7Damals saß ein gewisser Barabbas im Gefängnis zusammen mit anderen,die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.8Die Volksmenge zog zu Pilatus15,8 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. hinaufund bat ihn um die übliche Begnadigung.

9Pilatus15,9 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. fragte sie:»Soll ich euch den König der Juden15,9 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. freigeben?«10Denn ihm war klar,dass die führenden Priester15,10 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. ihm Jesusnur aus Neid übergeben hatten.11Aber die führenden Priester15,11 führende Priester: Ein Gremium, das sich aus dem amtierenden Obersten Priester, seinem Vorgänger und weiteren Priestern zusammensetzte. hetzten die Volksmenge auf.Sie sollten von Pilatus15,11 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. fordern,doch lieber Barabbas freizulassen.

12Da wandte sich Pilatus15,12 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. noch einmal an die Volksmengeund fragte sie:»Was soll ich mit dem anderen machen,den ihr den ›König der Juden15,12 Juden: Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt. ‹ nennt?«13Da schrien sie:»Ans Kreuz15,13 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. mit ihm!«14Pilatus15,14 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. fragte sie:»Was hat er denn verbrochen?«Aber sie schrien nur noch lauter:»Ans Kreuz15,14 Kreuz, Kreuzigung: Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. mit ihm!«

15Pilatus15,15 Pontius Pilatus: Leitender römischer Bevollmächtigter in Judäa 26–36 n. Chr. wollte die Volksmenge zufriedenstellen.Deshalb gab er ihnen Barabbas frei.Jesus ließ er auspeitschen.Dann übergab er ihn den Soldaten,damit sie ihn